Fünf Jahre Firefox: "Gegen Microsoft anzutreten war verrückt"

7. November 2009, 11:58
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    foto: mozilla

    Tristan Nitot freut sich über fünf Jahre Firefox

Mozilla-Europe-Präsident Tristan Nitot im Gespräch über neue Browser-Technologien

Am kommenden Montag wird der Mozilla-Browser Firefox fünf Jahre alt. Seit der Veröffentlichung der offiziellen Version 1.0 am 09.11.2004 hat sich der Alternativbrowser zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt. Während Microsofts Internet Explorer kontinuierlich Marktanteile abgeben muss, kommt Firefox aktuellen Einschätzungen zufolge weltweit bereits auf 25 bis 35 Prozent Marktanteil. Im Interview mit pressetext blickt Mozilla-Europe-Präsident Tristan Nitot auf die Anfänge des Open-Source-Projektes zurück und verrät, wie man gegen die Branchenriesen Microsoft, Apple und Google auch weiterhin punkten will.

Frage: Wie hat sich das Mozilla-Projekt seit seinem Start verändert?

Nitot: Mit einer kleinen Non-Profit-Community gegen Microsoft anzutreten, war rückblickend betrachtet natürlich ein verrücktes Unterfangen. Dass Firefox dennoch so erfolgreich geworden ist, macht mich daher ganz besonders stolz. Zwei unserer Hauptziele haben wir zudem schon erreicht: Die Wahlmöglichkeit und Innovationen im Web zu fördern.

Frage: Mit Google Chrome und Apple Safari sind Mozilla zwei gewichtige Konkurrenten erwachsen. Wird Firefox zum Opfer des eigenen Erfolgs?

Nitot: Der starke Wettbewerb macht unser Leben natürlich nicht einfacher, zumal Google im Gegensatz zu Microsoft ein Unternehmen ist, das komplett im Web aufgewachsen ist. Gleichzeitig ist das aber auch eine Entwicklung, die wir immer angestrebt haben und von denen in erster Linie die Web-User profitieren werden. Als eine Maßnahme werden wir die Release-Zyklen von neuen Firefox-Versionen weiter verkürzen.

Frage: Google ist Mozillas wichtigster Business-Partner und sorgt über die Suchmaschinen-Kooperation beinahe für den kompletten Firefox-Umsatz. Steht die Foundation damit nicht auf wackligen Beinen?

Nitot: Google hat unseren gemeinsamen Vertrag im Jahr 2008 um drei weitere Jahre verlängert. Darüber hinaus haben wir genügend Rücklagen gebildet, um auch bei einem unerwarteten Ende der Kooperation nicht zu straucheln. Davon ist derzeit aber keine Rede, der Deal ist lukrativ für beide Seiten. Google profitiert von unserem Traffic und wir können durch die Vergütung mehr Ressourcen in die Entwicklung von Projekten wie Firefox stecken.

Frage: Wie will Mozilla gegen Microsoft und Co auch in Zukunft punkten?

Nitot: Alle unsere Mitbewerber sind börsennotierte Unternehmen, Mozilla ist eine gemeinnützige Non-Profit-Organisation. Das bedeutet, dass bei unserer Entwicklung allein der Webuser und die Offenheit des Webs im Vordergrund steht und keine anderen strategischen Interessen.

Frage: Wie geht Mozilla mit dem Thema Datenschutz um?

Nitot: Angesichts der Vielzahl an Geräten, die ein einzelner User heute verwendet, wird das Thema zunehmend wichtiger. Mit Mozilla Weave haben wir daher eine Technologie entwickelt, mit der sensible Browser- und Userdaten bei der Synchronisation von diversen Geräten wie Mobiltelefon, Notebook und Standcomputer geschützt werden können.

Frage: Mozilla hat verhältnismäßig spät mit der Entwicklung der mobilen Firefox-Version Fennec  begonnen. Was können User vom angestrebten Release bis Ende des Jahres erwarten?

Nitot: Bei Fennec handelt es sich um eine vollwertige Firefox-Adaption, die auf der Engine der kommenden Desktopversion 3.6 aufbaut. Das User-Interface wird um eine Touchscreen-Funktionalität erweitert, gleichzeitig sollen die von Firefox bekannten Erweiterungen und Add-ons verwendet werden können. Für den 1.0-Release planen wir zudem die Integration von Weave, das völlig neue Möglichkeiten in der Browser-Synchronisation erlaubt.

