15 Künstler in Peking mit Alltagsreflexionen - Druckgrafik-Ausstellung folgt in Tokio
Peking/Wien - "Wir repräsentieren eine hier unterbelichtete
Kulturszene und setzen den mit Stipendiaten des
Artists-in-Residence-Programms eröffneten Dialog fort", erklärte
Kurator Karel Dudesek im Vorfeld der heute, Samstag, in Peking
eröffneten österreichischen Gemeinschaftsausstellung "Mifan"
("Reis"). 15 österreichische Künstler zeigen in der Anniart Gallery
im Dashanzi Kulturdistrikt bis 26. November die Ergebnisse ihrer -
bis jetzt noch nie in China gezeigten - Ergebnisse ihrer
China-Aufenthalte.
Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Gastgeberland China ist
allen Arbeiten der bisher größten Schau zeitgenössischer
österreichischer Kunst in China gemein, viele der insgesamt 97 Werke
basieren auf Alltagserfahrungen. Das Grazer Duo G.R.A.M. (Martin
Behr/ Günther Holler-Schuster) etwa zeigt fotodokumentarisch die
Rezeption ihrer Maskierung als Figuren der Sichuan-Oper, Niklolaus
Gansterer und Matthias Meinharter widmen sich der kreativen Seite des
in Dafen (Shenzen) weit verbreiteten Kopierens von westlicher Kunst
und Jasmin Ladenhaufen nimmt sich des Kopierthemas am Beispiel eines
im MUMOK als Replika entstandenen Kleidungsstücks an, das rund um die
Welt weiter bearbeitet und jeweils von Models präsentiert wurde.
Rainer Prochaska war mit einer Fahrradrikscha in Peking unterwegs,
die er in Reaktion auf die Umwelt zu einer lebenden Collage
erweiterte.
Gekürzte Mittel
Die meisten der 15 Künstler - neben den Erwähnten Lukas Birk,
Karel Dudesek, Sylvia Eckermann, Kerstin von Gabain, Ulrike
Johannsen, Ronald Kodritsch, Michael Hopfner, Ralo Mayer, Gerald
Nestler und Kamen Stoyanov - waren Stipendiaten von einem der drei
österreichischen Artists-in-Residence-Programme in Peking, Nanjing
und Chengdu. Organisiert wurde die Schau vom Austro Sino Arts Program
(ASAP), finanziert wurde sie aus Bundesmitteln, die laut
ASAP-Co-Gründer Dudesek aber so gekürzt wurden, dass sich die bei der
Vernissage anwesenden Künstler ihre Anreise selbst zahlen mussten.
Ebenfalls vertreten sind G.R.A.M. bei einer weiteren Ausstellung
in Fernost, die ab 22. November im Tokyo Metropolitan Art Museum
anlässlich der 50. Jahresausstellung der Japan Print Society einen
Österreich-Schwerpunkt an Druckgrafik bringt. Mit dabei sind auch
Werke von Roland Böck, Wolfgang Buchta, Armin Guerino, Michael
Hedwig, Udo Klapf, Andreas Leikauf, Manabe Anton, Sabine Luger,
Thomas Nemec, Michael Schneider, Martin Schnur, Eric Neunteufel,
Konrad Planegger, David Smyth und André E. Steinhausen. (APA)