Wiener Stadtentwicklung

"Seestadt Aspern": Erste Bewohner 2013

9. November 2009, 16:44
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    foto: apa/schreinerkastler/wien 3420 ag

    In der "Seestadt", deren Areal so groß ist wie die Bezirke Neubau und Josefstadt zusammen, sollen in 20 Jahren rund 20.000 Menschen leben und ebenso viele Arbeitsplätze geschaffen werden. Im Bild ein Rendering der Seepromenade.

    (Bild: APA/schreinerkastler/Wien 3420 AG)

Bauträgerwettbewerbe starten nächsten Sommer - 2.000 von 8.500 Wohneinheiten bis 2015 fertig

Wien - Komplett fertig sein wird die "Seestadt Aspern" im Nordosten Wiens erst 2028. Die ersten Bewohner sollen sich jedoch schon ab 2013 am 240 Hektar großen Stadtentwicklungsgebiet ansiedeln, kündigte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) in einer Pressekonferenz am Montag an.

Bis dahin werde auch die U2-Verlängerung ins ehemalige Flugfeld mit zwei Stationen direkt im Stadtentwicklungsgebiet abgeschlossen sein. Am 28. Oktober dieses Jahres hat der Spatenstich für diese letzte Ausbaustufe der U2 stattgefunden. Auch die Bauarbeiten für den See starten Anfang 2010. Der Abschluss der laufenden Umweltverträglichkeitsprüfung wird im Frühjahr 2010 erwartet.

Bauträger-Wettbewerbe starten 2010

Mit der Ausschreibung der Bauträgerwettbewerbe will man im Sommer nächsten Jahres starten. "Die ersten Bauträgerwettbewerbe für rund 1.200 geförderte Wohnungen starten im Sommer 2010, weitere folgen im Winter", so Ludwig am Montag. Insgesamt 100 Millionen Euro will die Stadt in die ersten, rund 2.000 von insgesamt 8.500 Wohneinheiten investieren, die bis 2015 entstehen werden. Besonders forciert werden sollen ökologische und soziale Aspekte. Laut Ludwig ist vorgesehen, ein Viertel aller Neubauten auf energiesparender Passivhaus-Basis zu bauen.

Der Wohnbaustadtrat wünscht sich darüber hinaus generationsübergreifende und interkulturelle Projekte, die eine Durchmischung aller Altersgruppen bzw. von Zuwanderern und geborenen Wienern ermöglichen. Durch Partizipationsprozesse sollen künftige Mieter in die Gestaltung eingebunden werden, hieß es.

Zuhause für 20.000 Menschen

Neben den 2.000 Wohneinheiten mit 240.000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche, die bis 2015 entstehen, werden in dieser ersten Bauetappe ein Technologiezentrum sowie Büros, Handels- und Dienstleistungsunternehmen ihren Betrieb dort aufnehmen. Im zweiten Entwicklungsschritt, der zwischen 2015 und 2020 anberaumt ist, werden neben der Erweiterung von Wohn- und Büroquartieren auch die Anschlussstellen an die Südosttangente (A23) und das Bahnhofsviertel hochgezogen. Ab 2020 sollen dann die Gebiete rund um den Bahnhof und um die U-Bahntrasse verdichtet werden.

Ab der anvisierten Fertigstellung im Jahr 2028 werden die Bauten im neuen Stadtteil dann über 2,2 Mio. Quadratmeter Bruttogeschoßfläche umfassen. Davon entfallen 850.000 auf das Segment Wohnen, 950.000 auf die "Business"-Sparte und weitere je 200.000 auf die Bereiche Gewerbe und Forschung sowie soziale Infrastruktur, Kultur und Bildung.

Im Areal, das so groß ist wie die Bezirke Neubau und Josefstadt zusammengenommen, sollen in 20 Jahren rund 20.000 Menschen leben und ebenso viele Arbeitsplätze geschaffen werden. Entwickelt wird die "Seestadt" von der "Wien 3420 AG", einem Tochterunternehmen der beiden Grundeigentümer Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) und Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).

