Statistik

"Nur zehn Prozent glauben an einen möglichen Unfall"

15. November 2009 16:47
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    Foto: apa/dpa/friso gentsch

    Bei Alkohol am Steuer gilt in Österreich weiterhin das Motto: "Mir wird eh scho' nix passieren".

Betrunken Autofahren erhöht das Unfallrisiko enorm - Bewusstseinswandel in der Bevölkerung gibt es keinen

Warum zuerst die gute Nachricht, wenn man auch mit der schlechten beginnen kann: Die Zahl der Todesopfer durch Alkohol am Steuer ist heuer im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent gestiegen, in den ersten fünf Monaten starben nämlich 23 Menschen, 2008 waren es 17. Im Schnitt gibt es bundesweit alle zweieinhalb Stunden einen alkohol-induzierten Verkehrsunfall. Das sagt der VCÖ (Verkehrsclub Österreich).

Die gute Nachricht hat Dieter Krainz, Verkehrspsychologe vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV): Laut seinen noch nicht veröffentlichten Statistiken der Alkoholunfälle 2009 gibt es bis August einen Rückgang der nicht tödlichen Unfälle von 9,3 Prozent. "Die Dunkelziffern bei den tödlichen Unfällen sind freilich bei weitem höher: Wenn Autofahrer allein verunglücken, gibt es oft keine Blutuntersuchung", sagt Krainz.

"Falsches Wissen"

Dass erhöhtes Unfallrisiko bei Alko-Fahrten besteht, wird von Ministerien, Autofahrerclubs und Rettungsorganisationen seit vielen Jahren gebetsmühlenartig thematisiert. Allein ihre Warnungen verhallen in der österreichischen Bevölkerung ungehört. "Die Menschen haben ein völlig falsches Wissen über Auswirkungen von Alkohol am Steuer. Nur 10 Prozent aller Autofahrer glauben, dass sie jemals in einen Unfall verwickelt werden könnten", sagt Krainz. Autofahrer machen sich in der Tat weniger Gedanken, ob durch ihr Verhalten sie selbst und vor allem andere ins Unglück gestürzt werden, die größte Angst herrscht vor hohen Geldstrafen und dem Entzug des Führerscheins. Ein Leben ohne Auto, das ist nicht mehr so bequem.

Bei 0,5 Promille ist das Unfallrisiko doppelt so hoch, bei einer ordentlichen Fahne von 1,6 Promille steigt die Gefahr um das 36-fache. Krainz: "Die Wahrnehmung von rotem Licht nimmt rapide ab, darum gibt es auch so viele Auffahrunfälle. Die Leute fühlen sich extrem leistungsfähig, ab 0,5 Promille kommt aber bereits der Tunnelblick. Periphere Dinge wie Fußgänger am Schutzweg werden nicht mehr gesehen. Das ist eben der feine Unterschied zwischen subjektiver und objektiver Wahrnehmung."

Suche nach Gleichgewicht ab 0,8 Promille

Beim ÖAMTC gibt es eine detailierte Auflistung, wie sich ein steigender Alkoholpegel auf das Fahrverhalten auswirkt. Bei 0,2 Promille steigt bereits die Redseligkeit, ab 0,5 Promille verlangsamt sich die Hell-Dunkel-Anpassung beim Sehen. Die Blendempfindlichkeit der Augen erhöht sich, weil sich die Pupille bei plötzlichem Lichteinfall zu langsam schließt. Gleichgewichtsstörungen setzen bei 0,8 Promille ein, spätestens ab 1,0 Promille kommt es zu Sprachstörungen und massiven Orientierungsproblemen.

VCÖ-Sprecherin Judith Schübl vergleicht "Betrunken Autofahren mit dem Telefonieren am Handy", die Aufmerksamkeit sei "schwer beeinträchtigt". Gerade jetzt, wo der Winter in Österreich bereits anklopft, verdeutlichen Berechnungen vom VCÖ die Folgen von Alkohol im Blut und Schnee und Eis auf der Fahrbahn. Schübl: "Auf trockener Fahrbahn ist der Bremsweg 21 Meter lang, bei Schnee verlängert er sich auf 56 Meter. Ist der Autofahrer auch noch mit 0,8 Promille unterwegs, verlängert sich der Bremsweg auf 70 Meter und ist somit dreimal so lang." (fv, derStandard.at, 15.11.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 167
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baasztian
 
23.02.2010 09:25
analog zur überschrift

de postings spiegeln genau den inhalt des artikels wider. allerdings zähle ich mich auch zu den ungläubigen. wieso bieten autoclubs nicht selbsterfahrungskurse an, wo man sich selbst im betrunkenen zustand beim autofahren erleben kann (keine angst, ich meine nicht im verkehr sondern in der art von fahrsicherheitstrainings)?

