Claudia Schmied

Masterplan für Museen kommt bis Ende 2009

10. November 2009, 14:27

Die Kulturministerin will auch Finanzierungs-Vorschläge vorlegen

Wien - Die Museumspolitik stand im Mittelpunkt der Diskussionen im parlamentarischen Kulturausschuss, der am Dienstag den Kunst- und den Kulturbericht 2008 zur Kenntnis nahm. Die Fülle der vorliegenden Projekte verlange geradezu "nach einem Marshall-Plan für Infrastrukturinvestitionen im Kunst- und Kulturbereich", sagte Kulturministerin Claudia Schmied. "Ich habe mir zum Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres einen Masterplan für die Investitionen fertigzuhaben", so die Ministerin. Dieser Plan werde neben Kostenaufstellungen auch Vorschläge für Finanzierungsmodelle beinhalten.

Zusammenlegung: Volks- und Völkerkunde

Die Fertigstellung der Sanierung des Völkerkundemuseums und die Frage einer möglichen Zusammenlegung mit dem Volkskundemuseum sei ihr "ein großes Anliegen", sagte Schmied. "Es liegen Konzepte vor, die mir vor wenigen Tagen übermittelt wurden und die ich jetzt prüfen muss." Dies müsse jedoch ebenso wie das von der Österreichischen Nationalbibliothek überarbeitete Bücherspeicher-Projekt in den Gesamtplan integriert werden. Dieser komme viel zu spät, um - wie ursprünglich angekündigt - als Teil eines Konjunkturpaketes wirtschaftsbelebend wirken zu können, monierte der Grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl.

Neue Direktion für das MUMOK

Weitere von Schmied bekanntgegebene Zeitpläne: Die Bewerbungsfrist für die Leitung des Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (MUMOK) endet am 16. November; am 19. November wird der im März konstituierte Baukulturbeirat eine Klausur abhalten; "voraussichtlich Ende November" wird der Kurator bzw. die Kuratorin des Österreich-Beitrags zur Architekturbiennale Venedig 2010 bekanntgegeben; Ende November werden die neuen Museumsordnungen auch formell per Verordnung erlassen, die 20 dazu eingelangten Stellungnahmen werden derzeit gesichtet, "aber zu 100 Prozent werde ich die Wünsche der Museen nicht erfüllen können".

Nachfolge im Naturhistorischen Museum

Schmied ist sich außerdem "ziemlich sicher, dass ich Ende November / Anfang Dezember die Nachfolge von Bernd Lötsch im Naturhistorischen Museum bekanntgeben kann". Lötschs "Rang in der Wissenschaft ist unbestritten, ich glaube aber, dass man in den Bereichen Vermittlung und Präsentation noch zulegen kann", so die Ministerin. Zusätzlich zu den 37 eingelangten Bewerbungen habe die Findungskommission von sich aus weitere fünf Personen angesprochen. In den vergangenen Tagen hätten Hearings stattgefunden.

Sowohl bei den Bundesmuseen als auch bei den Bundestheatern seien die Rücklagen nahezu aufgebraucht, "eine Aufstockung der Basisabgeltungen wird dringendst für die Fortführung des laufenden Betriebs benötigt". Die Bundestheater hätten ab 2011 zusätzlichen Finanzbedarf. Eine externe Evaluierung der Bundestheater soll möglicherweise noch vorhandene Einsparungspotenziale und strukturelle Verbesserungsmöglichkeiten in der Organisationsform erheben. "Ich erwarte mir bis Ende des Jahres einen ersten Bericht." (APA)

Albert Ottenbacher
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14.4.2011, 18:03
„Museum der Kulturen“

Frau Ministerin Dr. Schmied stellt am 3. 12. 2009 im Bundesrat fest : "Das Museum für Volkskunde braucht dringend Sanierungsmaßnahmen. Da sind zwar
nicht wir in der primären Verantwortung, aber das Volkskundemuseum bekommt doch immerhin 400 000 € pro Jahr an Bundesmitteln. Das heißt, es ist naheliegend, das jetzt einmal zusammen zu denken."

Zur Frage von Frau Bundesrätin Kerschbaum "Ist geplant, dass das neue Museum aus dem Kunsthistorischen Museumskomplex ausgegliedert und wieder ein eigenes Bundesmuseum wird?" erklärt sie : "Leider kann ich dazu noch nicht mehr sagen, ich kann nur wiederholen, dass ich die Art und Weise, wie an dem Konzept gearbeitet wurde, sehr schätze."

Warum steht dieses Fusionskonzept nicht im Netz ?

Albert Ottenbacher
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21.12.2009, 19:07
Armes Palais Schönborn

Das Bundesdenkmalamt teilt zum „desolaten Palais Schönborn“ am 14.09.09 mit, seit dem Jahre 2007 würden Gespräche mit der Stadt Wien über bevorstehende Dachinstandsetzungen und Fassadenrestaurierung geführt. Man habe in den letzten Jahren diverse restauratorische Untersuchungen angestellt und eine Stuckdecke im Bürotrakt des Museums ausgebessert. Die staatliche Bauaufsicht habe diese Leistungen finanziell auch unterstützt. Das wertvolle barocke Werk des Lukas von Hildebrandt kann also nicht baufällig sein. Eine Renovierung der Stuckdecke im Bürotrakt des Museums fand nach Auskunft der Direktorin des Volkskundemuseums, Hofrätin Dr. Schindler um 1980, also vor dreißig Jahren statt. Die Stukkaturen und Gesimse bröckeln weiter.

Albert Ottenbacher
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21.12.2009, 18:57
Was wird aus der Sammlung Goldstern ?

Zur Sammlung des Volkskundemuseums gehört das Erbe der Ethnologin Eugenie Goldstern, das dort Jahrzehnte verborgen, teils in Verstoß geraten war. Der vormalige Museumsdirektor Klaus Beitl entdeckt vier Jahrzehnte nach ihrer „Einlieferung“ unveröffentlichte Texte der Forscherin in seinem Dienstzimmer. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger will er den Raum zum Ende seiner Amtszeit geordnet übergeben. Es gelangt bei der „Räumung der Direktionskanzlei im Verlauf der gelegentlichen Sichtung alter Aktenbestände dieser forschungsgeschichtlich nicht unwichtige Handschriftenbestand wieder an den Tag.“

Wohin verschwindet die Sammlung Goldstern jetzt ?

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