"Beschissene" Niederlande - Regierung entschuldigt sich

12. November 2009, 20:19

"Humanitäre und wirtschaftliche Hilfe" der Niederlande gewürdigt - Europapolitiker van Baalen zuvor des Landes verwiesen

Managua - Rehabilitierung für ein "beschissenes Land": Die nicaraguanische Regierung hat sich nach einem wütenden Ausfall von Vize-Außenminister Manuel Coronel Kautz bei den Niederlande offiziell entschuldigt. Kautz hatte den Präsidenten der Internationalen Liberalen (IL), den Niederländer Johannes Cornelis van Baalen, des Landes verwiesen, und dabei die Niederlande als ein "beschissenes Land" bezeichnet.

Bei der Pressekonferenz hatte er van Baalen zunächst fälschlicherweise als einen Deutschen bezeichnet. Als er korrigiert wurde sagte er: "Noch schlimmer, denn Holland ist ein beschissenes Land."

In der Entschuldigung für die Entgleisung würdigte die Regierung in Managua die Niederlande nun als ein Land, das Nicaragua stets humanitäre und wirtschaftliche Hilfe geleistet habe. Van Baalen hatte sich den Zorn der sandinistischen Führung zugezogen, weil er die mögliche Wiederwahl des linken Präsidenten Daniel Ortega kritisiert hatte. Coronel Kautz warf dem Holländer, der sich an der Spitze einer Delegation der Liberalen Europas in Nicaragua aufhielt, Einmischung in die Angelegenheiten des Landes vor. Er forderte ihn auf, das Land sofort zu verlassen.

Verfassung gegen Ortega

Präsident Ortega versucht seit geraumer Zeit, seine Wiederwahl zum Präsidenten des mittelamerikanischen Landes durchzusetzen, die ihm durch die derzeitige Verfassung nicht erlaubt ist. Im Parlament hat er für dieses Vorhaben bisher keine Mehrheit bekommen. Erst vor kurzem hatte das von Ortega kontrollierte Oberste Gericht eine erneute Kandidatur Ortegas erlaubt, was von der Opposition kritisiert wurde. (APA)

Kommentar posten
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Nowotila
03
16.11.2009, 13:24
@LI: Wie nennt man einen Mann, der einen Faschisten zu seinem Stellvertreter ernennt?

Da hat der Vorsitzende der Liberalen Internationale ja eben gemacht.

Wie nennt man eine Organisation, die einen Faschisten zu ihrem Stellvertreter ernennt?

Darf ich leider nicht schreiben, das käme nicht durch die Zensur.

wider den rechten Kanaillen
04
15.11.2009, 14:33
van Baalen ernennt Micheletti zum stellvertretenden Vorsitzenden der "Liberale Internationale" (LI)

http://www.aporrea.org/tiburon/n... 45547.html

"Der Präsident der "Liberale Internationale", der Holländer Hans Van Baalen, erklärte gestern, man habe zum stellvertretenden Vorsitzenden dieser Institution Roberto Micheletti ernannt. [...]
Mit seinem Mut hat Präsident Micheletti es möglich gemacht, dass die Präsidentschaftswahl am 29. November stattfindet. Dies ist ein enormer und mutiger Schritt zu Gunsten der Demokratie".

Laut Van Baalen zählen zu Mitgliedern der "Internationalen Liberalen" u. a. die Liberalen in Deutschland und England und es gäbe enge Bindungen zur Demokratischen Partei der USA.

Die LI-Mitglieder:
http://de.wikipedia.org/wiki/Libe... rnationale

Hamit_Hatemi
00
15.11.2009, 19:25

Und schlecht?

giconda b.
03
15.11.2009, 03:11
paisucho

Holland sei ja nur ein „paisucho“. Die APA-Übersetzung „beschissenes Land“ ist inkorrekt und übertrieben, vielmehr könnte man es abwertend als „kleines, unbedeutendes, nichtssagendes Land“ uebersetzen.

Bitte Bitte
40
13.11.2009, 05:40
Dutchophobia ist ein weitverbreitetes Phänomen :-)

Reisetip am Rande: Never walk with Germans, always keep off Dutch.

wider den rechten Kanaillen
76
12.11.2009, 12:26
In Europa absolut üblich,

bei den Indios ein Skandal.

Die Liberalen bevorzugen, siehe Honduras, eine Militärdiktatur, die ihre (Gewerbe-)Freiheit mit Maschinengewehren und Folter gegen die Bevölkerungsmehrheit durchsetzt.

Timagoras
 
10
13.11.2009, 14:05
"In Europa absolut üblich"


verfassungsänderungen zugunsten des amtierenden staats- bzw. regierungs-chefs?

bitte um konkrete beispiele!

Ernst Guevara
00
16.11.2009, 05:42
also ich finde es ja übertrieben, dass das in europa "absolut üblich" sein soll

aber berlusconi ist so ein beispiel, das deutlich macht, dass auch europa nicht immun gegen autoritäre politik und verfassungsänderungen zugunsten amtierender regierungen ist.

