Stöger: "Unrealistisch" - Kräuter will eher auf "Verständnis" setzen
Wien - Dem Vorschlag von Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek, die Frauenquote von 40 Prozent innerhalb der SPÖ
notfalls auch mit Geldstrafen durchzusetzen, können ihre männlichen
Parteikollegen nur wenig abgewinnen. Gesundheitsminister Alois Stöger etwa nennt die Idee "unrealistisch". "Als Ultima Ratio kann man
so etwas diskutieren", gibt sich Bundesgeschäftsführer Günther
Kräuter zurückhaltend.
Heinisch-Hosek, die seit einigen Monaten auch Vorsitzende der
SPÖ-Bundesfrauen ist, hatte unlängst ihre eigene Partei kritisiert,
weil diese die Frauenquote von 40 Prozent nicht einhält, und auch mit
Sanktionen gedroht. Er unterstütze solche Offensiven wie jene der
Frauenministerin "voll inhaltlich", erklärte Kräuter. Man müsse aber
vor allem "auf Verständnis appellieren", denn zum Großteil hänge die
Erfüllung der Quote mit "Motivation" zusammen. Geldstrafen könne man
höchstens als "Ultima Ratio" diskutieren.
Auch Stöger hält eigenen Angaben zufolge "sehr viel" von der
"Herausforderung, Quoten zu erfüllen", dies sei ein "zentrales
Thema". Geldstrafen könne er sich aber nicht wirklich vorstellen -
vor allem deshalb, weil dies innerhalb der Parteistrukturen
"unrealistisch" wäre, sagte Stöger.
Faymann kurz angebunden
Knapp angebunden zum Thema Sanktionen für die eigene Partei gab
sich auch SPÖ-Chef Bundeskanzler Werner Faymann: Er sei dafür, die
Quoten zu erfüllen und auch "überzeugt", dass man bis zum Parteitag
nächstes Jahr "gemeinsam" zu einem entsprechenden Vorschlag kommen
werde.
Im Nationalratsklub der SPÖ sind nur 37 Prozent der Mandate von
Frauen besetzt. In die Kärntner und Oberösterreichische
Landesregierung haben die Sozialdemokraten keine einzige Frau
entsandt. Von den Landesvorsitzenden ist nur eine weiblich,
Landeshauptfrau Gabi Burgstaller in Salzburg. Dazu werden auch der
Parlamentsklub und die Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter
von Männern angeführt. Immerhin gibt es in der Bundesgeschäftsführung
einen Mann und eine Frau. Dazu kommt noch die
Nationalratspräsidentin. In der Regierung gibt es hingegen bei sechs
roten Männern nur drei rote Frauen. (APA)