Nichts zu lachen auf den Straßen Favoritens

  • "Favoriten ist das härteste Pflaster Wiens" - heute ist Nazar auf dem Reumannplatz ein Star.
    foto: heribert corn/der standard

    "Favoriten ist das härteste Pflaster Wiens" - heute ist Nazar auf dem Reumannplatz ein Star.

Gewalt, Drogen, null Perspektiven: So hat Nazar, österreichischer Rapper mit persischen Wurzeln, Wien erlebt

Rapper Nazar und die Wiener Politik - Er wehrt sich gegen die Politik von H.-C. Strache: "Kum ma ned mit Umerziehen!"

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Nazar lächelt, denn diese Geschichte musste er schon oft erzählen: vom Migrantenbuben, der es auf den Straßen von Favoriten zu etwas gebracht hat. Vom Schwarzarbeiter zum Star-Rapper. Vom armen Kind einer persischen Alleinerzieherin zum Typ mit der teuren Uhr und dem großen Ego, den Musikjournalisten gerne den Austro-Bushido nennen.

In die Kamera lächelt Nazar nicht. Authentisch zu sein, darum geht es in seinem Business. Er kann also nicht anders, als über das zu rappen, was er im zehnten Bezirk - "dem härtesten Pflaster Wiens" - erlebt hat: Gewalt, Drogen, null Perspektiven. Als er drei war, flüchtete seine Mutter mit ihm und dem älteren Bruder aus Teheran nach Wien, der Vater war zuvor im Golfkrieg umgekommen. Deutsch lernte er schnell, anfangs war er sogar Musterschüler.

Doch dann kam die Pubertät - und die "falschen Freunde". Nazar flog von drei Gymnasien und endete in einer Hauptschule, die er als "Brutstätte des Verbrechens" seiner Gegend bezeichnet. "Was sollst du schon lernen in einer Schule, deren Lehrern nichts an dir liegt?" Auf der Straße lernte er dafür, sich durchzuschlagen. "Ich war immer auf der Straße. Wir sind alle vor den Problemen geflohen, die unsere Eltern hatten." Eine Biografie wie aus dem Rap-Lehrbuch, die der mittlerweile 26-Jährige in Kinder des Himmels beschreibt: "Die Straße hat mich hart gemacht / zu einem Krieger des Betons hier am Straßenrand."

Heute bezeichnet sich Nazar ganz unbescheiden als "King des Viertels". Seine Musik verkauft sich im gesamten deutschen Sprachraum, auf MTV laufen seine Videos rauf und runter, als einer der wenigen österreichischen Künstler kooperiert er mit deutschen Szenegrößen. Und demnächst wechselt Nazar auf die Leinwand: Arman T. Riahi, dessen Kinodebüt "Ein Augenblick Freiheit" mehrfach ausgezeichnet wurde, dreht mit ihm die Dokumentation Schwarzkopf.

"Heinz kuck uns an ..."

Nazars Lebensgeschichte hat ihn auch politisch geprägt. "Unverschämt" nennt er die FPÖ und ihren Parteichef Heinz-Christian Strache im Zwiegespräch. In der Rap-Sprache klingt das deutlich schärfer: "Ich bin mehr Arier als du es jemals warst / und durch deine Scheiß-Vorfahren wurden Juden hier vergast"*, rappt Nazar im Lied HC, das auf seinem aktuellem Album Paradox zu finden ist, und weiter: "Heinz kuck uns an / wir bereichern dein Land. (...) Kuck ich spuck auf deinen Verein / und f*** ich deine Mutter, ist dein Blut auch wieder rein."* Das sei eben die Sprache des Rap, rechtfertigt Nazar die Wortwahl. Rückschlüsse auf sein Frauenbild würden solche Zeilen aber keinesfalls zulassen: "Ich bin Moslem, ich habe vor niemandem mehr Respekt als vor meiner Mutter."

Die FPÖ hat sich bei ihm noch nicht gemeldet, auch nicht mit einer Klage - dafür die SPÖ. An einer roten Musik-Aktion wollte sich Nazar nicht beteiligen, wählen will er aber jedenfalls die Sozialdemokraten, denn: "Man muss Strache als Bürgermeister verhindern!"

