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Jugendschutz soll einheitlich werden

09. November 2009 17:13
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    quelle: der standard

    Trinken, Feiern, Wetten: Was man als Jugendlicher darf und was nicht, obliegt den Ländern.

Was man als Jugendlicher darf und was nicht, obliegt den Ländern - Jugendminister Mitterlehner forciert nun eine bundesweite Regelung

Wien - Samstagabend, 23 Uhr, irgendwo in der Steiermark: Geht man davon aus, dass sich alle Jugendlichen brav an ihre Landesgesetze halten, dürfte um diese Zeit niemand mehr unterwegs sein, der jünger als 16 ist. So sieht es das steirische Jugendschutzgesetz vor. Die Niederösterreicher handhaben das ein wenig lockerer, dort müssen 14- und 15-Jährige erst um 1 Uhr ins Bett.

"Das ist absurd, denn die Jugendlichen sind mobil", sagt Wolfgang Moitzi, Vertreter der Sozialistischen Jugend im Vorsitzteam der Bundesjugendvertretung (BJV). "Es liest doch kein Niederösterreicher, der ein paar Kilometer über die Landesgrenze fährt und in der Steiermark weggeht, vorher das dort gültige Jugenschutzgesetz." Und selbst wenn die sperrigen Gesetzestexte für Jugendliche oder ihre Eltern aufbereitet werden, ergeben sie noch eine aufwändige Lektüre: Eineinhalb Meter, sagt Moitzi, sei der Folder lang, in dem die verschiedenen Bundesländer-Regelungen erklärt seien. Seit Jahren fordert die BJV eine bundesweite Vereinheitlichtung - und kämpft gegenWindmühlen. Nur Wien, Niederösterreich und das Burgenland haben es bisher geschafft, ihre Gesetze anzugleichen.

"Gute Chancen" für Konsens

Wie schon einige Regierungen davor hat sich auch die amtierende rot-schwarze Koalition ein bundesweites Jugendschutzgesetz ins Programm geschrieben. Zuständig ist Reinhold Mitterlehner (ÖVP), der bisher mehr als Wirtschafts- denn als Jugendminister aufgefallen ist. Das soll sich nun ändern: Im kommenden Frühjahr möchte sich Mitterlehner des Themas annehmen, und er sieht "gute Chancen", diesmal tatsächlich einen Konsens mit den Ländervertretern zu finden. "Es zieht sich dahin", räumt Mitterlehner im Standard-Gespräch ein.

Dabei scheitere das Jugendschutzgesetz nicht an inhaltlichen Fragen, glaubt Mitterlehner: "Die Regelungen sind sehr ähnlich, unterscheiden sich aber im Detail." Oder bei den Formulierungen: So steht im Vorarlberger Gesetz dezidiert, dass sich unter 18-Jährige nicht in Wettbüros aufhalten dürfen. Das sieht zwar auch das Wiener Jugendschutzgesetz vor, erlaubt aber gleichzeitig Glücksspiele, "die durch Bundesgesetz geregelt sind", ohne zu erläutern, was das genau bedeutet.

Es dürften aber auch durchaus ideologische Fragen sein, die die Länder beim Jugendschutz trennen. So beklagte sich eine frühere Jugendministerin, sie wolle den unter 16-Jährigen das Schnapstrinken nicht erlauben. Je weiter sie sich Richtung Westen bewege, desto mehr Unverständnis gebe es aber für ihre Ansicht.

Für Moitzi ist jedenfalls klar, warum es bis heute kein Bundesgesetz zu dieser Frage gibt: "Da geht es um die Eitelkeit der Länder, die sich keine Kompetenzen wegnehmen lassen wollen. Die Interessen der Jugendlichen werden dabei vergessen." Der Jugendvertreter vermisst auch den politischen Willen des Ministers. "Wir schauen uns das nicht mehr lange an", kündigt Mitterlehner nun an, der auf ein "Recht auf Gleichbehandlung für alle Jugendlichen" plädiert.

Ein möglicher Kompromiss könnte es sein, den Jugendschutz per so genanntem 15a-Vertrag zwischen Bund und Ländern zu regeln. Dann bliebe das Thema zwar Landesangelegenheit, wäre aber per wortidenter Vereinbarung mit allen geregelt. Mit einem 15a-Vertrag wäre auch die BJV zufrieden - wenngleich Moitzi darauf hinweist, dass man doch bei den Jugendlichen zumindest denselben Konsens erzielen könnte wie bei den Tieren: Das Tierschutzgesetz ist nach längerem Hin und Her seit 2005 Bundesmaterie. (Andrea Heigl, DER STANDARD, Printausgabe, 10.11.2009)

Wissen: Nicht nur tschechernde Kids sollten sich über regionale Besonderheiten informieren. Wer länderübergreifend bauen will, muss sich in neun Bauordnungen einlesen. Böcke werden nach neunfachem Jagdrecht geschossen, Forellen zappeln nach ebenso vielen Fischereigesetzen am Haken.

