Mord im Gericht Dresden

Lebenslang - Schwangere Ägypterin erstochen

11. November 2009 18:45
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    Foto: apa/matthias rietschel

    Der Angeklagte Alex W. kam immer eingemummt in den Gerichtssaal am Landgericht Dresden

28-Jähriger hat 18 Mal auf 31-Jährige eingestochen - Ehemann wurde schwer verletzt - Vorzeitige Entlassung ausgeschlossen

Das Landgericht Dresden hat am Mittwoch über den 28-jährigen Alex W. die Höchststrafe verhängt. Das Schwurgericht räumte eine besondere Schwere der Schuld ein. Eine vorzeitige Entlassung ist so gut wie ausgeschlossen

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Dresden - Alex W. soll lebenslang hinter Gitter. Das hat ein Schwurgericht in Dresden am Mittwoch entschieden. Eine vorzeitige Entlassung nach bereits 15 Jahren ist ausgeschlossen, das Gericht hat eine besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Frau am Spielplatz beschimpft

Der 28-Jährige hat im August 2008 die Ägypterin Marwa al-Sherbini, die ein Kopftuch trug, auf einem Spielplatz als „Islamistin" und „Terroristin" beschimpft. Die 31-Jährige rief die Polizei, es kam zum Prozess, zu einer Verurteilung W.s, zur Berufung und am 1. Juli 2009 zu einer neuerlichen Verhandlung. Dort geschah das Blutbad: W. ging im Gerichtsgebäude mit einem Messer auf die schwangere Ägypterin und ihren Ehemann los. Marwa al-Sherbini erlag ihren Verletzungen. Ihr Mann wurde lebensgefährlich verletzt.

Täter bestreitet Fremdenhass

Alex W., der seit 2003 in Deutschland lebt, hatte in einer Erklärung seines Anwalts die Tat gestanden, das Motiv Fremdenhass aber bestritten. Die Verteidigung hatte auf Totschlag und versuchten Totschlag im Affekt plädiert. 

Besondere Schwere der Schuld

Die Anklage gegen W. lautete auf „aus Fremdenhass verübter Mord, versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung". Die laut Staatsanwaltschaft besondere Schwere der Schuld stellte auch das Gericht fest. Eine besondere Schwere der Schuld kann vorliegen, wenn der Verurteilte besonders brutal und grausam vorgeht oder seinem Opfer große Qualen zufügt. Auch entwürdigende Verhaltensweisen oder die Nichtigkeit des Tatanlasses kann zu einer solchen Beurteilung führen.

Voll zurechnungsfähig

Zeugen hatten den Mann als Einzelgänger und verbohrten Ausländerhasser beschrieben. Während des Prozesses hatte er immer wieder randaliert. Laut Gerichtsgutachter war er voll zurechnungsfähig - wenngleich ein russisches Dokument aus dem Jahr 2000 W. wegen „nicht differenzierter Schizophrenie" als wehrdienstuntauglich eingestuft hatte.

Demonstration vor Gericht

Rund 100 Muslime aus ganz Deutschland hatten vor der Urteilsverkündung gegen Diskriminierung protestiert. Es gehe nicht darum, Druck auf das Gericht auszuüben, sagte einer der Redner. Die Demonstration richte sich gegen antiislamische Hetze im Internet. Die Ermordung von Sherbini sei angesichts solcher Hetze nicht überraschend gewesen, sagte ein Demonstrant.

Ägyptische Botschaft forderte Höchststrafe

Der ägyptische Botschafter in Deutschland, Ramzy Ezzeldin Ramzy, zeigte sich nach der Urteilsverkündung sehr zufrieden über das Urteil. Man habe die Höchststrafe gefordert und die Höchststrafe bekommen, sagte er laut Spiegelonline nach der Urteilsverkündung.

