Roter Flitzer zwischen Wien und Zürich

10. November 2009, 18:59
  • Mit Fahrplanwechsel im Dezember wird der Zug, der 230 Stundenkilometer
fahren könnte, wenn es die Hochgeschwindigkeitstrasse dafür gäbe,
zweimal täglich Zürich und Wien verbinden.
    foto: öbb

    Mit Fahrplanwechsel im Dezember wird der Zug, der 230 Stundenkilometer fahren könnte, wenn es die Hochgeschwindigkeitstrasse dafür gäbe, zweimal täglich Zürich und Wien verbinden.

ÖBB baut Fernverkehr aus, damit wird auch Verbindung nach Vorarlberg schneller

Wien/Zürich - 40 Minuten schneller wird die Zugverbindung zwischen Wien und Zürich, zwischen Wien und Vorarlberg wird man eine halbe Stunde einsparen. Möglich macht das der neue Komfortzug der ÖBB. Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB Personenverkehr AG, und Vincent Ducrot, Leiter der SBB Personenverkehr, präsentierten am Montag bei einer Rundfahrt um den Zürichsee den "railjet".

Mit Fahrplanwechsel im Dezember wird der Zug, der 230 Stundenkilometer fahren könnte, wenn es die Hochgeschwindigkeitstrasse dafür gäbe, zweimal täglich Zürich und Wien verbinden. Für Ducrot ein "erster Schritt" zum Zwei-Stunden-Takt, den man Ende 2010 realisieren möchte. Für Lutter und die ÖBB ist die neue railjet-Strecke ein weiteres Etappenziel bei der Qualitätsverbesserung des Fernverkehrs. Der railjet, seit Dezember 2008 bereits zwischen Wien und München bzw. Wien und Budapest im Einsatz, ist der erste moderne Fernzug der ÖBB. Bisher hatte man alte Garnituren aufgepeppt. 67 neue Garnituren habe man, so Lutter, bestellt. Bis 2014 sollen sie auf Schiene gehen. Ist die Trasse Wien-Attnang-Puchheim ausgebaut, wird der Hochgeschwindigkeitszug in diesem Abschnitt auch sein Maximum von 230 km/h fahren können. Investiert werden in die neuen Züge 817 Millionen Euro.

Der railjet wird aber mehr als Komfort-, denn als Highspeed-Zug vermarktet. Luxus in drei Klassen sollen die acht Stunden bis Zürich oder 6,5 Stunden bis Feldkirch verkürzen. In der Premium Class wartet man mit Catering von Meinl am Graben auf, Essen und Getränke sind im 25-Euro-Aufschlag auf das Ticket der 1. Klasse enthalten. Obwohl die Strecke Wien-Zürich vor allem Touristen anspricht, will man auch Businesskunden überzeugen. Mit Steckdosen an jedem Ledersitz in der Premium und 1. Klasse, Beinfreiheit und Leselampen. In der Economyklasse gibt es die Steckdose nur für jeden zweiten Sitz.

Bei der Ausstattung ließ sich die ÖBB von Behindertenverbänden beraten. In der 1. Klasse sind drei Plätze zum Economy-Tarif für Rollstuhlfahrer reserviert, zudem ein Hebelift und ein barrierefreies WC.

Wenig Freude mit dem railjet haben Wels und jene Tiroler Gemeinden, die der rote Flitzer links liegen lässt. Lutter: "Einige Gemeinden verlieren den Anschluss an den railjet." Denn der railjet sei in erster Linie als Fernverbindung zwischen Zürich, Innsbruck, Salzburg und Wien gedacht. (Jutta Berger, DER STANDARD Printausgabe, 11.11.2009)

 

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was war das noch eine gemütliche fahrt mit dem transalpin

wo auch die landschaft noch in ruhe angeschaut weden konnte

ohne plan ...