Timagoras
 
40
16.11.2009, 08:48
" berlusconi ist so ein beispiel, das deutlich macht, dass auch europa nicht immun gegen autoritäre politik und verfassungsänderungen zugunsten amtierender regierungen ist"


das ist aber eben die ausnahme von der regel.

und außerdem müssen typen wie der vorposter ja Berlusconi wegen dessen verfassungsänderungen ja verteidigen (wie sie das ja immer bei Chavez, Ortega und anderen möchtegern-lebenslänglichen staats- bzw. regierungschefs tun).

insertnamehere
 
00
13.11.2009, 11:11
"In Europa absolut üblich"

Bitte um 3 Beispiele.

Als der Schüssel den deutschen Bundesbankpräsidenten vor Jahren mal öffentlich beschimpft hat, hatte ich ja eher nicht den Eindruck, dass das absolut üblich wäre. Genau genommen hab ich mich sogar etwas geschämt, dass sich unser Außenminister nicht zivilisiert zu benehmen wusste.

wider den rechten Kanaillen
45
13.11.2009, 12:25
Die unbeschränkte Wiederwahl des Regierungschefs

ist absolut üblich in Deutschland, Frankreich, Österreich, Grossbritannien, Spanien, Niederlande, Belgien und was mir sonst alles nicht einfällt.

Die einzige politische Strömung, die offen die Militärdiktatur in Honduras unterstützt, gegen die UNO und selbst die OAS, das sind die, die sich Liberale nennen.
Das Wort hat viel mit Freiheit zu tun, die Sache wenig.

J wie Bepperl
32
13.11.2009, 15:36
Das mag für Premiers, Kanzler etc.

zum großen Teil gelten, nicht aber für Staatschefs. In Deutschland darf der Bundespräsident wie hierzulande nur max. zwei Amtszeiten absolvieren. In den USA genauso. In den meisten von Ihnen genannten Ländern gibt es keine präsidiale Demokratie. Zudem ist da im Gegensatz zu Nicaragua die Judikative (vergleichsweise) unabhängig.

Sie vergleichen Äpfel mit Orangen, aber das wissens vermutlich eh...

wider den rechten Kanaillen
12
13.11.2009, 15:44
Einen Grußonkel

mit einem Regierungschef zu verwechseln ist tatsächlich der Vergleich von Äpfeln und Birnen.

Wenn man das Amt des österreichischen oder deutschen Grußonkels abschaffen würde, würde das kaum jemand merken.

Aber die Franzosen leben auch in einer Diktatur, nicht wahr?
Wie lange hat Mitterand regiert?

Von Thatcher und und Felipe Gonzalez wollen wir gar nicht reden, denn die haben ja so demokratische Institutionen wie Könige und Königinnen.
Unter Kreisky haben die Österreicher auch lange gelitten.
Kohl hat länger regiert als das 1000jährige Reich Bestand hatte.

Timagoras
 
32
13.11.2009, 14:04
"Die unbeschränkte Wiederwahl des Regierungschefs ist absolut üblich "


wenn das in den verfassungen so verankert ist, ist das auch kein problem.

und wenn mal ein präsident oder ministerpräsident eine diesbezügliche verfassungesänderung erst für seine nachfolger anstrebt, ist das auch kein problem.

lustig ist nur, dass bis jetzt die entsprechenden herren die verfassungsänderungen ausschließlich "anlassbezogen" für sich selbst ändern bzw. das ändern lassen.

das ist so, als würde frau Merkel die verfassung dahingehend ändern wollen, dass die laufende legislaturperiode auf 10 jahre verlängert wird.

DArum geht's.
nicht um die bestehende verfassung, sondern um die verfassungsänderung(en) aus persönlicher eitelkeit und macht(erhalts)gier.

sehen Sie den unterschied?



wider den rechten Kanaillen
75
13.11.2009, 14:22
Ich sehe den Unterschied:

Weisser Mann: ok.
Latino/Indígena: Diktatur!

Ich sehe den Unterschied.

Alf von Melmak
 
40
14.11.2009, 06:28
Ich sehe den Unterschied


Was Sie leider nicht sehen, ist Ihre eigene ideologische Verbohrtheit, die Ihnen den Blick auf jede rationale Überlegung verwehrt...!

Timagoras
 
21
13.11.2009, 16:54

Sie haben meine antwort gar nicht gelesen, nicht wahr?
oder warum gehen Sie nicht darauf ein, sondern wechseln einfach zu einem thema, das hier gar nicht zur debatte steht?

aber bemühen Sie sich nicht: ich kenne den grund ....

Parkaboy
31
13.11.2009, 15:04
Du willst es einfach nicht verstehen, oder?

Es geht in NI ausschliesslich um das WIE und nicht das WAS. Dass Ortega anlassbezogen, wie Timagoras richtig sagt, die Wiederwahl anstrebt, ist unschoen, aber okay.
WENN ER DAFUER DIE VORGEGEBENEN RECHTLICHEN MITTEL EINSETZT UND DIE MIT DER NOTWENDIGEN MEHRHEIT DIE VERFASSUNG AENDERT!
Das tut er nicht, weil er nicht kann, und deswegen nutzt er die vorsorglich gepflegte institutionelle Schwaeche und Manipulationsfaehigkeit im Land aus, um sich ueber geltendes Recht hinwegzusetzen.

