Symbolischer Mauerfall und echter Kamerasturz

9. November 2009, 18:36
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    foto: reuters/pawel kopczynski

    Der frühere polnische Staatspräsident Lech Walesa stieß am Montagabend in Berlin den ersten von 1000 überdimensionalen Dominosteinen um, mit denen die Berliner Mauer nachgestellt worden war. Walesa brachte dabei auch einen Kameramann zu Sturz. Trotz Regens waren zehntausende Menschen zum Branden-burger Tor gekommen, um an den Feierlich-keiten teilzunehmen.

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    foto: reuters//fabrizio bensch

    Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag auf der Bösebrücke.

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     Ein Tourist hilft seinem Freund, ein Foto über einen Rest der Berliner Mauer zu schießen.

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    foto: reuters/christian charisius

    "Engel über Berlin": Acht als Himmels-wesen verkleidete Schau-spielerinnen symbolisierten am Jahrestag das Schicksal vieler Berliner, bevor die Mauer fiel.

Merkel spricht von "glücklichstem Tag der jüngeren deutschen Geschichte" und fordert neue globale Ordnung

Diesmal ist die deutsche Kanzlerin Angela Merkel rechtzeitig da. Kurz vor 15 Uhr trifft sie an der Berliner Bösebrücke ein, die 1989 noch unter dem Namen "Grenzübergang Bornholmer Straße" bekannt war. Vor 20 Jahren bekam Merkel vom Mauerfall ja zunächst nichts mit. Sie ging nach der legendären Pressekonferenz von Politbüro-Mitglied Günther Schabowski erst einmal in Ost-Berlin in die Sauna. Dass am Abend des 9. November an der "Bornholmer Brücke" Tausende von Ost nach West strömten, erfuhr sie erst am Tag danach.

Doch 20 Jahre später hat Merkel gleich hochrangige Begleitung mitgebracht. Mit ihr von Ost nach West marschieren an diesem regnerischen Gedenktag der ehemalige russische Staatschef Michail Gorbatschow, dessen polnischer Ex-Kollege Lech Walesa, der Bürgerrechtler Joachim Gauck und der 1976 von der DDR ausgebürgerte Liedermacher Wolf Biermann. Zu überwinden haben sie diesmal nur eine rote Samtkordel. Vor 20 Jahren mussten Bürgerinnen und Bürger aus Ost-Berlin noch stundenlang auf das Hochgehen des Schlagbaums warten, von Minute zu Minute ungeduldiger.

Doch auch 2009 gibt es Jubel und Applaus, an der Brücke herrscht trotz des schlechten Wetters ein wenig Volksfeststimmung. Und das setzt sich noch den ganzen Gedenktag fort.

Auch Merkel erinnert noch einmal an den 9. November 1989. Er sei der "glücklichste Tag der jüngeren deutschen Geschichte" gewesen. Jene Bürger, die damals gegen die kommunistische Diktatur aufbegehrten, hätten "Mut" gehabt. Davon bräuchten die Deutschen auch in Zukunft viel. Besonders lobend erwähnt werden von ihr die Kirchen und die Montagsdemonstrationen, von denen der Widerstand damals ausging, bis er schließlich die gesamte DDR erfasste. Merkel will auch in Zukunft die "Erinnerung an das Geschehene" wach halten und "keinen Schlussstrich ziehen" .

Stärkung der EU

Auf der internationalen Bühne möchte sich Merkel für eine neue globale Ordnung einsetzen. So müssten die Nationalstaaten Kompetenzen an multilaterale Organisationen wie die EU abgeben. Diese sei durch ihre Mitgliedstaaten gestärkt worden, auch wenn man nicht alle Entscheidungen aus Brüssel gutheiße. In Deutschland sieht Merkel die Einheit "noch nicht vollendet" . Man müsse sich anstrengen, um die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in Ost und West anzugleichen.

Der Gang über die Brücke war einer der Höhepunkte für Merkel. Am Abend feiert sie mit 30 Staats- und Regierungschefs sowie US-Außenministerin Hillary Clinton, dem ehemaligen russischen Präsidenten Michail Gorbatschow und zehntausenden Bürgern ein "Fest der Freiheit" am Brandenburger Tor. US-Präsident Barack Obama sagt in seiner Videobotschaft: "Lassen Sie uns niemals den 9. November 1989 vergessen und das Licht der Freiheit auch in den dunkelsten Nächten der Tyrannei aufrecht erhalten."

