Studie: Mehr Fälle von Datendiebstahl - In Österreich "deutlichere Zurückhaltung" bei Budgets
Das größte Risiko für die IT-Sicherheit eines
Unternehmens sind nicht etwa Datenlecks oder Schadprogramme, sondern
frustrierte Ex-Angestellte. Das legt zumindest eine heute, Dienstag,
präsentierte Studie von Ernst & Young nahe, für die weltweit mehr als
1.900 Führungskräfte befragt wurden. Demnach befürchten drei Viertel
der Manager mögliche Vergeltungsaktionen von kürzlich ausgeschiedenen
Mitarbeitern.
Datendiebstahl
42 Prozent setzen sich laut Studie bereits mit dem Risikofaktor
Ex-Mitarbeiter auseinander, 26 Prozent ergreifen aktiv Maßnahmen
dagegen. "Mitarbeiter, die derzeit entlassen werden, können die
unterschiedlichsten Ressentiments gegenüber ihrem ehemaligen
Arbeitgeber entwickeln", so Gunther Reimoser, Partner bei Ernst &
Young Österreich in einer Aussendung. So würden insbesondere
IT-Systeme zunehmend zur Zielscheibe. Auch die Fälle von
Datendiebstahl nähmen zu.
Trotz vermehrter unberechtigter Zugriffe auf sensible Daten sind
die meisten Firmennotebooks unzureichend geschützt. Nur 41 Prozent
der Befragen gaben an, Daten auf Laptops zu verschlüsseln und
lediglich 17 planen, dies 2010 zu tun. Für Reimoser ist das "ein
alarmierendes Ergebnis". Im deutschsprachigen Raum sei hier jedoch im
internationalen Vergleich eine gestiegene Aufmerksamkeit zu
beobachten.
Data Leakage Prevention
Auf der anderen Seite wollen viele Führungskräfte aufgrund der
gehäuften Datenschutzverstöße auf Datenschutz setzen. Für 40 Prozent
der Befragten ist die sogenannte Date Leakage Prevention (DLP) eine
ihrer Top-Drei-Prioritäten für das kommende Jahr.
Sorgen bereitet den Managern auch ihr unzureichendes Budget für
IT-Sicherheit. Heuer bezeichnete dies etwa die Hälfte als große
Herausforderung. Vergleichen mit 2008 bedeutet das einen Zuwachs von
17 Prozentpunkten. Dies ist laut Ernst & Young bemerkenswert, da 52
Prozent der Befragten ihr Jahresbudget für IT-Sicherheit im Vergleich
zu den Gesamtausgaben nicht zu verändern wollen. 40 Prozent planen
sogar eine Erhöhung. In Österreich sowie im gesamten
deutschsprachigen Raum gebe es hier eine "deutlichere Zurückhaltung". (APA)