Stadthäuser

Die Seestadt setze auf großzügig gestaltete "Stadthäuser", die dem Anspruch der Work-Life-Balance gerecht werden. Ein Viertel nutzungsneutrale Flächen in den Objekten und großzügige Raumhöhen in den Erdgeschoßzonen - "optimal für Geschäfte und Lokale" - sollen dies sicherstellen, erklärte Bernd Rießland, Vorstand der Wien 3420 Aspern Development AG. "Dies ermöglicht nicht nur die nötige Nahversorgung bereits für die ersten Bewohnerinnen und Bewohner, sondern bedeutet auch eine einmalige Chance für die Seestädter, Wohnen und Arbeiten an einem Ort zu verbinden."

Von der Starthilfewohnung mit Superförderung bis zum Büro für Firmengründer, vom betreuten Wohnen bis zum Mingo-Büro (Kleinbüros ab 15 m2 zu günstigen Konditionen für Wiener Kleinstbetriebe und Jungunternehmer, Anm.) werden unterschiedliche Bedürfnisse und Nutzungsformen miteinander verbunden. "Die rund 2.000 Wohneinheiten in der ersten Ausbauetappe bringen die notwendige Größe, damit sich eine Nahversorgungs- und Bildungsinfrastruktur etablieren kann", so Rießland. 

Grüne sehen "Gefahr einer Satellitenstadt"

Sehr skeptisch sieht man allerdings in Teilen der Wiener Opposition die Pläne für die Seestadt. Für die Planungssprecherin der Wiener Grünen, Sabine Gretner, ist die Euphorie des Vizebürgermeisters "schwer nachvollziehbar, denn Stadtgebiete sollten primär auf innerstädtischen Brachen entwickelt werden". Dies sei auch im Stadtentwicklungsplan (STEP) aus dem Jahr 2005 so festgelegt.

"Auf innerstädtischen Brachflächen gibt es in Wien noch enormes Potential, etwa auf dem Gelände um den Hauptbahnhof, auf dem Nordbahn- und Norwestbahnhofgelände, oder am Eurogate Aspang. Es gibt zwar ambitionierte Ziele der Entwicklungsgesellschaft, doch der politische Wille und die Durchsetzungskraft für einen weltweit einzigartigen Musterstadtteil fehlen gänzlich", so Gretner, die "die Gefahr der entkoppelten Satellitenstadt" sieht, wenn die Wiener Stadtplanung keine geeigneten Stadtentwicklungsvorgaben und Instrumente entwickle. (APA/red)

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00
21.6.2010, 11:55

wer zahlt das?

guxifluxi
00
18.11.2009, 10:13

die aspern-seestadt.at webseite ist hübsch find ich :)

immofuchs
10
11.11.2009, 14:46
...der nächste Leberberg!

Teuer wirds aber keiner will hin!

Stadtplanung vom allerfeinsten.

Ich glaube leistbare Wohnungen für Alle wären im Sinne sozialer Daseinsvorsorge sinnvoller als dem nicht mehr vorhandenen Mittelstand den Traum vom Haus, zwar im Grünen aber leider am AdW anzubieten!

Christoph ************
02
11.11.2009, 19:05

Der Leberberg ist eine (fast) ausschließliche Wohnsiedlung mit einer um Welten schlechteren öffentlichen Anbindung, vom Konzept her ist er eine Plattenbausiedlung die den Anschein einer Blockrandbebauung erwecken lassen will. Es gibt weder einen Bahnhof wo neben der U2, S-Bahn und Regionalzügen sogar ICs stehen bleiben werden. Es gibt auch keine Einkaufsfußgängerzone und von hochwertigem öffentlichen Raum braucht man erst gar nich anfangen zu sprechen. Von irgendwelchen Einrichtunen von irgendeinem Interesse für auch nur irgendjemanden ganz zu schweigen.

Sollte Aspern zu einem 2. Leberberg werden, müsste die bisherige Planung vollständig und konsequent missachtet und auf den Kopf gestellt werden.

alexm
22
11.11.2009, 14:13
Wieso ..

müssen es eigentlich immer die hypermodernen, ewig selben designer-stahl-glas konstruktionen sein?

wieso kommt nicht jemand auf die idee, den flair der innenstadt durch reproduzierung von strukturen und stilen auf umliegende gebiete zu erweitern, oder übertragen?