"Islam statt daham, Pummerin statt Muezzin / 20 Jahre Staatsbürger, kum ma ned mit Umerziehen!", rappt Nazar. Beim Ausblick auf den bevorstehenden Wahlkampf wird aber selbst einem harten Kerl wie ihm bang: "Es wird immer schwieriger, in Wien zu leben." Schuld am Kultur-Clash seien Inländer wie Ausländer. "Die Österreicher sehen es als Angriff, wenn sie sich öffnen sollen. Umgekehrt gibt es viele Ausländer, die unverschämt sind." Jeder müsse Deutsch sprechen, jeder müsse sich anpassen, findet Nazar: "Zu Hause kannst du 47-mal am Tag beten, aber in der Öffentlichkeit musst du dich an gewisse Regeln halten!" Besonders Jugendlichen fehle es an Respekt - "den ausländischen genauso wie den österreichischen".

Im Fokus der "Krone"

Seit wann Nazar Österreicher ist? Er denkt einen Moment nach. "Interessante Fragestellung, das höre ich so nicht oft." Die Einbürgerung ist schon lange her, er hat das Datum vergessen. Mitunter wird er aber mit aller medialer Macht daran erinnert, dass er Migrant ist: Anfang 2008 stand Nazar wegen eines angeblichen bewaffneten Raubüberfalls vor Gericht. Die Krone berichtete groß darüber, wie er "seinem Ruf als sogenannter Gangster Rapper" gerecht geworden sei. Sein Freispruch war dem Kleinformat aber keine Zeile wert.

Musikkarrieren wie seine haben ein Ablaufdatum, das weiß Nazar. Zwei, drei Jahre, schätzt er, könnte der Erfolg noch währen. Klar würde ihn danach ein Studium interessieren, aber wie - ohne Matura? "Vielleicht mach ich ja auch mal einen Imbiss auf", sagt Nazar und blickt sich um im Favoritner "Kümmeltürk", wo er sich gerade einen Kebab und mehrere Marlboro zum Spätaufsteherfrühstück genehmigt hat. Vorerst muss aber die Musik Geld einbringen: "Ich muss für meine Pension einzahlen. Und ich möchte sehr, sehr gerne Vater werden und meinen Kindern Perspektiven bieten. Sie sollen nicht dort aufwachsen, wo ich aufgewachsen bin."

* der Standard distanziert sich von dieser Wortwahl. (Andrea Heigl, DER STANDARD Printausgabe, 7./8.11.2009)

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Tolles Beispiel für "Integration" :-(
Solche Typen brauchen wir hier nicht!

Mich wundert

dass derartige Kretins frei auf unseren Straßen herumlaufen dürfen. Da stimmt ja irgendetwas ganz massiv nicht. Nazar im Interview auf rap.de: „Viele in Österreich belächeln HC Strache noch. Ich wünsche mir manchmal, dass in Österreich ein bisschen eine Mentalität wie in Frankreich herrschen würde, dass die dann wirklich komplett Mütter fi**en auf der Straße. Aber da herrscht einfach die Mentalität: Es geht uns ja allen so gut in Österreich und es ist mir scheißegal, was der Politiker labert, denn es geht mir ja so gut und ich hab meine Papiere. Deshalb wird einfach nichts dagegen unternommen.“

Geh bitte dort hin wo du eigentlich hingehörst. Und das ist definitv nicht Österreich!

"Heinz kuck uns an / wir bereichern dein Land"

lieber nazar, auch als überzeugter grünwähler kann ich attestieren das figuren wie du dieses land in keinster weise bereichern.

den kollegen...

... sollte man mal auf ferienlager in die favelas von rio schicken.

das wär ein echter bildungsurlaub...

Perspektivlosigkeit!?!?
Ich komme aus ein Land wo nicht ein jeder eine Gute Schulhausbildung bekommt die es haben will. Wir haben 4 Monaten Mutterkarenz, 3Monaten Arbeitslosengeld, keine Kindergeld, keine "Krankstand", Wir müssen für Gesundheit, Gute Schulhausbildung und Miete zahlen. Nicht alle die etwas erreichen will darf es! Hier, sie haben Unterstützung bis zum geht nicht mehr und wissen das von wo die Eltern oder Großeltern kommen genau so ist wie bei mir. Ich finde es Toll das Sozialsystem, aber, Sicherheit generiert, wie man öfters bei verschiedenen beispielen von In-und Ausländer, Bequemlichkeit! Faulheit und nicht perspektivlosigkeit, desinteresse, Bequemlichkeit, Verantwortungslosigkeit. Es ist eine Frechheit das zu lesen!

die vids von dem tschapperl werden maximal auf geklauten handys rauf und runtergespielt, aber sicher nicht auf MTV.

Jössers.

Diesen Gesindel-Fußgängerzonen-Rapper als gelungenes Beispiel für "Integration" verkaufen zu wollen, haut selbst den hartgesottensten Kreisky Wähler aus den Socken.

Herzlichen Glückwunsch, der Standard, wieder ein Kabinettstückerl gelungen.

