"Die deutsche Einheit ist noch nicht vollendet" - Mauerfall nach der Sauna erlebt
Berlin - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat
am 20. Jahrestag des Mauerfalls zu weiteren Bemühungen für die
Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West aufgerufen. "Die
deutsche Einheit ist noch nicht vollendet", sagte Merkel am Montag im
ARD-Morgenmagazin. Es gebe noch etliches zu tun und dafür werde auch
der Solidaritätszuschlag weiter benötigt, erklärte die
Regierungschefin.
Auf die Frage, ob das Versprechen "blühender Landschaften" in den
neuen Bundesländern durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl
erfüllt worden sei, antwortete Merkel: "Ja natürlich haben wir viele
blühende Landschaften." So sei in besonders belasteten Regionen wie
Bitterfeld die Verschmutzung durch die Industrie verringert worden.
Auch seien die damaligen Unterschiede in der durchschnittlichen
Lebenserwartung "heute fast ausgeglichen".
"Strukturellen Unterschieden zwischen Ost und West"
Dennoch sei "bei der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse
noch etliches zu tun". So sei die Arbeitslosigkeit in den neuen
Bundesländern etwa doppelt so hoch wie im Westen. Bei der Angleichung
müsse man an den "strukturellen Unterschieden zwischen Ost und West"
ansetzen.
Merkel sagte, sie sei zum Zeitpunkt des Mauerfalls am 9. November
1989 in der Sauna gewesen. Nachdem sie von den Ereignissen gehört
habe, sei sie anschließend in Richtung Grenzübergang Bornholmer
Straße gegangen. "Man war sprachlos und glücklich", sagte Merkel. (APA/AP)