Die Bluttat, die sich vor den Augen des dreijährigen Sohnes der Ägypterin abgespielt hat, hatte in der arabischen Welt Bestürzung und Proteste ausgelöst. Auf dem Begräbnis des Todesopfers hatten tausende Ägypter Deutschland des Rassismus angeklagt. Irans Vizepräsidentin hatte behauptet, die deutsche Regierung stecke hinter der Ermordung der Ägypterin - was ein Regierungssprecher als „absurd" zurückwies. (AP, dpa, spri, DER STANDARD Printausgabe 12.11.2009)

Kommentar posten
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Gerd Huber1
 
29.12.2009 09:43
lebenslang - eine vorzeitige Entlassung ist so gut wie ausgeschlossen

beim Attentäter von Lockerbie sah man das anders, auch RAF - Terroristen, die nach wie vor ihre Morde als richtig und gerecht beurteilen, gingen frei

auch das ist Rassismus: es gibt schützenswertes Leben und schützenwerteres; so ähnlich wie in der animal farm

Onkel Tom´s Hütte
12.11.2009 13:15
Die Überschrift ist DER Hammer!

Ich glaub keine Frau der Welt wünscht sich, lebenslang schwanger zu sein.....

;-)

Jürgen Rembremerding
 
13.11.2009 08:44
Kleiner Hinweis:

Schwangerschaften sind nach 9 Mon. vorbei.

Doofheit ist lebenslang!

Onkel Tom´s Hütte
13.11.2009 20:01
Naja,

wenn ein Betroffener das sagt, muss es wohl lebenslänglich sein....

Mucosaprolaps
12.11.2009 15:38

Den Unterschied zwischen Bindestrich und Gedankenstrich kennst aber schon, oder?

Onkel Tom´s Hütte
12.11.2009 15:45

Google mal nach "Humor", wirst was lernen....

knork
 
12.11.2009 17:11
und was wäre das?

Dass niveaulose Kalauer über tote Schwangere einfach nicht lustig sind?

Dass man ein "lustigeres" Leben hat, wenn man der deutschen Sprache nicht mächtig ist und damit "lustige" Zusammenhänge sieht wo keine sind?

Dass es kein gutes Ende nimmt wenn man krampfhaft versucht geistreich zu sein?

Dass ein putziges " ;-) " aus einer überflüssigen Wortspende noch keinen Supi-Joke macht?


Ja die Lernmöglichkeiten sind umfangreich.

Onkel Tom´s Hütte
12.11.2009 17:23
Es gibt noch eine weitere, speziell für Sie:

Man muß nicht unbedingt alles mit Gewalt und mutwillig fehlinterpretieren. Daß ich mich nur über die Überschrift, und nicht über die Tote lustig gemacht habe, ist wenigstens all jenen klar, die fähig sind, Gelesenes vollständig zu erfassen.

Bis auf knork.....

knork
 
13.11.2009 13:05
Liebe Hütte

das war lahm, ich hätte mir was Lustigeres erwartet.

(Naja eigentlich nicht, aber was solls)

;-)

Onkel Tom´s Hütte
13.11.2009 20:02
Es ist nicht meine Aufgabe,

Ihre seltsamen Erwartungen zu erfüllen (wie Sie darauf kommen wissen wir wohl beide nicht) - die sind mir sogar herzlich egal.

Also was solls......

Placebo
 
12.11.2009 12:23
Wer andere Terrorist schimpft und dann wie die Nähmaschine das Messer in einen Menschen rammt...einfach nur gestört der Bastard.

AlBundyFan
 
12.11.2009 12:17
dazu fällt mir nur ein

1)warum wird nicht jeder mörder so behandelt und fasst eine solche strafe aus auch wenn nicht rassismus beteiligt ist? das wäre mir nämlich viel lieber als die samthandschuh-urteile bei morden/gewaltverbrechen insbesondere bei jugendlichen.

2)warum wird hier nicht ermittelt gegen die bediensteten wachbeamten im gericht die das mitführen einer mordwaffe überprüfen und diese den personen abnehmen müssen.
insbesondere wie kann jmd. 16 mal auf einem anderen menschen einstechen - wenn man 1 stich pro sekunde nimmt dann dauert das 16 sekunden - warum reagierten die anwesenden wachbeamten nicht bzw. warum waren keine anwesend?

