Mach kaputt, was dich kaputtmacht

11. November 2009, 18:54
  • Diese Autobahn bitte großräumig umfahren! Roland Emmerich lässt in "2012" keinen Stein auf dem anderen
    foto: sony

    Diese Autobahn bitte großräumig umfahren! Roland Emmerich lässt in "2012" keinen Stein auf dem anderen

Roland Emmerich zerstört im Katastrophenfilm "2012" wieder einmal das Weiße Haus und den Rest der Welt

Unpolitischer und fröhlicher als je zuvor steuert die Menschheit auf ihr Ende zu.

Wien - "Ich dachte, wir hätten mehr Zeit!" Wenn in Roland Emmerichs neuem Katastrophenfilm 2012 dieser Satz fällt, ist es natürlich für alles längst zu spät. Dann geht die Welt den Bach runter - und weil man es mit einem 200 Millionen Dollar schweren Blockbuster zu tun hat, fällt der Untergang entsprechend anschaulich aus. Aus Erdrissen werden tiefe Gräben, unter dem Asphalt beginnt es gewaltig zu rumoren, und L. A., das nach alter Hollywoodregel immer als Erstes dran glauben muss, versinkt wie ein Inselchen im Meer.

Zeit ist nahe dem Untergang das allerwertvollste Gut, unter anderem deshalb, weil man sie für Katastrophenprävention benötigt. Vielleicht liegt in diesem Mangel einer von nicht allzu vielen Verweisen dieses Films auf reale Szenarien: Für die Erschütterung durch Urgewalten ist man eben selten gut vorbereitet. Und so hat die Menschheit diesmal eigentlich von Anfang keine Chance, und sie ist daran noch nicht einmal selbst schuld: Eine veränderte Sonnenaktivität erhitzt den Erdkern wie durch Mikrowellen, was zu tektonischen Verschiebungen veranlasst. Erdkruste macht mobil!

Es kommt doch ein wenig überraschend, dass Emmerich 2012 diesmal für keinerlei grüne Botschaften wie noch The Day After Tomorrow nützt. Weitgehend unpolitisch konzentriert sich der Film vielmehr auf die kindliche Freude des Kaputtmachens. Das liefert dank allerneuester CGI-Technik Schauwerte am laufenden Band: Erdbeben, feuerspeiende Vulkane, gigantische Flutwellen, die sogar das Himalaya-Gebirge überschwappen. Größer ist hier eindeutig besser, weil dies dem Besucher erst eine erhabene Vorstellung von der Ungeheuerlichkeit einer globalen Zerstörung liefert.

Wobei Emmerich von Beginn an eine Form von komischer Relativierung als Sicherheitsgurte mitbedenkt. Sie zeigt sich schon darin, dass zentrale Figuren wie der als Schriftsteller und Familienvater gleichermaßen erfolglose Jackson Curtis (John Cusack) in mehreren brenzligen Countdown-Situationen gerade noch rechtzeitig kommt, um Frau (Amanda Peet), Kind und Nachfolger vor dem sicheren Tod zu retten. Seine Fahrt durch ein hinter, neben, über und vor ihm einstürzendes L. A. gehört in seiner comichaften Übertreibung zu den frühen Höhepunkten des Films: Nach mir die Sintflut!

Verkrampft witzig wirken dagegen Emmerichs Anflüge von Selbstironie, etwa Woody Harrelson als kiffender Radio-Guru, der dank seiner Maya-Kenntnisse lange vor allen anderen die konspirative Stillhaltestrategie der Regierungen durchschaut. Er ist nur eine maßlose Parodie eines New-Age-Klischees, genauso wie ein russischer Oligarch mitsamt übergewichtigen Zwillingen und billiger Freundin, die derart stereotyp überzeichnet sind, dass man sich eigentlich nur wundern kann.

