derStandard.at-Interview

"Widerstand der Länder ist gewaltig"

11. November 2009 10:22
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    "Wenn die Länder in der Gesetzgebung so viele Kompetenzen haben, dann wäre es natürlich sinnvoll, wenn man die Einnahmen, Ausgaben und Aufgaben-Verantwortung zusammenführt."

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    Fiedler: "Einen gewissen Optimismus habe ich schon noch."

Franz Fiedler, ehemals Vorsitzender des Österreich-Konvents findet Österreichs Föderalismus "nicht sinnvoll"

"Das Burgenland hat sicher mehr Ähnlichkeiten mit West-Ungarn als mit Vorarlberg", sagt Franz Fiedler und plädiert damit für eine stärkerer Zusammenarbeit zwischen einzelnen Landeskreisen. Dass Einnahmen, Ausgaben und Aufgaben-Verantwortung bei Ländern nicht zusammengefasst sind, kritisiert er: "Gerade Landeshauptleute können manchmal durchs Land ziehen und das Füllhorn ausschütten." Ein Gespräch mit dem "Sparmeister der Nation" über Bundesländer-Zusammenlegung, Identifikation und warum Kapitulation nicht in Frage kommt. Die Fragen stellten Saskia Jungnikl und Rosa Winkler-Hermaden.

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derStandard.at: Sie haben es kürzlich als ein "Verbrechen am Steuerzahler" bezeichnet, dass die Verwaltungsreform nach wie vor ausständig ist. Warum trauen sich die verantwortlichen Politiker Ihrer Ansicht nach nicht drüber?

Franz Fiedler: Das Haupthindernis sehe ich in den scheinbar unüberwindlichen Differenzen zwischen Bundes- und Landespolitikern. Die Hartnäckigkeit der Landespolitiker ist sehr groß. Eine sinnvolle Neu-Aufteilung der Kompetenzen zwischen Bund und Ländern sollte im Interesse des Bundes liegen, was ja auch immer wieder so bekundet wird, ob vom Kanzler oder Vizekanzler. Das liegt daran, dass eine Budgetentlastung damit verbunden wäre. Die Bundespolitiker sollten sich stärker auf ihre Hinterfüße stellen.

derStandard.at: War der Wille zur Reform schon einmal größer?

Fiedler: Auf jeden Fall 2003, als der Österreich-Konvent einberufen wurde. Damals waren alle Parteien dafür, eine umfassende Staatsreform vorzubereiten. Die Vorschläge, die dort erarbeitet wurden, liegen auf dem Tisch, aber wenn es darum geht Umsetzungsschritte zu setzen, ist man nicht so mutig, wie dies notwendig wäre.

derStandard.at: Wo schmerzen die Mehr-Ausgaben am meisten?

Fiedler: Im Gesundheits- und Schulwesen ist sicher das größte Sparpotential - ohne Qualitätsverlust - vorhanden. Die Größenordnungen gehen bis zu drei Milliarden Euro jährlich, sollte man allein im Gesundheitsbereich die Strukturen grundlegend ändern. Aber da ist der Widerstand der Länder gewaltig und ohne die geht es nicht.

derStandard.at: Kritik kommt immer wieder am Finanzausgleich. Vom Bund wird der Großteil der Steuern eingehoben und dann werden die Gelder auf die Länder und Gemeinden aufgeteilt. Die genauen Finanzflüsse sind oft unklar. Sollten Bundesländer eigene Steuern einheben?

Fiedler: Das ist eine Forderung, die schon von mehreren erhoben wurde und jeder von ihnen hat heftigen Protest geerntet. Ich auch. Aber wenn die Länder in der Gesetzgebung so viele Kompetenzen haben, dann wäre es natürlich sinnvoll, wenn man die Einnahmen, Ausgaben und Aufgaben-Verantwortung zusammenführt. Das ist nicht der Fall.

derStandard.at: Warum sind die Länder dagegen?

