Flammenspuk

Berlin bekommt Anschläge auf Autos nicht in Griff

10. November 2009, 19:12

Nacht für Nacht brennen in Berlin teure Autos - Bürgerwehr wird diskutiert

Die Polizei schafft es nicht, den Brandstiftern das Handwerk zu legen - Jetzt gibt es sogar die Idee einer Bürgerwehr, um dem Flammenspuk endlich ein Ende zu bereiten - Von Birgit Baumann aus Berlin

***

"In der vergangenen Nacht brannte in Rudow ein geparktes Auto. (...) Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten den Brand. Das Fahrzeug wurde erheblich beschädigt." Was in einer Mitteilung der Berliner Polizei derart nüchtern beschrieben wird, regt die deutsche Hauptstadt derzeit auf wie kaum ein zweites Thema. Fast jede Nacht werden in Berlin Autos abgefackelt. 256 waren es in diesem Jahr bereits, mehr als jemals zuvor.

Ausgelöst werden die Brände durch Grillanzünder. Nächtens, im Dunkeln, ist ein solcher schnell auf den Autoreifen gelegt. Bis zuerst dieser und dann das ganze Auto brennt, dauert es nicht lange. Doch es verstreicht ausreichend Zeit, dass die Täter noch schnell verschwinden können.

Zunächst gingen die Brandstifter nicht unstrategisch vor: Vor allem Wagen der Marken Mercedes, BMW und VW brannten in den "Szenebezirken" Kreuzberg, Friedrichshain, Mitte und Prenzlauer Berg. Doch mittlerweile trifft es auch Autos von "Otto Normalverbraucher" in anderen Bezirken. "Soll man zur Sicherheit eine Garage mieten?", ist zur allseits diskutierten Frage im Freundes- und Bekanntenkreis geworden.

Wowereit unter Druck

Wer hinter den Brandanschlägen steckt, ist unklar. Bisher gingen bei der Polizei elf Bekennerschreiben verschiedener militanter Gruppen ein, die allesamt angeben, gegen die teure Sanierung alter Wohngebiete, Militarismus, Rassismus und Atompolitik zu kämpfen. "Diese Anschläge sind kriminelle Handlungen", sagt Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und bringt mit diesen unverbindlichen Worten die bürgerliche Opposition in Rage.

CDU und FDP werfen ihm vor, aus Rücksicht auf seinen Koalitionspartner Linkspartei härter gegen Linksextremismus vorzugehen. So kritisiert Berlins FDP-Fraktionschef Christoph Meyer: "Ein Teil des Senats gibt den Linksextremen das Gefühl, dass sie hier machen können, was sie wollen."

Frustriert ist auch die Polizei. Sie klagt über zu wenig Geld und Beamte. Man könne unmöglich 5000 Kilometer Straßen und 1,4 Millionen Fahrzeuge überwachen. Da es aber nicht mehr Mittel gibt, sollen Berlins Bürger jetzt selbst für Ruhe sorgen. Bodo Pfalzgraf, Chef Polizeigewerkschaft, fordert eine "breite Bürgerbewegung gegen den Kiezterror" (Grätzlterror).

Anwohner sollten besser aufpassen, Politiker deutlicher vermitteln, dass es Belohnung bei Ergreifung der Täter gibt. Eigene Ideen hat der rot-rote Senat bisher nicht. Aber eine "Bürgerwehr" lehnt er ab, da das Gewaltmonopol beim Staat liege. Demnächst soll jedoch eine Studie über mögliche Motive der Täter vorgestellt werden. (Birgit Baumann aus Berlin, DER STANDARD Printausgabe, 11.11.2009)

 

Kommentar posten
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Vintageologist
 
02
21.11.2009, 11:29
In einem Land...

in der Parteien wie "die Linke" oder deren Grüne ernstgenommen werden... wundert es da wen, dass der Versagertum, das selbst nichts erreicht, aber es den anderen neidig ist, sich am Eigentum eben solcher, die etwas leisten, vergreift?
Wenn hier Gedankengut akzeptiert wird, nach dem jeder, der Erfolg hat ein Krimineller ist und es das Recht eines jeden Versagers ist, immer mehr von dessen Geld zu bekommen?

R7000
01
14.11.2009, 16:16

>>Eigene Ideen hat der rot-rote Senat bisher nicht. Aber eine "Bürgerwehr" lehnt er ab, da das Gewaltmonopol beim Staat liege.<<

dann soll sich der senat wegen unfähigkeit vom acker machen.

cHL
22
17.11.2009, 09:19

komiker?

tut mir leid dass mir so rechtstaatliche grundsätze wie gewaltentrennung wichtig sind.

und wenn sie mich hier als verteidiger der politikerkaste hinstellen wollen, kann ich ihnen vergewissern dass sie sich den falschen ausgesucht haben.

cHL
21
16.11.2009, 08:53

verfassungsbruch ole...

sie haben ja antidemokratische ansichten...

Srta. Ofelia
04
13.11.2009, 13:34

In einer Stadt, die von einer Links-linken Koalition regiert wird, fällt der Verwaltung nichts besseres ein als eine Studie zu machen um die linke Gewalt einzudämmen.

ramazotti
04
12.11.2009, 20:57

Linksextremismus...aber keiner tut was dagegen!

rorschach
00
12.11.2009, 19:05
aha

verstehe ca. 280 Autos von mehr als 1400 000 im Jahr also 0,02 Prozent .... hmm Eigentlich eine Einladung zum Versicherungsbetrug ....

