Faymann in Russland

Putin droht mit Gas-Stopp

11. November 2009 13:42

Der russische Premierminister Wladimir Putin wirbt bei seinem Treffen mit Bundeskanzler Werner Faymann für das Pipeline-Projekt South Stream

 Russlands Premier Wladimir Putin hat bei seinem Treffen mit Bundeskanzler Werner Faymann in Moskau am Mittwoch mit Lieferunterbrechungen beim Erdgas in diesem Winter gedroht. "Wenn die Ukraine Transitgas entnimmt, werden wir die Liefermenge reduzieren", sagte Putin.

Vor dem Hintergrund eines neuen Gasstreits mit Kiew forciert Moskau den Bau der Pipeline South Stream. Diese soll laut Putin helfen, die Ukraine zu disziplinieren. Faymann betonte, dass South Stream keine Konkurrenz zu Nabucco und "im Interesse Österreichs" sei. Ein Regierungsabkommen ist in Vorbereitung. Auch die OMV, unter deren Federführung die Nabucco-Pipeline gebaut werden soll, sieht das russische Projekt als Ergänzung. "Der Gasverbrauch in Europa wird in den nächsten Jahren weiter steigen, daher sind zusätzliche Lieferrouten wie South Stream für die Versorgungssicherheit notwendig", sagte eine OMV-Sprecherin am Mittwoch.

 

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Moskau/Wien - Auch diesen Winter könnte es in den manchen südosteuropäischen Wohnzimmern kalt werden. Der russische Premierminister Wladimir Putin schloss nicht aus, dass es zu Unterbrechungen der Gaslieferungen nach Europa kommen wird. "Wenn die Ukraine für das russische Gas nicht bezahlt, wird sie auch kein Gas bekommen. Wenn die Ukrainer das Transitgas entnehmen, werden wir die Liefermengen reduzieren", kündigte Putin nach einem Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann an.

Der russische Regierungschef betonte, dass Russland für Österreich seit vielen Jahren ein zuverlässiger Energielieferant ist und dass das Problem beim Transitland Ukraine liegt. Moskau werde sich nicht zur Geisel des ukrainischen Präsidentschaftswahlkampfes machen, sagte Putin nach Angaben aus Delegationskreisen.

Es sei unbedingt notwendig, die Transportwege für Energie zu diversifizieren. Aus diesem Grund forciert Russland den Bau der Pipeline South Stream, die vom Schwarzen Meer über Bulgarien weiter nach Italien sowie Serbien und Slowenien bis nach Österreich führen soll. "Projekte wie South Stream disziplinieren auch unsere Partner", sagte Putin. Am liebsten wäre es Putin, wenn Österreich und Russland bis Jahresende ein Regierungsabkommen schließen würden. Laut Faymann habe die Regierung schon ein Verhandlungsmandat beschlossen. "South Stream ist im österreichischen Interesse. Wir sehen alle Routen als Verbesserung der Energiesicherheit", sagte Faymann. Nabucco sei keine Konkurrenz.

AUA erhält Gnadenfrist

Gute Nachrichten gab es für die Austrian Airlines. Der im Raum stehende Verlust der Flugrechte in Russland konnte vorerst abgewendet werden. Die AUA hat nun bis 1. Februar Zeit, um nachzuweisen, dass sie trotz der Übernahme durch die Lufthansa eine österreichische Fluglinie ist.

Das russische Transportministerium ist der Ansicht, dass die AUA nach der Übernahme durch die deutsche Airline ihren nationalen Status verloren hat und damit auch die Flugrechte, die im österreichisch-russischen Regierungsabkommen festgelegt wurden. "Im Vertrag von 1993 steht: Wenn sich der Eigentümer ändert, dann ändern sich auch die Bedingungen", sagte Putin beim drei Stunden dauernden Treffen mit Faymann.