Aber der Katastrophenfilm war schließlich noch nie eine Fundgrube subtiler Charakterporträts, und irgendwie muss man die Zeit zwischen Lavastrom und Tsunami ja füllen. Also gibt es neben den Vertretern des gemeinen Volks, die es an Bord einer der geheimen Archen zu schaffen versuchen, noch eine offizielle Führungsebene im Film. Sie wird von dem in seiner Humanität an Obama angelehnten Geophysiker Adrian Helmsley (Chiwetel Ejiofor) angeführt, der gegen unnachgiebige Technokraten wie Carl Anheuser (Oliver Platt) zu kämpfen hat: Was zeichnet den Menschen am Ende aus?

Eben nur etwas, was sein Überleben rechtfertigen kann. Und so erweist sich 2012 nach zweieinhalb Stunden Krach und Zerstörung letzten Endes doch als ein Film mit New-Age-Botschaft: Ein globaler Neuanfang wird durch natürliche Auslese möglich. Wenn man derzeit übrigens nach 2012 googelt, stößt man auch auf Nullrunden für deutsche Rentner bis ins Jahr ... (Dominik Kamalzadeh/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.11.2009)

 

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 96
1 2 3
Teil 3 2012-Meine Kritik

Also mein Gesamteindruck:

Für Fans solcher Filme sicher ein ganz zufriedenstellender Film mit sehr guten Bildern. Manche Katastrophenfilme könnten sich da was abschauen. Aber es ist eben ein Zufriedenstellender Film, keiner wo man rausgeht und vor lauter Begeisterung stundenlang noch den Film im Kopf hat.

Was Emmerich angeht würde ich mir Wünschen, das er sich in nächster Zeit mal um andere Filme als um Weltuntergangsfilme kümmert.
Seine Effekte könnte er auch wo anders gut einsetzen.

Teil 2 2012 Meine Kritik

Also wem solche Filme gefallen der wird auch mit 2012 zufrieden sein, wer sie nicht möchte sicherlich nicht.

Aber nun zum etwas kritischeren Teil:
Die Ursachen warum da Katastrophen hervorbrechen sind etwas unrealistisch finde ich, aber Ok das ist in einem solchen Film erlaubt.

Viele Kritiker sagen: Das ganze haben wir schon so oft gesehen. Diesen muss ich aber recht geben, bei manchen Szenen dachte ich "hat er das von Krieg der Welten (weis schon das der nicht von Emmerich war), The Day After Tomorow oder einem anderen Film, aber ich habs schon mal wo gesehen.
Sie sind sich doch immer sehr ähnlich, diese Filme und in dem Emmerich schon viele solche gemacht hat, sind sich diese auch sehr ähnlich, manchmal zu ähnlich................

Teil 1 2012 Meine Kritik

So nun habe ich den Film auch gesehen. Gebe zu ich bin einer der wenigen User hier der von Filmen wie The Day after Tomorow und Indipendence Day von Roland Emmerich begeistert ist. Sicher sie sind nicht hochgeistig aber sie sind ganz gute Unterhaltungsfilme.

Vor allem die Effekte kriegt Emmerich so toll hin wie kaum ein anderer (liegt sicher auch am hohen Budget das er meistens zur Verfügung hat), diese waren bei 2012 wieder Spitze. Alleine als die Erde in vielen Gegendenen Auseinanderbrach, oder beim Vulkanausbruch. Fand den Film auch nicht langeweilig, immerhin waren doch einige Situationen zum Mitfiebern dabei. Und so extrem vorhersehbar war der Film auch nicht, was gut war. Im großen und ganzen war der Film auch sehr stimmungsvoll...

Schwachsinn, aber verdammt gut gemacht. Meine Erwartungen wurden übererfüllt. ;-)

ich mag solche filme zum relaxen - die hysterie der amis versteh ich allerdings nicht.
im übrigen sieht man sich solch einen film ja wohl nicht in erwartung schauspielerischer höchstleistungen an, sondern lediglich der special effects wegen - und dafür ist er sein geld wert.

An solchen Filem geht höhstens....

....die Filmindustrie und BullShitWood zu Grunde!
HOFFENTLICH !!!

