Blackwater: Wer zahlt darf bleiben

11. November 2009, 16:44
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    Um im Irak bleiben zu dürfen, soll Blackwater eine Million US-Dollar an irakische Beamte gezahlt haben.

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    Eric Prince, Gründer und Chef von Blackwater/Xe, soll von den Bestechungen zumindest gewusst haben.

Die private Sicherheitsfirma soll eine Million US-Dollar an irakische Beamte bezahlt haben, um so einen Rausschmiss aus dem Irak zu verhindern

Es sah nicht gut aus. Nach einer blutigen Schießerei in Bagdad im September 2007 war Blackwater in Verruf geraten: Die Söldner hatten bei einem angeblichen Angriff auf ihren Konvoi am Nisour-Platz in Bagdad wahllos in die Menge gefeuert: 17 Zivilisten starben, mehr als 20 weitere wurden schwer verletzt. Das US-Verteidigungsministerium bot den Hinterbliebenen der Schießerei im Namen von Blackwater Kompensationszahlungen an. Viele lehnten ab.

Die irakische Regierung drohte die Söldner rauszuwerfen. Damit wäre eine wichtige Einnahmequelle für die private Sicherheitsfirma versiegt. Um das zu verhindern soll Blackwater einiges an Geld in die Hand genommen haben - genauer gesagt eine Million US-Dollar - und verteilte es an irakische Beamte. Die Bestechungsgelder sollten die Beamten wieder versöhnlicher stimmen. Das berichtet die New York Times. Die Informanten der New York Times sind vier ehemalige Blackwater-Angestellte, die nach Ende ihrer Dienstzeit auspacken.

Millionenverluste

Für Blackwater stand nach der Schießerei viel auf dem Spiel. Die bereits unterschwellig brodelnde Unzufriedenheit der Iraker mit der rücksichtslosen Vorgehensweise der privaten Sicherheitsfirma kochte hoch. US-amerikanische und irakische Untersuchungen der Schießerei nannten das Vorgehen der Söldner nicht gerechtfertigt. Die Iraker wollten Blackwater aus dem Land haben. Das Unternehmen wurde nervös. Ein Rausschmiss hätte Millionenverluste bedeutet.

Agieren im rechtsfreien Raum

Lange Zeit hatte Blackwater im Irak relativ freie Hand gehabt und weitgehend ohne Lizenzen gearbeitet - weil die irakische Regierung die entsprechenden Gesetze nicht umsetzte. Alles deutete aber darauf hin, dass die Regierung die Schießerei zum Anlass nehmen würde, die Zügel fester anzuziehen. Der Irak drohte Blackwater Ende September mit Lizenzentzug. Vier Tage nach dem Vorfall am Nisour-Platz waren die Söldner aber bereits wieder im Einsatz - und sie sind es in geringerer Zahl bis heute. 

Blackwater weiterhin im Irak

In den zwei Jahren seit der Schießerei hat sich trotzdem einiges verändert. Blackwater nennt sich mittlerweile Xe Services und hat im März keine Lizenz für den Irak bekommen. Das US-Verteidigungsministerium ersetzte das Unternehmen zwei Monate später durch einen Konkurrenten. 

Die private Sicherheitsfirma bleibt aber weiterhin im Irak. Es gibt einen mit 200 Millionen US-Dollar dotierten Luftfahrt-Vertrag mit den USA, der es den Xe-Mitarbeitern auch erlaubt Waffen zu tragen. Die Obama-Administration hat diesen Vertrag vor kurzem verlängert.

Fahrlässige Tötung

Mittlerweile müssen sich fünf Blackwater-Angestellte wegen der Vorkommnisse am Nisour-Platz wegen fahrlässiger Tötung vor einem US-Gericht verantworten. Ein weiterer hat sich im Dezember für schuldig bekannt. Irakische Opfer haben in den USA eine Zivilklage gegen das Unternehmen und seinen Gründer und Vorsitzenden Eric Prince eingebracht.

Im US-Bundesstaat North Carolina - wo Blackwater seinen Firmensitz hat - untersucht eine Ermittlungskommission des Bundes den Fall. Einer der Informanten der New York Times sagt, er habe den Ermittlern die Bestechungsversuche Blackwaters berichtet. Sollte der Vorwurf beweisbar sein, droht der Firma ein Verfahren wegen Behinderung der Justiz und Verstößen gegen den "Foreign Corrupt Practices Act", der Bestechung ausländischer Beamter untersagt.

