Nachhaltige Organisation von Veranstaltungen: Von Anreise über Verpflegung bis zu Give-aways
Der Begriff Nachhaltige Veranstaltungen - oder Green Events - wird seit wenigen Jahren immer prominenter. Denn es wird mehr und mehr bewusst, dass die Art der Organisation und die Teilnahme an Veranstaltungen sehr hohe Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft aufweisen.
Das beginnt bei der Art der Anreise, bei der Verpflegung oder bei der Ausgabe von Merchandising-Materialien oder Give-aways. Den ökologischen Rucksack, die Wertschöpfung vor Ort und die Sozialverträglichkeit von Veranstaltungen zu erkennen, zu bewerten und zu verbessern sind Themen, die unter dem Dachkonzept Nachhaltige Veranstaltungen diskutiert werden.
Dass ressourcenschonendes Verhalten bei Veranstaltungen und Kongressen nicht mehr nur eine rein individuelle Angelegenheit von Privatpersonen darstellt, zeigt der Trend, dass immer mehr VeranstalterInnen auf eine nachhaltige Organisation Wert legen.
Stichwort "MICE"
Dieser Trend kann sehr effektvoll werden, denn die MICE-Branche (Meeting, Incentive, Congress, Event) bewegt - Wirtschaftskrise hin oder her - viel; viele Ressourcen, viel an Geld und viele Menschen: Allein die UEFA Fußball EM 2008 verzeichnete rund 62 Millionen BesucherInnen insgesamt, das berühmte Donauinselfest in Wien meldet jährlich rund 3 Millionen BesucherInnen und an Tagungen und Kongressen fanden im Jahr 2008 allein in Wien mehr als 3000 Veranstaltungen mit knapp 400 000 TeilnehmerInnen statt, wobei diese zum Großteil international anreisten. Regionale Feste und Veranstaltungen sind dabei noch gar nicht erfasst.
Wie nachhaltig ein Event veranstaltet wird, bleibt mangels einheitlicher Standards aber oft noch unklar. Vor allem deshalb, weil Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) in der MICE Branche als ziemliches Neuland gelten. Dennoch sind viele Initiativen zur Entwicklung und Vereinheitlichung von Standards bereits im Gange - für Österreich ist hier insbesondere die während der EU Ratspräsidentschaft initiierte Initiative Green Events Austria zu nennen.
Green Events Austria ist eine vom Lebensministerium in Kooperation mit dem Österreichischen Ökologieinstitut gestartete Initiative, die auf die österreichische EU-Präsidentschaft 2006 zurückgeht. Zielsetzung ist es, Standards für nachhaltige, an ökologischen Kriterien ausgerichtete Events und Veranstaltungen in den verschiedensten Bereichen zu etablieren.
Was genau eine nachhaltige Veranstaltung ausmacht, wie sich Österreich konkret in diesem Bereich engagiert, welche Zertifizierungen, Auszeichnungen und Standards es in Österreich und im internationalen Umfeld bereits gibt und wie die weitere Entwicklung abzuschätzen ist, kann im Monatsthema 10/09 auf www.nachhaltigkeit.at nachgelesen werden.
Nachhaltige Organisation von Veranstaltungen ist das Thema des Monats Oktober 2009 im Internetportal
Autorin: Doris Schnepf, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sustainable Europe
Research Institute (www.seri.at). Recherche und Aufbereitung im Auftrag
des Lebensministeriums, Abteilung II/3 Nachhaltige Entwicklung und
Umweltförderpolitik
Direkt-Link zum Monatsthema 10/2009
(mit Text-Vollversion und weiterführenden Informationen)
Im Dialog des Monats
10/09 beantworten Elisabeth Freytag, Abteilungsleiterin
EU-Angelegenheiten Umwelt und Manfred Koblmüller, Ökologie Institut,
grundlegende Fragen zu nachhaltigen Veranstaltungen.
Personen des Monats 10/09
sind Fiona Pelham, UK - Vorsitzende des BS 8901, Gründungsmitglied von
Positive Impact, Eventmanagerin und Matthias Schultze, Geschäftsführer
des World Conference Center Bonn und Vizepräsident des Europäischen
Verbandes der Veranstaltungscentren e.V.