Handelsroute für China besonders wichtig
Hongkong - Die Volksrepublik China strebt nach
Informationen der Hongkonger "South China Morning Post" eine
Führungsrolle bei der Piratenbekämpfung am Horn von Afrika an. Die
Führung in Peking habe eine entsprechende Anfrage bei einem Treffen
mit Marine-Vertretern der Länder gestellt, die in den Gewässern vor
Somalia und im Golf von Aden vertreten sind. "Chinas Anliegen ist in
einer sehr kooperativen Atmosphäre begrüßt worden", zitierte die
Zeitung am Dienstag einen Teilnehmer der Gespräche. Bisher haben die
EU und die NATO die führende Rolle bei der Anti-Piraten-Operation.
Im Oktober war auch ein chinesisches Schiff gekapert worden.
Einige chinesische Medien forderten eine militärische Reaktion
darauf. Die "South China Morning Post" berichtete, die Regierung in
Peking habe mit den Piraten über Lösegeld verhandelt, um eine
Freilassung der Seeleute zu erwirken. Piraterie hat sich in den
Gewässern am Horn von Afrika zu einem lukrativen Geschäft entwickelt.
Die Piraten machen seit Jahren den vielbefahrenen Seeweg unsicher und
haben bereits Dutzende Millionen Dollar Lösegeld erpresst.
Die chinesische Marine hatte zu Jahresbeginn mit ihrem Einsatz
gegen somalische Piraten im Golf von Aden begonnen. Es war das erste
Mal seit dem Krieg gegen Vietnam 1979, dass China seine Kriegsmarine
zu einem Einsatz außerhalb seiner Gewässer entsandte. Für das Land
ist der reibungslose Warentransport durch den Suez-Kanal und den Golf
von Aden wirtschaftlich wichtig.(APA/Reuters)