Thomas Bayer
12.11.2009 15:16
Ad 1

Ich stimme Ihen voll und ganz zu. Menschen, die grundlos´Mitmenschen zu Tode prügeln sollten härter bestraft werden. Ich denke da z.B. an den Gemeindepolitiker in Wien oder Herrn Brunner in München.

Schnapphahn
12.11.2009 15:49
Härter als Lebenslang?

Das wäre dann die Todestrafe.

Schnapphahn
12.11.2009 14:46
Weil

ursprünglich ein Bagatellfall (Beleidigung) verhandelt wurde. Da gibt es bisher nirgends eine Durchsuchung auf Waffen und Wachpersonal. Wie stellen Sie sich das vor, bei tausenden solcher Verfahren jährlich?

knork
 
12.11.2009 17:18
FALSCH

weil es in Dtld geschah. Und man dort noch so "weit" war wie bei uns. - Als vor einigen Jahren ein Pensionist während einem Nachbarschaftsstreit in Linz 5 Menschen und sich selbst erschossen hat.

Und seitdem wird in jedem öst. Gericht jeder kontrolliert.

Schnapphahn
13.11.2009 08:01
Ehrlich gesagt war ich noch nicht auf einem Gericht.

Aber rein vom Aufwand her kann ich mir das für Deutschland kaum vorstellen. Von Berlin habe ich einmal eine Sendung gesehen, da gibt es wohl so ca. 20000 Gerichtsverhandlungen jährlich nur wg. Hartz IV. Dazu noch alles andere bis hin zu schwerer Kriminalität... Das müssen allein zigtausende Zivil- und Strafprozesse im Jahr sein. Nur in Berlin.

philidor85
30.11.2009 10:16

geh mal ins bezirksgericht - da wirst als erstes auf ne sicherheitskontrolle stoßen

AlBundyFan
 
12.11.2009 15:03
wie ich mir das vorstelle?

zb.daß beim eingang kontrolliert wird wie am flughafen sodaß zb. jegliche metallgegenstände erst garnicht in das gerichtsgebäude gelangen(zb. auch kein messer)....das bräuchte 2-3 mitarbeiter für das gesamte gerichtsgebäude die beim eingang postiert sind.

Schnapphahn
12.11.2009 15:47

Sie müßten dann allerdings jeden Besucher eines jeden Gerichtsgebäutes einzeln durchsuchen, auch bei Privatsachen wie Scheidung usw. Durchleuchten reicht nicht aus, es gibt auch Plastikmesser und Sprengstoff.

weiter lesen
25.11.2009 22:15
Die Polizeistation

in Innsbruck hat jedoch einen Metalldetektor mit Cop.

cerberos69
 
12.11.2009 11:43
Kann mich ja irren...

...aber hat nicht ein Polizist oder Justizwachebeamter auf den Ehemann der Ermordeten geschossen, weil er aufgrund von Herkunft und Religion der Beteiligten automatisch annahm, dass der Ehemann der Messerstecher ist und erst hinterher bemerkte, dass er auf den Falschen geschossen hat? Ich kann mich dunkel erinnern, etwas dergleichen gelesen zu haben...

Schnapphahn
12.11.2009 14:47
Stimmt leider.

d3m3t3r
 
12.11.2009 12:46

sie irren sich nicht...

grandia
12.11.2009 10:04
warum hier im forum "integration" ... ?

na eh logisch, oder paßt scho wie jemand hier geschrieben hat ...

weil, der täter und leider das opfer waren nicht sehr gut integriert, behauptet ein gewisser user balada ...

stimmt vollkommen, integrierte morden keine schwangere frauen und schon garnicht im gerichtsaal!

integrierte haben für solche und andere zwecke einen KELLER ...

paßt schon ...

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