Fiedler: Sie sagen, wenn es dabei steuerlichen Gestaltungsspielraum gebe, zum Beispiel bei den Sätzen der Einkommenssteuer, kommt es zu einem komparativen Föderalismus, mit Wettbewerbscharakter. Das wollen sie nicht. Sie sagen, jetzt haben sie einen solidarischen Föderalismus. Da muss man entgegenhalten: In der Schweiz gibt es sehr wohl ein solches System, das sich bewährt hat. Es kann streckenweise zu kleineren Unterschieden kommen, aber dass es zu einem endlosen Senken der Steuern führt: Das stimmt einfach nicht. Wenn schon Föderalismus, dann ein solcher, der funktioniert. Und unserer ist nicht sinnvoll.

derStandard.at: Eva Glawischnig, die Chefin der Grünen sagt: "Ich finde, dieser bequeme Job des Landeshauptmannes, ausschließlich Geld auszugeben und Bandln durchzuschneiden, ist zu hinterfragen." Sollen die Landeshauptleute abgeschafft werden?

Fiedler: Ich würde es nicht so weit treiben und sagen, dass es die ausschließliche Tätigkeit ist. Aber zum Teil hat sie sicher recht. Man tut sich in den Ländern leicht, Geld, das man nicht eingehoben hat, auszugeben. Und gerade Landeshauptleute können manchmal durchs Land ziehen und das Füllhorn ausschütten, dass sie nicht selbst gefüllt haben. Diese Tendenz ist da.

derStandard.at: Ein Grund mehr für die Bundespolitik, Reformen zu verwirklichen.

Fiedler: Das ist durchaus richtig. Wir haben ja einen Bundesrat. Und es ist vielleicht übersehen worden, dass im Jahr 1984 eine Verfassungsnovelle beschlossen worden ist, in der Artikel 44, Absatz 2 drinnen steht: Wenn die Kompetenzen der Länder in Gesetzgebung und Vollziehung geschmälert werden, bedarf es einer qualifizierten Zustimmung im Bundesrat zu einer zwei Drittel Mehrheit. Das ist schon ein Druckmittel.

Nur wird es nicht so ausgeübt, dass der Bundesrat seine Proteste ständig kund tut, sondern man muss schon vorher die Bundesländer an Bord holen. Das heißt: Es geschieht in der Regel in Gesprächen mit den Mächtigen der Bundesländer und das sind die Landeshauptleute.

derStandard.at: Das heißt, der Bundesrat ist mächtiger als man glaubt?

Fiedler: In diesem Punkt schon, ja.

derStandard.at: In Dänemark wurden 2007 die bis dahin bestehenden 13 Regionen auf fünf reduziert, 270 Gemeinden in 98 zusammengefasst. Warum erscheint das in Österreich so utopisch?

Fiedler: Der Unterschied ist, dass Dänemark oder Norwegen oder Schweden, nicht föderal strukturiert sind. Echte Bundesstaaten gibt es in Europa ohnehin nur ganz wenige. Departements wie in Frankreich lassen sich leichter zusammenfassen. Bestrebungen, die Bundesländer in Österreich zusammenzulegen, gibt es seit Anfang des Jahrhunderts. Das Burgenland hat sicher mehr Ähnlichkeiten mit West-Ungarn als mit Vorarlberg.

Würde man Landeskreise zusammenlegen, würde das natürlich eine Ersparnis mit sich bringen: Ein Landtag weniger, ein Landeshauptmann weniger und so weiter. Vorarlberg hätte in anderen Ländern bestenfalls den Status eines Landkreises. Aber ich halte diese Theorie für irreal.

derStandard.at: Wie ist das bei Gemeinden?

Fiedler: Das ist was anderes. Da könnte man schon eher zusammenlegen, aber es gilt die einhellige Meinung: Nicht gegen den Willen der Gemeindebürger.

derStandard.at: Wie ausgeprägt ist die Identifizierung der Österreicher mit den Landeshautleuten, den Bürgermeistern?

