Richard Grasl

Keine schwarze Null für den Küniglberg

11. November 2009, 19:03
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    foto: standard/corn

    2008, nach der Wahl: Erwin Pröll hält die Absolute in Niederösterreich.2009, vor der Wahl: Prölls ORF-Mann Richard Grasl (rechts) soll als Direktor nach Wien.

Richard Grasl ist nicht die schwarze Null, die ORF-Chef Wrabetz für sein Budget 2010 sucht - Aber wenn sich SPÖ und ÖVP dieser Tage auf Gesetz und neues Geld für den ORF einigen, wird die schwarze Generalshoffnung Finanzdirektor

Schwarzfunk, Landeshauptmannfernsehen, ORF St. Pröllten? Gehen wir auf einen Kaffee, schlägt Richard Grasl vor, als die Vorwürfe wieder einmal hochkochen. Grasl ist Chefredakteur des viel gescholtenen Landesstudios. Wohin will er? Ins Fabios.

Das Lokal der Wiener Wichtigen. Grasl merkt man an, dass er mehr werden will als Chefredakteur in St. Pölten. Das Lokal hat wohl noch einen Grund: Grasl trifft dort gleich danach Heidemarie Onodi, damals SP-Chefin an der Traisen. Beide beteuern, sie arbeiten miteinander gut und professionell. Grasl klingt da überzeugender.

Onodi geht 2008 nach der Wahlschlappe gegen Landeshauptmann Erwin Pröll. Als Pröll 2009 mit der Kandidatur zum Bundespräsidenten spielt, bringt Grasl etwa Rotraut Perner, Sozialdemokratin und Pröll-Fan, selbst im Interview über Schulfragen zur Unterstützungserklärung für Pröll. Nun bleibt Pröll, Grasl geht nach Wien.

Sprungbrett Finanzdirektor 

Mit Peter Radel hatte der ORF schon einen Bürgerlichen als starken Finanzdirektor. Der rote Alexander Wrabetz schaffte es von dem Job zum ORF-General. Bei den nächsten Generalswahlen, spätestens 2011, könnte Grasl gegen Wrabetz antreten. Derzeit zeichnet sich nur eine rote Mehrheit ab. Auch Wrabetz brauchte zwei Amtszeiten als Finanzer, Grasl ist noch jung.

1973 kommt Grasl in einer Kremser Wirtsfamilie zur Welt. In Gaststuben lernt man kommunizieren. Er beginnt als Sportreporter bei NÖN und Landes-ORF, studiert Wirtschaft in Wien, arbeitet bei einem Steuerberater. Daher wohl die Idee für den Finanzdirektor des ORF. Von der Variante berichtete der Standard im Jänner. ORF-Chef Alexander Wrabetz dürfte Grasl als ORF-Kaufmann ins Spiel gebracht haben. Einem der Ihren kann die Volkspartei nur schwer die Abgeltung der Gebührenbefreiungen verwehren. Und: In der Kaufmännischen Direktion wartet eine Reihe Wrabetz-Vertrauter, mit denen der schon an Sissy Mayerhoffer vorbeiregierte. Das dürfte mit Grasl nicht so leicht fallen, dem selbst andersfarbige ORF-Obere Führungsqualitäten attestieren, Mayerhoffer soll wie berichtet zu Licht ins Dunkel wechseln, obwohl sie sich nicht beworben hat. Die Prölls hätten Grasl lieber als Info- oder TV-Direktor gesehen.

Pröll im Bild 

Steuerberater wurde Grasl weiland "zu fad", also ging er als Journalist zurück zum Landesstudio, zu den Spät-ZiBs nach Wien. Monika Lindner machte ihn 2002 mit 29 zum Chefredakteur des Landesstudios. Er bewährte sich offenbar.

Der omnipräsente Pröll ist stets am längsten im Bild unter allen Landeschefs in Bundesland heute. Pröll war auf Grasls Hochzeit. Wie andere Politiker, betont der stets. Dieses Frühjahr konstatierte ORF-Chef Wrabetz acht "unbestritten objektive Landesstudios".

Grasl erinnert gern an seine hartnäckigen Fragen an den zusehends grantigeren Pröll nach der Nationalratswahlschlappe 2006, ob die VP als Juniorpartner in die Regierung gehe. Nach der Sendung will ein Grüner laut Falter Prölls drohende Worte zu Grasl mitgeschrieben haben: "Richard, was willst'n noch werden?" Derzeit: Finanzdirektor.