Und du findest das auch noch gut. Damit beweist du, dass es mit deinem Demokratieverstaendnis nicht weit her ist.

insertnamehere
 
00
13.11.2009, 12:28
Ach so.

Ich dachte, Sie bezögen sich auf die öffentliche Verwendung von Fäkalsprache durch Außenmineisteriumsmitarbeiter.

Parkaboy
54
12.11.2009, 17:28
Du solltest dich wirklich ein bisschen eingehender mit der Situation im Land beschäftigen

und nicht nur Phrasen klopfen.
Ich lebe seit einigen Jahren in Nicaragua und muss feststellen, dass hier eine Diktatur im Entstehen ist (und eigentlich defacto schon existiert) und Wahlen lediglich den Anschein einer Demorkratie vorgeben (siehe massiver Betrug bei den Gemeinderatswahlen vor genau einem Jahr).

Und damit wir uns verstehen: Ich war immer und bin immer noch überzeugter Sandinist, aber kein Orteguist. Ortega ist um fast nichts besser als alle rechten Diktatoren vor ihm. Das muss den Armsessellinken in Europa endlich mal in den Schädel.

Momotombo
 
16
13.11.2009, 06:20
Ein bisschen eindimensionale Sichtweise

Auch ich lebe seit geraumer Zeit in Nicaragua und befasse mich sehr intensiv seit mehr als 30 Jahren mit diesem Land.
Esfällt es einem schwer aller Äusserungen von Regierungsfunktionären der derzeit regierenden FSLN nachvollziehen zu können. Die alltägliche Demonstrationen der Ortega-Anhang hier in Managua gehen mir am Nerv.
Die masslose Hetze der Oppositionsmedien sowie Montealegre und Konsorten giessen aus durchsichtigen Gründe nur Öl ins Feuer.

Die masslose und hetzerische Aufpeitschung des politischen Klimas hier ist schwer erträglich.

Nur.....von Diktatur zu sprechen und schreiben ist ebenso lächerlich, als wie teilweise die Äusserungen vom leicht vertrottelten Manuel Coronel Kautz.

Viva Sandino, viva la revolucion Sandinista!

Parkaboy
20
13.11.2009, 15:19
Ich bin mit fast allem einverstanden, was Sie sagen

ausser damit, dass es laecherlich ist, von Diktatur (vielleicht besser Defacto-Diktatur zu sprechen):

Ortegas Macht beruht darauf, dass er ausser vielleicht der Ratte Montealegre fast alle Leute im Land in der Hand hat: Aleman eh klar, und nicht zu vergessen seine frueheren Mitstreiter und heutigen MRSler - wenn die zu viel aufmucken, kommen ploetzlich unliebsame Geheimnisse aus dem Krieg wieder auf, denn die gibt es. In einem Krieg hat jeder Dreck am Stecken.
Die Wahlen sind eine Farce, wie wir alle wissen, ebenso die Postenbesetzungen in der Regierung und den CPC.

Das Traurige fuer das Land ist, dass keine Alternative in Sicht ist. Die korrupten Liberalen sicher nicht, das MRS seit Hertys sagen wir "eigentuemlichen" Tod auch nicht

GG22
24
12.11.2009, 19:10
Der erste Absatz.

Sie sind sicher, daß Sie nicht in USA wohnen?

Eine mögliche Wiederwahl des Regierungschefs ist also gleichbedeutend mit einer Diktatur?
Sagen Sie das bitte nicht den Österreichern und Österreicherinnen, daß Sie seit 60 Jahren in einer Diktatur leben.

Was würde wohl das Auswärtige Amt Österreichs sagen, wenn ein nicaraguanischer Diplomat sich zum Wahlrecht in Österreich äußert?

insertnamehere
 
21
13.11.2009, 10:46
"Was würde wohl das Auswärtige Amt Österreichs sagen, wenn ein nicaraguanischer Diplomat sich zum Wahlrecht in Österreich äußert?"

Dass sich dieses bolivianische A*schgesicht gefälligst schleichen soll. Was, aus Nicaragua? Noch schlimmer, Nicaragua is ein be*chissenes Dre*ksland!

DAS würde zumindest mal höchstwahrscheinlich KEINER unseres Außenamtes sagen. Von dem Schüssel-Fauxpas vor etlichen Jahren mal abgesehen achtet man mW in österreichischen Diplomatenkreisen nämlich schon darauf, dass sich unsere Repräsentanten gegenüber der Welt halbwegs benehmen können.

Mostbluzer
10
13.11.2009, 09:43
also wenn dem ausland nicht passt

wen wir hier wählen ....

hauen die eigenen politiker noch drauf, wir werden sanktioniert und dürfen dann buckelnd nach brüssel.

hatten wir ja das theater. nationales wählen muss schon international akkordiert sein bitteschön.

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