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Der Organismus von Säuglingen ist gegen Schadstoffe hochempfindlich

Bio-Babynahrung wird trotz Wirtschaftskrise verstärkt nachgefragt
"Und noch einen Löffel für die Mama, einen Löffel für den Papa und einen für die Oma." Wenn Eltern Babys füttern, ist nicht nur das Wie wichtig, sondern auch das Was. Spätestens mit Beginn der ersten Beikost, die als Nahrung zusätzlich zum Stillen oder zur Säuglingsmilchnahrung gegeben wird, stellt sich für Eltern die Frage, ob konventionelle Babynahrung ausreicht, oder ob die als "Bio" angepriesenen Gläschen besser sind. Denn für das Baby ist das Beste immerhin gerade gut genug.
Empfindlicher Organismus
Kleinkinder nehmen im Vergleich zu ihrem Körpergewicht drei bis viermal soviel Nahrung zu sich, wie Erwachsene. Zudem konsumieren Babys und Kleinkinder nicht nur sehr viel mehr, sondern auch wesentlich größere Mengen ausgewählter Nahrungsmittel, da zu Beginn nur eine begrenzte Lebensmittelauswahl zugefüttert wird. Ihr Organismus ist daher gegen bestimmte Stoffe empfindlich und wesentlich anfälliger für Störungen durch Toxine. Nehmen Babys nicht die speziell für sie deklarierten Lebensmittel auf, könnte demnach die Gefahr einer bedeutend höheren Schadstoffexposition bestehen als bei Erwachsenen. Industriell hergestellte Fertigbabynahrung darf daher nur sehr geringe Mengen an Schadstoffrückständen enthalten.
Strenge Schadstoffkontrolle
Säuglings- und Kleinkindernahrung unterliegt, wie auch herkömmliche Lebensmittel, dem Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz. Was in Lebensmitteln für Babys enthalten sein darf und was nicht, ist genau festgelegt, ebenso die Höchst- oder Mindestgehalte bestimmter Stoffe. Neben den Eigenkontrollsystemen der Hersteller kontrolliert in Österreich, entsprechend dem Probenplan des Gesundheitsministeriums, unter anderem die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) Babynahrung auf Inhalts- und Schadstoffe. "Kein Lebensmittel unterliegt solch strengen Kontrollen wie die Babynahrung", betont Leopold Pilsbacher, der für die Kontrolle von Kindernahrungsmitteln am Institut für Lebensmitteluntersuchung der AGES in Linz tätig ist. Jährlich überprüft seine Abteilung einen Großteil jener Proben, die in ganz Österreich kontrolliert werden. Die Produkte unterliegen einer strengen Höchstgrenze für Rückstände und Schadstoffe. Bestimmte Pestizide dürfen gar nicht vorkommen, falls ein Nachweis eines bestimmten Pestizids erlaubt ist, darf der Grenzwert von 0,01 Milligramm pro Kilogramm nicht überschritten werden.
In Österreich sei Babynahrung nahezu schadstofffrei, erklärt Pilsbacher: "Jede Nahrungsmittelprobe wird bei uns auf rund 350 verschiedene Pestizide getestet. Falls bei den Proben ein Pestizid nachgewiesen wird, was sehr selten vorkommt, liegt der Wert immer weit unter der erlaubten Rückstands-Höchstmenge." Nun stellt sich für Konsumenten die Frage, ob biologische Produkte in punkto Schadstoffbelastung noch besser abschneiden als jene aus konventionellem Anbau. "Wir finden schon bei den 'konventionellen Kindernahrungsmitteln' keine Rückstände und bei den Bio-Produkten finden wir genauso nichts", erklärt Pislbacher.
"Bio" als Gesamtkonzept
Den Blickpunkt auf die messbare Schadstoffbelastung gerichtet, hat biologisch hergestellte Säuglingsnahrung also wenig Mehrwert. Was den höheren Gehalt an Nährstoffen betrifft, weisen Studien unterschiedliche Ergebnisse auf. Eine kürzlich erschienene Langzeitstudie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau und des Deutschen Naturschutzrings zeigte, dass Bioprodukte deutlich mehr Vitamine, bioaktive Stoffe und Antioxidantien enthielten. Hauptursache sei laut Untersuchungsergebnissen die organische Düngung im Biolandbau im Gegensatz zur konventionellen mineralischen Düngung.
Biolandwirtschaft an sich ist aber nicht vorrangig auf gesündere Ernährung, sondern vor allem auf eine Umwelt- und Ressourcenschonung ausgelegt. Vom ökologischen Standpunkt betrachtet, macht Bio daher sehr wohl Sinn. Bei Lebensmitteln aus biologischem Anbau gibt es bestimmte Grundprinzipien, die mit der Erzeugung einhergehen: Wirtschaften im Einklang mit der Natur, Schonung der natürlichen Ressourcen, Verzicht auf Kunstdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sowie artgerechte Tierhaltung sind Standard und stehen bei den heimischen Konsumenten hoch im Kurs.
