Regierung ruft wegen Venezuelas Kriegsdrohung Sicherheitsrat an

12. November 2009, 07:32

Verbalattacken von Chavez wegen Militärabkommen zwischen den USA und Kolumbien

Bogotá - Die kolumbianische Regierung hat wegen "kriegslüsterner Aussagen" von Venezuelas Staatschef Hugo Chávez den UN-Sicherheitsrat angerufen. Wie das Außenministerium in Bogotá am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte, haben die kolumbianische UN-Vertretung dem Sicherheitsrat ein entsprechendes diplomatisches Schreiben zukommen lassen.

Chávez hatte am Sonntag nach der Unterzeichnung eines umstrittenen Militärabkommens zwischen den USA und Kolumbien zur Vorbereitung auf einen möglichen Krieg aufgerufen. Am Dienstag beteuerte der venezolanische Präsident allerdings, er habe keinen Konflikt heraufbeschwören wollen.

Abkommen über Militärbasen

Washington und Bogotá hatten Ende Oktober ein Abkommen über die Nutzung kolumbianischer Militärbasen durch die US-Armee geschlossen. Die Vereinbarung erlaubt den US-Streitkräften für die nächsten zehn Jahre die Nutzung von mindestens sieben Stützpunkten in Kolumbien. Nach US-Angaben sollen die Stützpunkte für den Kampf gegen Drogenhandel und Terrorismus genutzt werden. Die Pläne waren bei den linksgerichteten Regierungen der Nachbarländer Venezuela und Ecuador auf scharfe Ablehnung gestoßen. Sie werfen den USA vor, ihren Einfluss in Südamerika vergrößern zu wollen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 72
1 2
dr. kokos
 
02
17.11.2009, 11:20
wie kann kolumbien endlich frieden erreichen?


da kritisieren ja bekanntlich immer leicht ist, konkrete vorschläge, den jahrzehntelangen bürgerkrieg zu stoppen, aber alles andere als einfach zu finden sind, versuche ich es mal damit:

1. amnestie für alle beteiligten gruppen, nicht nur für die paras.

2. entwaffnung aller gruppen und durchsetzung des staatlichen gewaltmonopols.

3. ausnahmsloses verbot und vernichtung sämtlicher privater schusswaffen.

4. personelle aufstockung und angemessene, gute bezahlung der staatlichen sicherheitskräfte.

5. echte politische partizipation aller gruppen am demokratischen prozess ohne unfaire einschränkungen wie prozenthürden etc.

6. massive internationale mitwirkung und kontrolle der umsetzung der genannten maßnahmen.

kaloka
00
18.11.2009, 16:54

Ich fürchte da die Paras mittlerweile sich mehr "wirtschaftlich" als politisch betätigen, werden die freiwillig nicht so einfach auf ihre Pfründe verzichten. Militärisch sind sie auch nicht in den Griff zu bekommen.

Prinzipell haben Sie sicher recht, dass vor allem auch die internationale Gemeinschaft mitwirken soll. (vor allem auch die Nachbarländer sind gefordert)

Nur sehen Sie, wenn die Amis "helfen" wollen, fassen das einige gleich als Vorbereitung für eine Invasion auf .... ;-)

Nicolas Castillo
10
18.11.2009, 10:20
Koks, ...

Ihre Punkte sind ja ganz anständig, setzt aber unter anderem voraus, dass gerade bei Punkt 6 die Nachbarn an einer Unterstützung interessiert sind. Dies scheint mir zur Zeit leider nicht der Fall.

Des weiteren ist Punkt 1 schon umgesetzt, jeder ob FARC oder Para hat das gleiche Anrecht auf Amnestie, bei Punkt 5 bin ich der Meinung, dass es weder für Kongress noch Senat eine Sperrklausel gibt.

Nowotila
13
13.11.2009, 14:39
Jack the Ripper ruft: "Haltet den Dieb"

yomellamo
31
13.11.2009, 21:09

damit beschreiben sie wirklich perfekt das säbelrasseln vom Hugo.

sauraumpfa
23
15.11.2009, 02:20
lieber yomellamo - sie schreiben doch immer...