Russlands Staatspräsident Dimitri Medwedew erinnert daran, dass die Rolle der Sowjetunion 1989 "durchaus entscheidend war" . Denn zuerst hatte es "Veränderungen in der Sowjetunion gegeben" . Und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy stellt die deutsch-französische Freundschaft in den Mittelpunkt seiner Rede. Vor dem Mauerfall hätten die beiden Staaten zwei Mal Krieg gegeneinander geführt. Heute, im vereinten Europa, sei dies undenkbar und der Fall der Mauer daher auch heute noch "Auftrag, alle Unterdrückung zu bekämpfen" .

Zum Abschluss der Feierlichkeiten findet dann der lange vorbereitete "Domino-Day" statt: Tausend, von Schülern gestaltete Styroporsteine, die symbolisch noch einmal den Mauerverlauf am Brandenburger Tor bilden, fallen.

Den Anstoß dazu geben der frühere Chef der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc und spätere Staatspräsident Lech Walesa und der frühere ungarische Ministerpräsident Miklos Nemeth. Als die Steine fallen, ist der Jubel der Zuseher groß. Auch das erinnert ohne Worte noch einmal an die Geschehnisse und an die Stimmung des 9. November 1989. (Birgit Baumann aus Berlin/DER STANDARD, Printausgabe, 10.11.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 113
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Konrad Chreeb
00
15.11.2009, 16:57
Endlich mal was zum lachen bei dieser öden Mauerfeier....

Walesa mit Kamera zusammen gestoßen... war glaube ich die beste Einlage bei dem ganzen Spektakel.. der Arme schaut leider viel zu oft ins Glas..

Mostbluzer
00
11.11.2009, 11:41
die freiheit, ja die freiheit, die sie meint

gut als ossi (auch wenn sie in hamburg geboren ist) weiss sie es nicht besser und von obama lernt sie auch nichts anderes. von freiheit faseln, schöne wort fürs gemüt und emotion aber nach order handeln.

http://www.spiegel.de/netzwelt/... 97,00.html

Name, Adresse, Bankverbindung, Zahlungsverkehr: Die Justiz- und Innenminister der EU wollen in Kürze entscheiden, ob US-Ermittler Daten der Unionsbürger abgreifen dürfen. Ein SPIEGEL ONLINE vorliegender Abkommensentwurf sieht genau das vor - Datenschützer sind alarmiert.

Karl Buschina
11
10.11.2009, 20:48
Hampelfrau Merkel = Die liebste Marionette der USA.,.

http://tinyurl.com/ygz4n3j

anton-aus-tyrol
 
12
10.11.2009, 13:33
"glücklichstem Tag der jüngeren deutschen Geschichte"

Nicht nur der jüngeren deutschen Geschichte, in meinen Augen der europäischen... Und ich bin froh, dass ich es erleben durfte, wenn auch nur vor der Glotze zu Hause!

Simplicius Simplicissimus
00
10.11.2009, 13:33
Die Kleinchinesen ...

... scheinen genug Geld zu haben. Vielleicht aus einem "Hartz Fünf"-Fond ...

technocracy
71
10.11.2009, 13:07
schön langsam übertreiben es die piefke

mit ihrem mauerfall-feierwahn

seit dem fall der mauer ist es bergab gegangen
niemand in deutschland hat mehr arbeit
der osten geht vor die hunde
die rechtsextremen vermehren sich wie die ratten

gorbi und kohl haben sich das ganze schon ein jahr zuvor ausgedacht um dann medienwirksam vor der vollständig versammelten weltpresse die "mauer" vom verarschtem volk einreißen zu lassen. sieger sehen anders aus. es sind die großkapitalisten die gewonnen haben .

alexanderletten
 
10
10.11.2009, 14:58

"niemand in deutschland hat mehr arbeit
der osten geht vor die hunde"
Früher war alles besser.
So ein Fulltime-Job als FDGB-Funktionär oder ABV war volkswirtschaftl. von immenser Wichtigkeit.

Aber in Wirklichkeit wollten Sie nur eine möglichst hohe Retourn-Quote.

So Ren
00
10.11.2009, 14:48
Siehs von der Seite.....

...wir feiern wesentlich belanglosere Feiertage wesentlich mehr, und das jährlich....

Jürgen Rembremerding
22
10.11.2009, 13:21
So sehr wie Du kann kein "Piefke"

übertreiben!

Herzerzog Johann
11
10.11.2009, 11:23
Erst wenn auch die kopfinterne Mauer fällt ...