Was für ein Schwachsinn der Film!
Dieser Müll ist des downloads nicht wert !!!

Wünschte ich hätte das Geld einem bedürftigen gespendet als es dem Emmerich in den Hintern zu stopfen!

Wenn man sich die Quoten der ersten Wochen ansieht, dann wird ihre Hoffnung wohl enttäuscht. :-)

Gute Güte, was für ein erbärmlicher Streifen....

In einen Emmerich geh` ich ja schon mit "angepassten" Erwartungen, aber dieser Film taucht nochmal locker untendurch.

Hätte Emmerich die Flucht mit der Stretch-Limo zu Beginn auf 2 Stunden ausgedehnt und den Film damit in Würde beendet, wäre er ein Philosoph geblieben....

Unpolitisch?

Was habe ich da in der Einleitung gelesen? Unpolitisch?
Der Film ist ganz und gar nicht unpolitisch. Er ist nämlich ein Beweis für die Unterwerfung gegenüber dem Islam:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/27... 4604/text/

der emmerich ist das, was man in kultivierten kreisen als "sauprolo" bezeichnet.

eigentlich müsste der film ja heißen:

"scheißdreck garniert mit scheißdreck"

Der Film war ein kompletter Schwachsinn, aber verdammt gut gemacht!

Endlich geht die Welt ordentlich unter.

die mutter aller destruktionsorgien


so gut unterhalten hab ich mich im kino schon lange nicht mehr (ich sag nur "motor starten")

absolut geeignet für alle, die schon als kind das geheime wissen in sich trugen, dass ein slivesterkracher nur in verbindung mit schneemann, sandburg oder kuhflade so richtig zur geltung kommt

und wenn man nebenbei auch noch ein bischen was von physik und dergeleichen versteht, steigt der spass-trash-faktor in ungeahnte höhen

einzige kritik: derart politisch korrekt hätt' die welt nun auch nicht untergehen müssen

Was für ein Blödsinn der Film ...

... den schau ihn mir noch diese Woche an! :-)

Wow Super!!!

Wellen so hoch wie der Himalaya - mir ist alles recht, solange das Wasser nicht in den Kinosaal schwappt ;-)

das drollige an so katastrophenfilmen ist natürlich die damit einhergehende

rückdatierung der geschlechterrollen um etwa 4000 jahre.

was auch nicht unlogisch ist. weil männer eben mehr körperliche kraft haben. auch sind ja mehr männer als frauen waghalsige u-boot/flugzeug/hubschrauber/sportwagen/buggy/motorrad/etc/ piloten.

die frauen tun eigentlich eher lieb schauen, die kinder trösten, die familie zusammenhalten und ähnliches.

Der Emmerich war sicher der, der als Kind am Strand immer den anderen die Sandburgen zsammtreten hat.

nein - der emmerich war der, der sich am strand heimlich einen owegwixt hat.

mull, fad, miese action, einfach schlecht !

Mull?

Was ist Mull?

Das Tier? Das ist süß.

Emmerich...

hat noch nie einen guten Film gemacht.

Zum Kinostart werden sie von den Medien immer gehyped, spätestend die DVD-Kritiken in Amazon, etc. offenbaren dann aber die wahre Qualität.

Ein Tipp: Der Emmerich-Film im nächsten Jahr hat noch bessere Special Effects, einfach auf den warten und diesen hier auslassen. Oder noch besser: Der in 2 Jahren schaut sicher noch toller aus...

mir haben seine filme immer gefallen.

dann hab ich allerdings das 14 lebenjahr erreicht und irgendwie waren die filme dann nimmer zum anschaun.

Musikantenstadl

Emmerichfilme sind wie Musikantenstadl: Immer derselbe Plot, kein Bezug zur Realität, abgehalfterte "Stars" die Ihre Glaubwürdigkeit gegen ein Gnadenbrot eintauschen und Protagonisten die glauben, sie wären an etwas grossem beteiligt....

Woody Harrelson ist auch kein abgehalfterter Star!

Posting 1 bis 25 von 96
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.