Frage: Für welche Plattformen ist der mobile Firefox-Client vorgesehen?

Nitot: Der bis Jahresende angestrebte 1.0-Release wird zunächst auf der Linux-Plattform Maemo laufen, die etwa bei Nokias Internet Tablet N900 zum Einsatz kommt. Gleichzeitig arbeiten wir an Versionen für Android und Windows Mobile.

Frage: Was zeichnet den erfolgreichen Browser der Zukunft aus?

Nitot: Der Browser ist und bleibt das Tor zum Internet und damit die wichtigste Software auf jedem Computer. Die Benutzung muss daher einfach sein und Spaß machen. Gleichzeitig wollen die User das Gefühl haben, dass der Browser ihnen "gehört" und nach ihren Bedürfnissen personalisierbar ist - sei es bei seinen Funktionen als auch beim Aussehen. Diese Anforderungen werden wir daher auch bei den zukünftigen Firefox-Versionen besonders berücksichtigen.

(pte)

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Posting 1 bis 25 von 57
1 2
Bastian Balthasar Bux
02
10.11.2009, 10:47
Danke!

Ohne Firefox wären wir wohl noch immer in der Internet-Steinzeit a la IE6!

slacker
01
9.11.2009, 00:19
Viel Glück noch...

... and much more increase in velocity

free2g
00
8.11.2009, 11:46

na dann hoffen wir dass es weiter voran geht...

Mitlerweile hinkt Firefox seiner Konkurrenz, vor allem bei Geschwindigkeit, hinten nach. Man wird sehen was die Zukunft bringt, womoglich kann Firefox an seinen einstigen Ruf wieder anknüpfen.

M. P.1
01
9.11.2009, 21:33

Firefox hinkt vielleicht Chrome und Safari performancemäßig etwas nach, aber sonst?

Der Unterschied ist aber nicht so gravierend, dass das die bessere Anpassungsfähigkeit vom Firefox ausgleichen könnte.

Stefan H-Man
00
9.11.2009, 11:05

Habe mich das schon öfter gefragt: wie bewertet man Geschwindigkeit bei einem Browser?

PS: bin auch in der Arbeit glücklicher FF User, finds nur schade, dass sich ein Sharepoint nicht von "IE-Tabs" täuschen lässt...

ramhto
00
8.11.2009, 10:46
Nitot = Nie tot

Mit diesem Namen kann nichts schief gehen!

maruh
13
8.11.2009, 09:30

Gegen Microsoft anzutreten war verrückt - kann sein.

trotzdem möchte ich danke sagen.
ohne ff müsste ich wohl mit lynx surfen. (wobei der ha auch nicht schlecht ist)
*g*

Arnold Hau
03
8.11.2009, 01:46
Der Firefox war ein grosser Schritt nach vorne

Aus einem unbrauchbar gewordenen Monster (Netscape) ist durch die Neuentwicklung ein tolles Ding geworden.

Vor einigen Jahren war es noch üblich, nur noch für den IE zu entwickeln - alles andere wurde vom Management aus Kostengründen abgeblockt. Heute kann sich das dank der Verbreitung von Firefox niemand mehr leisten. Das schafft auch den Boden für andere Browser.

Mit den Plugins und seiner schnellen Javascript Engine hat der Firefox zudem das Web entschieden mitgeprägt, neue Arten von Anwendungen ermöglicht und auch Mirosoft zu neuen Releases gezwungen.

Alles in allem also ein toller Erfolg für das Firefox Team, da kann man nur gratulieren.

Christian90
02
7.11.2009, 23:55
zu schade,

dass es immer noch software gibt wie hps quality center das nur im ie funktioniert ...

Naeich
 
00
8.11.2009, 02:14
Offensichtlich ...

gibt es nicht genug Kunden, die auf den Hersteller entsprechenden Druck ausueben: die Software fuer Firefox-Kompatibilitaet zu enwickeln kosten wohl mehr als ein paar Kunden zu verlieren, die IE gar nicht verwenden wollen oder koennen.
Leider, so ist das, nicht nur mit diesem Produkt.