Ringweltler
26.01.2010 09:20
Verteidigung der "Alohol"-Lenker

Wenn ich mir die Beiträge hier so durchlese fällt mir auf, dass hier versucht wird, das Thema Alkohol-Lenker zu verharmlosen ... bedenklich, allerdings wenn ich so bei meinem Umfeld schau, fahren viele öfters angeheitert mit dem Auto - also das ist wohl "ganz normal" ... in diesem Sinne: Viel Spaß und no fear - wird scho nix passieren .....

Sponge Bob
12.01.2010 12:51
jeder 10. Unfall wird von einem alkoholisierten LenkerIn verursacht.

d.h. eigentlich sind die 90% der NÜCHTERNEN die eigentlichen Unfallverursacher!

Oder umgekehrt:
Würden alle Autofahrer saufen, gingen die Unfälle um 90% zurück!

Unbekannter Interpret
12.01.2010 09:48
Ich würde mich niemals zu jemandem ins Auto setzen,

der schon im voraus davon ausgeht, einen Unfall haben zu können. Eine gewisse positive Zuversicht ist beim Autofahren genauso wichtig fürs gute Gelingen wie für alles andere im Leben.

Hamstray
20.01.2010 01:30

Also steigen Sie ausschließlich bei Betrunkenen ins Auto?

Die- Semml
12.01.2010 09:25
Natürlich

glauben nur 10 % der Leute an einen möglichen Unfall, meiner Meinung nach nicht einmal 1 %! Der Rauschzustand macht die Menschen Lebensmüde!
Alkoholikern sollte der SChein gezogen werden

. g.bac
12.01.2010 09:42

ihr posting verleitet zum schmunzeln..
...oder sich sorgen zu machen.

denn sie unterstellen ihrem lebensumfeld 99% der menschen schweren alkoholismus.


. g.bac
12.01.2010 07:21
das nur 10% der autofahrer glauben je einen unfall zu haben halte ich eher für ein gerücht und mich würde die die diesbezügliche fragestellung interessieren.

einen unfall zu haben bedeutet auch das man stürzt. (wohlgemerkt die hier erwähnte frage ist ja nicht "haben sie mit ihrem kfz einen unfall", sondern prinzipiell einen unfall; die gruppe der befragte musste nur autofahren (können) )

und wer glaubt dass es ihn nie aufhauen wird in all den 70-80 jahren die er lebt?

oder war die fragestellung, ob man in einen tödlichen autounfall mit alkoholeinwirkung kommen kann? bei 120Toten im jahr und 4millionen autofahrern liegt die wahrscheinlichkeit bei 0,00003%.

die wahrscheinlichkeit dass man sich selbst das leben nimmt ist ums 20fache höher. (nur bitte tuts das nicht mit dem auto, das kommt in die falsche statistik)... oder waren die 2jugendlichen in ktn auch alk-unfälle des öv?

Michael B
16.11.2009 21:26
Man muß sich die Zahlen aus den drei Zeitungsartikeln der letzten Tage einmal zusammenklauben:

1. Nur jeder 600. Alkoholfahrer wird erwischt.
2. Nur jeder 7. Unfall wird unter Alkoholeinfluß verursacht.
3. Jährlich müssen 20.000 Menschen eine Nachschulung wegen Alkoholeinfluß machen. (Weil sie erwischt wurden).
(Alle Zahlen gerundet).

Das heißt: Es gibt jährlich 1,2 Millionen alkoholisierte Autofahrer - (praktisch jeder zweite bis dritte).
Aber nur jeder 13. Unfall wird wegen Alkohol verursacht - sollte man nicht Alkohol am Steuer zur PFLICHT machen???

weiter lesen
18.11.2009 22:49
Methodologischer Fehler

1,)
Fahrten unter Alkohol vs. Alkoholfahrer. Bsp. Lokal A nach B dann nach Hause. 1 Fahrer, 2 Fahrten.
2,)
Parkschaden vs. Unfall mit Todesfolge.
3,)
Gibt es 20,000 Nachschulungen oder sind es 20,000 Menschen mit Nachschulungen p.a.

