Kriegsverbrechen

29 Jahre Haft für bosnisch-serbischen Ex-Offizier

12. November 2009, 11:04

Dragomir Milosevic war wegen des Beschusses von Sarajevo angeklagt

Den Haag - Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien (ICTY) hat am heutigen Donnerstag den bosnisch-serbischen Ex-Offizier Dragomir Milosevic wegen der Belagerung von Sarajevo zwischen August 1994 und November 1995 rechtskräftig zu 29 Jahren Haft verurteilt. In erster Instanz war der 67-jährige Milosevic vor zwei Jahren zu 33 Jahren Haft verurteilt worden. Das Tribunal hat den Einspruch des einstigen Befehlshabers des bosnisch-serbischen Romanija-Korps zum Teil akzeptiert und einen Strafnachlass beschlossen.

Die Anklage warf Milosevic Morde und Terror vor. Der Beschuss der Zivilbevölkerung mit Granaten zielte demnach darauf ab, die Bewohner von Sarajevo in einem Zustand der ständigen Angst zu halten.

Lebenslange Haftstrafe für Vorgänger

Mit dem rechtskräftigen Urteil wurde Milosevic der Verantwortung für den Beschuss eines Gemüsemarktes in Sarajevo befreit, bei dem am 28. August 1995 38 Zivilisten ums Leben kamen. Wie das Tribunal nun feststellte, hielt sich Milosevic zu jenem Zeitpunkt zu einer ärztlicher Behandlung in Belgrad auf.

Milosevics Amtsvorgänger, General Stanislav Galic, wurde 2006 zum ersten Haager Angeklagten, über den eine lebenslange Haftstrafe verhängt wurde. Er verbüßt seine Strafe in einem deutschen Gefängnis. Dragomir Milosevic ist mit dem einstigen Präsidenten Serbiens und Jugoslawiens, Slobodan Milosevic, der ebenfalls wegen Kriegsverbrechen angeklagt wurde, vor dem Urteil aber verstarb, nicht verwandt. (APA)

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