Kopf des Tages

Der flockige Harry will Wien aufmischen

10. November 2009, 19:54
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    foto: apa

    "Bonzen quälen, Himmer wählen", hieß es einst - nun rückt Himmer an die Spitze der Stadtpartei.

Harald Himmer soll neuer VP-Chef werden

Für seine früheren Verhältnisse war Harald "Harry" Himmer nach der Sitzung der parteiinternen Wahlkommission ausgesprochen wortkarg. "Ich werde den Freunden und Freundinnen mein Konzept im Landesparteivorstand präsentieren", erklärte Himmer, vorher wolle er nichts dazu sagen.

Dabei war der 44-Jährige, der seit 2007 Generaldirektor von Alcatel- Lucent Austria und auch Ungarn-Chef des Telekom-Ausrüsters ist, in seiner Zeit als Jungpolitiker für seine kecken Sprüche bekannt. Mit "Bonzen quälen, Himmer wählen" und einer Drei-Millionen-Schilling-Spritze der Partei führte Himmer als JVP-Chef bei den Nationalratswahlen 1990 einen Vorzugsstimmenwahlkampf. Allerdings erreichte er damals statt der erforderlichen 25.000 nur 6000 Stimmen.

1990 wurde Himmer Chef der Jungen Volkspartei. Dem damaligen Generalsekretär Helmut Kukacka richtete er damals gleich einmal aus, dass dessen Aussagen "nicht flockig genug" seien. Politisch trat Himmer unter anderem für die Aufgabe der Neutralität ein, wollte die Funktionsperiode von Abgeordneten auf zwei Legislaturperioden beschränken und die Pflichtmitgliedschaft in den Kammern beenden.

1993 wurde der flockige Harry selbst in einer denkbar knappen Abstimmung von 104 zu 108 Stimmen von Werner Amon an der Spitze der Jungen ÖVP abgelöst. Von dort ging es für den studierten Betriebswirt mit kurzer Unterbrechung 1995 in den Bundesrat - ins "politische Ausgedinge", wie es parteiinterne Kritiker formulieren. Derzeit ist er Vizevorsitzender der Länderkammer.

Im Bündesystem der Volkspartei ist Himmer im Arbeitnehmerflügel ÖAAB beheimatet. Der Wiener ÖAAB-Chef Matthias Tschirf ist nicht nur Klubobmann der VP im Rathaus, sondern im 3. Bezirk auch Stellvertreter Himmers als Bezirksparteiobmann.

Seine Unterstützer in der Wiener VP rühmen seinen "Zug zum Tor" und seinen "Kampfgeist". Den Job als Alcatel-Chef will Himmer für seine neuerliche politische Karriere aufgeben. Immerhin ist er seit 1992 im Unternehmen.

In seiner Freizeit spielt der Vater einer elfjährigen Tochter und eines neunjährigen Sohnes gerne Tennis und Golf und reist mit Frau und Kindern ans Meer - seine Lieblingsdestination ist Spanien. Ob im nächsten Sommer dafür Zeit bleiben wird, ist fraglich. Wenn Himmer tatsächlich für die Volkspartei im Gemeinderatswahlkampf in den Ring steigt, dann wird er wohl höchstens am Meer der Wiener entspannen können. (Bettina Fernsebner-Kokert/DER STANDARD-Printausgabe, 11.11.2009)

Kommentar posten
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1 2
Gefühlte Deflation
00
14.11.2009, 08:57

Harry, fahr schon mal den Wagen vor!

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
10
11.11.2009, 16:01

Neues Logo: "88"?

poidl1970
00
12.11.2009, 22:56
Sie sind ja....

...ganz ein Lustiger.

chiwato
12
11.11.2009, 12:51
hahn,

himmer, hustinettenbär...

wird wurscht sein.

momodeluxe
01
11.11.2009, 10:58

gilt man als bundesratsabgeordneter, bezirksparteiobmann und alcatelchef schon als bonze?

und: gibts in den jobs so wenig zu tun, daß man sich zusätzliche suchen muß?

der lobbyist
00
11.11.2009, 12:24
himmer schon

Das fünfte Element
02
11.11.2009, 10:39
seit 1995 im bundesrat

wie viele perioden sind das nun bereits?

poidl1970
00
12.11.2009, 22:56
Falsche Frage

Beim Bundesrat gibt es keine Periode, weil dieser in Permanenz tagt und nach den jeweiligen Ergebnissen der Landtagswahlen (die ja bekanntlich nicht gleichzeitig stattfinden) beschickt wird. So kann es bsp.weise passieren, dass eine Regierung zu Beginn der (Nationalrats)periode eine Mehrheit in beiden Kammern hat, diese aber im Bundesrat verliert (oder umgekehrt: sie hat zuerst nur im NR eine Mehrheit und dann auch im Bundesrat).

