Yoox geht an die Börse

10. November 2009, 11:06

Italienischer Internet-Modehändler erhält grünes Licht für Notierung

Rom - Der italienische Internet-Modehändler Yoox trotzt der Krise und wagt den Schritt an die Börse. Das Unternehmen hat von der Mailänder Börse Grünes Licht für das IPO (Initial Public Offering) erhalten. Global Coordinators des Börsengangs sind Goldman Sachs und die Mailänder Investmentbank Mediobanca. Yoox ist das erste italienische Unternehmen aus dem Modesektor seit einem Jahr, das den Gang auf das Börsenparkett vollzieht.

Yoox, das das innovative Konzept von Internet-Modeoutlets entwickelt hat, hat die Online-Boutiquen namhafter Marken des internationalen Modefirmaments wie Moschino, Bally und Dolce e Gabbana eingerichtet. Im ersten Halbjahr 2009 startete Yoox auch ein Online-Geschäft für Valentino für den europäischen und den japanischen Markt. Das Unternehmen stellt zudem selber Bekleidung her, das im Internet verkauft wird.

Blühende Geschäfte

Im Gegensatz zu den Modehäusern kann bei Yoox von einer tiefen Krise der Branche keine Rede sein. Yoox verzeichnete 2008 einen Umsatz von 132 Millionen Euro. 27,6 Prozent davon wurde in Italien, der Rest im Ausland generiert. Der Umsatz stieg heuer im ersten Halbjahr um 47 Prozent auf 68 Millionen Euro. Das operative Ergebnis wurde auf 4,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Mit dem Börsengang will die Gruppe ihre weitere Expansion im Bereich E-Handel vorantreiben. "Die positiven Ergebnisse im ersten Halbjahr 2009 stimmen uns optimistisch und bezeugen, dass unser Businesskonzept, das auf elektronischen Handel basiert, eine Zukunft in der Modebranche hat. Mit der Börsennotierung werden wir unseren internationalen Wachstumsprozess beschleunigen können", sagte Federico Marchetti, Gründer und Geschäftsführer von Yoox.

Für den Börsengang entschloss sich Yoox zu einer Kapitalaufstockung. Ein Teil der neuen Aktien wurde den Hauptaktionären der Firma zum Kauf angeboten. Der Rest soll bei institutionellen Investoren in Italien und im Ausland abgesetzt werden. Yoox steht im Besitz von drei Private-Equity-Fonds, Kiwi, 360 Capital Partner und Balderton, die zusammen einen 75-prozentigen Anteil an der Gesellschaft halten. Geschäftsführer Marchetti hält ein Aktienpaket von neun Prozent, der Rest steht im Besitz verschiedener Manager des Unternehmens. (APA)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.