Kosten

1,3 Billionen Euro für Ostdeutschland seit Mauerfall

7. November 2009, 19:56

Innenminister De Maizière erwartet bis 2019 Angleichung der Lebensverhältnisse

Berlin - Seit 1991 sind laut einer Studie insgesamt 1,3 Billionen Euro Transferleistungen nach Ostdeutschland geflossen. Das geht nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" aus einer bisher unveröffentlichten Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hervor. Der für den Aufbau Ost zuständige Innenminister Thomas de Maizière (CDU) geht davon aus, dass es in zehn Jahren annähernd gleiche Lebensverhältnisse in Ost und West gibt.

Der Studie zufolge sind über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg zwischen 1991 und 2005 rund 67 Prozent der nach Osten transferierten Gelder in Sozialleistungen geflossen, nur knapp über zehn Prozent in wachstumsfördernde Maßnahmen. "In den vergangenen Jahren ist die Höhe der Sozialtransfers im Osten eher noch gestiegen", sagt Joachim Ragnitz, einer der Autoren der Studie. Die IWH-Untersuchung war laut Zeitungsbericht ursprünglich Mitte 2006 vom Finanzministerium in Auftrag gegeben worden, wurde aber nicht veröffentlicht.

"Kosten der Einheit"

Die Wissenschaftler warnten aber davor, die Zahlen der Studie als "Kosten der Einheit" aufzurechnen. "Im Gegensatz zu vielen anderen osteuropäischen Staaten hat der Osten Deutschlands auch Erträge vorzuweisen", sagt IWH-Präsident Ulrich Blum der "Welt am Sonntag". So würden etwa in Westdeutschland arbeitende Ostdeutsche dort eine jährliche Wertschöpfung von 60 bis 70 Milliarden Euro erzielen. Auch seien die Transfers eine Folge des auf regionalem Ausgleich bedachten deutschen Steuersystems, von dem auch schwache Regionen im Westen profitieren würden. Außerdem erzielen laut der Studie nur 47,6 Prozent der in den Osten transferierten Gelder eine Wertschöpfung. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das restliche Geld wieder in den Westen und ins Ausland fließt.

De Maizière sagte der "Bild am Sonntag", er gehe davon aus, dass die ostdeutschen Länder 2019 "annähernd auf dem gleichen wirtschaftlichen Niveau" sein werden wie der Durchschnitt der westdeutschen Länder". Für ein "Unterlegenheitsgefühl" gebe es heute keinen Grund mehr.

Die Gewerkschaften verwiesen allerdings auf die tiefe Kluft auf dem Arbeitsmarkt, die auch 20 Jahre nach dem Mauerfall zwischen Ost und West noch besteht. Nach einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) suchen in den neuen Bundesländern immer noch fast doppelt so viele Menschen einen Job wie in den alten Ländern, wie die "Berliner Zeitung" in ihrer Wochenendausgabe berichtete. Im Osten fänden viele Menschen nur im Niedriglohnsektor Arbeit und seien zusätzlich zu ihrem Lohn auch noch auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. "Die Menschen in Ostdeutschland brauchen Perspektiven, die über kurzatmige Ein-Euro-Jobs hinausgehen", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Zeitung.

IG Metall-Chef Berthold Huber forderte eine Angleichung des Lohnniveaus zwischen Ost und West. "Die neuen Bundesländer haben keine Zukunft als Region, in der die Menschen weniger Rechte und niedrigste Löhne haben", sagte Huber der "Leipziger Volkszeitung" vom Samstag. Hunderttausende seien abgewandert oder pendelten in den Westen, "weil sie trotz vergleichbarer Arbeitsbedingungen und zum Teil längerer Arbeitszeiten weiterhin nur Entgelte erhalten, die je nach Branche bis zu 30 Prozent unter Westgehalt liegen". (APA)

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12 Postings
Orakel1
00
9.11.2009, 12:31
In Wirklichkeit sind es unter Einbeziehung der nicht-staatlichen....

..Leistungen bislang 2 Billionen Euro, die in den Osten geflossen sind.

MRSA
00
9.11.2009, 15:40
1,3 Billionen


nette Zahlen, über die sich jeder westdeutsche Spießbürger am Stammtisch echauffiert.