Comagena
00
11.11.2009, 10:21
was soll man dazu sagen

außer *pruuuust*

dagmar v.
00
11.11.2009, 10:11
Textkorrektur:

natürlich "ihm"

dagmar v.
10
11.11.2009, 09:57
gebt ihm doch eine chance!

schlimmer kann es für die ÖVP nicht mehr werden. es muss eine bürgerliche alternative geben, die strache eindeutig ablehnt und ihn auf keinen fall den einzug ins rathaus ermöglicht.

der lobbyist
10
11.11.2009, 12:26
schon wenn ich "bürgerliche alternative" höre, kommt mir das kotzen!

die wiener övp wäre die erste, die sich mit hilfe der fpö ins amt haben lassen würde!

Vedralo-Spiralo
10
12.11.2009, 11:09

Auch wenn dich das zum Kotzen bringt, eine bürgerliche Alternative muss in Wien gegeben sein. Wien wird seit zig Jahrzehnten von einer selbstgefälligen SPÖ regiert. Die Stadt wird oberflächlich gut verwaltet ist aber voller verkrusteter Strukturen. Hoffen wir, dass im nächsten Oktober die Vernunft siegt.

der lobbyist
00
12.11.2009, 11:45
bleibe dabei: was sich großspurig "bürgerliche alternative" nennt, ist nichts anderes als der wolf im schafsfell.

und da mein einwand hinsichtlich der bereitschaft, sich mit hilfe der fpö an die macht zu bringen, unwidersprochen blieb, wird er wohl stimmen.....

erinnere mich dunkel an eine aussage hahns in diese richtung - oder etwa nicht, mein lieber bürgerlicher alternativ-freund?

Vedralo-Spiralo
00
12.11.2009, 13:44

Diese Frage muss man dann im Falle des Falles beantworten. Der Zwiespalt ist halt gegeben, wenn man die Chance hätte einen roten Bürgermeister vom Thron zu stoßen und die Hilfe der Blauen benötigt. So eine Niederlage würde die SPÖ schwer verdauen.

FII
81
11.11.2009, 10:07

warum? wär doch mal nen Versuch wert! HC. als Bürgermeister und Himmer als Vize. Sollen sie doch zeigen was sie können. Mit der verkrusteten BonzenSPÖ ist eh kein Staat mehr zu machen!

Vedralo-Spiralo
10
11.11.2009, 09:38

Himmer ist wenigestens einer, der frischen Wind in die Sache bringen kann und Wien möglicherweise aufmischen wird.

poidl1970
00
12.11.2009, 23:05
genau!

dem ist wenig hinzuzufügen - man sollte einen mittlerweile 44-Jährigen halt nicht nur auf seine Jugend-Slogans reduzieren, wie das hier und andernorts passiert!

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
00
11.11.2009, 16:00

Praktisch, wenn man die alten postings verwenden kann. Man muss einfach den namen austauschen...

namibia
00
11.11.2009, 13:27
hahahahahaha!

der lobbyist
00
11.11.2009, 12:26
"aufmischen" - was für eine plattheit!!!

p u r z l
 
01
11.11.2009, 10:04

interessanter als hahn allemal. aber da liegt die latte ja nicht sooo hoch.

no so ana
00
11.11.2009, 09:16

Der Herr Generaldirektor im ÖAAB - was für eine hirnrissige Partie, äh, Partei!

Btw, kann mir jemand den Ausdruck "Zug zum Tor" erklären, damit fang ich nix an (ernst gemeint).

devianz
00
11.11.2009, 12:47

mit zug zum tor ist gemeint beim haupttürl vorne rein und beim hintertürl möglichst schnell wieder raus. lg

pewa
00
11.11.2009, 11:04
Zug zum Tor

Falls die Frage ernst gemeint ist: Bedeutet meines Wissens, dass man nicht lang herumtut (im Fußball herumdribbelt), sondern gleich ein Tor (oder sonst einen Erfolg) erzielen will.

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