Experten warnen, dass schädliche Software auch illegale Inhalte auf einen PC schmuggeln kann
Computer-Viren können nicht nur Daten stehlen oder Netzwerke lahmlegen, sondern auch eine Person unter Strafverdacht bringen. Es kann vorkommen, dass sich Personen Zugriff auf fremde Rechner verschaffen um dort illegale Inhalte zu speichern oder verbotene Websites aufrufen. Die Nachrichtenagentur AP hat mehrere Fälle aufgespürt, in denen unschuldige User wegen Besitzes von kinderpornografischen Materialien auf ihren Inhalten beschuldigt wurden.
Virus rief 40 Seiten pro Minute auf
In einem Fall war ein Mann wegen Besitzes von Kinderpornografie angeklagt worden, nachdem sein Arbeitgeber 2007 entsprechendes Material auf seinem Arbeits-Laptop gefunden hatte. Dem Mann drohten bis zu fünf Jahre Gefängnis und er habe Morddrohungen erhalten. Zusammen mit seiner Frau habe er rund 250.000 US-Dollar für seine Verteidigung aufwenden müssen, bis man auf seinem Notebook einen Virus entdeckt hatte, der pro Minute 40 Websites mit kinderpornografischen Inhalten aufruft. Erst nach elf Monaten sei die Anklage fallen gelassen worden.
Motive
Einerseits könnten Viren platziert werden, die selbstständig illegale Seiten ansurfen, um beispielsweise jemandem absichtlich Probleme einzuhandeln. Andererseits könnten auf einem Rechner auch Bilder und Videos gespeichert werden, um sie sich von einem anderen Computer aus anzusehen. Es sei nur sehr schwer nachzuweisen, wie eine Datei auf einem PC gelandet sei, meinen Experten. Problematisch sei zudem, dass wegen Pädophilie angeklagte User öfter behaupten würden, dass ein Virus die illegalen Inhalte auf ihren PC geladen hätten. Es sei wie die Ausrede, dass der Hund die Hausaufgaben gefressen hat, nur manchmal komme eben auch das vor, vergleicht es Phil Malone vom Harvard Berkman Center for Internet & Society. (red)