aktuelles beispiel der ÖBB-kundenorientierung:

ein sehr gut ausgelasteter pendlerzug von wien westbahnhof mit halten in st.pölten, amstetten und linz.
okay ... was macht man da? richtig! man streicht den zug, ersetzt ihn durch einen fernverkehrszug (anm.:davon gibt es auf der strecke pro stunde nun drei, jeweils einer ist ein railjet) und der halt in amstetten fällt weg - ist ja nur für pendler interessant.
konsequenz: täglich 200-250 enttäuschte fahrgäste ohne zug und 5 minuten zeitersparnis für fernreisende die schon wie gesagt zwei andere züge pro stunde haben ... danke öbb, danke liebe frau minister

ps: alle die uns betroffenen pendlern in diesem fall helfen wollen - schreibt eine kurze beschwerde an anregungen.kritik@pv.oebb.at

jetzt habe ich einmal die fahrplanauskunft der ÖBB strapaziert:

und finde einen railjet, der um 07.20 in wien abfährt und 8std nach Zürich braucht.

um 09.20 fährt ein richtiger zug (mit bordrestaurant, fahrradmitnahme etc.), der braucht auch 8h;

jetzt frage ich mich, ist die fahrplanauskunft falsch?

oder sind die ÖBB vernünftiger als sie selbst zugeben wollen und führen zumindest einen ordentlichen zug richtung zürich?

ganz vergessen.

das taktloch zwischen 06:53 und 10.53 (08:53) in der relation salzburg - unterinntal existiert noch immer.

ein Halt in kufstein und/oder wörgl kostet wirklich nicht soviel zeit und würde zb. eine tagestour zum achensee, nach jenbach, schwaz, ins zillertal etc (ob beruflich oder in der freizeit sei dahinsgestellt) erleichtern. derzeit ist solch eine fahrt praktisch an einem tag nicht möglich, oder nur zu nachtschlafener zeit (für die länge der relation)

Ist zumindest zum ÖBB-Tarif ein Taktloch. In Salzburg und Rosenheim umsteigen geht schon.

eh, nur ind das eine regionalzüge und das andere fernzüge und dem vorteilscardbesitzer gegenüber ist's sowieso eine frotzelei.

ich hoffe, dass mit fahrplanwechsel ab 13. 12. 2009

die elendslangen öden eigenlobgesänge in den RJ endlich verschwinden. leider gibts von wien nach budapest dann nur mehr diese unbequemen RJ, die alten ungarischen waggons mit den 6er abteilen waren wesentlich bequemer.

ich wette:

kein einziger öbb-entscheidungsträger wird für einen termin in zürich die 8-stunden-fahrt auf sich nehmen sondern den flieger nehmen!

wann kapieren die endlich:
*nicht die langstrecke ist wichtig, die kurzen und mittleren strecken sind es.
*nicht der aufwändig gestylte bahnhof ist wichtig, sondern dass der zug pünktlich einfährt.

aber solch wirklich wichtigen sachen sind für die bahn nebensache. schließlich kann man sich beim kauf eines railjet oder bei der eröffnung eines neuen bahnhofs im blitzlichtgewitter sonnen...

Der Railjet fährt ja nicht Wien-Zürich ohne Halt

sondern man kann und darf auch in Salzburg oder Linz aussteigen, was eine - abgesehen von der Abschaffung der Raucher-Waggons - eine feine Bahnfahrt ist.

lg
Dimple

Bei der Ausstattung ließ sich die ÖBB von Behindertenverbänden beraten ?

Die ÖBB waren entweder schlecht beraten oder Sie haben sich um die Antworten der Behindertenverbände nicht gekümmert. Schließlcih bietet der Railjet im Vergleich zum ICE keinen barrierefreien Zugang. RollstuhlfahrerInnen werden weiterhin das umständliche Prozedere der Reservierung eines Einstiegliftes absolvieren müssen.

Der Hebelift sollte doch fahrzeuggebunden sein, das ist schneller und vor allem flexibler - also ein Fortschritt.

