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Das ist die überaus freundliche, manchmal etwas hektisch wirkende Cousine des Chefs im Ai Monti da Zamboni
Ai Monti da Zamboni
Via Santa Croce 14
Arcugnano (Nähe Vicenza)
0039 0444 27 30 79
Ruhetage: Montag, Dienstag
Zweimal drei Gänge mit Wein, Wasser, Kaffee: 102 Euro.

Die Kaninchenleber, sehr, sehr erfreulich.

Schön rosa, außen etwas zu dunkel: die Tagliata

Zimteis und Kirschsuppe, sicher sehr gut, aber nicht so mein Fall.

Wie steht's immer so schön in den bunten Frauenmagazinen? Die will ich auch! Genau: Die motorbetriebene Berkel im Al Pompiere gehört praktisch in jeden Haushalt. Reine Vegetarierhaushalte vielleicht ausgenommen.
Al Pompiere
Viccolo Regina d'Ungheria 5
Verona
0039 045 803 05 37
Ruhetag Sonntag, Montagmittag

Was die Berkel so schafft: Salumi-Freude.
Nur für den Fall, dass Sie auf dem Heimweg vom Piemont oder aus dem Aosta-Tal nicht wie unsere Neigungsgruppe Nahrung praktisch in einem Rutsch zurücktschundern wollen in die Heimat, was nicht nur nach mehrtägiger Ess- und Trinkerfahrung schon anstrengen kann: Über Vicenza wartet ein Quartier, das ich bedenkenlos empfehlen kann. Und recht anständiges Essen gibt's natürlich auch ums Eck.
Offenbar wollen nicht rasend viele Menschen in Arcugnano übernachten, oder die wenigsten kennen die Azienda Agrituristica Marani dort, sonst kann ich mir wirklich nicht vorstellen, warum es ein doch ziemlich brandneue Zimmer, ein doch ziemlich überausgestatteter Kühlschrank und ein mehr als ziemlich überausgestattetes Frühstück (wow!) in den eigentlich ziemlich schmucken, recht günstig gelegenen Monti Berici exakt 50 Euro für zwei Personen gekostet haben.
Wie komm ich darauf, in diesen Hügeln abzusteigen? Sie ahnen es: Hunger. Zwischen der legendär prächtigen Osteria Vignaiolo in La Morra und dem Friaul, wo Herr Völker es uns anderntags zeigen will, muss noch gegessen werden! Eine definitiv empfehlenswerte Variante wäre natürlich Al Pompiere in Verona gewesen, praktisch ums Eck vom berühmten Balkon, mit der wahnwitzigsten Wurstauswahl und der motorisierten Berkel, das nenn ich Luxus. Mit einer überaus anständigen venezianischen Leber auf fester Polena (phew!), einem mir etwas zu süßen, aber allgemein als "super" eingestuften Zucchinirisotto. Mit Artischocken-Tagliatelle, die schon ziemlich nahe an meine wundersame Bekehrung zu diesem Blütengewächs in La Spezia herankamen. Aber da war ich ja schon, letztens auf dem Weg ins Piemont, und ich will mir ja stets Neues eressen.
Die Wahl fällt auf Arcugnano, Ai Monti Zamboni. Ich mein: Schnecke, Käse, Wein, mehr Sympathiesymbole gibts einfach nicht im Osteriaführer. Ich hätte mir ja Isetta in Grancona ausgespäht, gleich mit Gästezimmern, und als "Landgasthaus" ausgesprochen sympathisch zu lesen, und das definitiv nicht wegen der "Töchter Monica und Emanuela". Aber die konsequente Vegetarierin an meiner Seite las bei Isetta als erstes Gericht Sfilacci di Cavallo, und Pferd, das geht bei ihr nun gar nicht. Da soll der Fidler noch lieber Hund oder Katze essen. Oder Schnecken, aber die sind auch so ein eigenes Thema. Gäbe es in Grancona natürlich auch, als Lumache in tecia (Pfanne) mit Polenta.