Naturjuwele werden von Ost bis West nach verschiedenen Regeln geschützt wie auch Kleingärten oder Ortsbilder. Die Länder zahlen das Pflegegeld nach eigenen Kriterien aus - was Unterschiede von über 1000 Euro ausmachen kann. Schwankungen bei der Sozialhilfe soll nun die Mindestsicherung einebnen, die Wohnbauförderung ist beliebtes Füllhorn von Landesfürsten. Um Brände kümmern sich die regionalen Paragrafen folgenden Feuerwehren - und den letzten Weg weisen neun verschiedene Bestattungsgesetze. (jo, DER STANDARD, Printausgabe, 10.11.2009)

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Posting 1 bis 25 von 143
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ProfKreuzundQuer
10.11.2009 14:35
der satz dass richtung westen die ansichten zu alkohol relaxter gesehen werden ist nun mal

nicht ganz unplausibel.

je enger die täler, je kälter und einsamer die nächte.

dass da über eine 15a vereinbarung gesprochen wird ist das letzte.

diese länder führen sich auf wie die letzten kaiserreiche.

der föderalismus ist wirklich zu rein gar nix mehr gut. der vielleicht gute kern der darin schlummert wird jeden tag mit füssen getreten.

es nutzt nichts - will man in österreich etwas bewegen muss man endlich wegkommen von diesen verschwenderischen strukturen.

alleine was die ganzen privatuniversitäten und fachhochschulen gekostet haben - die finanzieren die länder kräftigst mit .... etc etc

reiner wildwuchs überall.

Fred Wirtschaftsflüchtling
10.11.2009 12:44
Wann dürfen wir endlich über die Beendigung der Legislative der Bundesländer abstimmen?

krendl
10.11.2009 12:26
Mitterlehner?

Jetzt hab ich doch glatt gedacht, mich verlesen zu haben - oder es gäb einen zweiten.

Wieviel Demokratie ist es bitte?
10.11.2009 12:14
9 Parasiten = nix als Ballast

fressen die Republik von innen her auf. Bin für rückstandslose Entfernung der Lulz-Länder und deren künstliche LOL-Kosten die beim Bürger Kontenfraß und Bürokratiestress verursachen, daß es eine Art hat - also weg mit dem Zeug und das bis gestern! 9 Bremsen am Wagen, 9 Anker am Bootchen sind Gründe, warum hier *nix* vorangeht. Den komplett wirkungs - und kompetenzlosen Bundesrat und die halbe Parlamentsbesatzung kann man gleich mit in die Tonne treten.

Bei der Gelgenheit kann man gleich mal eine knackige, lesbare, effektive Verfassung von - sagen wir mal - 2 Din A 4 Seiten Umfang aufschreiben und damit hat sich's.

Aurin
10.11.2009 12:06
toller satz

...dass man doch bei den Jugendlichen zumindest denselben Konsens erzielen könnte wie bei den Tieren...

m+m
10.11.2009 11:16
alle diese sinnlosen landesgesetzte gehören vereinheitlicht

jugendschutz, baurecht, jagdrecht, sozialhilfe etc. sollten in der gesetzgebung dem bund unterstehen - wir brauchen da nicht 9 unterschiedliche gesetze.

weiss jemand / hat jemand eine statistik wie viel uns das kostet, dass wir 9 unterschiedliche gesetze haben?

offi86
10.11.2009 12:25

IMHO bräuchten wir auch keine 9 Bundesländer.

Vgl. Deutschland, die kommen in Relation auch mit viel weniger aus.

meineMeinung
10.11.2009 12:16

ca.45 % von den Kosten aller Beamten.

sir osis of liver
 
10.11.2009 10:25
jugendschutz soll einheitlich werden - bravo herr minister

schutz der jugend vor schlechter schulbildung, vor lehrstellenabbau, vor unbezahlten praktika - oder hab ich da was missverstanden?

Owi l8
10.11.2009 10:16
Kompromisse vor Verhandlungsbeginn?

