Österreich verfehlt als einziges Land Kyoto-Klimaziele

12. November 2009, 18:37

Andere EU-15-Staaten sparen mehr CO2 - Hohe Zertifikatskäufe notwendig

Brüssel/Wien - Teuer kann es Österreich kommen, wenn es die Kyoto-Vorgaben nicht schafft - als voraussichtlich einziges Land der "alten" 15 EU-Staaten übrigens. Zwar sieht das Kyoto-Protokoll für Nichteinhaltung keine Strafzahlungen vor, doch kann im Rahmen der EU ein Vertragsverletzungsverfahren gestartet werden. Wenn Österreich nicht, wie verpflichtet, bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu 1990 insgesamt 13 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) einspart.

Auch dürften die rund 400 Millionen Euro für Emissionszertifikatekauf, die Österreich budgetär für eine Schließung der Lücken bereits vorgesehen hat, nicht reichen. Wifo-Experte Stefan Schleicher rechnet damit, dass mindestens die Hälfte, also rund 200 Millionen Euro, nochmals anfallen könnten.

Noch höhere Zahlungen sieht Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl auf Österreich zukommen: Das Land liege knapp hundert Millionen Tonnen CO2 über seinem Klimaziel. Bei aktuellen Preisen von dreizehn bis fünfzehn Euro pro Tonne CO2 komme es somit zu einer Summe von weit über einer Milliarde Euro.

Dass Österreich seine Ziele nicht schafft, geht aus einer Eigen-Einschätzung hervor, die in einen Bericht mündeten, den EU-Umweltkommissar Stavros Dimas in Brüssel präsentierte. Demnach wird die EU als Ganzes bis zum Ende der Kyoto-Periode ihre Ziele "erfüllen oder sogar übererfüllen", wie Dimas sagte. Statt der angepeilten acht Prozent EU-weit könnte im besten Fall sogar ein Minus von bis zu 13,1 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 erzielt werden.

Österreich jedoch ist innerhalb der EU-15 das einzige Land, das auch nach eigener Einschätzung nicht glaubt, sein Ziel (13 Prozent weniger Emissionen als 1990) zu erfüllen, bestätigte Dimas. Es werde Anstrengungen unternehmen müssen, dieses Ziel zu erreichen.

Dass die EU als Ganzes ihre Vorgaben erfüllen werde, sei dadurch jedenfalls nicht gefährdet, meinte der Umweltkommissar. "Ich bin sicher, dass auch Österreich sein Ziel erreicht." Die Einschätzung des Landes "spiegelt die gegenwärtige wirtschaftliche Krise und die letzte BIP-Vorhersage nicht wider und könnte sich daher als Überschätzung herausstellen", heißt es in dem Kommissionspapier, das auf Grundlage eines Berichts der Europäischen Umweltagentur erstellt wurde.

Dimas erinnerte daran, dass die EU bereit sei, ihre Emissionen bis 2020 um 30 Prozent zu verringern, wenn die anderen industrialisierten Staaten "parallele Kürzungen" durchführten und die Entwicklungsländer "adäquat beitragen". Allem Pessimismus zum Trotz sagte Dimas, er erwarte eine "bedeutende Übereinkunft" in Kopenhagen".

Umweltminister Nikolaus Berlakovich (VP) reagierte mit der Forderung, das nationale Klimaschutzgesetz endlich auf den Weg zu bringen. Dazu brauche man aber "eine gesetzlich festgelegte Verteilung der Rechte und Pflichten". Dafür erwarte er sich eine entsprechende Unterstützung von "Bund, Ländern und Wirtschaft". Opposition und Umweltschützer reagierten mit Kritik. (ruz/DER STANDARD, Printausgabe, 13. 11. 2009)

 


Link
EEA

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 870
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
das ist fix
00
28.11.2009, 07:58