"Im Zuge der Finanzkrise wurde zwar heuer bei manchen Produkten aufgrund der Preise wieder stärker zu konventionellen Lebensmitteln gegriffen. Bei Babynahrung ist Bio aber nach wie vor hochaktuell", betont Eva Derndorfer, Expertin für Säuglings- und Kleinkindernährung. Zugleich warnt die Ernährungswissenschafterin aber vor dem Irrglauben, mit biologischen Produkten nichts falsch machen zu können: "Man kann sich mit Biolebensmitteln gesund, aber auch ungesund ernähren - Bio alleine ist kein Garant für gesundes Essen, es kommt auf die Wahl der Lebensmittel an."
Fehler bei der Handhabung
Neben der Wahl der Lebensmittel ist die Zubereitung eine potenzielle Fehlerquelle. Denn auch die qualitativ besten Nahrungsmittel nützen nicht, wenn das Baby mit einem unzureichend gereinigten Löffel gefüttert wird. Alle Gerätschaften müssen daher immer gründlich gereinigt sein, damit sie den Hygieneansprüchen entsprechen.
Säuglingsnahrung unterliegt strengen Herstellungs- und Prüfrichtlinien, völlig steril ist sie dennoch nicht. Ganz wichtig ist daher bei Babynahrung aus Milchpulver eine frische Zubereitung mit kochendem Wasser. "Die in Milchpulver vorkommenden Cronobacter-Bakterien (Anm. früher Enterobacter sakazakii) verdoppeln sich in 20 Minuten. Der Keim hat in warmgehaltenen Fläschchen ideale Temperatur- und Vermehrungsbedingungen, das heißt die Bakterien wachsen so schnell sie können", warnt Pilsbacher. Durch das Warmhalten von Fläschchen können sich Bakterien soweit vermehren, dass sie bei Säuglingen, vor allem in den ersten Lebenswochen, schwere Infektionen hervorrufen können. Sind Eltern mit ihren Kindern unterwegs, empfehlen Experten, abgekochtes Wasser in eine Thermosflasche zu füllen und erst bei Bedarf mit dem Milchpulver zu mischen.
Eine Aufbewahrung einer nicht aufgegessenen Mahlzeit ist ebenfalls nicht zu empfehlen - auch im Kühlschrank nicht. "Mehrfaches oder sehr langes Aufwärmen kann den Gehalt mancher hitzelabiler Vitamine beeinflussen", so Derndorfer. Ferner können sich in gekochter und wieder aufgewärmter Nahrung auch Bakterien vermehren.
Die Richtlinien der Hersteller betreffend Zubereitung, Hygienevorschriften und Lagerung sollten unbedingt eingehalten werden. Auf diese Weise wird das Risiko einer Erkrankung durch Krankheitserreger zwar nicht ausgeschlossen, aber deutlich minimiert. (Ursula Schersch, derStandard.at, 12.11.2009)
Link
Folder der AGES: Säuglingsnahrung auf Milchpulverbasis - Vermeidbare Probleme bei der Zubereitung
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die seltenen fälle meinte ich aber. für die hat man doch einst den muttermilchersatz überhaupt erfunden, nicht?
schade, dass es bei uns so wenig frauen gibt, die viel milch haben und die wenigen babys, die nicht gestillt werden können, mitstillen.
als ich auf die welt kam, gabs das noch.
Für die seltenen Fälle gibt es die Muttermilchsammelstellen, auch heute noch, weil zB Frühgeborene die Milch wirklich brauchen.
Ja, wahrscheinlich wurden für die seltenen Fälle Muttermilchersatzprodukte erfunden. Aber jetzt ist die klar definierte Zielgruppe Frauen, die nicht stillen wollen.
Wie lange läuft die Hipp Kampagne eigentlich noch?
Ich mein ich hab nicht wirklich was dagegen wenn sich derstandard.at über Werbung finanziert, die Artikel sollten aber weiterhin - so wie dieser und die anderen der letzten Tage - klar als Werbung erkennbar sein.
Als nächstes hätte ich gerne eine Serie von Artikeln, die von einem Dachdecker und Kaminsanierer gesponsert wird. Ich bräuchte da nämlich ein paar Ideen und Infos.
Ich kenne einige "große" Geschwister in dem Alter, deren kleine Geschwisterchen gestillt werden und die das bei ihren Puppen nachmachen.
Wieso wär das so schlimm, wenn kleine Mädchen die normale Ernährung eines Babys nachspielen würden?
Weil die Brust beim Stillen (oder überhaupt) so gackigacki ist?
Hat meine Älteste auch gemacht. Da sind wir einmal nebeneinander auf der Couch gesessen, beide mit unseren Neugeborenen im Arm, und sie fragt mich: "Tillen Sie noch?"
Auch mein Sohn stillt seine Puppe, und wenn er groß ist, wird er selber ein Baby bohren, hat er gesagt.
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