"Washington Sniper" hingerichtet

11. November 2009, 06:15

Behördensprecher: Der ehemalige Soldat wirkte "emotionslos" und verzichtete auf letzte Worte

Washington/Greensville - Sieben Jahre nach seiner willkürlichen Mordserie ist der als "Washinton Sniper" der Heckenschütze von Washington berüchtigte John Allen Muhammad hingerichtet worden. Der ehemalige Golfkrieg-Soldat starb am Dienstagabend um 21.11 Uhr (Ortszeit, 03.11 Uhr MEZ) im Staatsgefängnis von Greensville (Virginia) durch eine Giftinjektion.

Keine letzten Worte

"Er starb schweigend", erklärte ein Behördensprecher. Der 48-Jährige habe "extrem emotionslos" gewirkt und habe auch auf die sonst vor einer Hinrichtung üblichen "letzten Worte" verzichtet. Die Hinrichtung, der mehrere Angehörige des Opfers zusahen, sei ohne Komplikationen verlaufen. Nur wenige Stunden zuvor hatte der Gouverneur der Gouverneur des US-Staates, Timothy Kaine, ein letztes Gnadengesuch abgelehnt.

Zehn Tote

Mehr als drei Wochen lang hatte Muhammad im Herbst 2002 zusammen mit einem erst 17-jährigen Komplizen die Bevölkerung im Großraum Washington mit willkürlichen Schüssen aus einem Auto terrorisiert. 16 Menschen fielen dem Duo zum Opfer. Insgesamt zehn Personen starben, sechs wurden verletzt. Viele Menschen trauten sich nicht mehr ins Freie.

Auto zur Killermaschine umgebaut

Muhammad und sein junger Komplize Lee Boyd Malvo wurden schließlich am 24. Oktober 2002 gefasst, als sie auf einem Autobahn-Rastplatz in ihrem Fahrzeug schliefen. Es war so umfunktioniert, dass im Liegen durch ein Loch im Kofferraum geschossen werden konnte. Muhammad, den die Polizei als "Tötungsmaschine" bezeichnete, erhielt die Todesstrafe. Malvo, der zu Muhammad wie zu einem Vater aufblickte, kam wegen seines damals noch jugendlichen Alters mit lebenslanger Haft - ohne Chance auf Haftverringerung - davon.

"Spaß am Töten"

Die Terrorserie in der Washingtoner Region hatte am 2. Oktober begonnen, als ein 55-Jähriger vor einem Supermarkt erschossen wurde. Binnen 27 Stunden starben dann ein 39-Jähriger beim Rasenmähen, ein 54-Jähriger beim Benzinpumpen an einer Tankstelle und eine 34-Jährige auf einer Bank vor einer Ladenzeile. Dann wurde eine 25-Jährige beim Säubern eines Autos tödlich im Rücken getroffen, danach war ein 72-Jähriger an der Reihe, der eine Straße überqueren wollte.

Zwischen dem 9. und 22. Oktober gab es vier weitere Tote, darunter ein junges Ehepaar, das aus einem Restaurant kam. Schon vor dieser Mordserie sollen Muhammad und Malvo in mehreren Bundesstaaten mindestens sechs Menschen umgebracht haben - alles aus Nervenkitzel und reinem Spaß am Töten, wie es die Staatsanwaltschaft in den Prozessen beschrieb.

"Golfkrieg-Syndrom"

Bis zuletzt hatte Muhammad versucht, einen Hinrichtungsaufschub zu erreichen. So argumentierte sein Anwalt unter anderem, dass der ehemalige Soldat geistig krank sei, an Wahnvorstellungen und dem "Golfkrieg-Syndrom" leide. Außerdem wurde den Behörden angelastet, sie hätten Muhammads Berufungsverfahren im Eilverfahren "durchgepeitscht", um ihn rasch exekutieren zu können. Das habe seine Chancen geschmälert, vom Tod verschont zu bleiben. (APA)

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Er ist tot,
alle haben sich aufgeregt,
und jetzt wenden wir uns
wieder anderen Themen zu.

Warum

hat in die Gesellschaft zuerst überhaupt zum Mörder gemacht wenn sie ihn nachher erst wegputzen. Meiner Meinung kommt man als Mörder nicht auf die Welt.

ich nehme an denzel washington hat die filmrechte schon gekauft

Warum?
Soll so wie bei ihrem Namensvorbild auch ein kleiner, ehrloser Mörder gezeigt werden??

Na endlich! Und? Sind die Opfer jetzt wieder lebendig geworden? Was? Sind sie nicht?? Aber...?

Auch wenn es einige nicht verstehen, Danke dass sie die Unsinnigkeit der Todesstrafe so drastisch aufzeigen, von mir bekommen sie dafür grün...

Enttäuscht?

Vielleicht haben Sie sich einfach zuviel von der Todesstrafe erwartet?

Trotzdem ich manchmal meine Zweifel an der Todesstrafe habe. In solchen Fällen ist sie gerechtfertigt! Die Welt ist wieder etwas besser geworden!

Ist sie das?

Ein Richter, eine Jury, ein Staatsanwalt und ein Henker haben gemeinschaftlich einen Mörder ermordet...