Marlon62
31
12.11.2009, 16:50
In Wien Döbling haben diesen Sommer auch etliche

Bonzenautos gebrannt: Mercl, Bayrische, Hummer, dazu gleich der BMW Wien-Heiligenstadt
Nur scheint es sich hierbei um ein paar Rotznasen ohne Migrationshintergrund gehandelt zu haben, denen einfach ein bisserl fad war.

Marlon62
30
18.11.2009, 10:09
Auch, wenn es dem Rotstrichler nicht passt:

Die Eltern dieser Rotznasen sind am rechten Rand der politischen Landschaft angesiedelt. Nix da mit "linken Anarchos".

Marlon62
00
12.11.2009, 16:38
Wenigstens gleich ein hinweisender Link unter dem Artikel.

Ich bezweifle aber, dass die Berliner derstandard.at lesen.

Sogenet
00
11.11.2009, 16:27
Das ist sicher eine Aktion für die marode Autoindustrie.

phoenixdrache
 
00
11.11.2009, 15:54
falscher ansatz...

in amsterdam schmeißen sie die smarts in die grachten, in berlin brennen die volkswagen und die suvs werden mehr und mehr und mehr...eine schande...

caranx
310
11.11.2009, 15:32
"Wer hinter den Brandanschlägen steckt, ist unklar"

Wie bitte? Unklar soll das sein?
Es sind Linksextremisten und Anarchos.

pfarrer wiese
60
12.11.2009, 12:33
haben sie selbst ein auto abgefackelt

weil sie so genau wissen wer das war ?

Vintageologist
 
01
21.11.2009, 11:32
Neid...

ist eine Linke Domäne.

" die allesamt angeben, gegen die teure Sanierung alter Wohngebiete, Militarismus, Rassismus und Atompolitik zu kämpfen."
Captain Obvious?

Bulkhead
18
11.11.2009, 14:52
Uff

Autos anzünden ist ein Mittel des Protests das ich in keiner Weise gutheissen kann. Abgesehen davon, dass es grundsätzlich verwerflich ist geht es in den meisten Fällen meilenweit an den möglichen oder tatsächlichen Zielen vorbei. Mit brennenden Autos bringt man weder den Kapitalismus noch die Atompolitik zu Fall - nicht mal annähernd.

Was mich ebenso ankotzt wie abgefackelte Autos ist die Idee die hier oft kommt wonach Linksextremisten unantastbar wären. Dafür hätte ich doch gerne mal nähere Erklärungen mir scheint das wenig nachvollziehbar. Das Problem ist ja, dass ein Auto recht einfach und unauffällig abzufackeln ist und nicht, dass die Justiz die Straftäter mit Sanfthandschuhen anfasst - sie kann sie nur schwer greifen.

Schnapphahn
00
11.11.2009, 14:35

Ich sollte demnächst mal wieder nach Berlin fahren. Mein Auto hat schon schon knapp 6 Jahre auf dem Buckel.

Ich fahr in die Tropen - juhu!!!
01
11.11.2009, 15:31

Versicherung und Grillanzünder nicht vergessen.

Hilfe! Bin gefangen im System!
213
11.11.2009, 14:34

natürlich sind das kriminelle Handlungen, schließlich ist ja alles verboten was die herrschende Klasse gefährdet

Frei nach dem Zitat:
"What other people call a crime, I call justice"
von PHOOLAN DEVI (10.4.1963 – 25.7.2001)

ardilla
00
11.11.2009, 21:52

Naja, wenn ich das Fahrrad eines Angehörigen der "nicht herrschenden Klasse" anzünde, ist das auch ein Verbrechen.

ibinswieda
 
40
11.11.2009, 17:23

war schön, wieder mal was von Phoola Devi zu lesen.
I love Ph. D. Starke Person, hartes Schicksal.

Jr Ewing
28
11.11.2009, 16:35

Was ist das für ein Idiotenkommentar?

Sogenet
24
11.11.2009, 16:28
Wieder auf die Tabletten vergessen?

Eine Kreatur
13
11.11.2009, 14:29
das ist die deutsche automobilindustrie ..

ihre luxuskarren kauft denen keiner mehr ab, deshalb müssen sie für nachfrage sorgen .. und die verschrottungsprämie hat die normalsterblichen auch schon gesättigt ;-)

naja, manche selbsternannten weltretter und "gegen bonzen" gruppen sind halt wieder aktiv .. dass sie damit der automobilindustrie nur nutzen und nur denen schaden, die unterversichert und von ihren fahrzeugen abhängig sind, ist denen wohl egal ..
soetwas nenne ich nicht einmal ansatzweise "linke" politik ..

Rinaldo Rinaldini
00
11.11.2009, 15:39
voellig falsh. die detuschen luxus wagen (BMW, Mercedes, Porsche) erfreuen

sich auch im Ausland sehr grosser Beliebtheit. Diese Autos sind ihrer Preisklasse wohl die besten Autos die es gibt. Du musst halt mal raus aus deinem kleinen Oesterreich...besuch mal London, Moskau, Kiev oder Hongkong und du wirst sehen wie erfolgreich diese Automarken sind.

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