über die verbesserte sicherheitslage für die bürger usw. usf.
da würde mich ihr kommentar zu dem folgenden link aber wirklich interessieren!
http://www.cetri.be/spip.php?... 98&lang=en

Not only is the government failing to effectively address the plight of the displaced, but the Colombian military’s aggressive counterinsurgency operations are a major cause of the escalating refugee crisis as soldiers forcibly displace communities in regions traditionally controlled by the guerrillas.
According to the Norwegian Refugee Council, “The government’s military strategy, which was intended to be preventive, is instead resulting in an increased displacement of people.”

kaloka
00
18.11.2009, 17:18

So als Info wens interssiert ..
http://www.kolumbienblog.org/2009/sich... chaetzung/

oder Auswärtiges Amt Deutschland:

"Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich in den letzten fünf Jahren generell verbessert."

Interessant, dass Venezuela Kolumbien mittlerweile überholt hat ....

aus Wikipedia:
In Venezuela sind demzufolge in den letzten sieben Jahren über 85.000 Menschen durch Gewaltdelikte verstorben, Zahlen, die viel höher sind als in den letzten Jahrzehnten (Amnesty International)
Täglich sterben auf Venezuelas Straßen bis zu 44 Menschen....

Nach UNO-Angaben hat Venezuela im Jahr 2007 die weltweit höchste Rate an Verbrechen mit Schusswaffengebrauch ...

Naja, also ...

sauraumpfa
00
18.11.2009, 22:52
lieber koloka - sicherheitslage generell verbessert

naja mit dem link machen sie aber "koane meter" wie man bei uns so schön sagt.

den gleichen bericht hätte ich ihnen auch senden können - reise auch viel in kol. herum hatte auch in 10 jahren noch nie ein problem, bin aber trotzdem gar nicht ihrer meinung.

die wahrheit sieht eben doch etwas anders aus - auch in den städten und da vor allem nachdem die paras entwaffnet wurden! die haben jetzt neue betätigungsfelder in den diversen stadteilen der grösseren städte gefunden.

für mich war es subjektiv vor 10 jahren sicherer - wie ich schon sagte ihr link ist die einschätzung von einer person.

kaloka
00
19.11.2009, 09:16
....

Die Aussage kommt (natürlich völlig subjektive Einzelmeinung) vom

> Auswärtigen Amt Deutschlands ;-)

Ansonsten noch UNESCO:

"In Kolumbien sind im Jahr 2000 60 von 100.000 Einwohnern durch Gewalttaten gestorben"

Jetzt sind es noch 37 .....

Und dann war doch noch ....

"In Kolumbien sind im vergangenen Jahr weniger Menschen getötet worden, als in jedem einzelnen der dreissig Jahre zuvor."

dr. kokos
 
03
17.11.2009, 11:20

da kommt wohl nix mehr außer höchstens ein in frage stellen der quelle...

sauraumpfa
01
17.11.2009, 21:46
lieber dr. kokos

ich habe auch gar keine antwort erwartet, da bisher bei jedem versuch einer konkreten frage mit dazugehörigem link die nicht ins schema von diesen herren passte einfach funkstille herrschte.

nach dem motto, ein bischen warten bis gras drüber gewachsen ist und dann wieder den gleichen mist wie vorher wiederholen - a la "sicherheitslage hat sich verbessert, investitionen kommen ins land etc. etc."

DER BUKARESTER
65
12.11.2009, 13:00
Hugo...

porque no te callas?

DER BUKARESTER
41
12.11.2009, 12:59
Und wir haben zur Zeit den Vorsitz des Sicherheitsrates,

oder? Ich glaube der Faymann ist eher auf der Seite vom Chavez.....Viva la Colombia!

wider den rechten Kanaillen
310
12.11.2009, 12:23
Er hat vor einen Angriff aus Kolumbien gewarnt

und deshalb dazu aufgerufen sich auf diesen Angriff vorzubereiten.

