Symposium

Aufregende Entwicklungen in der Cyborg-Forschung

10. November 2009 13:37

PhD-Studenten des Vienna Biocenter organisieren Tagung "Android and Eve - an der Schnittstelle von Biologie, Medizin und Technik

Wien - Die Gäste und deren Arbeitsgebiete des Symposiums am Vienna Biocenter am 12. und 13. November erinnern an so mache Science Fiction-Phantasie, und doch handelt es sich um ernsthafte Forschung: Winzige Silizium-Roboter, die von Ratten-Zellen bewegt werden; Affen, die mit ihren Gedanken eine Armprothese bewegen und sich selbst damit füttern können; ein Forscher, der sich schon vor Jahren einen Chip einpflanzen ließ und sich selbst als ersten "Cyborg" bezeichnete. Tatsächlich ist die Verbindung von Biologie, Medizin und Technik in vielen Bereichen bereits Realität.

Aufregende Entwicklungen

Im Rahmen des PhD-Programms des Vienna Biocenters erhalten die Doktoranden ein Budget, um in Eigeninitiative einmal pro Jahr eine Tagung zu organisieren. Das Thema ist ihnen dabei völlig freigestellt, heuer widmen sie das Symposium "Android and Eve - an der Schnittstelle von Biologie, Medizin und Technik". An dieser Schnittstelle passieren derzeit aufregende Entwicklungen, und den Doktorats-Studenten ist es gelungen, international führende Experten nach Wien zu bringen, die Einblick in ihre aktuellen Forschungsprojekte geben. In Wien selbst wird kaum in diese Richtung geforscht, es sei aber ihr Ziel gewesen, "ganz neue Richtungen der Wissenschaft" vorzustellen", sagte eine der Organisatorinnen, Barbara Nussbauer.

Den Auftakt des Symposiums macht der Professor für Biomedizintechnik, Carlo Montemagno, von der University of California in Los Angeles. Er hat vor einigen Jahren eine Mischung aus Tier und Maschine geschaffen, winzige Silizium-Roboter, die von lebenden Herzmuskelzellen von Ratten angetrieben wurden. In Wien will Montemagno sein Konzept zur Entwicklung synthetischer biologischer Systeme vorstellen.

"Erster Cyborg"

In eine ähnliche Richtung arbeitet Kevin Warwick, der ebenfalls zum Symposium erwartet wird. Der Kybernetik-Professor von der Universität Reading (Großbritannien) gilt als der erste "Cyborg", seit er sich vor rund zehn Jahren als erster Mensch einen Chip in den Arm implantieren und damit sein Nervensystem direkt mit einem Computer verbinden ließ. Mittlerweile experimentiert Warwick mit Nervenzellen aus Rattenhirnen, die elektronisch mit einem Roboter verbunden sind. Ziel ist es, den Roboter durch die Rattenzellen zu steuern.

In Andrew Schwartz' Labor an der Universität Pittsburgh lernten Affen, denen Elektroden ins Gehirn implantiert wurden, nur kraft ihrer Gedanken eine Armprothese zu bewegen und sich damit selbst zu füttern. Der Wissenschafter wird neben anderen in der Session "Neuronale Interfaces" sprechen. Innovative biologische Materialien stehen im Mittelpunkt einer weiteren Session, in der etwa Jackie Ying, Direktorin des A-Star Institute of Bioengineering and Nanotechnology in Singapur, über die an ihrer Einrichtung entwickelten polymeren Nanopartikel zur Therapie von Diabetes berichten wird. Diese Partikel orientieren sich am Zuckergehalt des Blutes und setzen bei Bedarf Insulin frei.

Künstliche Organe

Weitere Teile des Symposiums widmen sich künstlichen (Sinnes-)Organen oder biologischen Mikrobauteilen. So berichtet etwa Norbert Hampp von der Universität Marburg über das von Bakterien stammende Protein "Bakteriorhodopsin", das Lichtenergie in chemische Energie umwandeln kann und in Farbstoffe eingearbeitet etwa Banknoten- oder Ausweisfälschern das Leben schwer machen könnte.

Schließlich kommt die Kulturanthropologin Daniela Cerqui von der Universität Lausanne nach Wien. Sie hat Warwicks Experimente mehrere Jahre begleitet und wird bei dem Symposium die ethische Perspektive dieser Arbeiten aufzeigen. (red/APA)

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Eine Kreatur
13.11.2009 11:44
interessant wird es ..

wenn mal der menschliche körper "gestreamlined" wird .. da wäre einiges an unnötigem balast abzuwerfen ..

wozu ein magen und kiefer mit zähnen, wenn wir nährstoffe direkt zuführen, weil wir sie direkt in reiner form produzieren können?
wozu lungen, wenn wir unser blut mit anderen trägern ersetzen, die sauerstoff besser transportieren und den sauerstoff anders gewinnen können? das problem mit der verbalen kommunikation ist auch anders lösbar ..

stolmich
12.11.2009 14:53
Cyborgs sind ein alter Hut,

da gabs den T-800, T-1000, T-X, die BORG, Lt. Cmdr. Data, Lore, B4 und last but not least: LOCUTUS OF THE BORG. Immerwährender Wahlspruch: Ich bin ein kybernetischer Organismus, lebendes Gewebe über einem metallischen Endoskelett, nicht zu verwechseln mit K.A.C.R.R. aka Knights Automatic Cybernetic Roving Robot oder den Transformers, letztere sind ohne organische Komponenten lebensfähig.