"Railjet weiter im Sinkflug" - Eisenbahn Österreich 11/2009

Railjet - Schmankerl in der Rubrik "Heissläufer und Flachstellen"

Beispiel: Es werden IC - Züge mit Railjet-Garnituren geführt (z.B. IC548). Da aber im IC die Premiumklasse nicht angeboten wird, werden die Premium-Abteile (im Steuerwagen) versperrt. Damit ist aber auch dem Lokführer im geschobenen Betrieb (Steuerwagen voran) der Fluchtweg (im Falle eines Aufpralls) versperrt. Dies hatte schon Proteste des Arbeitsinspektorats zur Folge.

Wegen lauftechnischer Probleme (Schlingerdämpfer) besteht angeblich auch ein RJ - Fahrverbot über den Semmering.

na wartet mal bis ein wochenende mit ein bisschen mehr passagieraufkommen kommt. da wird der züg mit seinen lächerlichen 300 und irgendwas sitzplätzen hoffnungslos überfüllt sein. und wenn zwei zusammengehängt werden gehen auch weniger leute rein als in die züge, die derzeit fahren, da ein waggon für die premium klasse verschwendet wird

ich find die anzahl der ersteklassesitze generell zumeist zu großzügig bemessen. zwischen wien und innsbruck immer zwei ersteklasse waggons. zumeist nichtmal annähernd halbvoll. und in der zweiten klasse stapeln sich die leute schon beinah übereinander. auch einem ersteklasse passagier ist ein normal ausgelasteter waggon zuzumuten.

8 Stunden, unglaublich.

Das ist ja wirklich nur was für Freaks und Fetischisten. Inklusive Verspätung lieg ich in der selben Zeit schon in der Karibik am Strand...

wohl schon laenger nicht geflogen oder? Da verbringens schon leicht mal 4 h am Flughafen (bei einmal umsteigen)

fahre oft VIE - MUC mit ÖBB,

und der railjet is ok aber halt push-pull technologie und mit ICE nicht vergleichbar. Aus Platz Wohlfühl Sicht fährt es sich im ICE angenehmer. Aber das ist subjektiv... wichtig wäre wann er die 4h knackt?

ICE 1 und ICE 2 sind auch Push-Pull.

ICE ist Top und wie sie sagen auch zeitgemässer, ÖBB will halt net in Triebwagen investieren, und hat mit dem RJ alle Nachteile beider Systeme erhalten...

Schnell wäre besser

vor 14 Tagen bin ich das erste Mal Railjet gefahren. Von Wien nach Budapest 3:20h (laut Fahrplan etwas kürzer). In den 90er Jahren gab es Züge, die diese beiden Städte in 2:25h verbunden haben. Die hatten zwar keine tollen Displays, und nicht alle 20 Minuten Werbung für den tollen Railjet, aber es gab Sitzplatz-Service (damals hieß das Buffet-Wagen), bequeme Sitze und eine gute Verbindung.

Jetzt ist es teurer und langsamer. Wir gratulieren der Staatsbahn!

echt, früher fast eine stunde kürzer? wie das? arg.

Ganz einfach: kürzere Strecke

Früher sind die Züge von Wien Ost nach Budapest Deli (Süd) gefahren. Jetzt fährt er von Wien West nach Budapest Keleti (Ost), d.h. er fährt jeweils 20 Minuten durch Wien bzw. Budapest spazieren. In beiden Fällen werden schwache, innerstädtische Verbindungsbahnen benutzt, auf denen es häufig zu Verspätungen kommt. So war der Zug von Wien West in Bruck/Leitha bereits 10 Minuten verspätet, bis Komarom war die Verspätung weg, dafür hat der Zug im Stadtgebiet von Budapest wieder 20 Minuten aufgerissen.

Wien Ost - Deli war schon die kürzeste Variante, aber dafür hast in Deli so gut wie keine FV-Anschlüsse, die gibt's sehr wohl am Keleti.

das hilft herzlich wenig, wenn der Zug wieder mal eine halbe Stunde aufwärts Verspätung hat.

Was brauch ich bei jedem Sitz eine Steckdose?

ich kann mir ja den Strom mit dem Nachbarn teilen! Jeder nimmt halt nun 110 Volt, und die Sache ist erledigt.

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