Der Bundeskanzler betonte, dass "die AUA eine österreichische Marke und wichtig für den Wirtschaftsstandort Österreich ist" . AUA-Vorstand Peter Malanik reagierte erleichtert auf die Entscheidung Putins. Die Landerechte in Russland, so Malanik, seien ein politisches Thema geworden "und wir waren der Anlass dafür", so der AUA-Vorstand zum Standard. Nun müsse es eben auch eine politische Lösung geben. Wenn es zu einer Liberalisierung der Verkehrsrechte kommt, sei das auch für Russland gut. Russland fordert schon seit längerem mehr Landerechte in Europa. Die Aeroflot würde etwa im Winter gerne Innsbruck anfliegen. Das Problem ist nur, dass es in Innsbruck keine Slots mehr gebe. Aber auch dieses Problem sei laut Malanik lösbar. Dann müsste man mehr in den Abendstunden fliegen. Die Regierungen in Moskau und Wien seien nicht daran interessiert, die Zahl der Flüge zu reduzieren, betonte Putin. Präsident Dmitri Medwedew, den Faymann Dienstag traf, beschwichtigte: Beim drohenden Verlust der Flugrechte handle es sich um ein "technisches Problem".

(Verena Diethelm, Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.11.2009)

 

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DER BUKARESTER
12.11.2009 13:03
Wenn der Werner den Putin besucht,

brauche ich Traenengas.
Superergebniss! Eine Drohung. Danke, Faymann!

Orakel1
12.11.2009 10:56
Auser Spesen nichts gewesen.

BananaRepublic
12.11.2009 10:41

Wären das "Spielchen" wäre die Rollenverteilung klar:
Putin -> Domination
Faymann -> Submissive

Andrew Jones
12.11.2009 09:02
DerStandard ist eine gescheite Zeitung,

aber schreibt ab und zu im Stille des alten Krieges..

Warum droht Putin mit Gas-Stop? Wenn DerStandard die Stromrechnungen nicht bezahlt, wird er zufälligerweise bedroht a lâ "Wien Energie droht mit Strom-Stopp"

Gas kostet was, ist nicht kostenlos zu haben.
Oder vermisst ihr alte Zeiten?

der Rabe
12.11.2009 13:05
Ja, seit Jahren setzen beim Gasstreit


gewiise politische Kräfte auf alte, noch immer funktionierende Reflexe. Was unter den Nazis antibolschewistisch hieß, ist jetzt eben antirussisch, und damit salonfähig.

gue galie
12.11.2009 08:49

gott sei dank sind heuer die reserven so voll, dass uns der gasstreit egal sein kann und die drohung von putin verpufft

Der Große von Gegenüber
12.11.2009 09:41

die gasreserven reichen kaum für den ganzen winter aus ...

hurchzua
12.11.2009 07:57
Wie der Putin den Faymann gesehen hat,

wollte er "diesem Weh" ihm "gleich eine auflegen".

Da physische Gewalt aber nicht gut kommt, hat er sich entschlossen ihm nur verbal "eine zu picken".

saoTan
12.11.2009 02:51
Russland droht? Leichte Verwirrung?

Mal eine kleine Analogie: Wenn ich mit Leuten in einer WG wohne (wir also am gleichen Gashahn hängen) und mir die Wien Energie droht, sie stellen uns das Gas ab, wenn wir weiter nicht zahlen, dann werde ich als erstes wohl mal den WG-Kollegen auf die Zehen steigen, dass sie endlich ihren Anteil in die Heizkassa einzahlen. Und käme wohl kaum auf die Idee, die Wien Energie dafür zu verteufeln und zu verlangen, sie sollten die Wohnung trotzdem weiter beliefern weil ich ja meinen Teil brav zahl.

Wenn Russland das gleiche macht, dann sind's natürlich die Pöhsen. Und keiner kommt auf die Idee, dass man mal der Ukraine ein wenig auf die Finger klopfen könnte (wo das übrigens auch mehr Erfolgsaussicht hätte als bei Russland).

robert rittersmann
12.11.2009 07:44

Sie werden sich wundern, aber alle steigen der Ukraine bereits auf die Zehen besonders der IWF verlangt, dass die ukr. Konsumenten mehr für das Gas bezahlen sollen.
Aber dort geht es leider um die Frage: Essen oder Heizen?

