Funktionieren als Notwendigkeit

11. November 2009, 18:45
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    Amesberger vergleicht Sportler mit Politikern.

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    foto: reuters/christian charisius

    Hannover trauert.

Sportpsychologe Amesberger glaubt nicht, dass Sportler häufiger an Depressionen leiden, aber sie scheuen psychologische Behandlung

Wien - Acht Selbstmorde von aktiven oder ehemaligen Spitzensportlern sind bisher in diesem Jahr weltweit bekannt geworden. Vor Robert Enke nahm sich am vergangenen Freitag der belgische Radprofi Dimitri de Fauw das Leben. Der 28-jährige Bahnspezialist hatte wie der deutsche Teamtorhüter unter Depressionen gelitten. Im September sorgte der Selbstmord von Boxer Darren Sutherland, des Olympia-Dritten im Mittelgewicht, in dessen Heimat Irland für Betroffenheit. Der 27-Jährige hatte sich in seinem Appartement in London erhängt. Über sein Motiv wurde nichts bekannt.

Selbstmord begingen in diesem Jahr auch die ehemaligen Boxweltmeister Arturo Gatti (37) aus Kanada und Alexis Argüello (57), der Bürgermeister von Managua, Panama, sowie der ehemalige französische Mountainbike-Weltmeister Christophe Dupouey (40), der einstige US-Beachvolleyballer Mike Whitmarsh (47), seines Zeichens olympischer Silbermedaillengewinner von 1996, und der italienische Ex-Radprofi Luca Gelfi (42).
Im österreichischen Sport sind drei Fälle in Erinnerung. 1982 erhängte sich der Radfahrer Siegfried Denk wenige Tage nach seinem 31. Geburtstag. 2001 nahm sich der ehemalige Spitzenjudoka Thomas Schleicher (28) während einer Haftstrafe wegen Drogenhandels das Leben. Im Vorjahr, während der EURO, sorgte der Selbstmord des polnischen Fußballers Adam Ledwon (34), eines Legionärs von Austria Kärnten, für große Bestürzung.

Antidepressivum Sport

Spezielle Studien, die sich mit der Suizidhäufigkeit unter aktiven oder ehemaligen Spitzensportlern beschäftigen, sind weder Sabine Würth, der Leiterin der Abteilung Sportpsychologie an der Universität Wien, noch dem Sportpsychologen Günter Amesberger bekannt. Amesberger glaubt auch nicht, dass Sportler häufiger an Depressionen leiden, "sonst hätten wir dazu mehr wissenschaftliches Material". Vielmehr wirke moderate Bewegung, also Sport, nachgewiesenermaßen antidepressiv.

Andererseits falle es Spitzensportlern besonders schwer, bei psychischen Problemen Hilfe zu suchen. "Diese Schwelle ist extrem hoch. Es besteht ja eine hohe Notwendigkeit zu funktionieren. Das ist mit der Situation von Politikern vergleichbar." Sportler neigten daher dazu, ihre diesbezüglichen Erkrankungen bestenfalls im familiären Bereich einzugestehen und auch behandeln zu lassen.

Psychische Probleme treten nach Amesbergers Erfahrungen bei Sportlern öfter erst nach dem erzwungenen oder freiwilligen Karriereende auf, "weil das ja ein wirklicher Einschnitt im Leben ist". (Sigi Lützow, DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 12. November 2009)

Kommentar posten
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mieselsüchtiger misanthrop, ex-bgm.
00
14.11.2009, 18:36

sehen wir der tatsache ins auge: depressionen bei männern sind weitverbreitet, werden aber von den verantwortlichen in medizin und politik hartnäckig ignoriert. einzig allein herbert haupt wollte seinerzeit mit seinem von den emanzen udn linken vielgeschmähten "männerministerium" (was eigentlich nur ein sektion im sozialministerium war) bewusstsein schaffen.

ich kann nur jedem raten professionell hilfe in anspruch zu nehmen, mir persönlich hilft es sehr wenn ich meiner alten ein paar reinhaue.

peter schmidt
 
00
14.11.2009, 00:35
während meiner studienzeit habe ich mal eine umfrage zu urbanen befindlichkeiten gemacht es ging darum wie sich die zufriedenheit .

von leuten durch ihren wohnort und finanziellen status beeinflusst wird.

der einfachheit halber habe ich natürlich etliche leute im gleichen wohnhaus befragt.

eine frau neben mir hatte eine klumpfuss, wenig geld, alleinerziehend weil der mann weg. war aber eigentlich recht vergnügt

ein anderer mitbewohner über mir hatte gerade das elektrotechnik studium abgeschlossen und wollte nächste woche bei avl zu arbeiten beginnen.