Ein Hund verursacht mehr CO2-Ausstoss als ein Geländewagen - Video ab Minute 05:20

http://www.nzz.ch/finanzen/... =1.4058113

frei gedacht
00
22.5.2010, 13:10
Tiernutzung ist Klimakiller Nr. 1

Machen wir uns nichts vor: Wir brauchen keine teuren Invstitionen um spielend alle Klimaziele zu übertreffen. Wir können uns sogar eine ganze Stange Geld sparen, wenn wir weniger Tiere "verbrauchen":

http://www.vier-pfoten.at/klimakiller

Mostbluzer
00
24.11.2009, 15:51
klimalüge hier schon enttarnt?

ob das bekannt ist hier in den massenmedien.
http://www.mmnews.de/index.php... rgate.html

nach dem hacking der server der klimaschwindler,
können alle co2 propheten und untergangspropheten (bin zwar auch einer, aber nicht wegen co2) hier erfahren, wie man einen business-trächtigen wissenschaftsschwindel aufsetzt.

http://www.eastangliaemails.com/emails.ph... =Al%20Gore

Lausbub
00
25.11.2009, 01:30

Dem sei das entgegengesetzt:
http://esowatch.com/index.php... al%C3%BCge

F S 3
14
16.11.2009, 00:18
Angeblich, "um das Klima zu schützen und die CO2-Werte zu verringern", führen die Niederlande ab 2012 ein GPS-basierendes Ortungssystem ein, welches…

…in einer "staatlichen ZENTRAL-kasse" alle Daten sammelt,um die GEBÜHREN f.d.KFZ-Steuer entsprechend z.berechnen.

Fahrtrouten,also wann,wohin u.wieviele km gefahren wurden.

…"um die CO2 Werte um 10% zu senken".

LOL

Informationen über den Streckenverlauf sollen aus Datenschutzgründen angeblich nicht gespeichert werden. "Uns interessiert nicht,wo Sie gewesen sind",meinte so ein typischer Regierungssprecher (der sicher in absehbarere Zeit nicht mehr beim Verein sein wird).

Manchmal haßt es das FS3,wenn es recht behält.

Orwell wäre entzückt gewesen. Stoff,der weit über 1984 hinausgeht. Jeder Tro**el mit ein wenig Fachkenntnis kann sich in so ein System einklinken.

Alles für den "Umweltschutz"! Inkl.Abgabe jeglicher Freiheiten u.Abgaben+…

Searles
 
00
19.11.2009, 21:49

"Manchmal haßt es das FS3,wenn es recht behält."

Kommt ja gluecklicherweise nicht so oft vor...

Massafaka
14
13.11.2009, 21:18
Ich frage mich...

...warum dieses erschreckende Ergebnis nicht ein wenig mehr widerhallt. Heute schon hier im Online-Standard nur mehr über die Suche zu finden kann man auch sonst davon ausgehen, dass in einer Woche kaum jemand an diesem Thema interessiert ist.

Die Bildung soll finanziert werden, da jammern die ganzen ehrwürdigen Steuerzahle, aber wenn unsere tolle Regierung von einer Fettschüssel in die nächste hüpft und Millionen und Milliarden an Steuergeld nur aus absoluter Kurzsichtigkeit (Legislaturperiode ist eh aus, bevor man das Ergebnis sieht) und purer Unfähigkeit in den Sand setzt scheint es wirklich kaum einen Österreicher zu kratzen.

Karl Kuketz
01
16.11.2009, 14:08
die Zahlen sind reinster Humbug.


eigene Schätzungen *LOL*

UND: schau dir die absoluten Zahlen an. Prozentrechnung kann sehr verfälschend wirken.

Lausbub
10
13.11.2009, 23:21

Das frage ich mich auch, warum das nicht mehr Staub aufwirbelt. Nicht einmal die Grünen zeigen entschlossen auf, wie daneben die österreichsiche Energiepolitik ist.

Thomas Felder
00
14.11.2009, 03:18

naja övp halt..