Fiedler: Sehr ausgeprägt. Auch was die Zugehörigkeit zu einem Land betrifft. Aber ich glaube nicht, dass es dem einzelnen Landesbürger darauf ankommt, ob die Kompetenzen der Bauordnung beispielsweise beim Land oder beim Bund gelagert sind. Bei den Gemeinden ist es sicher stärker ausgeprägt, auch was den Unterschied zu anderen Ländern angeht. Das liegt auch daran, dass wir im Westen eine alpin geprägte Landschaft haben, mit Tälern, hier wird sich eine Zusammenlegung nicht so einfach erreichen lassen. Aber da ist sicher was drinnen.

derStandard.at: Glauben Sie, dass sich jemals etwas tun wird?

Fiedler: Einen gewissen Optimismus habe ich schon noch. Nicht zuletzt, weil immer wieder das Diktat der leeren Kassen betont wird, die in der Regel eine Schubkraft entwickeln können. Aber vielleicht ist die Leere der Kassen noch nicht genug. Man sollte aber keinesfalls die Flinte ins Korn werfen - das käme einer Kapitulation gleich und das kommt nicht in Frage.

derStandard.at: Immer wenn es um mögliche Kandidaten für die Bundespräsidentschaftswahl geht, fällt auch Ihr Name. Hat bei Ihnen schon jemand angefragt?

Fiedler: Es ist von der ÖVP niemand an mich herangetreten. Ich bin auch niemand, der darauf wartet, angesprochen zu werden. Erst wenn mich jemand konkret und seriös anspricht, werde ich beginnen mir Gedanken zu machen. (Saskia Jungnikl und Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 11.11.2009)

Zur Person: Franz Fiedler (65) studierte Jus in Wien. 1980 wechselte er in die Politik und wurde Sekretär des VP-Parlamentsklubs. Von 1992 bis 2004 war er Rechnungshofpräsident, ab 2003 war Fiedler der Vorsitzende des Österreich-Konvents.

Kommentar posten
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matt zinger
22.11.2009 11:36
jo mei!

es wäre schon an der zeit, daß bei uns in österreich einfach mal irgendwo verwaltungsmäßig angesetzt wird! wo ist eigentlich egal - ob bei gühren und abgaben aus kaiserszeiten, bei den bundesländern, bei den inkompetentenzen der gemeinden - haupsache einfach anfangen.
lebe mehr als 10 jahre in tschechien, ist ja auch nicht grade alles das gelbe vom ei hier, aber in dem tempo, in dem sich die behörden&verwaltung hier modernisiert, da kann sich österrreich bal warm anziehen, wenn nicht bald was passiert. bussi, bussi!

matter
13.11.2009 19:01
Gesundheitsbereich <-> Selbstverwaltung

Da könnten wir uns mit Strukturmaßnahmen ein Gesundheitssystem - ohne Qualitätsverlust - locker leisten und die Krankenkassen preisen noch immer die Selbstverwaltung. Da ist ja echt zum ....

El Chó
13.11.2009 13:03
Mein Vorschlag:

Tirol, Salzburg & Vorarlberg zusammen
OÖ, NO, Wien zusammen
Kärnten*, Steiermark und Burgenland zusammen.

Bildung und Gesundheit als reine Bundeskomptenez.

*Kärnten könnte man eventuell auch einfach Solvenien schenken...

Than gorodrim
17.11.2009 14:37
Bildung und Gesundheit als Bundeskompetenz, wie witzig

Mal was von 'selektiver Wahrnehmung' gehört? Nein? Sehns^^
Beim Bund hats alle 500 Meter einen Internisten, alle 1000 Meter ein Krankenhaus und eine Schule. Und Sie glauben allen Ernstes, dass ein Mensch bei dieser Grundausstattung in den Bereichen Bildung und Gesundheit auch nur einen blassen Schimmer von Ahnung hat, wies jemand geht, dessen Internist 30 Kilometer entfernt wohnt und dessen tägliche Pendelstrecke zur AHS 40 Kilometern beträgt.
Je weiter weg (geografisch) die Verwaltung, desto weniger Verständnis hat sie für Bedürfnisse der Bevölkerung. Schon ein Kreuz, das mit der 'selektiven Wahrnehmung'!
Stellns Ihna vor: Vom Grinzinger Friedhof bis zum Kurpark Oberlaa weder Schule noch Internist noch Krankenhaus. Viel Spass !!^^

Jens Kampe
12.11.2009 15:27
Als ich vor ein paar Jahren...

