"Alpenlachs" wird ab sofort auch in ausgewählten Apotheken vertrieben
Eine Aussendung des Bau- und Plakatierkonzerns Soravia informiert darüber, dass der firmeneigene Zuchtfisch namens "Alpenlachs" (eigentlich ein Eismeersaibling) ab sofort auch in ausgewählten Apotheken vertrieben wird. Neben Hornhautcreme, Hämorrhoidensalbe und Antidepressiva dürfen die Damen und Herren Pharmazeuten also ab sofort fachkundig Hand an den Fisch legen - aber ordentlich ausnehmen und filetieren, bittschön!
Grund dafür soll die positive Auswirkung des Fisches auf die Gesundheit sein. Da fragt man sich doch, warum die Apotheken nicht längst auch Obst und Gemüse, Rotwein und Whisky, Oliven- und Kernöl sowie, natürlich, Vollkornbrot und ähnliches Gesundfutter im Programm haben, von Sportschuhen, Tennisschlägern, Mountainbikes und anderem Sportivgerät ganz zu schweigen. Ausgehend von dieser revolutionären Vertriebsidee der bekannt umtriebigen Bau-Brüder ergeben sich natürlich auch für andere Berufsgruppen tolle Synergieeffekte: Wo, wenn nicht in der Tierhandlung, sollte man etwa um einen fachgerecht gebratenen Hot Dog (oder, noch besser, einbrennte Hund') vorstellig werden? Wer, wenn nicht die Dame von der Fußpflege, sollte bei Frischpilz Kompetenz beweisen? Und erst recht bei Käsereiben und Trüffelhobeln! Wobei man sich schon fragen darf, warum die Soravias ihren Fisch nicht gleich vom Messerschleifer verschleißen lassen. (corti, DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.11.2009)