Michael Bakunin
05
8.11.2009, 11:05

nicht firefox-kompatibel, sondern standardkonform müsste entwickelt werden. denn firefox benötigt keine speziellen anpassungen der software, nur der ie tut das.

Christian90
00
8.11.2009, 10:24

anscheinend lassen sich die features wie automatische testdurchführung, oder das tool wo man aus dem bug heraus einen screenshot anhängen kann (ohne dass man irgenwas speichern und uploaden muss) nur mit activex lösen. aber in zeiten von web2.0 könnte auch qc ein upgrade vertragen, wirklich performant ist das teil namlich nicht.

Arnold Hau
01
8.11.2009, 01:37
Erstaunlich, das man für sowas wie HP QC überhaupt Geld verlangen kann

Und nicht einmal wenig. Meine Meinung zu diesem Produkt.

Aber es stimmt, viele Intranetapplikationen die ActiveX einsetzen sind weiter aussen vor (ich weiß, es gibt ein Firefox Plugin, aber das funktioniert nicht 100% genauso wie IE und ist somit unbrauchbar weil diese Appikationen nur mit IE gestest wurden).

fizcaraldo
01
7.11.2009, 22:26

Ich kann jedem nur diesen Film entfehlen: http://clickmovement.org/coderush

Er zeigt wie aus dem Netscape Navigator, Mozilla und in späterer Folge Firefox wurde.

hütteldörfler
 
021
7.11.2009, 20:30
daran sieht man...

..dass sich non-profit auszahlt....

danke an die entwickler und community!!!!

natoll
40
8.11.2009, 11:21

ja, es zahlt sich aus wenn der konkurrent fehler macht und schläft.

abgesehen davon: als non-profit wurde nur begonnen, "ausgezahlt" hat es sich klarerweise erst mit dem google-deal gegen geld.

non-profit geht nur wenn man woanders das böse geld verdient.

d_ar1
31
8.11.2009, 07:31

Nichts gegen FF, aber non-profit stimmt wohl so nicht. Wenn Sie mal die Struktur einer Non-Profit Organisation kennen wissen Sie genau um was es dabei geht... Sorry, aber das ist verlogen!

Zyxman Infernalis
116
7.11.2009, 18:49
Für was ich den IE brauche ?

Zum Download des FF nach einer Neuinstallation des OS ;)

Irgendein Jürgen
21
8.11.2009, 03:36

IE ist bei gewissen Browsergames minimal schneller, was oft den entscheidenden Vorteil ausmacht. Außerdem funktionieren 2 für mich wichtige Seiten nicht im FF.

Drum werd ich wohl noch lange zweigleisig fahren müssen, wobei ich FF für ca. 90% der Aufgaben verwende. Was ich damit ausdrücken will: Den IE kann man leider immer noch nicht ganz kübeln, auch wenn man es gerne würde. Ich hoffe, die Entwickler von FF legen da noch was nach.

zensur passiert
01
8.11.2009, 02:18
die öst. "Bürgerkartensoftware" hat sich von FF

auch verabschiedet. zumindest sehe ich seit vielen Monaten: "atrust plugin not compatible". und sites die auch nur unter IE gscheit rendern gibt es noch immer zuhauf. häufig bei firmen die ein quasimonopol haben.

Magic Wand
 
00
8.11.2009, 00:42
da tun S' dem IE jetzt aber unrecht !


Zum herunterladen der Updates ist er auch ganz nützlich ...

xray -
01
7.11.2009, 23:12

:) es gibt ja noch FTP ...

der Pinguin
 
110
7.11.2009, 19:39
bei dem von mir benutzten OS

ist FF sowieso standard =)

Andreas Schmidt
17
7.11.2009, 18:27
Der Wappler und die Nina surfen über den Firefox

Ich ziehe den Mozilla Firefox schon jahrelang dem Internet Explorer vor, weil er schneller, sicherer und besser ist

Tony Stark
212
7.11.2009, 17:50
"Gegen Microsoft anzutreten war verrückt"

Nein, es war nötig und ich freu mich darüber.

Und X-tausende Web Entwickler sicher auch...

Weil die tun mir alle leid, basteln schöne Seiten und müssen wegen den Microschrott Browsern ständig Extrawürste braten.

Hätte ich das Geld das die zusätzlichen Mannstunden wegen den IEs weltweit gekostet haben, ich hätte Microsoft damit gekauft und zerschlagen.

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