Orwellsche Nachrichten.

vom anderen Sternli
02
12.11.2009, 19:40
Welcher österreichische Journalist kann so weit denken?

Chavez ist links und deshalb per se aggressiv. Egal, ob die Amis kolumbianische Stützpunkte benutzen dürfen. Allerdings dürfte Obama sich nicht auf ein neues Vietnam in seinem Hinterhof einlasen. Süd- und Mittelamerika mit seinen politischen Orientierungen von heute kann nicht mehr mit der Machtpolitik der CIA von gestern unter Kontrolle gehalten werden. Ein Eingreifen der USA oder ihrer potentiellen Verbündeten würde einen Krieg auslösen, den selbst die USA micht beherrschen könnten. Brasilien, Venezuela, Nicaragua etc. etc. sind heute eben nicht mehr die Vasallen der USA.

yomellamo
20
13.11.2009, 13:21

falsch... die agressivitaet von Chavez ist vollkommen unabhaengig davon ob er nun links oder rechts ist.

es gibt einige linke politiker in Lateinamerika, die sehr gute Arbeit leisten ohne immer wieder mit den saebel zu rasseln oder eine moerderbande im nachbarland zu unterstuetzen.

Malkaye
04
16.11.2009, 11:01
uribe gehört natürlich nicht dazu

er rasselt nicht mit dem säbel, sondern lädt die usa dafür ein.
er unterstützt keine venezolanische mörderbande, sondern lässt seine eigenen, angeblich demobilisierten, rechtsextremen paramilitärs dort einsickern und morden:
http://www.amerika21.de/nachricht... 7_tachira/

"Unmittelbar nach dem spektakulären Mord an den Straßenhändlern verteilten Paramilitärs in der Region Flugblätter. Menschen, die "mit den Streitkräften kollaborieren", werden mit "Sozialen Säuberungen" bedroht - ein Begriff, der in Kolumbien für die Ermordung sozial unerwünschter Personen verwendet wird."

Gebhard von Bluecher
11
12.11.2009, 18:38
Nebelkerze

so ein Konflikt mit dem Nachbarn ist immer eine feine
Sache, vom eigenen Saustall abzulenken

kaloka
31
12.11.2009, 17:23

Es sei die «Verantwortung aller», sich auf einen Krieg vorzubereiten, sagte Chávez in seiner wöchentlichen Fernsehsendung «Aló Presidente». Die Venezolaner seien bereit, ihr «heiliges Heimatland» zu verteidigen.

Er rief "Milizen, Bataillonskommandeure, Studenten, Arbeiter, Frauen" dazu auf, wenn nötig das Land zu verteidigen.


.... die Stationierung von 800 US-Soldaten
> Chavez hat bereits 15.000 Soldaten zur Verstärkung an die Grenzen geschickt.

yomellamo
30
13.11.2009, 13:22

bald ruft Chavez den "Chihad" (jihad; heiliger krieg) aus um das "heilige heimatland" zu verteidigen.

somit verbleiben wir...
52
12.11.2009, 13:29

genau. weil wenn der hugo ein märchen erzählt dann muss es wahr sein.

willkommen im wahrheitsministerium.

Igor Gassner
14
12.11.2009, 14:42
Also nach Nicragua - Contra

würde ich das nicht mehr für ein Märchen halten

insertnamehere
 
21
13.11.2009, 09:32

Eine häufig unterschätzte Folge der Iran-Contra-Affäre ist nämlich, dass lateinamerikanische Staatschefs seither nicht mehr lügen können.

pepitant
00
21.11.2009, 21:28
Welcher Mensch, westliche Politiker natürlich

ausgenommen, kann nicht lügen ?
Aber andererseits, von wem wissen wir es seit den letzen Kriegen (und der zitierten Iran-Contra-Affäre)ganz genau ?

TrifterSepp
 
10
12.11.2009, 12:49

Und dann wird er halt auch irgendwann zurückschiessen müssen.

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