Grüne: Regierung setzt den EU-Vertrag nicht um

9. November 2009, 17:18

Van der Bellen verlangt mehr Rechte für National- und Bundesrat - Rederecht für EU-Abgeordnete und -Kommissare

Brüssel/Wien - Der grüne Europasprecher Alexander Van der Bellen befürchtet, dass die im neuen EU-Vertrag von Lissabon vorgesehene Aufwertung von National- und Bundesrat bei der Europapolitik nicht stattfindet, weil die innerstaatliche Umsetzung nicht rechtzeitig umgesetzt werden kann: "Der Vertrag wird am 1. Dezember oder spätestens am 1. Jänner 2010 in Kraft treten. Aber von der Bundesregierung sind keinerlei Initiativen bekannt", klagt Van der Bellen im Gespräch mit dem Standard.

Die Zeit dränge, "wir verlangen Verhandlungen", sagt der Grüne. Lissabon erlaube, "mehr Licht ins Dunkel der Regierungen zu bringen. Es gibt mehr Rechte auf Information, es muss mehr Direktkontakte geben", erklärt er. Dafür seien viele rechtliche Anpassungen nötig, nicht nur einfachgesetzliche, sondern auch Verfassungsbestimmungen und Verordnungen. Diese könnten aber nur mit Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament beschlossen werden. "Da wir die einzige Oppositionspartei sind, die für den Lissabon-Vertrag ist, gehe ich davon aus, dass die Regierung Interesse haben müsste, mit uns zu sprechen", wundert er sich. In einem Sieben-Punkte-Katalog fasst Van der Bellen die wichtigsten Forderungen seiner Partei zusammen: So sollten EU-Abgeordnete und EU-Kommissare Rederecht im Nationalrat und in den Ausschüssen bekommen; es müsse Klagsrechte für National- und Bundesrat bezüglich der Gesetzesvorhaben der Regierung geben. Der Lissabon-Vertrag sehe außerdem vor, dass man im EU-Ministerrat in vielen Bereichen vom Einstimmigkeitsprinzip zu Mehrheitsentscheidungen übergehe. Damit fielen aber Veto-Rechte der Regierung weg, erläutert der Abgeordnete. Daher seien Regelungsvorbehalte des Parlaments unabkömmlich.

Der Grüne beklagt, dass die Koalitionsparteien bereits bisher im Hauptausschuss bei EU-Materien alle Vorschläge der Opposition abgeblockt hätten. Weiters wäre es notwendig, dass die Fachausschüsse sich viel früher als bisher mit EU-Initiativen beschäftigen könnten. Die Regierung müsse gezwungen werden, ihre Positionen in Brüssel in schriftlicher Form dem Parlament zur Verfügung zu stellen, sagt Van der Bellen. Und: Es müsse klargestellt werden, dass Militäreinsätze nur auf Basis von UN-Beschlüssen erfolgten. (Thomas Mayer, DER STANDARD, Printausgabe, 10.11.2009)

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1 2
NONE
00
10.11.2009, 14:20

"Es müsse klargestellt werden, dass Militäreinsätze nur auf Basis von UN-Beschlüssen erfolgten."

Will der den Vertrag kippen? Im Vertrag steht nichts drinnen das man auf UN Beschlüsse warten müsse.

Da gibt es bereits jetzt den Verteidigungsfall bei dem die Mitglieder zur Solidarität verpflichtet sind (inklusive im Falle von "Terroranschlägen", lediglich die Form der Solidarität ist ziemlich frei gestellt). Von der UN steht hier aber nix dabei.

maruh
03
10.11.2009, 11:17

der lissabon-vertrag wurde doch schon unterschrieben. jetzt noch vorderungen stellen ist schwachsinn und bringt nichts. das hätte vorher passieren müssen.

;)

Stahl_____666
01
10.11.2009, 11:36
.

Hier gehts um die Umsetzung des Vertrages im nationalen Parlament. Der Vertrag hat auch Auswirkungen darauf, wie unser Parlamentarismus in Zukunft funktioniert und dafür müssen nun die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden.

NONE
00
10.11.2009, 14:20

Schau den Schlusssatz an mit den UN Beschlüssen.