Also Schnecke statt Schnecke, Ai Monti Zamboni. Eine riesige Terrasse, mit riesigen Sonnenschirmen und auch nicht gerade kleiner Flutlichtanlage, sapperlot, sieht das noblich aus. Wir fragen zweimal, ob wir eh richtig sind in dem Ai Monti Zamboni, weil das hier nennt sich "Trattoria ai Monti" und "Zamboni", was weiß man. Und weil's gleich einmal als Apero Rieslingsekt gibt, alles andere als falsch, fühlt sich aber nicht so richtig nach Osteriaführer an. Sie sind's, versichern sie, das heißt, eigentlich er also der ausgesprochen humororientierte Ober.
Zumindest ein Rufzeichen von drei möglichen, eher zwei verdient die Kaninchenleber auf Rotweinzwiebeln, die Kleckse Erdbeermark hätte ich dazu nicht unbedingt gebraucht, aber den kann man ja auch einfach ignorieren. Den breiten Tagliatelle mit Funghi hab ich schon gehuldigt, wen der Vergleich auf meinem diesjährigen Giro Porcino durch Norditalien interessiert, klickt hier. Die Melanzani-Ravioli mit Paradeisern schienen meiner Freundin durchaus Spaß zu machen. Meine Tagliata, keine Sorge, von der Kuh, mit Erdäpfelgratin war ein bisserl verbrannt, aber sonst sehr erfreulich blutig. Die Kirschsuppe mit Zimteis zum Dessert war bestimmt gut, ich hab mich an Zimt vor Jahrhunderten ein wenig überkaut.
Aber was war nun mit der angeblich wirr wirkenden Wirtin? Schmecks-Leserinnen und Leser ahnen bereits, dass es hier mit dem alliterationsverliebten Fidler wieder einmal beim Titeln (eigentlich schon beim Essen und Trinken an Ort und Stelle) durchging. Es handelt sich um die Cousine des Chefs, die hier serviert und ein bisschen übermotiviert und hyperaktiv wirkt. Seien Sie versichert: Man kann hier trotzdem ausgesprochen entspannt über Vicenza essen und trinken. Und die Wirtscousine ist wirklich ungemein nett, ungemein freundlich.
PS, sorry: Vom Agriturismo hab' ich kein Foto gemacht. Aber vielleicht gibt das einen Eindruck:
http://www.agriturismomarani.com
Schmeck's ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.
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aber vielleicht denkt Mr. Bobo Fiedler auch daran,
sein selbstverliebtes GeSülzchen mit einer Prise Respekt gegen die Kraft geschriebener Worte abzuschmecken.
Nicht nur das die hier geschriebene Suppe immer dünner und aufgewärmter schmeckt, auch haben professionelle Köche professionelle Kritik verdient.
Naja, meiner Erfahrung nach sind österreichische Männer durch quirlige Italienerinnen relativ leicht zu irritieren. :-)
Denn von zuhause sind die Österreicher fast nur mit biederen Gretls und hantigen Gertis vertraut.
Und gerade bei Österreicherinnen, die in vergleichbaren österreichischen Lokalitäten servieren, wundere ich mich regelmäßig über die provokant zur Schau gestellte Wurstigkeit. Offenbar ist es in Österreich normal, ständig zu beweisen, wie sehr einem die Arbeit "am Oasch geht". Beim Servierpersonal genau so wie bei Lehrern - wer nicht raunzt und sudert, gilt als höchst verdächtig. In Italien ist das genau umgekehrt - außer in jenen Touristenfallen, wo es völlig angebracht ist, dass das Servierpersonal die Gäste verachtet.
der tschürtz verkauft ihnen 1kg schinken plus 150kg der passenden schneidemaschine - wichtig ist das stabile standbein!
http://webswk31.bon.at/b99495717... Volano.pdf
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