2 tage später hüpft er an meinem fenster vorbei aus dem 4. stock auf die strasse.

Ich habe mich 20 minuten über seine befindlichkeit mit ihm unterhalten und nichts bemerkt......(dachte er sei halt ein wenig mürrisch.



goope
12
13.11.2009, 15:51
DFB-Präsident Theo Zwanziger fordert nun, im Fußball mit den "bestehenden Tabuthemen Depressionen und Homosexualität zu brechen".

find ich gut - grün
find ich schlecht -rot

Jürgen Rembremerding
00
13.11.2009, 17:41
Aber erst wenn das Tabu-Thema

"unbedrängte Rückpässe" abgearbeitet ist!

Andreas Oweler
52
13.11.2009, 13:11
Fall Enke nimkmt so langsam in Deutschland perverse Züge an !

Das R. Enke in Deutschland nicht bald heilig gesprochen wird, diese Forderung ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.
Hier mal ein LINK zum runterkommen, da kann jeder mal lesen, was dieser heilige Enke mit seiner Tat angerichtet hat. !!
http://www.focus.de/panorama/... 23170.html
Ich warte dann schon mal auf die Kommentare, dass ich keine Ahnung von Depressionen habe. Gebe ich auch zu, habe ich nicht. Nur wenn Depressive Unheil anrichten muss was passieren, denn Depression heisst nicht Unzurechnungsfähig.

Phil Phaust
01
13.11.2009, 18:08
der lokführer tut mir auch sehr leid

viele verkraften das ihr leben lang nicht.

aber schauen sie, irgendwie gehört auch das zum beruf, wenn ich mich dazu entscheide. so dumm sich es anhört. oder was meinen sie, was polizisten täglich mit anschauen müssen? was müssen die leute ertragen, die die toten von der straße/schiene kratzen müssen? was das arme mädchen in der medizinischen ausbildung verkraften muss, wenn der ausbilder sagt "dem ist nicht mehr zu helfen, er wird eh sterben"? was täglich in den krankenhäusern passiert?

geordie
25
13.11.2009, 15:09
ach

die öffentliche Erschütterung über Enkes Tod empfinden Sie als "pervers"? Die große Anteilnahme als Heiligsprechung? Ich empfinde das als ganz normal, denn bei populären Menschen ist das nun mal so und hat noch lange nichts mit Heiligsprechung zu tun. Ganz im Gegenteil, es ist wichtig, dass das Thema Depression auch, und vor allem in der Männerdomäne Fußball enttabuisiert wird! Eine öffentliche Diskussion in den Medien darüber ist längst überfällig, und vielleicht war der Selbstmord Enkes nun der Stein des Anstoßes dazu!

tramezzino
21
13.11.2009, 14:19

offensichtlich verkraftest du es nicht, dass das ableben eines in deutschland sehr populären fussbalspielers millionen deutsche bewegt. das hat mit "perversen zügen" genau gar nichts zu tun.

klarerweise wird über das ableben einen sehr bekannten menschen mehr berichtet als über "edgar schulze" von nebenan.

Jaja1112
42
13.11.2009, 15:21
Enke ist ein Selbstmörder wie viele andere Selbstmörder auch.

Das er für die Nation ein paar Bälle gefangen hat und dieses eine beswondere Leistung seines Lebens sein soll, ok, sei es drumm, Ansichtssache. Das er einen unschuldigen Lokführer in schwere Nöte gebracht hat, dass jedoch beweist nur die Feigheit seiner Tat und unterstreicht seine Skrupellosigkeit. Es ist bewiesen, das Selbstmörder oft skrupellos, jedoch sehr bewusst handeln. Wie z.B. Geisterfahrer die absichtlichg noch Unschuldige mit in den Tod reissen, wieder andere springen vor Züge egal was der Lokführer anschliessend durchmacht. Aber solch schlimme Dinge darf man natürlich einem Nationalhelden nicht unterstellen, dann wird man hier sehr schnell in einträglicher, heuchlerischer Trauer zerrissen.

Dyrn
01
15.11.2009, 10:38

die große anteilnahme in hannover selbst hat nur ein wenig mit seinen leistungen als torwart zu tun. die enkes sind dort fast jede woche in den kinderstationen diverser krankenhäuser aufgetaucht, haben mit den kindern gesprochen, haben geld gespendet für operationen, etc. ich glaube, dass das viele in einer kleineren stadt wie hannover wussten und ihm das nicht vergessen.

