Milliardengrab

Kärntner Hypo: Verlust übersteigt eine Milliarde

10. November 2009 17:50
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    Foto: apa

    Der Chef der Hypo Group, Franz Pinkl, muss einen Scherbenhaufen zusammenkitten.

Die Hypo Group Alpe Adria entwickelt sich zum Fass ohne Boden, Mutter BayernLB muss wieder eine Kapitalspritze geben

Wien - Der Zustand der Kärntner Hypo Group Alpe Adria hat sich massiv verschlechtert. Das Institut muss vor allem wegen seines Engagements in Südosteuropa Risikovorsorgen von mehr als einer Milliarde Euro bilden, auch der Verlust wird bei ungefähr einer Milliarde Euro zu liegen kommen. Die Hypo zieht damit auch ihre Haupteigentümerin, die Bayerische Landesbank, in die roten Zahlen. Diese trübe Aussicht erschließt sich aus einer Ad-hoc-Meldung der BayernLB und einer Mitteilung der von Ex-Volksbank-Chef Franz Pinkl geführten Hypo Group.

Zwar haben beide Banken per Ende September im operativenGeschäft Geld verdient (Gewinn der BayernLB: 613 Mio. Euro nach einem Verlust von 1,6 Mrd.), "die Kreditrisikovorsorge der Bayern LB erhöhte sich aber um fast eine Milliarde Euro auf 1,292 Mrd. Euro", heißt es im Quartalsbericht der Bayern. Der Vorsorgebedarf der Klagenfurter habe sich mehr als verdoppelt und betrage allein 44 Prozent des gesamtenRisikovorsorgebedarfs der Bayern, liegt also bei rund 600 Mio. Euro. Und: Der Vorsorgebedarf steigt laut ersten Ergebnissen eines "Asset Screening" der Wirtschaftsprüfer (die Bayern haben eine Sonderprüfung veranlasst) weiter. Die schon immer an Eigenkapitalschwäche leidenden Kärntner spüren nun die Folgen ihrer rasanten Expansion nach Südosteuropa.

Dort werden viele Kredite und Leasingraten nicht mehr bezahlt. In etlichenLändern sind die Kärntner nämlich nur im Leasing-, nicht aber imBankgeschäft aktiv - was die Kontrolle der Leasinggeschäfte ebenso schwierig macht wie die Verwertung der nun zurückkommenden Leasinggüter. Die Folge:Die Hypo, die 2008 (von der Nationalbank nicht als Sanierungsfall eingestuft) 900 Mio. Euro vom österreichischen Staat bekam (die Zinsen werden nicht bezahlt) und rund 1,1 Mrd. Geldspritze von Mutter BayernLB, braucht wieder frisches Geld.

Mehrheits-Verkauf 2007

Zur Erinnerung: Die Bayern haben die Mehrheit 2007 um 1,6 Mrd. Euro gekauft. Die deutsche Staatsanwaltschaft untersucht den Verdacht, dass Ex-Bayern-Chef Werner Schmidt zu viel bezahlt hat. Ein Viertel der Anteile kam damals von der Kurzzeit-Investorengruppe Berlin & Co, die mit dem Deal einen Schnitt von rund 160 Mio. Euro machte. Einer der Investoren war Industriellen-Chef Veit Sorger, heute Aufsichtsrat der Banken-ÖIAG Fimbag.

Jedenfalls gehören den Bayern jetzt rund 67 Prozent, der Grazer Grawe rund 20, der Kärntner Landesholding 12,4 und der Mitarbeiterstiftung 0,02 Prozent der Hypo.

Beschlossen wird die Kapitalerhöhung bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 10. Dezember, es dürfte um rund eine Milliarde Euro gehen. Die Republik Österreich, die die Hypo als "Problem der Bayern" sieht, rückte Geld wohl nur noch gegen Mitspracherechte heraus, und die Minderheitsaktionäre werden wohl nicht mitziehen. Kärnten wird sich verwässern lassen: "Die Kassen sind leer, die Zukunft ist verpfändet, da ist nichts mehr drin", sagt Vize-Landeschef Reinhart Rohr (SPÖ).

