Einigung auf Übergangsregierung der nationalen Einheit
Addis Abeba - Die Konfliktparteien in Madagaskar haben
am Samstag ein Abkommen zur Beilegung der Staatskrise in dem
Inselstaat im Indischen Ozean unterzeichnet. Nach Angaben des
UNO-Vermittlers Tiebile Drame einigten sich die Beteiligten dabei in
der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba auf eine Übergangsregierung
der nationalen Einheit, der Vertreter aller wichtigen politischen
Gruppierungen angehören sollen. Bereits Anfang August hatten sich die
Konfliktparteien vertraglich auf die Bildung einer Übergangsregierung
geeinigt, aber seitdem über die Details der Machtteilung gestritten.
Interimspräsident Andry Rajoelina soll der Einigung zufolge bis zu
den Ende 2010 geplanten Wahlen im Amt bleiben. Er bekommt aber zwei
Vize-Präsidenten zur Seite gestellt, die aus dem Lager des im März
gestürzten Präsidenten Marc Ravalomanana und des Ex-Präsidenten
Albert Zafy stammen. Den Posten des Premierministers behält wie
bisher ein Vertrauter des Ex-Präsidenten Didier Ratsiraka.
Rajoelina hatte Ravalomanana Mitte März mit Hilfe der Armee
entmachtet und sich selbst zum Übergangspräsidenten ausrufen lassen,
was international nicht anerkannt wurde. Die internationalen Hilfen
für den Inselstaat vor der Südostküste Afrikas wurden daraufhin
weitgehend eingestellt. (APA)