Das wäre eine Änderung des Vertrages. Wie soll das gehen?

http://plejaden.wordpress.com/
 
22
10.11.2009, 11:29

"vorderungen" ???

klartextreden
00
10.11.2009, 13:08
>Herr od.Frau Oberlehrer haben als "Blitzkneisser" einen Rechtschreibfehler entdeckt -leider aber sonst keine eigene Meinung !<

http://plejaden.wordpress.com/
 
11
10.11.2009, 13:41

Machen Sie sich nicht wichtig. Ich habe den Sinn dieses Wortes ganz einfach nicht verstanden.
Ihr Kommentar lässt andererseits auch keine "Meinung" erkennen, außer dass Sie das wiederkäuen, was nur allzu oft von Halb-Analphabeten hier im Forum zum Besten gegeben wird.

NONE
00
10.11.2009, 14:22

Blödsinn.

Kann mal passieren das man sich vertippt wenn man eben schnell denken muss und auch schnell tippt...

Ich glaue dir kein Wort wenn du sagst das du "Forderungen" verstehst aber "Vorderungen" nicht.

Quantensprung
02
10.11.2009, 12:36

die kommen vor den "hinterungen" ;-)

luquas
01
10.11.2009, 14:14

Das kam aber wohl jetzt aus Ihren Niederungen... :)

Herzerzog Johann
10
10.11.2009, 10:27
Rederecht für EU-Abgeordnete und -Kommissare

Was soll das werden? Jeder redet überall und keiner hört zu.

Placebo
 
05
10.11.2009, 10:46
Dass endlich ein EU-Bewusstsein geschaffen wird. Bundesheer in Eisenstadt und ähnlicher provinzieller Unfug als wäre Österreich eine Insel. Es ist Zeit anzuerkennen dass Österreich Teil der EU ist und EU-Politik gemacht wird , keine Stammtischpolitik

derpradler
00
10.11.2009, 10:19
Weiß der Herr Professor denn nicht,

daß seine Gender-Damen die Auflösung der Landtage fordern? Oder ist jetzt bei den Grünen das totale Chaos ausgebrochen?!

Schluss mit der Bionadebourgeoisie
 
40
10.11.2009, 10:13
Van Bellen wie immer:

Auf Befürchtungen | Mutmaßungen | Unterstellungen aufgebaute Vorwürfe | Jammereien.

Der ist genau so ein Auslaufmodell wie Schüssel und Konsorten.

per verser
30
10.11.2009, 09:39
was hat er denn geglaubt. schüssel hats doch vorgezeigt: die eu als spielball für innenpolitik, der rest hat ihn einen feuchten dreck gekümmert.

da hat einer aus einer an sich schon üblen sache ein mehrfaches übel gemacht, um der austrofaschistischen bürgerlichen zur herrschaft zu verhelfen. schüssel wußte genau, daß die leute unter zunehmendem druck nach rechts driften, und das hat er forciert.

warum ich das erwähne? weil der herr vdb nicht vergessen soll, vor wem er einen kniefall getätigt hat, der die grünen endgültig als das gezeigt hat, was sie letztlich doch zu sein scheinen: edel-schwarze. wobei "edel" in diesem kontext etwas grindiges ist.

und jetzt jammert er, weil speziell die övp macht, was sie immer gemacht hat.

okay, auch rote sitzen in der regierung und machen scheiße, schlimm genug. aber was vdb beklagt, ist primär schüssels werk bzw. das seiner thronfolger.

metmar
03
10.11.2009, 10:09

Die Grünen bzw vdb haben rechtzeitig bemerkt, daß diese ÖVP nicht zur Vernunft zu bringen ist, im Gegensatz zur SPÖ.

Und Sie bezeichnen jetzt allen Ernstes die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP durch die Grünen bzw. vdb als "Kniefall" - daß die SPÖ dagegen tatsächlich mit der ÖVP regiert bloß als "schlimm genug"?