Über das neue ORF-Gesetz verhandeln derzeit die Experten von Staatssekretär und ÖVP und sind laut Kanzleramt "auf gutem Weg". Eine Einigung macht Grasls Weg frei auf den Küniglberg. Am 17. Dezember tagt wieder der Stiftungsrat, der Direktoren bestellt. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 12.11.2009)

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16 Postings
freilife
00
17.11.2009, 17:16
Dabei ist die nächste schwarze Null

ja schon im Landeanflug auf den Kühiglberg

NaderNader
00
13.11.2009, 19:21
Da sieht man wieder, dass auch

...Ganzkörperpräservative was werden können. Dank pausenlosem, unermüdlichem Einsatz und objektiver Pröllisierung.

Stan Laurel
01
12.11.2009, 17:34
Pröll im Bild

Pfui, das sind ja Zustände wie in Russland.

Bastl23
02
12.11.2009, 16:31

Haben die nicht eh schon genug "schwarze Nullen" beim ORF

Zugegeben von die Roten sind auch genug dort

Charles Duchemin
00
12.11.2009, 10:06
Bin ich froh, daß der Pröll nicht zum ORF geht....

Herzerzog Johann
00
12.11.2009, 09:44
Also, welche Farben die Nullen haben ist doch wirklich egal!

staytuned
03
12.11.2009, 08:16
Finanzdirektor des ORF ?

was habe ich verbrochen, würde ich mich fragen - vorausgesetzt man böte mir diesen Job an

austromir
 
00
12.11.2009, 08:14
Immer das Positive sehen:

Als kaufmännischer Direktor betätigt er sich nicht mehr als Journalist - und dafür kann man als ORF-Konsument nur dankbar sein. Andererseits - als ORF-Gebührenzahler....??

Der Checker
01
12.11.2009, 07:19
Im Dilettantenstadl ORF/Österreich...

… ist alles möglich. Und es ist zum Kotzen! Kann man dieser Saubagage nicht Einhalt gebieten?
Und noch etwas: weg mit den sündteuren Spielzeugburgen (ORF-Landesstudios) für die Landesfürsten!!!

derStandardmeint
00
12.11.2009, 03:33
Das wäre ja noch schöner...

...wenn einer in diesem Land nichts werden kann, nur weil er ein Schwarzer/Roter/Blauer/Orangener/Grüner ist! Gleichheit für Politikergünstlinge!

Yaketi Yak
00
12.11.2009, 02:02
Wenig gewagte Prognose

Der ORF wird an der Parteipolitik, die manche Herrschaften (und Damen) im Haus wohl einen Gutteil ihrer Energie und Arbeitszeit kostet, noch zugrunde gehen.

Max Kahlenberg
01
11.11.2009, 23:05
Ist das alles grauslich !

diethyltoluamid
00
11.11.2009, 22:15

# Allerspätestens am kommenden Dienstag will ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz die Stelle ausschreiben.
# Dann läuft noch eine vierwöchige Ausschreibungsfrist.
# Beim ORF-Stiftungsrat am 17. Dezember will Wrabetz Grasl als neuen kaufmännischen Chef präsentieren.
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Wozu wird da noch ausgeschrieben?
Lächerliche Augenauswischerei seitens der Politik. Und dafür darf man noch Gebühren zahlen...

Fluchtweg
01
11.11.2009, 22:05
im orf ist alles möglich

wie in der politik...
sportjournalist, redakteur, chefredakteur, ein bisschen wirtschaft studiert, na da hamma schon den nächsten finanzwunderwuzzi.
bei jeder einzelnen entscheidung im orf gehts primär mal um die farbe, sekundär um personen und erst dann irgendwann unter ferner liefen gehts um fachliche und sachliche kriterien. kein wunder dass so ein unternehmen den bach runter geht...

finefranfine
01
12.11.2009, 09:04

das hat nichts mit dem orf zu tun, das ist das fundament österreichs. leider ist der orf zu wichtig, als dass die politiker ihre finger raus halten. sehr zum schaden des orf.

es sei bemerkt
09
11.11.2009, 20:38

die "schwarze null" find ich super, besser kann man ihn wahrscheinlich gar nicht beschreiben :)

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