[visionär an] wenn schon 18 Jahre an einem projekt bauen, wieso dann nicht WIRKLICH eine seestadt errichten? ein venedig-klon .. mit verschiedenen gebäudestilen, kulturzentren was auch immer .. AUF dem wasser .. eine abwechslung zu dem tristen einheitsgesicht von transdanubien [visionär aus]

wenn ich mir vorstelle wie viele von den stahlbetonvierteln in 30 jahren aussehen werden kommt mir das kotzen.

Jacek Ruzyczka
00
11.11.2009, 12:23
...und schon wieder mehr Büros als Wohnungen!

Hier böte sich eine Geölegenheit mehr, die typisch Wiener Wohnungsmisere wenigstens abzumildern, indem man wieder eine größere Anzahl moderner, leistbarer Wohnbauten erreichtet...aber nee!!...lieber baut man Bürokomplexe, mit denen hernach spekuliert wird!

Christoph ************
00
11.11.2009, 19:11

Hat Wien nicht schon genug Großfeldsiedlungen?

Chanandelar Bong
02
11.11.2009, 11:17
Der Exodus

der derzeitigen Anrainer hat bereits begonnen. Wer will schon den Rest seines Lebens mitten in einer der größten Baustellen Europas wohnen ?

immofuchs
00
11.11.2009, 14:38
Ah geh! wo haben Sie das denn her?

In Aspern ist kein Exodus in Essling ist kein Exodus und an der Hauptverkehrsstrasse dazwischen wohnt auf der Seestadtseite das Motorenwerk und der Baumax. Dafür wird die Infrastruktur und Nahversorgung besser, die Gegend wird leider noch teurer.

hexe caracas
00
11.11.2009, 10:57
diesmal bin ich mit den "Grünen" einer Meinung

Satelitenstadt a la Petrzalka in Bratislava
Betonblock an Betonblock
20 Jahre Baustelle
viel Korruption (und noch ein Block in diese Lücke, und noch ein Geschäftszentrum da, und noch ein Würstelstand, eine Trafik und eine Garage)
und auf die Durchmischung ist auch niemand neugierig

Name d. Redaktion bekannt
15
10.11.2009, 21:56
warum?


"Laut Ludwig ist vorgesehen, ein Viertel aller Neubauten auf energiesparender Passivhaus-Basis zu bauen."

Warum nur ein Viertel?
Warum nicht das ganze Viertel?

Christoph ************
12
10.11.2009, 22:22

Das ist wohl zu revolutionär. Man kann immer mehr fordern, eventuell in diesem Fall sogar zurecht, aber es ist auch angebracht anzumerken, dass Wien schon mit dem was es derzeit baut und plant zu bauen, beim Thema Passivhaustechnologie im Stadtbau absolute Speerspitze ist und dies anscheinend auch in näherer Zukunft auch bleiben wird.

Doktor Leid
20
10.11.2009, 14:00
Dauer-Handyfonierer, slowakische Bettler und Hundviecher ohne Maulkorb. Wien eben.

Dr. Kompotto
00
3.10.2010, 02:51
Sie sind unerträglich

kiwi99
01
11.11.2009, 09:38

aus der Slowakei muss niemand betteln gehn

illuminat_0815
21
10.11.2009, 13:04
20.000 Menschen vielleicht, aber 20.000 Arbeitsplätze?

Welche Zielgruppe an Firmen siedelt sich dort an um langfristig 20.000 Arbeitsplätze zu schaffen (mit einem weiteren "Technologiezentrum")? Wenn diese Zahl die rote Bedarfsermittlung Wien bzw. die rote Donaustadt ergeben hat wird dies eine klassische Satellitenstadt mit resultierender Ghettobildung - viele Städte dieser Welt haben es vor gemacht.
Mit diesen Aussichten werde viele auch nie auf die Idee kommen dort eine Wohnung zu suchen wodurch der Teufelskreis bereits jetzt existent ist und damit die Donaustadt noch weiter herunterkommen wird.....

i-tüpfelchen-reiter
01
11.11.2009, 11:40
20.000 Menschen ist ungleich 20.000 Arbeitsplätze

Ich denke doch, dass dort vor allem Jungfamilien hinziehn werden - und da werden sie nicht für jedes Kind einen Arbeitsplatz benötigen. Und wenn die Kinder ausgezogen sind, dann wohnen dort keine 20.000 Menschen mehr.