Eine klare Regelung der Rolle der privaten Sicherheitsfirmen gibt es erst seit Ende 2008. Damals vereinbarten die US-amerikanische und die irakische Regierung, die Immunität für private Sicherheitsfirmen gegenüber dem irakischen Recht aufzuheben, die ihnen seit 2004 zugesichert worden war. (mka, derStandard.at. 11.11.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 69
1 2
Nr.3645
00
24.8.2010, 12:41
ach, das sind doch die guten...

die dürfen das.

so go
00
15.11.2009, 04:07
cash rulez

everything around me...

Student der Magie
03
14.11.2009, 17:36
wie pervers kann man sein?

um weiter Leute killen zu dürfen bezahlt man Geld?

Bei alle dem sieht man ganz deutlich, dass es sicherlich nur um das Wohl des Menschen geht - Kotz-.
kranke Welt, und Aktionen wie diese sind eines der Symptome, die dies ganz anschaulich zeigen.

Wer für Frieden sorgen will, kann das nicht mit Waffengewalt machen, weil Krieg und Frieden sich einander ausschließen.
Mit dem Einmarsch in Länder, mit dem Werfen von Uranmunition, mit dem Töten von Menschen verkörpert man: Hass, Krieg, Zerstörung, Verwüstung, Elend, Leid, Verstümmelung von Körper und Geist.

Ich frage mich schon, wie manche Menschen am letzten Tage auf ihre Leben zurückblicken werden und ansehen müssen, welch Elend sie über die Welt gebracht haben...

Alexei Pavlov
01
13.11.2009, 18:58

Lang lebe die Marktwirtschaft!

Und die Privatisierung!

a b1
00
Und Sie glauben, die "verstaatlichten GIs"

unterdrücken ihre primitiven Triebe und arbeiten "sauber"?

Träumen Sie weiter.

Alexei Pavlov
00

Ich glaube schon, daß die Bediensteten einer Wehrpflichtarmee im Umgang mit Zivilisten generell zurückhaltender sind, es sei denn, sie verstehen sich als Herrenmenschen, die per definitionem Recht haben und die jeweilige Bevölkerung als Untermenschen (die Wehrmacht, die US-Armee in Vietnam usw.)

Soeben sind z.B. die Beamten in Sachen Selbstbereicherung generell etwas zurückhaltender, als die Manager im Privatsektor.

santamonica
21
13.11.2009, 09:52
sollte man in einem bericht über blackwater im foto statt den superrambo nicht zivile tote oder weinende menschen zeigen?

Tschuri Cazzino
 
211
12.11.2009, 17:08
Warum druckt der Standard den Euphemismus von

"privaten Sichheitsfirmen" ab. Es handelt sich um Söldnerunternehmen, die nicht für Sicherheit sondern für Mord und Totschlag sorgen. Was hat die Siwacht mit Blackwater zu tun? Soviel wie eine Fleischhauerei mit Bill the Butcher.

pepitant
00
28.11.2009, 13:48
Warum ? Um darauf hinzuweisen,

dass das die offiziell gültige Sichtweise ist.

El Peppo
22
12.11.2009, 15:28
Wer erinnert sich noch an Bert Nussbaumer?

Dieser arme österreichische Junge ist bei genau so einen Unternehmen gewesen und hat genau dieselben Dinge wie Blackwater getan.

Nathan Drake
21
12.11.2009, 21:39

Echt? Was hat er denn genau wie die getan?

duke box
00
12.11.2009, 20:17

aber nicht lang.

Martin Müller10
 
12
12.11.2009, 15:09
Nach der Privatisierung

des Gewaltmonopols kommt als nächstes die Privatisierung des Nationalrats, schöne neue Zeit!

Malkaye
00
16.11.2009, 20:02
und es wird gefeiert!

in england ist die verwaltung von komunen bereits privatisiert worden. -DIE ÄMTER!

die schicke abkürzung ist PPP - public private partnership. deutschland verwendet den begriff auch immer öfter um die massen still dran zu gewöhnen.

einer der großen fische in diesem geschäft (auch in den englischen komunen) ist Bertelsmann.

Alexei Pavlov
00
13.11.2009, 19:00

Gestern las ich in den Nachrichten, eine US-Schule hat beschlossen, die Schüler dürfen ihre Noten mit Geldbeiträgen verbessern.

Es wird immer schöner und immer lustiger!

khaleb
01
12.11.2009, 21:19
ist doch schon längst passiert

noch nie was von Lobby gehört ?

salman
 
00
12.11.2009, 13:49
Sicherheitsfirmen jaja

Das nennt man "paramilitärische Truppen, aber wenn es der Westen einsetztm, muss man es in Euphemismen wie "private Sicherheitsfirma" oder "private Söldner" umbenennen.