Jaja das härteste Pflaster Wiens. Genau so hart wies die armen Bubis in den deutschen Großstädten haben. So lächerlich.

Man sollte die Herren wohl mal mit wirklich armen Straßenkindern (Moskau, Mexico-City, 3te Welt Großstädte) zusammenbringen und dann sollen Sie erklären warum das Pflaster in Europa so hart sein soll. Wegen den Sozialleistungen? Weil sie zusammengeflickt werden wenn sie einen Unfall haben? Medikamente bekommen wenn sie Krank sind? Weil sie täglich was zum Essen haben? Richtig...jaja das harte Pflaster...

Sehr richtig

Mein Mann (Mexikaner) muss über die "harten" Burschen mit ihren rosa Wangerln hier bei uns auch immer recht herzlich lachen!

ein typischer wiener suderant halt

Alles Schlampen außer Muttti


ja ja, das kennen wir schon von solchen Typen ...

26 und Ansichten wie ein pubertierender 14Jähriger, peinlich und strohdumm.

wie kann man von authentisch sprechen wenn ein favoritner "ghetto" bubi wörter wie "KUCK" rappt??? einfach unglaublich schlecht, gefaked und von den berliner bubis kopiert das ganze! der härteste-uroarg-ghetto bezirk wiens? fuhr gestern an einem golfplatz (wienerberg) vorbei...

Star???

Am Reumannplatz??? Hab den Typen noch nie im Leben gesehen und ich wohne bereits seit 35 Jahren in Favoriten und gehe jeden Tag über den Reumannplatz, wenn ich ins Büro und wieder heim fahre. Kann also nicht so super sein, der Typ.

Boah! Da behauptet einer, den King Nazar nicht zu kennen. Na, du wirst dich wundern, Alter - du wirst deinen "respect" schon noch bezeugen muessen. So wahr der Nazartscherl seine Augenbrauen rasiert (oder vielleicht macht das Mutti fuer ihn)...

"Ich bin Moslem, ich habe vor niemandem mehr Respekt als vor meiner Mutter" nice try...
soll wohl heissen: "ich hab vor keiner frau respekt, ausser meiner mutter" . das ist eine art von repekt, auf die ich gerne verzichten könnte.

Wie kommst du eigentlich auf die Idee? Das ist ein korrekter deutscher Satz der soviel bedeutet wie das es keine Person gibt vor der er mehr Respekt hat als vor seiner Mutter. Von dieser Aussage auf Frauenfeindlichkeit schließen...?! Da komm ich irgendwie nicht ganz mit, vielleicht kannst du's mir mal erklären...

Den Eindruck hatte ich auch!

Die Sprache verrät eben selbst "Rap-Stars"…

Nichts zu lachen auf den Straßen Favoritens

also zumindest über diesen nazar kann man doch herzhaft lachen.

:-)

Damn right. Auch wenn Sie jetzt reif fuer "Watsche mit Fuss" sind... :-)

mann, ist der aber "street". ein richtiger fussgängerzonen-gangster. hat sicher schon bei so manchem bipa die utensilien gefladert, um sich die augenbrauen zu rasieren. und aus drei gymnasien geflogen. wahrscheinlich nie die hausübungen gemacht. echt harter typ. der lebende beweis dafür, dass sich bildungsverweigerung immer auszahlt. wozu was lernen, wenn man ja jederzeit ein kultiger rap-star werden kann? und wenn der ruhm vorbei ist, kommt die kohle halt vom ams, auch egal...

Zum Glück…

…sind unter seinen Fans wahrscheinlich recht wenig Standard-Leser. Sonst könnte so mancher noch auf die Idee kommen, die selbe Karriere anzustreben. Weil wozu lernen, wenn man mit rappen ausgesorgt hat ^^

naja,ich bin nazar fan.

aber ich muss auch sagen,der kommt in dem interview viel dümmer und ghettogangster-mäßiger rüber als er ist.

und,ich rappe auch. aber kein künstler sollte als ziel haben möglichst viel geld damit zu machen.
d.h. strebe ich auch keine karriere an und rappe über die harte straße sondern mache vl mal einen song für meine liebste,ihr gefällts ja

aber bitte nicht zu ernst nehmen,der macht halt die art von rap und muss seinem image auch gerecht werden ;)

der hat Street Credibility !!!!

Umz Gasch, Umz Umz Gasch, Umz Gasch, Umz Umz Gasch.

Ich hätte es besser oder angemessener gefunden,...

...wenn sich sich die Redi nicht von der Wortwahl, sondern viel mehr von den transportierten Inhalten distanzieren würde...

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