Phil Phaust
02
13.11.2009, 18:20
wissen sie, wieviele menschen ärtze oder

krankenschwestern absichtlich in schwere nöte gebracht haben? weil sie zu spät zum artz gehen, sich gegenseitig abstechen, umbringen, einprügeln etc. einem selbstmörder feigheit und skrupellosigkeit vorzuwerfen, ist das allerletzte! schämen sie sich! als ob sie wüssten, was in den letzten stunden, minuten, sekunden im kopf eines selbstmörders vor sich geht...

evilweevil
01
12.11.2009, 20:51

managua liegt in panama?

daNinooo
00
12.11.2009, 22:25

wahrlich - mies recherchiert.

M. W.
00
12.11.2009, 19:48

Tja, das wissenschaftliche Material, Herr Arnsberger haben sie in Wahrheit zu genau gar nichts in der Psychologie.
Zudem dürfte Herr Enke psychologische Behandlung über Jahre eben nicht gescheut haben.

Toni_Montana
 
00
13.11.2009, 10:54

achso, wissen sie das?

kamelchen is vom frauerl viel gschimpfert wordn
102
12.11.2009, 14:43

in deutschland hat also ein 32-jaehriger selbstmord begangen. wow! bin beeindruckt.

was ist eigentlich mit den anderen deutschen die gestern - laut statistik - den freitod gewaehlt haben? waren das keine menschen?

Dyrn
01
15.11.2009, 10:40

seltsame argumentation Ihrerseits: weil sich diese woche zig menschen umgebracht haben, dürfen die fans und freunde um diesen einen menschen nicht trauern? wenn Ihr kind stirbt und Sie sind traurig, und Ihr nachbar sagt Ihnen "hören's mal, in afrika sterben jede tag kinder. sind das keine menschen!" dann werden sie ihm wohl eine runterhauen... und ganz unrecht täten Sie daran nicht.

fazit: Ihr posting ist unterreflektiert mE.

kamelchen is vom frauerl viel gschimpfert wordn
71
12.11.2009, 14:32

er war nicht nur der beste torwart der je gelebt hat - er war auch der allerbeste mensch der je gelebt hat - er war gott!

ich gehe jetzt einen altar bauen!

tramezzino
23
13.11.2009, 14:20

geh lieber zum fleischer und kauf dir hirn. das vom schwein reicht aus.

Wolke Sieben
22
12.11.2009, 13:52

Ich glaube, Fußball ist in dieser Hinsicht immer noch ein negativer Ausreißer. Im Skisport durfte man vor einigen Jahren nur unter vorgehaltener Hand von einem Mentaltrainer sprechen. Heute ist das vollkommen normal. Fußball ist einer Männerdomäne, und gerade Männern fällt es oft schwerer, mit ihren mentalen Problemen umzugehen. Die entsprechenden Kommentare kennt man ja zur Genüge. Selbst unter Fußballtrainern ist die Haltung dazu eine sehr ambivalente. Ich kann mich an die Aussagen eines sehr bekannten österr. Fußballtrainers erinnern, der meinte: Jeder, der zu einem Mentaltrainer gehen würde, finde in seiner Mannschaft keinen Platz.

panther5.0
01
12.11.2009, 11:52
ist das alles?

ist das wirklich alles, was ein sportpsychologe zu sagen hat? ein wirklich schwacher artikel, weit unter dem, was ich mir unter der nachricht über enkes tod im standard erwarte. lieber nichts als das!!!

Tom_Bombadil
30
12.11.2009, 11:07
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich: Sportler machen einen Fehler und kriegen direkt und persönlich die Emotionen und die Konsequenzen ab. Das klingt nicht nach der Situation von Politikern.

Politiker bringen sich nur dann um, wenn sie so viel Mist gebaut haben, daß es sogar für ihre abgehärtete, wohlbezahlte Haut zu viel ist.

Der Stress auf Sportlern ist ein anderer und ungleich höher. Soll sich mal ein Politiker einem Stadion voll emotionalisierter Fans aussetzen! Aber solche Situationen können sie auch im Rahmen ihres Berufes vermeiden.

@ standard: Bitte kompetente und nicht nur bekannte Namen interviewen - Danke!

Kaiser Franz Joseph
41
12.11.2009, 13:57
??

vielleicht wissen sie das nicht, aber robert enke hätte die deppression auch gehabt wenn er als bäcker, banker, mechaniker usw. gearbeitet hätte...

Jürgen Rembremerding
54
12.11.2009, 11:15
"Soll sich mal ein Politiker einem Stadion voll emotionalisierter Fans aussetzen! "

Bitte:

http://www.youtube.com/watch?v=y1xjby95GJ0

leap in the dark
00
12.11.2009, 22:56

hmm. na wie der endete ist ja bekannt.

vl. sollte man tatsächlich den zusammenhang zwischen vollen stadien und suizidalität näher unter die lupe nehmen. ;)

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