Der Unkurze
12.11.2009 15:21

t800 und t1000 sind roboter, keine cyborgs.. ebenso wie data

die borg und locutus sind hingegen cyborg

stolmich
12.11.2009 15:26
doch sehr wohl,

wenn man den Film Terminator I genau angesehen hat. Kyle Reese sagte zu Sarah Connor: Es ist kein Roboter, ein kybernetischer Organismus, Cyberdyne Systems Modell 101", in späteren Teilen als T-800 bezeichnet. Ob der T-1000 ein cyborg war, darüber lässt sich diskutieren, er war eine Legierung aus flüssigem Metall, Data hatte auch sowas wie Blut in seinen Adern.

Der Unkurze
13.11.2009 13:55

naja ein cyborg ist eine mischung aus lebewesen und maschine
data ist devinitiv nur eine maschine (auch wenn hier diverse flüssigkeitspreisläufe alibihalber ihren dienst tuen, ist er ein android)
hmm meines erachtens nach war der t800 zwar ein android, aber gut da kann ich mich durchaus irren (was ich zumindest auch laut wikipedia tue)

springflower
12.11.2009 13:30
Absolut sinnvoll,

wenn man ein Körperteil bei einem Unfall etc. verloren hat.

napnap1
12.11.2009 11:53

der cyborg da hat nicht mal usb-anschluß :(

Tom_Bombadil
12.11.2009 11:13
Der Sieg des Körpers über den Geist

Bei Behinderungen, Verletzungen, voll ok.

Aber prinzipiell?

Chakotay
11.11.2009 23:54
Wir werden alle assimiliert

Verstand ist zwecklos ^^

Hakkari
11.11.2009 19:18

Ghost in the Shell...

Estereich
11.11.2009 17:04

gruselig...

Eine Kreatur
13.11.2009 11:44
besonders ..

mit so seltsamen hardwareschnittstellen .. :-)))

die welt ist rosarot
10.11.2009 18:11
idiotisch

dafür steuergeld zu verschwenden

rentnak2
10.11.2009 19:59

idiotisch, dass das IMP von Böhringer Ingelheim finanziert wird. dumme postings zeugen nicht von wissen!

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
11.11.2009 20:22

Im Artikel steht aber nix vom IMP sondern nur vom Vienna Biocenter und das IMP ist eben nur ein Teil desselben. Auch wenn manche Leute an den dortigen Uni-Instituten gerne so tun als hätten Sie mit der Uni Wien nix zu tun und auf ihren papers bei der Adresse auch nur Vienna Biocenter schreiben und Uni Wien weglassen.

Mulla Nasrudin
10.11.2009 19:20

Angenommen, Sie verlieren bei einem Unfall beide Arme, und man könnte Ihnen zwei voll funktionierende, bewegliche, "per Hirn" fernsteuerbare Protesen zur Verfügung stellen, die Ihnen wieder ein einigermaßen problemloses Leben ermöglichen würden.
Immer noch idiotisch verschwendetes Steuergeld?

fauler Student
11.11.2009 09:07

Solange er zur den Armprotesen keine Hirnprotese bekommt, sind die Forschungsausgaben für ihn sinnlos.

der bunte faschist
12.11.2009 10:12

Wir arbeiten dran, wir arbeiten dran ...

Mad_Professor
10.11.2009 18:04
Da fällt mir noch Robo-Geisha ein... rofl

http://www.youtube.com/watch?v=Wo-gGes6qig

. Diogenes
10.11.2009 15:26
Sind die Anschlüsse in dem Foto nicht schon veraltet?

Zumindest einen HDMI-Anschluß hätte ich mir schon erwartet.

die welt ist rosarot
10.11.2009 18:11
video und kopfhörer anschluß

jazotic
10.11.2009 15:51

bis auf die tatsache, das ich wg. photo den gang zum arzt anrate, sind es doch analoge ausgaenge, die ich als mensch-maschine-api vermuten wuerde.. ;)

Mad_Professor
10.11.2009 15:15
@ Foto: Ein Borg-Ekzem?

Agent Provocateur!
10.11.2009 15:33
Ein Mitesser... ;-)

Schnapphahn
10.11.2009 15:38

Der gehört ausgedrückt.

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