Fakt ist aber,
...dass seit der Wende knapp 2 Millionen bestens qualifizierte junge Menschen in den Westen gezogen sind.
...dass viele Fördergelder westdeutschen Betrieben zu gute kamen.
...dass soziale Transferlesitungen ja auch in Konsum umgesetzt wurden und davon halt auch nicht nur der Gurkenbauer im Spreewald profitiert, sondern auch Betriebe deutschland- , europaweit.

Orakel1
00
9.11.2009, 17:00
Bei Ihren Kenntnissen über das deutsche Ost-West-Verhältnis....

bin ich mir sicher, dass Sie nicht wissen, wieviel Nulllen 1,3 Billionen hat.

Thomas Jarosch
 
00
9.11.2009, 11:29
Als Standort für Osteuropa

Es mag sein, dass viel Geld vom Westen in den Osten fließt, aber solange der Osten überhaupt Geld erwirtschaftet und keine Verluste schreibt, ist die ganze Angelegenheit doch eine gute Sache.
Es hätte wahrscheinlich auch keine andere Möglichkeit als die Wiedervereinigung gegeben, da die DDR allein nach 1989 nicht mehr überlebensfähig gewesen wäre.
Man sollte sich derzeit bei Investitionen darauf konzentrieren, eine Wirtschaftsstruktur zu schaffen, die neue Gebiete in Osteuropa erschließen kann und die deutschen Ostbundesländer als Wirtschaftsstandort etabliert.

Schnapphahn
01
9.11.2009, 10:40
Auf jeden Fall kann man den Osten

jetzt sehr schnell verlassen. Straßen gibt es genug.

Moll Cutpurse
00
8.11.2009, 21:22

ein boden ohne fass

gefühlte Inflation
27
8.11.2009, 18:45
Die 1300 Milliarden sind nicht Kosten der Wiedervereinigung, sondern ...

... die Kosten der Trennung.

Was der Real Existierende Sozialismus wirtschaftlich angerichtet hat, sieht man ja nicht nur an der Ex-DDR, sondern überall, wo er sein Unwesen getrieben hat. Noch für Jahrzehnte wird die EU hier Umsummen aufwenden müssen.

Viel schlimmer noch als der ökonomische Irrsinn war das unendliche menschliche Leid der Menschen unter der Herrschaft der Kommunisten. Ganzen Generationen wurde ihr Leben gestohlen.

lucullus1
02
8.11.2009, 13:00
Glücksfall für die deutsche Wirtschaft

Der Mauerfal war ein Gücksfall für die deutsche Wirtschaft. Der retunr of investment hat sich zwar auf staatlicher Ebene vermutlich nicht gerechnet (obwohl: was kann man bei so einem gesellschaftlichem Ereignis überhaupt rechnen...) die (West) Deutschen Firmen haben aber übermäßig davon profitiert!!!

Orakel1
00
9.11.2009, 12:39
Das müssen Sie mir erklären, warum es ein Glücksfall.....

...für die deutsche Wirtschaft war? Und für den deutschen Staat mit 1,3 Billionen Euro Transferleistungen? Ihre ROJ-Rechnung ist vollkommen deplaziert, weil noch immer jährlich Milliarden über den Aubau Ost fließen. Doch der angebliche Aufbau Ost geht zu 2/3 in den Konsum.

Placebo
 
01
8.11.2009, 00:26
"Innenminister De Maizière erwartet bis 2019 Angleichung der Lebensverhältnisse "

FDP und CDU/CSU arbeiten schon daran die Lebensverhältnisse im Westen an den Osten anzugleichen. Ist billiger und Kapitalisten gehen immer den billigsten Weg.

Kontrahent1
22
8.11.2009, 12:54
Dann müssen aber auch Mieten

und Lebenshaltungskosten im Westen sinken.- Mich ärgert an dem durch Arbeitnehmer aufgebrachten Solidaritätszuschlag maßlos die Geldverschwendung durch Behörden im Osten, das Abkassieren einiger Vereinigungsgewinnler und die fürstlichen Pensionen der Mauerverbrecher und Stasiapparatschiks.

Aufklärung die fünfte
00
7.11.2009, 22:09

weil die lebensverhältnisse in westdeutschland denen in ost angeglcihen werden ... wies ausschaut...hahhahahhaha (ich gönn niemandne shclechtere lebensverhältnisse ;)

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