... ist das Brett vorm Hirn auch weg.

dhl
00
10.11.2009, 09:48
Vorschlag: Errichtung einer Mauer

mit Kippfunktion, die jeweils zum Jahrestag unter großem Polit-Brimborium umgelegt wird.

Howard Beale
13
10.11.2009, 09:33
Es sollte auch einen Gedenktag zum Mauerbau geben

es wäre mindestens ebenso wichtig,über die Beweggründe zum Bauen von Mauern zu sprechen.Nicht nur über die Berliner Mauer sprechen,sondern auch über die Mauer zwischen Israel und Palästina (750 km) oder über die Mauer zwischen Mexico und USA.

insertnamehere
 
00
10.11.2009, 12:39
"es wäre mindestens ebenso wichtig,über die Beweggründe zum Bauen von Mauern zu sprechen"

Angefangen damit, dass die in allen von Ihnen genannten Beispielen komplett unterschiedliche sind/waren.

soseies
00
10.11.2009, 15:48

"Angefangen damit, dass die in allen von Ihnen genannten Beispielen komplett unterschiedliche sind/waren."

na was denn sonst auch...

gute mauer....böse mauer eben...ne wa

gistof
32
10.11.2009, 10:07
Die Beweggründe sind aber unterschiedliche

Die Berliner Mauer wurde gebaut, dass die eigene Bevölkerung nicht abhaut, weil das eigene Land so scheiße ist. Die Mauer in Jerusalem besteht, weil sich eine Zeit lang jeden zweiten Tag ein Irrer vor einem Kindergarten in die Luft gesprengt hat und die Mauer zwischen Mexico und den USA ist genau das Gegenteil wie die Berliner Mauer. Die bösen Kapitalisten müssen nämlich niemanden zwingen zu bleiben (die bleiben freiwillig). Sie wollen einfach den Zuzug regeln wie wir auch. Abgeknallt wird dort auch niemand.

Lécollier Emmanuel
 
00
19.12.2009, 12:50
Warum

soviele "Irre" sich in die Luft sprengen lassen wollen, sollten Sie sich fragen.

radikal
11
10.11.2009, 13:17
redens nicht so einen quatsch daher

die beweggründe sind hier wie da:

1) aus- bzw eingrenzung
2) menschenrechtsmissachtung
3) die bösen sind immer die anderen

;)

gistof
10
10.11.2009, 13:56
Wenn die israelische Regierung

mit Hilfe eines Grenzwalls die eigene Bevölkerung vor Selbstmordattentaten schützt ist das eine Ausgrenzung? Was ist denn das bitte für ein Schwachsinn? Soll man die Suizidler zur Gruppentherapie schicken, damit sie sich über die Ausgrenzung beschweren können?

soseies
00
10.11.2009, 15:51

bei den gründen...warum mauer..da wird sauber differenziert und lamentiert..

bei den gründen....warum gibt s überhaupt selbtmordbomber...brauchen wir nicht differenzieren...

insertnamehere
 
01
10.11.2009, 17:43
Nein, beim Thema Berliner Mauer brauchen wir da tatsächlich nicht herumdifferenzieren, warums Selbstmordbomber gibt.

Es mag Ihnen unglaublich vorkommen, aber manchmal schafft mans echt, auch was Historisches zu diskutieren, OHNE dabei den schei** Nahostkonflikt hervorzerren oder den bösen Ami hinterm Busch entdecken zu müssen.

radikal
10
11.11.2009, 08:42
"manchmal schafft mans echt, auch was Historisches zu diskutieren, OHNE dabei ..."

in diesem fall allerdings nicht wie man sieht

ihr posting ist somit irrelevant

;)

Mathias
 
10
10.11.2009, 12:39
Die Berliner Mauer wurde gebaut...

Die SED hatte seinerzeit dem eigenen Volk erklärt, daß die Mauer wegen einem Grund gebaut wurde: Es sollte verhindert werden, daß nicht zu viele Westdeutsche in das Sozialistische Arbeiterparadies flüchten können! Waren sicher Spitzenmanager damals ;-)

radikal
33
10.11.2009, 09:26
Jürgen Rembremerding
10
10.11.2009, 16:33
Hätten die Palästinenser nicht ständig Attentäter nach Israel

geschickt, so hätte dieses keine Mauer gebaut!

radikal
00
11.11.2009, 18:40
hätten die einen kein land geraubt

hätten die anderen keine attentäter geschickt

;)

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