Wenn ihre Zahlen 1 und 3 jedoch stimmen, dass sind es 1,2 Mio Alkoholfahrten p.a.

Zu ihren "jeder siebte"
http://www.statistik.at/web_de/st... 19872.html

the falling man
17.11.2009 08:55
es besteht kein zweifel daran,

dass alkohol die fähigkeit ein fahrzeug verantwortungsvoll zu lenken verringert. es besteht auch kein zweifel daran, dass das bei risikogruppen und risikosituationen (hohe alkoholisierung, junge unerfahrene lenker, schlechte sicht etc.) zu einem uneinschätzbaren risiko wird. man soll sich aber auch nicht zu sehr verblenden lassen: die tatsache dass ein unfallteilnehmer bei einem schweren unfall leicht alkoholisiert war heisst noch lange nicht, dass der selbe unfall nicht geschehen wäre wenn alle nüchtern gewesen wären.

GreyPaladin
17.11.2009 14:46

Ich glaub nicht das er darauf hinauswollte.

mika33
16.11.2009 17:03
da wird das ganze immer ins lächerliche gezogen:

Denn kein Mensch hat bei 1 Promille "massive Orientierungsprobleme" und das man mit 0,5%o keinen Fußgänger mahr am Schutzweg sieht ist auch Blödsinn.
Man darf die Leute nicht für dumm verkaufen.

Wenn man der VCÖ-Sprecherin glaubt, dann müsste es doch für das telefonieren am Steuer die gleichen Strafen geben wir für Alkofahrten.

35%: von 17 auf 23, schon mal was von statistischer Streuung gehört?

Diese "Experten" halten die Menschen echt für dumm ....

Harry Meier
 
16.11.2009 23:29
Ein geübter Säufer hat mit einem Promille sicherlich

.. keine Probleme aber es gibt genügend die bei dieser Grenze durchaus ihre Probleme haben.

ElGuancho1
20.11.2009 05:22
Die fahren

dann aber wahrscheinlich auch nicht.

der eine trinkt nie was und dann ein 8terl Wein und der der sich jedes Wochenende ins Koma säuft fährt beim 5ten Bier immer noch sicherer als der erstere.

Der Promillegehalt sagt einfach nichts über die Fahrtüchtigkeit aus.
Sondern die Fahrtüchtigkeit hängt schwer von der Trinkfestigkeit ab.

Ein schwerer Aloholiker fährt bei 1,5 Promille sicherer als meine Mutter nach einer Zigarette.

Dr Grulka
 
17.11.2009 17:03

Nach meiner Beobachtung haben sehr viele schon nüchtern Probleme genug.

the falling man
17.11.2009 08:51
tatsache ist,

dass man bereits nach 2 nächten ohne ausreichenden schlaf die genau gleich schlechten reaktionswerte hat wie nach 2 bier. das heisst z.b. jungeltern dürften dann gar nicht mehr auto fahren wenn es danach ginge.

Naschgul
17.11.2009 11:08

Wenn man total übermüdet ist, sollte man sich auch nicht mehr hinters Steuer setzen, das ist grob fahrlässig.

oxy
oxyauranus
17.11.2009 12:16
richtig,

aber nicht strafbar.

Chocoholic
20.11.2009 18:26
Doch strafbar. Nur nicht nachweisbar.

Naschgul
18.11.2009 12:06

Stimmt. Aber wenn ich am Steuer einschlafe und einen Unfall baue, wird meine Versicherung auch aussteigen. Und wenn ich am Unfall schuld bin, muss ich die gesetzlichen Konsequenzen tragen. Aber stimmt schon, das geht schon ein bissl weiter - die bloße Müdigkeit selbst ist natürlich nicht strafbar.

Zocker aus Leidenschaft
16.11.2009 16:09

Jeden auf ewig den Führerschein weggnehmen der betrunken Auto fährt + größere Anzahl an Kontrollen, vor allem in der Nacht.

Basta, Problem gelöst, andererseits können unverzeiliche Fehler passieren.

Dr Grulka
 
17.11.2009 17:06

Wieder ein schöner Traum aus dem rosaroten Wunderland der Gesetzverschärfer. Schönen Gruß dahin!

Chocoholic
20.11.2009 18:27
Das Gesetz existiert bereits. Da muss nichts verschaerft werden.

Verschaerft wird die Ueberpruefung.

gratis trinken
16.11.2009 15:51

mei auto is net deppart

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