Während die Hypo restrukturiert und möglicherweise in ihre Einzelteile zerlegt wird, liebäugelt Kärnten mit einer Ausstiegsvariante. Das Land, das bei der Hypo für rund 19 Mrd. Euro haftet, beantragt die Konzession für eine Förderbank. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 11.11.2009)

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BankerXXX_IQ160
11.11.2009 15:13
Definition "Betrug":

"Betruf bedeutet im strafrechtlichen Sinn ein Vermögensdelikt, bei dem der Täter in rechtswidriger Bereicherungsabsicht das Opfer durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen gezielt so irreführt, dass es sich selbst oder einen Dritten am Vermögen schädigt".

Verkauf ich also z.b. einen Audi A6 2,0 Vierzylinder an jemanden, und spiegle vor, es wäre ein 12-Zylinder (obwohl ich weiss dass es nur die miese Variante ist) um mich zu bereichern...so wäre es Betrug.

Was hat unser Jörgi mit dem Verkauf der HGAA an Bayern LB gemacht??

Antwort soll sich bitte jeder selber geben.
p.s. Es gilt die Unschuldsvermutung (was für eine unpassende Floskel in diesem Zusammenhang).

M_DeNiro
11.11.2009 13:10
fahrlaessige finanzverwaltung = amtsmissbrauch?

kann man eigentlich das BZOe, als hauptverantwortliche partei des Kaernten Finanzdebakels, das ja sogar vorhersehbar war schuldrechtlich und strafrechtlich verklagen, oder insbesondere einzelne handelnde personen??
ich mein der steuerzahler wird das ja nicht so einfach hinnehmen, oder??

fahrenheit 451
11.11.2009 13:04
stellt sich die frage

ob sich der kärntner landeshauptmann überhaupt noch ein dienstfahrrad leisten kann ^^

wobei in niederösterreich wurde ja auch einiges an wert verspekuliert...

derfalke
11.11.2009 12:41
Als Haider die Hypo an die Bayern verkaufte, da war die SPÖ strikt dagegen.

Diese roten Dilettanten schwafelten damals vom angeblichen "Ausverkauf des Tafelsilbers".
Man stelle sich einmal vor, welche enormen Belastungen Kärnten heute hätte, wenn man damals auf die unfähige SPÖ gehört hätte?

BZÖ und ÖVP haben damals alles richtig gemacht.
Jörg Haider und Josef Martinz sei Dank.

Morandi
11.11.2009 13:53
das propagandaministerium hat gesprochen!

vollkommene realitätsverweigerung gepaart mit blindem politgehorsam (wie man ihn selbst im ostblock kaum gekannt hat) und haarsträubender inkompetenz. was man hier nicht alles lesen hat dürfen wie super genial HGAA nicht wirtschaftet und jetzt sind wieder die roten schuld! zum glück schmerzt d....heit nicht!

Gutmensch2
 
11.11.2009 13:14
Falke, grüß dich, unser geliebtes Vogelhirn! (Danke wieder einem anderen Poster, aber man muss die Pointe möglichst großflächig verbreiten!)

Auch wenn das stimmen sollte: warum braucht das Land Kärnten überhaupt eine Bank als Eigentümer? Gibts vielleicht auch Bordelle in der Landesverwaltung? Und zweitens: falls sich herausstellt (die Staatsanwälte ermitteln ja schon) dass die Hypo um 400 Mio. zu teuer verkauft wurde, muss man dann stolz darauf sein dass sich das Land Kärnten unrechtmäßig bereichert hat? So in der Art wie im Märchen Hotzenplotz: "Ist schon super unser Räuberhauptmann!"

Gutmensch2
 
11.11.2009 12:13
Zum Thema Kärntner Politiker:

Man gehe auf unten stehende Seite und betrachte die Bilder mit Herrn Lendvai, wie überaus glücklich dieser dreinschaut sobald er mit LH Dörfler fotografiert wird... ;-)

http://www.ktn.gv.at/27987_DE-... ack=27987#

msm
11.11.2009 23:20
Ja, überglücklich

Vielleicht liegt es auch an den Herren direkt neben ihm

Gutmensch2
 
11.11.2009 12:21
Danke, ging ja schnell diesmal...