...zum ersten Mal hörte das Österreich Bundesländer hat, staunte ich schon nicht schlecht. Als ich mich daraufhin weiter erkundigte und feststellte, dass es gleich neun an der Zahl sind, fiel ich fast vom Stuhl.

Von daher meine liebe Nachbarn: Hört auf mit dieser "Kleinststaaterei" und investiert die dadurch gesparten Milliarden in eure Universitäten, Integrationsförderungsprogramme oder meinetwegen auch "nur" zum Schuldenabbau. In jedem Ressort wäre das Geld besser aufgehoben.

Jens Kampe
12.11.2009 20:47
Da brauche ich mich gar nicht erst in fremde Länder umschauen, ...

...denn auch bei Uns hier in Deutschland gibt es das ein oder andere "überflüssige" Bundesland. Siehe Bremen, was man sinnigerweise mit Niedersachsen zusammenlegen sollte. Aber das sind Ausnahmen. Bei Euch ist ja jedes Bundesland so klein, dass es keiner einzelnen Verwaltung bedarf und man dadurch en masse Unkosten dem Steuerzahler aufbürgt.
Zumal ihr Vorschlag (die Bundesebene abzuschaffen) nicht wirklich ratsam wäre. Dann hätten wir eine EU mit unzähligen Kleinstländern. Und da jeder länderübergreifende Zusammenschluss auch wieder aufgelöst werden kann (siehe SU) wir so wieder in eine Zeit katapultiert werden würden, wie vor 1848. Kurzum: Kleinstaaterei. Da setzt man besser auf dem Bund. So bliebe zumindestens das Ganze erhalten.

Than gorodrim
17.11.2009 13:03
Antwort, die Zweite

Geschätzter Jens,
Ihre Vergleiche hinken.

Die SU war ein totalitäres System, kein freiwilliger Zusammenschluß. Ein freiwilliger Zusammenschluß dieser Größenordnung ist bislang einzigartig in Europas Geschichte. Daher taugt auch Ihr Verweis auf 1848 nicht als Vergleich.
Ich bin für eine Machtverteilung zwischen EU und den Ländern nach dem Subsidiaritätsprinzip. Dann gäbs 1 STVO, 1 Tierschutzverordnung, 1 Außenpolitik, 1 Militärpolitik, 1 Steuerpolitik, ...
aber eben auch, zB., die Gesundheitsversorgung vor Ort und zudem 1 demokratisches Parlament, das seinen Namen verdient.
Wenn schon, dann bin ich zuallererst Europäer und dann Salzburger. Übrigens, etliche Staaten gabs vor 200 Jahren noch gar nicht, zB. Italien, Dtl, Ö, SF ...

Than gorodrim
17.11.2009 12:36
Ausnahmen

Geschätzter Jens,
Wyoming ist [einwohnermäßig] kleiner als Salzburg, kein US-Bundesstaat?
Alaska, North Dakota und Vermont kleiner als Tirol, keine US-Bundesstaaten?
Rhode Island, Montana, Delaware und South Dakota kleiner als die Steiermark, keine US-Bundesstaaten?
Maine, New Hamshire und Hawaii kleiner als Oberösterreich, keine US-Bundesstaaten?
Idaho kleiner als Niederösterreich, kein US-Bundesstaat?
So auf die Schnelle haben Sie 12 (!!) US-Bundesstaaten ihren Status abgesprochen. Von Bremen red ich nicht, aber was ist mit dem Saarland? Fast alle dänischen Landesteile sind kleiner als NÖ ... abschaffen?
Warum nicht die Länder lassen und die jeweiligen Bundesstrukturen auflösen? Leute haben eher Länderbezug, weniger zum Bund.