Lausbub
01
13.11.2009, 18:32
Eine kleine Anektote zur österr. Klimapolitik

2007 wurde im Regierungsprogramm der Gusenbauer-Regierung festgehalten (unter Umweltminister Pröll):
Österreich will den erneuerbaren Anteil am Primaärenergieverbrauch bis 2020 auf 45% ausbauen!!!!!
(was völlig absurd und unrealistisch ist, derzeit ca. 20% trotz der vielen Wasserkraft) Dass Ö die Kyotoziele bei weitem verfehlen wird, war damals völlig klar.

Nicht einmal 1 Jahr später wurde eine EU-Empfehlung herausgegeben, bei der ein anzustrebender Anteil von 34% (11% weniger!) für Ö vorgesehen war. Daraufhin ist ein Aufschrei des Entsetzen durch die Regierungsmannschaft gegangen. Ausgerechnet Damals-noch-Minister Bartenstein hat sich lautstark darüber alteriert. Wo doch Ö sowiel Wasserkraft hat, kann doch nicht so was verlangt werden.

Lausbub
02
13.11.2009, 18:07
Professionalität der österreichischen Politik

Kyoto ist ein schönes Besispiel für die Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit, mit unsere Staatsführung ans Werk geht.

Ein paar Fakten zur österreichischen Klimapolitik:

1) Verhandlungsstärke:
Kyotoziel Österreich: -13% --> Status +12,9%
Kyotoziel Schweden: +4% --> Status -16%
2) In Österreich ist der Ausbau der Windkraft seit 2006 (Ökostromnovelle) völlig zum Erliegen gekommen, wärend es weltweit 2stellige Wachstumsraten gegeben hat. Erst seit der neuerlichen Novelle vor einigen Wochen gibt es wieder Aussichten.
3) In Deutschland sind (aufgrund des EEG) 2008 Photovoltaikanlagen von über 5000 MWp installiert worden. In Österreich 30 MWp.
4) 2006 wurde das Budget zur Ökostromförderung um fast 3/4 reduziert, trotz Kyoto-Ziel.
etc.

sagich sichernicht
00
20.10.2011, 10:33
nur als zusatz

Lt. statistik austria (gesamtenergiebilanz) hatten wir 2009 einen erneuerbaren Anteil von 30,5%.
Nach dieser Berechnung (die wahrsch. ein bisschen frisiert ist) sind die 34% -denke ich- locker zu schaffen.

man siehe im letzten unterblatt in zelle AO60:
http://www.statistik.at/web_de/st... 029955.xls

opinio nana var. propria
00
16.11.2009, 06:53
Nur so als Anmerkung zu Pkt 2:

In Zistersdorf werden Windräder abgebaut und nach Polen gebracht, weil die Betreiberfirma in Konkurs ist.
Für den Konkurs wird die Zusammenlegung einer Windkraftfirma mit einer Biospritfirma verantwortlich gemacht.

Adam Markus
01
13.11.2009, 17:59

Ich erinnere mich noch an Schüssel Gusi und Co, die alle pflichtgemäß der IV versichert haben, dass es bei uns keinen CO2 Abbau geben wird.

Wir sind echt ein super Land für Kapitalisten, Seit 15 Jahren sinkende Reallöhne, keine Vermögenssteuer, keine Umweltvorgaben, viel Steuergeld zum Verspielen bei Finanzkrisen, keine Parlamentspartei die etwas dagegen hätte....

Da frage ich mich doch warum bei so viel Wohlstand nichts für die mind. 800000 Armen des Landes übrigbleibt, wenns nach eingehender Meinung ja lautet: Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut!

Es heißt ja auch, dass wenn die Kanne der Kapitalisten nur genug Geld enthält, diese einmal überschappt und allen zugute kommt. Sehen kann ich das aber nicht.

Thomas Felder
01
14.11.2009, 03:19

naja övp in der regierung mehr braucht man nicht sagen

zeindi
00
13.11.2009, 15:09
da hier schon ein paar mal...

