US-Weltraumbehörde tritt Internet-Spekulationen entgegen, wonach der Erde in drei Jahren das Ende durch einen ominösen Planeten drohe
Washington - Nicht erst seit dem die Werbetrommel für Roland Emmerichs Weltuntergangsfilm "2012" kräftig gerührt wird, brodelt die Internet-Verschwörungsküche über das vermeintlich bevorstehende Ende der Welt. "Theorien" und Unkenrufe, wonach am 21. Dezember
2012 die Erde mit einem Planeten namens "Nibiru" kollidieren wird, kursieren bereits seit einigen Jahren.
Das Ausmaß der Web-Verunsischerung abseits von reiner PR dürft inzwischen allerdings eine gewisse Linie überschritten haben, denn nun hat sogar die NASA zu dem Spuk das Wort ergriffen: In einer Stellungnahme auf ihrer Website dementierte die
US-amerikanische Weltraumbehörde vehement jegliche Geschichten in diese Richtung. "Diese Behauptungen sind durch keinerlei Fakten
gerechtfertigt", erklärte die NASA. Wenn sich tatsächlich ein Planet
auf Kollisionskurs zur Erde befände, "hätten Astronomen ihn schon
seit mindestens zehn Jahren verfolgt, und mittlerweile wäre er mit
bloßem Auge sichtbar".
Zwergplanet Eris
Wissenschaftler rund um die Welt hätten keinerlei
Erkenntnisse über eine wie auch immer geartete Bedrohung im
Zusammenhang mit dem Jahr 2012. "Unserem Planeten ist es in den
vergangenen vier Milliarden Jahren wohl ergangen", und es gebe keine
Anzeichen dafür, dass sich das in naher Zukunft ändern werde. Zwar
treibe ein Zwergplanet namens Eris durchs all, doch er werde sich der
Erde nicht auf weniger als 6,4 Milliarden Kilometer nähern.
Inzwischen beschäftigen sich bereits Tausende Internet-Seiten und Bücher mit
Weltuntergangsszenarien im Zusammenhang mit dem Jahr 2012.
Ursprünglich hatten Weltkatastrophen-"Fachleute" das Ende der Welt bereits für Mai
2003 vorausgesagt - als nichts passierte, wurde das Datum auf die
Wintersonnenwende 2012 verschoben. Grundlage für den Hype sind vor einigen Jahren aufgetauchte Berichte über das Ende eines Zeitzykluses im Kalender der Maya, der durch eine seltenen Planetenkonstellation
markiert wird.
Zeit nach dem 21.12.2012
Die NASA betonte, der Maya-Kalender
ende keinesfalls mit dem 21.12.2012, sondern direkt danach beginne
ein neuer Zeitabschnitt. Auch außergewöhnliche
Planetenkonstellationen seien in den nächsten Jahren nicht abzusehen
- und selbst wenn es sie in der Theorie gäbe, wäre ihre Auswirkung auf die Erde
"vernachlässigbar". (red/APA)