Than gorodrim
12.11.2009 16:36
Schon mal ...

... einen Blick auf andere Länder Europas geworfen?

Nein, tja, lernen Sie Geografie!

Noch was: immerhin sind 12 (!!) US-Bundesstaaten einwohnermäßig kleiner als unser NÖ. Sic !!

Man könnt schon Geld sparen: einfach die Bundesebene in jedem europäischem Staat abschaffen.

Wer braucht schon den Bund?
(wenn er EU und Länder hat)

Jens Kampe
12.11.2009 20:56
Vorheriger Beitrag galt natürlich Dir und nicht mir.

Dieses Thema macht mich einfach wuschig, weshalb ich da schon durcheinander komm. ;-)

derfalke
12.11.2009 15:32
Preußische Ratschläge sind in Österreich kaum gefragt.

Wie sagen die Urbayern so schön:

"Geht's schei..n, Sauprei..n"
;-)

El Chó
13.11.2009 12:59

Was sind denn Sie für einer...?

Muss mich schon wieder fremdschämen...

12.11.2009 13:51
Wieviele Landtagsabgeordnete braucht das Burgenland?


hier abstimmen:

http://bit.ly/3dpEZJ

Than gorodrim
12.11.2009 16:29
Wieviel Bundesabgeordnete braucht das Land?

jetzt nicht abstimmen, weil die Antwort sowieso klar ist

k e i n e n Einzigen !!

Wer braucht schon den Bund?

(wenn er EU und Länder hat)

Than gorodrim
12.11.2009 08:54
konsequent europäisch

Wer braucht schon den Bund?

Konsequent dem Subsidiaritätsprinzip gefolgt: die EU soll regeln, was der EU entspricht (etwa Steuergesetzgebung, Militärisches, Außenpolitik, STVO, etc.) - selbstredend mit demokratisch schlagkräftigem europäischem Parlament.

Alles, was nicht zur EU muss, subsidiär auf die Länder verteilen - Ersparnis: 13 Ministerien und 183 Abgeordnete; natürlich auch den Budesrat. Der wird nach Auflösung des Bundes nicht mehr gebraucht. Modelle der Zusammenarbeit länderübergreifend (Burgendland & West-Ungarn) oder auch bundesländerumfassend sind Verhandlungssache der einzelnen Länder. Wer braucht dazu schon den Zuruf vom Bund (aus Wien)? btw einwohnermäßig gesehen ist Niederösterreich größer als 12 US-Bundesstaaten.

Alban Albano
22.12.2009 22:27
Wer benötigt in Zeiten der EU Bezirkshauptmannschaften

und Landesregierungen? In Wahrheit nur die dort Beschäftigten. Wie "Than gorodrim" wahrscheinlich.
Zwergerlbundesländer wie Vorarlberg und Burgenland sind einfach ein nicht mehr leistbarer Luxus auf Kosten der Steuerzahler.

lemming0815
12.11.2009 08:53
Das Burgenland hat sicher mehr Ähnlichkeiten mit West-Ungarn als mit Vorarlberg

...und das ist ein argument für eine zusammenlegung der bundesländer?

verstehe ich nicht

Mathias
 
12.11.2009 08:50
Das Haupthindernis sehe ich in den scheinbar unüberwindlichen Differenzen zwischen Bundes- und Landespolitikern.

An dem kankt doch die ganze Republik! Jetzt rächt sich eben diese Proporz- und Freunderlwirtschaft auf Bundes- und Landesebene!

Eine wirkliche Entlastung für die Bürger ergibt sich über einfachere Gesetze und auf eine Entwirrung der Kompetenzenaufteilung zwischen Bund, Land und Gemeinden!