Sorry, aber ich glaube, bei Ihnen ist der Name Programm.

per verser
00
12.11.2009, 02:30

sie leugnen also den kniefall van der bellens vor schüssel.

metmar
01
12.11.2009, 09:13
Gegenfrage

Wenn die bloße AUFNAHME von Koalitionsverhandlungen (Grüne) bereits als Kniefall zu werten ist,

was ist dann,

bitteschön,

das tatsächliche koalieren (SPÖ)?

per verser
00
12.11.2009, 16:10

und was die spö betrifft: die hat sich schon lange disqualifiziert, spätestens seit vranitzky. mir sind die roten beim arsch noch lieber als die schwarzen oder die grünen, aber wählen werde ich sie nicht mehr, wenn sichnciht grundlegendes ändert - womit ich eigentlich nicht mehr rechne.

per verser
10
12.11.2009, 16:07

kniefall, das ist von der bellens berühmtes öffentliches arschkriechen. er kam von schüssel, und plötzlich waren die kriegsflugzeuge unvermeidlich, studiengebühren auch, weil, was soll man denn machen etc. blabla.

van der bellen hat die basis verraten, weil er wirklich dachte, in der nächsten regierung mitmischen zu dürfen. schüssel hatte sicher großen spaß daran, den herrn professor dazu zu bringen, die grünen zu demontieren.

nein mein guter, es waren nicht die koalitionsverhandlungen - es war van der bellens vorauseilender gehorsam, der die grünen entlarvt und disqualifiziert hat.

metmar
00
12.11.2009, 20:55

Ihre Beiträge sind schon sehr tendenziös. Eigentlich schon maliziös.

Hat er wirklich gesagt: "Kriegsflugzeuge sind unvermeidlich"?

Hat er wirklich gesagt: "Studiengebühren sind unvermeidlich"?

Hat er wirklich gesagt: "Was soll man denn machen gegen Kriegsflugzeuge und Studiengebühren"?

Soweit ich weiß, hat er nur gesagt, für ihn seien die Abschaffung der Studiengebühren und die Stornierung der Eurofighter Ziele, aber keine unbedingten Muß-Bedingungen.

Das mag Ihnen jetzt zu schwammig sein - aber wissen Sie was: bleiben Sie ruhig bei Ihrem Schwarz-Weiß-Denken und haben Sie viel Spaß damit.

per verser
00
13.11.2009, 20:15

er war da schon konkreter als sie behaupten. ich kann ihnen jetzt den originalbeitrag nicht mehr genau zitieren, vielleicht finde ichs noch, dann reiche ich es nach.

metmar
00
13.11.2009, 22:27
Tun Sie das

Nur noch ein Hinweis.

Ich habe gar nichts *behauptet*, ich habe nur meinen Wissensstand widergegeben. Daß es auch andere Aussagen geben könnte, habe ich nicht bestritten.

Naomh Dent
02
10.11.2009, 09:10
mir dreht es regelmässig...

den Magen um!
es werden Verträge geschlossen und nur schleppend bis garnicht umgesetzt...
Jüdische Gräber.. auf Ministerebene wird ein Vertrag unterschrieben und die Länder sagen.. "uns hat keiner gefragt also machen wir da nicht mit."
Bildungswesen.. manches Bund manches Land und man kann sich nicht einigen.
EU Vertag.. die Regierung will ihn, ratifiziert ihn.. und ist schon wieder untätig.
und so geht die liste weiter und weiter,...

Die gewählten Volksvertretter sollten mal arbeiten und nicht Provisionen hin und her schieben oder mit dem Finger zeigen.. etwas arbeiten für das Land (egal welche Farbe) ist in Zeiten wie diesen angesagt.
(ein Scherz noch am Rande,.. Leistungsbezogenes Gehalt für NR-Abgeordnete:-)

Erwin Wolfram
13
10.11.2009, 00:37

Der Pilz ist der Einzige, der sich noch um den Rechtsstaat kuemmert. Stellen Sie sich vor wie die Anwaelte argumentieren und arbeiten und welcher Stundenlohn wohlfeil fuer Arbeit ist, wenn die Staatsanwaelte sich schon so schrauben. Nun stellen Sie sich vor was fuer einen Erkenntnisgewinn ein Verfahren bringt: Was die Menschen, die mit dem Problem befasst sind seit 10 Jahren wissen steht so als Urteil und neuer Fakt im 11. Jahr im Akt. Das das eine Schande ist wissen nicht alle Politiker. Es gibt naemlich sehr viele die sich durch jedes Urteil beraten lassen wie noch korrupter und widerlicher zu handeln auf Kosten der Unschuldigsten moeglich ist.

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