Obwohl mir aber auch 10.000 Arbeitsplätze (um irgendeine Anzahl zu schätzen) unwahrscheinlich erscheinen ...

systemfehler1
30
11.11.2009, 05:47
Nur nix gelten lassen!

Vor allem, wenn´s im roten Wien passiert.
Jawollja!

illuminat_0815
01
11.11.2009, 07:38
genau aus diesem Grund, weil

anderen würden solche Fehlplanungen nicht einfallen, sondern sich um Stadtmodernisierung und nicht teure Erweiterungen (U-bahn!!!!???) in der Pampa kümmern....

gretsch
02
11.11.2009, 08:44

Hätte man die Pampa doch nur Pampa sein lassen.Bei allen infrasrukturellen Defiziten des Nordosten Wiens kann ich als gebürtiger Asperner die Entwicklung dieses Stadtteils nur mit Schaudern verfolgen.Lebensqualität(sicher ein subjektives Kriterium)und dörflicher Charakter sind durch Projekte wie Norwegerviertel und Erzherog Karl-Stadt ohnehin weitestgehend dahin.Mit einer zusätzlichen Satellitenstadt geht dies gänzlich verloren. Über den Zuzug von "Neuaspernern" in die von den meisten von ihnen so bezeichnete Pampa wird von den "Aborigines" wohl geteilte Begeisterung herrschen.

Christoph ************
00
10.11.2009, 21:03

Viel konkretes gibt es noch nicht, aber das Technologiezentrum der TU, dass sich dort ansiedeln soll, wo Forschungsergebnisse eben dieser an der Schnittstelle zur privaten High Tech Industrie wirtschaftlich genutzt werden sollen ist ja kein Wolkenkuckucksnest sondern durchaus etwas Handfestes mit Anziehungskraft.

Während durchaus die Gefahr einer Schlafstadt existiert, ist das keineswegs ein unabwendbares Schicksal. Wenn man es schon vor Jahrzehnten geschafft hat eine einwandfrei funktionierende und lebesnwerte "Satellitenstadt" der kurzen Wege zu erschaffen, wie in Alt Erlaa, dann wird das auch heute möglich sein. Besonders dann wenn es eben ganz und gar keine Wohnblockmonokultur sein wird, eine gute Nutzungsdurchmischung haben wird...

illuminat_0815
11
10.11.2009, 22:17
das klingt leider wie aus dem Prospekt....

darüber hinaus hinkt der Vergleich mit Alt Erlaa doch sehr, da diese Wohngegend im Vergleich zu der Seestadt quasi mitten in der Stadt liegt (noch dazu im lebhaften Süden von Wien) - die Seestadt ist jedoch in der absoluten Einöde geplant - Ich kann Ihren Optimismus in keinster Art und Weise nachvollziehen!

Christoph ************
20
10.11.2009, 22:32

Bitte was? Von Alt Erlaa braucht mit per U-Bahn in etwa genauso lange ins Stadtzentrum wie man auch vom Flugfeld mit der U-Bahn brauchen wird.

Während Alt Erlaa tatsächlich etwas näher an den Innenbezirken liegt, kann von zentraler Lage keine Rede sein. Die Gegend rund herum ist zu einem großen Teil einigermaßen schrecklich und von belebt (vom Autoverkehr mal abgesehen) keine Spur.

Verstehe mich bitte keiner falsch, Aspern ist alles andere als eine "gmahde Wiesn", aber ich sehe den Standort keineswegs nennenswert schlechter als jenen von Alt Erlaa.

Absolute Einöde stimmt beim Flugfeld auch nicht. Mit der verlängerten Bim wird es gerade einmal 1-2 Haltestellen zum Zentrum von Aspern sein, mit einer halbwegs vernünftigen Nahversorgung.

Christoph ************
00
11.11.2009, 19:13

Könnte einer der Rotstrichler mir ev mitteilen, was an meinen obigen Argumenten so jenseitig war?

Slow Burn
02
10.11.2009, 12:45
Träumer

Nachdem sich die Größe des Vorhabens mit jener des 7. und 8. Bezirks deckt, werden wohl auch die Anzahl an Straßen und öffentlichen Linien notwendig sein – gibt es dafür auch schon Pläne und nicht nur die U2 und die Groß Enzersdorfer Straße?

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