Anzustreben ist die Übertragung des Jugendschutzes in die Kompetenz des Bundes. Jetzt schon von Kompromissmöglichkeiten zu sprechen, hieße, das Ziel aufzugeben, bevor man gestartet ist. Da ich Herrn Mitterlehner viel zutraue, nicht aber, so unbedarft vorzugehen, nehme ich an, dass die Vereinheitlichung des Jugendschutzgesetzes bereits mit den Landesfürsten akkordiert wurde.

tramezzino
10.11.2009 10:01
das beste jugendschutzgesetz

nützt genau gar nichts, wenn es nicht kontrolliert wird. nur mit strafen ab 500 euro aufwärts wird man z.b. wirte dazu bringen, sich an die alkoholausschankregeln zu halten.

Rene Stangeler
11.11.2009 11:38
Gehts der Wirtschaft gut

liegen Kinder besoffen unterm Wirtshaustisch.

zippy
10.11.2009 09:57

Ich will nicht, dass Österreicher bei Gesetzen mitreden, die Wien und seine Einwohner|nnen betreffen.

you dont see me
10.11.2009 09:51

es dürfte an mir total vorbei gegangen sein, dass wir einen jugendminister haben. wird wahrscheinlich an dem guten programm der regierung liegen :-).
alle reden immer von der wichtigkeit der jugend und das diese unsere zukunft ist. aber wie oft ist der jugendminister schon als solcher aufgetreten?

per verser
10.11.2009 09:40

das wird an den landesfürsten scheitern.

m+m
10.11.2009 11:13
leider

klein adlerauge
 
10.11.2009 09:32

der föderalismus ist als prinzip in der kritik weil wir einfach keine 4 verwaltungsebeneb brauchen... na dann mach ma halt dort und da ein maßnahmerl

dercas
10.11.2009 09:30
jugendschutz ist sowieso sinnlos wenn nicht...

...endlich marihuana legalisiert und stattlich kontrolliert verkauft wird(natürlich mit altersbeschränkung). Denn was nutzt es wenn ein 15 jähriger um 23:00 zuhause sein muss sich aber den lieben langen tag von zwielichtigen strassendealern mit weis der teufel was für giftigen mitteln gestreckted gras kaufen kann und sich damit zu tode kifft.

Jim Kirk
10.11.2009 11:44

Naja er muss es ja nicht rauchen.

dercas
10.11.2009 13:31

doch wer hält ihn davon ab? sicher nicht die tatsache das es verboten ist.

Mr. Bubbles
10.11.2009 09:17

am ende werden computerspiele verboten und die dorfjugend wickelt sich weiterin betrunken um den nächsten baum...

Werner Masslos
10.11.2009 09:14
Ich glaubs ja nicht.

Sollte da etwa wirklich Bewegung in diese Uralt-Forderung der diversen Jugend-Vereine Österreichs kommen? ECHT JETZT?

Ich weiß nicht wieviele Jahrzehnte schon darauf gepocht wird, daß es endlich ein einheitliches JugendSCHUTZ-Gesetz für und in Österreich gibt. Der einzige Lichtblick, bis jetzt, war doch tatsächlich das Vereinheitlichen der Jugend-Schutz-Gesetzte in Wien, Niederösterreich und Burgenland. Das hat schon einiges vereinfacht.

Pragmatisch gesehen: Usnere Jugend-Vereine und -Organisationen haben es mit einem einheitlichen Jugendschutz-Gesetz um vieles einfacher als jetzt. Und die Jugendlichen wissen dann auch österreichweit woran sie sind. Keine dummen Spielchen mehr, wo denn jetzt was erlaubt ist und wo nicht.

Gut so!

NELGA
10.11.2009 09:13
Warum bitte schon wieder so eine Wischi-Waschi-Lösung?

Warum führt man nicht gleich alle Themen, welche in der berühmten §15a Vereinbarung alle paar Jahre neu geregelt werden, gleich in die Bundeskompetenz über? Dann hätten wenigstens die Landesregierungen gleich den Stellenwert, der ihnen zukommt!

Rune Rebellion
10.11.2009 09:09
Fein!

Bei der Gelegenheit bitte auch gleich die Geldverbrennungsmaschinerien aka Landesregierungen abschaffen, Verwaltung zentralisieren, Krankenkassen zusammenlegen und sich über das viele eingesparte Geld freuen.

Danke!

tramezzino
10.11.2009 10:01

man spar hier nicht viel geld, man macht nur weniger verluste.

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