...aufgetaucht ist dass verkehr kaum am gesamtenergieverbrauch beteiligt ist, hier mal eine statistik zu den endenergieverbrauchern: http://www.statistik.at/web_de/st... 40824.html

auch wenn in dieser statistik beim verkehr alle, sprich zug, flugzeug, lkw, pkw, zusammen sind erkennt man doch deutlich dass im bereich verkehr große einsparpotentiale sind.
hier noch was: "Hauptemittent ist der Straßenverkehr, der rund 97 % der THG-Emissionen des gesamten
Verkehrssektors abdeckt. Davon werden 43,1 % vom Güterverkehr und 56,9 % vom Personenverkehr verursacht...." siehe S.107
http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin... EP0226.pdf

4th wall commentary
00
13.11.2009, 13:22

Die Grafik ist irgendwie irreführend. Als Überschrift steht "Rückgang beim C02-Ausstoß", darunter "Angaben in Prozent". Heißt das, Österreich hat als einziges Land einen Rückgang gehabt, nämlich um 12,9% und alle anderen eine Zunahme? Steht doch da. Ein Rückgang um 12,9% wär doch nicht schlecht. Ein Rückgang von -16% ist für mich eine Zunahme.

Lausbub
00
13.11.2009, 17:40

Da haben Sie formulierungstechnisch recht. "CO2-Ausstoss gegenüber 1990" wäre eine passende Überschrift gewesen. Da wir aber in diesem Zusammenhang alle wissen, wie es gemeint ist, muss man aber auch nicht alle Fehler sehen!

El Guiro
64
13.11.2009, 13:11

Die hier zahlreich vorhandenen Klimawandel-Erfindung-der-Atomlobby-Phantasten mit ihren abenteuerlichen Theorien bringen mich zum schmunzeln.

Oft wird mit dem CO2-Gehalt der Atmosphäre in Urzeiten argumentiert, welcher damals (vor Jahrmillionen!) höher war als heute.
So wird versucht den Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und CO2 zu negieren, ohne zu berücksichtigen dass auf das Klima unheimlich komplexe Faktoren wie die Atmosphärenzusammensetzung, Erdumlaufbahn, etc. einfließen, die heute anders sind als damals.

Weiters wird gerne erwähnt, dass das anthropogene CO2 nur einen Bruchteil des gesamten ausmacht. Dabei wird gerne vergessen, dass es für das natürliche CO2 auch Senken (Pflanzen, Ozeane) gibt, für das anthropogene aber nicht.

erinnye
 
00
15.11.2009, 08:56
wau

Physik ist nicht so Ihres?

José Atento
01
13.11.2009, 13:10
Bekanntlich ist immer entscheidend

von welcher Basis man ausgeht.

Anscheinend hat Ö 1990 relativ wenig absoluten CO2 Ausstoß gehabt. Weniger Verkehr, Mehr Anteil von Wasserkraft, etc..

Wenn ein Land überdurchschnittlich wächst, nimmt auch der Energiebedarf zu. Auch die Bevölkerung in Ö ist deutlich gestiegen.

Also alles ist relativ. Und statistisch lässt sich vieles darstellen.

Adam Markus
00
13.11.2009, 18:00

Und was genau unterscheidet Österreich in dieser Hinsicht von irgendeinem anderen EU Staat?

José Atento
00
13.11.2009, 19:21

Ö ist wirtschaftlich schneller gewachsen als die EU. Ö hat ein größeres Bevölkerungswachstum als die EU.
Die Wasserkraft blieb annähernd konstant. Die Windradeln sind fast vernachlässigbar.

Also wie hätte Ö verhindern können, dass der fossile Energiebedarf steigt? Wir hätten zwei Kernkraftwerke errichten können, wie es viele andere taten oder noch mehr Gegend mit Windräder zupflastern können.

adaschauher
23
13.11.2009, 13:03
pseudo-umweltschutz der gluehlampenverbieter-interventionisten.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 870
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.