Chris cross
12.11.2009 11:32
im Gegensatz zu Russland,

wo das gemeine Volk den Kaviar mit Schöpflöffeln in sich hinein schaufelt.

Reblaus
12.11.2009 14:28
Eher im Gegensatz zu Russland

welches die Gasquellen hat.

Ar Mutschgerl
12.11.2009 01:42
Also beten wir mal wieder das Mantra der Vernunft:

Erneuerbare Energie statt fossiler Brennsoffe
Erneuerbare Energie statt fossiler Brennsoffe
Erneuerbare Energie statt fossiler Brennsoffe
Erneuerbare Energie statt fossiler Brennsoffe
...

auch wenn es bei SPÖ udn ÖVP so herrlich in das eine Ohr hineingeht und aus dem anderen unregistriert wieder hinaus.

raff1
26.11.2009 19:39
Also die Ukraine

hat schon 150 km2 an Solarpaneelen in Deutschland bestellt. Die Merkel droht aber, dass keine geliefert werden, wenn keine Vorauszahlung eintrifft.

Friedrich Gruber
11.11.2009 23:55
Allmählich werden mir die medialen Drohungen

zu viel: Wirtschaftskrise, Inflation, Klimakatastrophe, Gesundenuntersuchung, Schweinegrippe, UNI-Besetzung, Putins Gaslieferstoppdrohung. Und das alles nicht mit klaren Fakten und Daten, sondern voll widersprüchlich, voller Halbwahrheiten und Drohungen.
Ihr macht mich depressiv, entweder ich fang zu saufen an oder ich hör zu lesen auf und beginne zu beten, auch wenn ihr mir alle Kreuze abhängt.
Ich bitte Euch, liebe Redakteure, bringt doch auch wieder einmal ein paar Fünkchen positive Meldungen, wenn wir Euch noch aushalten sollten.

Andrew Jones
12.11.2009 09:05
Heh, aber dann sinkt Alkoholkonsum..

Und Alkoholmafia verliert einen Konsumenten.
Für Sie ist es gut, aber für die nicht..

Prostetnik Vogon Jeltz
11.11.2009 23:49
Raus aus Öl und Gas.



Die Kosten für Pipelines in ernuerbare energieformen stecken.

Statt EU-subventioiertem Gemüse für Afrika (!!) in Spanien Biosprit anpflanzen. Und subventionieren, natürlich.


Reblaus
12.11.2009 14:29
Biosprit in Spanien

Und wo nehmens das Wasser her?

Walter Bimini
11.11.2009 22:58
typisch standard

sonst ist er liberal, aber rußland soll die bankrotte ukraine mit freundschaftspreisen sponsern während der "goldene" westen nur mit guten ratschlägen lästig ist. es wird sich bald zeigen, daß das gold des westens nicht echt ist.

Angus Parvis
12.11.2009 01:41

Lies den Artikel.

sixela
11.11.2009 23:20

Steht das im Artikel? Sie fantasieren.

Walter Bimini
12.11.2009 00:37
sie müssen nur ein wenig "westlich" denken

wie heißt es im westen: ka geld ka musi und putin sagt nicht mehr und nicht weniger. der iwf will lettland und der ukraine auch die weiteren tranchen des kredites nicht auszahlen, wenn sie nicht brav machen was er verlangt. wo bleiben die entsprechenden artikel des standards? z.b.: "iwf bedroht und hungert die ukraine aus und das während das land mit der schweinegrippe zu kämpfen hat." oder "iwf treibt zigtausende letten ins elend."

sixela
12.11.2009 18:48

Dass der IWF Bedingungen für die Vergabe seiner Gelder aufstellt, und dann deren Einhaltung verlangt, ist ja wohl nur logisch. Westlich hin oder her.

Walter Bimini
12.11.2009 20:36
und genauso verlangt rußland geld für sein gas und öl - ist ja nur logisch-,

aber die schlagzeilen könnten nicht unterschiedlicher sein.

Andrew Jones
12.11.2009 09:08
Endlich Licht ins Dunkel!! Mucho gusto!

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