Solange das nicht in Angriff genommen wird, ist alles Gerede darüber nur sehr sehr heisse Luft!

ordinaryvan
12.11.2009 08:49

"Sie sagen, wenn es dabei steuerlichen Gestaltungsspielraum gebe, zum Beispiel bei den Sätzen der Einkommenssteuer, kommt es zu einem komparativen Föderalismus, mit Wettbewerbscharakter. Das wollen sie nicht. Sie sagen, jetzt haben sie einen solidarischen Föderalismus. Da muss man entgegenhalten: In der Schweiz gibt es sehr wohl ein solches System, das sich bewährt hat. Es kann streckenweise zu kleineren Unterschieden kommen, aber dass es zu einem endlosen Senken der Steuern führt: Das stimmt einfach nicht. Wenn schon Föderalismus, dann ein solcher, der funktioniert. Und unserer ist nicht sinnvoll."

Nagel auf den Kopf! Danke Herr Fiedler! Leider werden Sie jetzt im Forum vermutlich gebasht, weil Sie das Wort Wettbewerb verwendet haben...

Silvio Lackner
12.11.2009 08:39
Wad hat eigentlich der Konvent wirklich Epochales geschaffen?

Ich fand nur folgendes:

die Senkung des aktiven Wahlalters auf das vollendete 16. Lebensjahr,
– die Einführung der Briefwahl, wobei der Wahrung des Wahlgeheimnisses besonderes Augenmerk
gewidmet werden soll, und
– Vereinfachung des Wahlvorgangs im Ausland sowie
– die Verlängerung der Gesetzgebungsperiode ab der XXIV. Gesetzgebungsperiode auf fünf Jahre

Sind da auch nur leisest neue Kompetenzverteilungen oder gar neue Bundesländer angedacht worden?

Hugo Stiglitz
12.11.2009 08:10

Frage: wer trifft dann die Entscheidungen zB. für Vorarlberg und wo werden diese getroffen wenn es nach den Plänen Fiedlers geht? Ich denke darin liegt der "Hund". Die Leute außerhalb Wiens wollen nicht ausschließlich von Wien regiert werden. Es gibt lokale Anforderungen die man nur vor Ort sehen und entscheiden kann.

farbrauschen
12.11.2009 11:03


wie fiedler gesagt hat: wenn jedes landl seine steuergelder selber einhebt, kann es auch selber entscheiden - ist doch fair...

und, btw: vorarlbeg ist nicht ganz aus der welt.
noch!! ist es binnen eines einzigen tages mit dem zug zu erreichen. für vor-ort-entscheidungen.

Josua
12.11.2009 08:05
Mittelbare Bundesverwaltung

Was Herr Fiedler zu ignorieren scheint ist, dass die Landeshauptleute im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung auch viele Aufgaben des Bundes übernehmen. Schafft man die Landeshauptleute ab, muss diese Aufgaben wer anderer übernehmen, wahrscheinlich ein Regierungspräfekt mit einer neuen Behörde. Derzeit ist ja der Landeshauptmann so nebenher auch Regierungspräfekt. Wobei der Landeshauptmann seine eigentlich Macht aus dieser Funktion bezieht, da er im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung sehr viel Geld verwalten kann, zum Beispiel die ganze Bundesstraßenverwaltung. Nimmt man dem LH diese Funktion, ist auch die Macht dahin.

Chris Haslacher
 
12.11.2009 07:33
Fiedler und sein Akademikerbund haben schon recht.

Es braucht aber noch starke Überzeugungskraft und wohl auch Druck.

silent_trust
 
12.11.2009 06:23
Fiedler hat schon recht!

leider auch damit, dass es auch in Zukunft an den Landeskaisern scheitern wird.
Ist doch völlig logisch, dass diese NIE ihre bequeme Position nicht aufgeben wollen.
Sie geben Geld aus, für dass sie nicht gerade stehen müssen. Welche Motivation hätten sie denn, daran was zu ändern?
Dass sie damit dem Land und damit auch jedem einzelnen Österreicher direkt schaden, juckt sie nicht im Mindesten- und wird auch von großen Teilen der Bevölkerung gar nicht wahrgenommen.
Solange sie auf Kosten des Bundes Zuckerl verteilen können um bei der nächsten Wahl wieder zu gewinnen, wird sich nichts ändern.

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