...aber wo ist mein zweites Postig betreffend dem heutigen Morgenmagazin der ARD? Mit dem vielsagenden Bekenntnis des Moderators (Respekt, Herr Manfred Baumann!) dass Haider NICHT ehrenwert war?

http://boerse.ard.de/ ganz unten!

Gutmensch2
 
11.11.2009 11:13
Weltklasse Kommentar auf der ARD-Seite! (Danke an Morandi!)

Der Kommentator bringt den Satz "ehrenwerter Landeshauptmann von Kärnten, Jörg Haider" trotz zweimaligem Versuch vor lazter Husten nicht heraus und entschuldigt sich mit einem "Würgereiz" - den er bei haider immer bekommt! WELTKLASSE!

http://boerse.ard.de/

Ziemlich weit unten, Film zum anklicken - Morgenmagazin vom 11.11.2009

wrkskrfz
11.11.2009 10:56
Lustig finde ich in diesem Zusammenhang

dass genau der Hr. Generaldirektor Pinkel, der vorher die Volksbanken volles Rohr an die Wand gefahren hat, sich nun hier als Scherbenkitter wichtig macht.
Nun kann er locker sagen: ich bin ja nicht der Böse, der diesen Wahnsinn zu verantworten hat. Ich wurde gerufen (und gut entlohnt) dass ich die alte Suppe auslöffle.
Wenn das dann geschehen ist, bekommt er sicher eine Prämie, weil er hat ja mit dem Geld der Germanen diese Bank saniert.
Wenn man diese Prämie zu der Abfertigung der Volksbank dazuzählt, war das für ihn sicher ein guter Deal......

Amsterdam
11.11.2009 10:53
hat nich ein gewisser Finanzminister vollmundig

erklärt die Staatszuschüsse für die Banken sind ein gutes Geschäft für die Steuerzahler...



Klaus Woltron
11.11.2009 10:37
Das Schöne an der Sache ist...

..dass wir alle, die wir diese beträchtliche Zeche zahlen, für unsere Euros keine Zinsen bekommen, derweilen wir aber brav für das geborgte Sümmchen welche zahlen müssen. Das ist, wie man so sagt, ein schönes Geschäft. Wer da für uns alle verhandelt hat, war ein Meister seines Fachs. Da unser Parlament sowieso nur mehr nach hinten schaut, wird man wohl bald wieder einen der zahllosen unsäglichen Untersuchungsausschüsse einrichten: Man erspart sich dabei das anstrengende nach - vorne - Blicken. Dabei passiert dann, ganz unbemerkt, die nächste Malaise: Und alle gackern wieder, auf unserem Hühnerhof. Wo aber bleiben die Eier?

Der Joker
 
11.11.2009 12:16
Die Stützung der Banken durch den Staat erweist sich in mehrfacher Hinsicht für den Staat als Bombengeschäft:

Für die nicht schlagend werdenden Garantien fallen alleine für 2009 rund 134 Mio. Euro - etwa die alte Erbschaftssteuer - Haftungsentgelten an, das von allen Instituten bezahlt werden muss. Die Banken müssen 8 bis 10 Prozent Zinsen für die PS-Scheine zahlen, wenn sie Gewinne machen. Und drittens haben die Aktien der Banken dann ordentlich an Wert wieder zugelegt! Das Geld kommt also wieder herein.

Klaus Woltron
11.11.2009 13:40
Das ist in jenen Fällen richtig...

..wo der Staat bzw. seine Verhandler spät, aber doch nicht akzeptierten, dass bei Verlusten keine Zinsen zu zahlen sind. Bei der Volksbanken AG und der Hypo Alpe Adria sind es allerdings bis dato schon etwa 500 Mio €, die uns entgehen. Man wird sehen, wie sich das Geschäft dann weiterentwickelt. Abwarten. Der sogenannte Aufschwung ist bis dato einem Doping - Effekt zu verdanken - wie beim Doping wird das dicke Ende erst noch kommen.

Killer Bunny
11.11.2009 11:15

"Wer viel sät, kann auch nichts ernten."
Es war wohl nicht genug, die 100 besten Bauernregeln für die Hochfinanz zu adaptieren.

che_guevara2
11.11.2009 10:52

der das ausverhandelt hat darf sich dafür über einen stolze summe auf seinem konto in lichtenstein und der schweiz freuen.....


wir sind doch alle freunde!

