11 Millionen weg

Frankreichs User verliebt in einen Räuber

08. November 2009 22:34

Geldtransporteur, der mit Millionen verschwand, hat wachsende Internet-Fangemeinde

"Sogar ehrliche Menschen wie ich sind voller Bewunderung." Oder noch begeisterter: "Bravo, bravo und nochmals bravo, ich hoffe, du bist über alle Berge."

Der Adressat solcher Internetreaktionen heißt Tony Musulin, ist 39 Jahre alt und Geldtransporteur, seit 10 Jahren ohne Fehl und Tadel beim selben Unternehmen beschäftigt. Das war er zumindest bis Donnerstag. Da machte er sich mit 11,6 Millionen Euro in Lyon auf und davon. Seither ist er unauffindbar.

Musulin schaffte es, sämtliche Sicherheitsvorkehrungen auszuschalten. Er wusste, dass die bei solchen Summen obligatorische Polizeibegleitung auf jener Tour nicht zur Verfügung stand. Mit zwei bewährten Begleitern hatte er einen Streit vom Zaun gebrochen; deshalb war er Donnerstag mit zwei jungen Helfern unterwegs, die er nach der Geldaufnahme bei der Banque de France kurzerhand auf eine andere Tour schickte. Offenbar schaffte es der serbischstämmige, alleinstehende Franzose auch, dass er die Sicherheitsschlüssel zum Fahrzeug-Safe nicht abgeben musste.

Leerer Panzerwagen

Der Panzerwagen wurde noch am gleichen Tag außerhalb von Lyon gefunden. Leer. Von den vierzig schweren Geldpaketen mit den neuen Geldscheinen und von Musulin fehlt jede Spur. Kühlschrank und Bankkonto hatte er zuvor geleert. "Saubere Arbeit", musste ein Polizist einräumen.

Internetkommentatoren ziehen den "Hut vor dem Künstler". Der Tenor: Auf ehrliche Weise komme man in Frankreich ohnehin zu nichts. Auf Facebook beteiligen sich tausende an einem Dutzend Adressen. Viele Franzosen fühlen sich offenbar an die französische Romanfigur des eleganten Meisterdiebs Arsène Lupin erinnert. (Stefan Brändle aus Paris/DER STANDARD-Printausgabe, 9.11.2009)

Beati pauperes spiritu
09.11.2009 18:07
Was man ihm tatsächlich zugute halten kann, ist ...

... daß er offenbar keinerlei Gewalt anwendete um das Geld zu erbeuten.

Natürlich, Diebstahl bleibt Diebstahl, aber die Art und Weise, wie er "das Ding" durchzog nötigt ja offenbar den ermittelnden Beamten Respekt ab.

Lorelei Sonnenschein
09.11.2009 17:59
Dieb

...ich glaube das normale "Fussvolk" hat nicht mehr sehr viel Mitgefühl mit den Banken, woher das wohl kommen mag??? :-)

hawkwind -
09.11.2009 13:50
Einer muß es ja sagen

Er ist trotzdem ein Dieb.

Jene Grüne Straßenkatze
09.11.2009 12:14
...

Und Österreich ist in Karl Heinz Grasser verliebt.

Nick Tameer
08.11.2009 23:45

Wohl eher ein "Meisterdieb" als ein Räuber. Ich schätze dennoch, dass er es schwer haben wird, die Früchte seines Coups lange und in Ruhe zu genießen.

Francois23
 
09.11.2009 06:37

ach,...über die wälder nach serbien und dort lebt er wie gott in frankreich...

Kleidermann
09.11.2009 00:34

Ein Meisterveruntreuer.

j smith
08.11.2009 23:16

Mein Gott.........er hat sich halt einen unterdurchschnittlichen Bankenboni selbst ausbezahlt...er war ja auch im Geldbewegungsgeschäft tätig.....und sogar erfolgreich im Gegensatz zur Mehrheit der Banker!

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