Die Benennung spielt für die Wahrnehmung eine extrem unterschätzte Rolle!

Zwischen dem kurdischen Freiheitskämpfer der 80er/90er Jahre und dem Talibanterroristen im Jahre 2009 liegen in unser aller Wahrnehmung Welten. Dabei tun und denken sie nahezu dasselbe ...

Holzauge sei wachsam!




Igor Gassner
05
12.11.2009, 14:41
Das sind verdammte Söldnerarmeen

wie sie im zeitalter des früheren europäischen Kolonialismus auch eingesetzt wurden, die Ergebnisse damals und heute waren die Gleichen nur Fernsehen gabs halt noch keines

A. E. Neumann
72
12.11.2009, 13:26
Schön zu sehen...

...dass das amerikanische Rechtssystem funktioniert. Die Angehörigen der Opfer können in den USA die private Firma klagen, ein Richter sieht sich das an und das Strafpotential ist immens. Wenn die Firma verknackt wird, wird es ordentlich teuer. Was andere Firmen dazu bringt, sorgfältiger zu arbeiten.

In Europa sieht das anders aus. Da schert sich kein Richter um Dinge, die im Irak oder sonstwo passieren. Und der "Gerichtshof für Menschenrechte" ist sowieso eine Farce...

Demosthenes
02
12.11.2009, 15:23
Schon richtig, das amerikanische Rechtssystem ist

besser als viele andere. im kriegsfall wird jedoch darauf geachtet, seine soldaten so schnell wie möglich heim zu bringen, damit sie keine geheimnisse ausplaudern. dort passiert ihnen nur dann was, wenn sie die us-justiz belügen, von wenigen ausnahmen abgesehen (z.b. abu ghraib) und wenn die us-justiz unter zugzwang steht, man gehört ja zu den guten.
Und was bitte sollen die europäischen richter tun?
wer begeht denn die zu ahndenden verbrechen? na eben.
der gerichtshof f. menschenrechte ist deshalb eine farce, weil er offenbar exklusiv für afrikanische rebellenführer, serben et alii reserviert ist, ein us-amerikaner wird den nie von innen sehen. das gleiche gilt leider auch für russen oder chinesen.

Anarchoskinhead
 
21
12.11.2009, 13:49

Als ob die das in den USA intressieren würde.

Thomas Jarosch
 
00
12.11.2009, 09:38
Nicht blöd, aber unvertretbar

Zu erst einmal möchte ich sagen, dass ich es nicht gut finde, was die Amerikaner im Irak aufführen, aber man muss trotzdem sagen, dass sie eine kluge Strategie haben. Private Söldner anzuheuern, statt offiziell Soldaten in den Irak zu schicken ist echt nicht blöd. (Ich möchte hier nochmals betonen, dass ich das nicht gut finde) Ähnlich war es mit dem Waffenhandel in den 90er Jahren. Die Amerikaner konnten zwar offiziell einige Länder nicht mit Waffen beliefern, aber dafür übernahmen das private Waffenhändler, die die Ware in die Zielregionen brachten. Die Amerikaner nutzen immer Hintertüren, die die internationale Politik schließen sollte. Die Welt muss sich nur trauen, etwas zu sagen und endlich etwas dagegen zu unternehmen...

Mork vom Ork
00
12.11.2009, 13:52

jaja die bösen Amerikaner,
die Russen, Franzosen, Briten, Deutschen (inkl. Österreicher) haben sich ja immer als echte Gentlemen bewiesen wenn es um ihre eigenen Interessen ging.
Aber die Amerikaner! Die sind böse!

Demosthenes
01
12.11.2009, 15:44
sie haben recht

wir sind alle böse. aber es gibt halt welche, die so tun, als wären sie ein hybrid zwischen mutter theresa, franz von assisi und mahatma gandhi, und sich dann in ihren handlungen null von den bösen unterscheiden. dazu zählen die us-amerikaner. ziemlich falsch, die typen.
die russen sind da klarer einschätzbar: putin stellt sich hin und sagt: unser geheimdienst bringt alle um, die gegen uns sind, wurscht wo. da weiss man wenigstens woran man ist. sympathisch ist beides nicht.
kleiner hakenschlag von wegen verallgemeinerung: ich kenne eine menge sehr netter amis!

präsi
 
00
15.11.2009, 10:29
gleich eine menge?

wo hast du denn die kennengelernt? lass mich raten, beim saufen?

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