Statt einem Mörder haben wir plötzlich viele...

Ja die Welt ist wirklich "besser" geworden.

Man kann nicht nur ein bisschen gegen den staatlichen Mord sein, entweder lehnt man es ab, oder eben nicht. Alles nur eine Frage der Moral...

die welt ist besser geworden weil man einen mörder ermordet hat? was hat das mit besser werden zu tun!

mord ist mord - dafür gibt es keine rechtfertigung. "in solchen fällen gehört er weg" ist absolut unzulässig.
abgesehen davon ist es der total falsche "erziehungsansatz".
auch einem kind sollte man klarmachen, dass es gewisse dinge nicht tun soll, weil sie nicht in ordnung sind und nicht weil es dann zu befürchten hat bestraft zu werden!

oder schlechter

Sie meinen also, man hätte den Sniper "weiterarbeiten" lassen sollen? - auch eine Ansicht!

Lesen, denken, dann erst posten...

Besten Dank...

das heißt es besteht keine alternative zur todesstrafe?

man kann nicht wirklich ...

... für einen "Einsatz" wie im Irak oder in Afghanistan sein und gegen die Todesstrafe. Auch dort werden Menschen einfach exekutiert, inkl. "Kollateralschäden".

Wo gehobelt wird fallen Späne! Was aber hat der Sniper mit Selbstmordattentätern zu tun?

Befürworter und Gegner der Todesstrafe

sollten sich dieses Video mit dem Titel "Henker erzählen" ansehen:

http://www.youtube.com/watch?v=aGWQW0lg8Kg

Möge sich jeder selbst ein Urteil bilden.

Das ist in der Tat sehr bedrückend und beeindruckend.

Aber es zeigt auch gut den Unterschied zwischen einem Mörder und einem Nicht-Mörder, der töten soll - besonders der Wärter, der den Dienst quittiert hat und nervlich offenbar am Ende ist.

Das ist einfach nur krank, was da abläuft.

Leider gibt es halt auch solche Menschen, die meine grundsätzliche Ablehnung der Todesstrafe dann doch wanken lassen.
Man kann und soll sich gegen Gedanken und Gefühle nicht wehren. Und beim Lesen der Schlagzeile dachte und empfand ich "Gut weg".

Dass der Bauch so fühlt ist im Grunde auch nicht zu verurteilen.

Aber wenn man das Hirn dazu einschaltet und Argumente für und gegen die Todesstrafe abwiegt, sollte man schon zum Schluss kommen, dass die Argumente dagegen klar überwiegen. Und wenn's (nebst Ethik und anderen Argumenten) nur deshalb ist, dass es immer noch weit besser ist so einen Abschaum am Leben zu halten, als dass irgendjemand unschuldig hingerichtet wird. Und letzteres wird man nie mit Sicherheit ausschließen können.

Ehrlich gesagt hab ich auch einen gewissen Konflikt mit der Todesstrafe, als dass ich durchaus froh darüber bin, dass viele Nazi-Kriegsverbrecher nach den Nürnberger Prozessen hingerichtet worden sind.

das ist auch mein Dilemma mit der...

..Todesstrafe, wenn der Täter eine Million Mneschen umbringt ist sie angebracht, - ab wievielen Opfern nicht mehr-?
Hängt die Rechtfertigung an der "Höhe der Schuld"?

Hätte man Hitler erwischt, - wäre Lebenslang ok gewesen?

Wie auch immer wenn ich mir vorstelle, dass jemand aus dem Kofferaum eines speziell zum Mord präparierten Autos beobachtet wie eine Junge Frau einen Kindersitz ausläd, er alle Zeit der Welt hat darüber nachzudenken welchen Zweck ein Kindersitz hat, er dann ruhig und genau zielt und dann abdrückt....

...dann fällt mir ehrlich gesagt nicht mehr viel dazu ein als - weg damit

"hätte man hitler erwischt, wäre lebenslang ok gewesen?"

hätte man ihn erwischt wäre lebenslang natürlich, vom standpunkt der opfer aus betrachtet, absolut nicht ok gewesen, aber bei der anzahl an menschen, die auf sein konto gehen wäre selbst die todesstrafe nicht strafe genug gewesen.

darum geht es aber nicht. eine straftat ist kein freibrief für eine weitere straftat. mord erlaubt keinen mord. wenn es auch noch so schwer mit gefühlen in einklang zu bringen ist: niemand hat das recht einen anderen menschen umzubringen. und wenn dieser mensch auch millionen leben auf dem gewissen hat.

außerdem: tötet man einen mörder begibt man sich auf dieselbe niedere argumentationsstufe wie der täter - auch täter haben für sie rational nachvollziehbare gründe für einen mord, die meist auf gefühlen basieren!

passt


der finale Elimination des Mörders aus der Gesellschaft ist gerechtfertigt.

In einer Zelle lebenslänglich

wäre er auch aus dem gesellschaftlichen Leben entfernt, und das zu geringeren Kosten.
Und anscheinend gibt es noch offene Fragen zu diesem Fall, das wird jetzt wohl sehr schwierig sein, diese zu klären.

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