Bürgermasta
11.11.2009 10:17
Zurzeit leider ein alltägliches Thema.

Viele Banken in Europa kämpfen mit Kreditausfällen in Osteuropa. Das ist jetzt leider so, dafür haben Banken durch Osteuropageschäfte Milliarden an Gewinnen heimgeholt und ordentlich die Staatskassen gefüllt.

Jetzt rein auf die Hypo und auf Kärnten losgehen ist einfach primitiv.

macmel
11.11.2009 14:22

Wenn man "Staatskasse" ersetzt mit
"die Taschen der üblichen Verdächtigen" -dann passts.

Bürgermasta
11.11.2009 11:49
also hat ihrer Meinung nach, ein Bank die Seit 1896 existiert noch keine Steuern gezahlt?

Eine Bank die in Österreich und in Europa ordentlich investiert und tausende Arbeitsplätze geschaffen hat!?

koschka
11.11.2009 11:21
Welche Gewinne?

Solche Unternehmen zahlen hier in Österreich Negativsteuern, weil sie in anderen Ländern steuerschonend versteuern.... die HAA hat, und dafür haben wir ja so nette Finazgesteze, die letzten Jahre gar keine Steuern gezahlt, weil sie Gewinne nicht dargestellt hat.

BankerXXX_IQ160
11.11.2009 11:15
Zurzeit leider ein alltägliches Thema:

"...dafür haben Banken durch Osteuropageschäfte Milliarden an Gewinnen heimgeholt...":

HAAG-kumulierte Jahresergebnisse von 1992 - 2009 --> ? Wieviele Milliarden/Millionen??? Plus oder Minus? Von was reden Sie hier? Ein Nicht-Bankenunternehmen, dass derartige Verluste schreiben würde (unter dem Strich hoch-negativ !!!) würde ganz einfach in Konkurs gehen (bzw. dazu gezwungen werden --> Gläubigerschutz...!). Ein paar Millionen Gewinn, aber ein paar Milliarden Verlust...wieviel kommt dabei raus? Könnte man schon in der Volksschule 2. Klasse als Mathematiktest aufgeben? Also - Brain-washing hat er echt können, der Jörg...!

Der Joker
 
11.11.2009 12:23
"Ein Nicht-Bankenunternehmen, dass derartige Verluste schreiben würde (unter dem Strich hoch-negativ !!!) würde ganz einfach in Konkurs gehen "

Trotz jährlichen Milliardenzuschüsse geht die ÖBB nicht in Konkurs. Dieses Jahr müssen 6 Mrd. as Steuergeldern zugeschossen werden, ein Großteil für Pensionen. Dieses Geld ist aud Nimmerwiedersehen pfutsch.

Selbiges gilt für das Gesundheitswesen. 10 Mrd Euro Grenze wurde nun erreicht. Verpfuscht und verpulvert. Das kommt nie mehr zurück.

Die Banken haben während den Boomjahren saftige Gewinne gemacht, die der Staat durch Körperschaftssteuer zu einem großen Teil eingestreift hat und davon gut gelebt hat. Da ist es nur recht und billig, wenn der Staat wenigstens helfend eingreift und Geld verborgt. Schließlich handelt es sich um die Cash-Cow, von der wir alle leben.

BankerXXX_IQ160
11.11.2009 13:32
HGAA mit ÖBB oder Gesundheitswesen vergleichen? lol

ÖBB bzw. Gesundheitswesen können ohne Subventionen nicht überleben....keine Rechtfertigung für wirtschaftliche Misswirtschaft dort...aber erfüllen einen öffentlichen Auftrag. HGAA gehört nun wohl auch zum Kreis der Non-Profit Unternehmen?;-) Berechnen Sie bitte die KöSt. 1992 - 2009...damit geht sich bestimmt schon mal eine Abschreibung für einen kleinen KMU-Kredit aus ...lol

Stern von Brokot
11.11.2009 10:04
Das Problem der Kärtner sind nicht die Ausländer,

sondern die Inländer, speziell Banker und Politiker ...

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