Peter Purgathofer

Ihr habt ja keine Ahnung, was hier läuft

6. November 2009, 22:12

Die Protestbewegung im Licht der Informatik - und was Chuck Norris damit zu tun hat: Einschätzungen eines "Streik-Professors"

Mit Faszination und Neugier beobachte ich die aktuelle Protestbewegung unter den Studierenden. Hier wurde aus einer spontanen Aktion einer kleinen Gruppe im Nu eine Bewegung, die offenbar auch über einen langen Atem verfügt - und bevor die ÖH noch wusste, wie ihr geschah, war sie mehr oder weniger obsolet. Die mit der schwarz-blauen Novelle des Hochschülerschaftsgesetzes in Kraft getretene Zerstörung der ÖH als gewählte und damit auch spürbare Vertretung der Studierenden wurde gewissermaßen konsequent zu Ende gedacht und (nach-)vollzogen.

Signifikant in diesem Zusammenhang: Mit viel Entschlossenheit (wenn auch nicht immer mit gleich viel Erfolg) wehren sich die Akteure gegen Vereinnahmung und Ideologisierung. So wurde etwa eine AG "Ideologiefreiheit" gegründet (die inzwischen AG "Entradikalisierung" heißt), um sich mit diesen "Übergriffen" auseinanderzusetzen.

Neue Subkultur

Ihre organisatorische Substanz bezieht die Bewegung aus den Netzwerken und Möglichkeiten, die durch "Social Software" geschaffen wurden: Hier protestiert auch eine neue Subkultur, deren Ausformung schon seit Jahren im Internet beobachtbar ist. Ihr Wesensmerkmal: ein komplett geändertes Verständnis von sozialer Interaktion, möglich gemacht durch die Allgegenwart mobiler Kommunikationsgeräte (die diesen Trend mehr und mehr reflektieren) und durch die Entwicklung neuerer Kommunikationsangebote im Internet (Buzzword "Web 2.0" ). Sie zu verstehen, ohne Teil davon zu sein, ist mittlerweile nahezu ausgeschlossen. Was sich nicht zuletzt auch darin manifestiert, dass die zentralen Ausdrucksformen dieses "Untergrunds" von außen/oben regelmäßig lächerlich gemacht (Youtube), kriminalisiert (Austausch digitaler Medien) oder beschimpft werden (Computerspiele).

Das Transparent "Chuck Norris studiert in Mindeststudienzeit" , das auf der Demo letzten Donnerstag zu sehen war, ist ein deutlicher Ausdruck dieser Subkultur und damit auch der Kluft zwischen Protest und Politik (deren bisherige Äußerungen primär von der - irrigen - Überzeugung geprägt schienen, man könne den Protest aussitzen). Dieses Plakat ist ein Insider-Witz, ein Sich-Zunicken, ein Ausdruck der Zusammengehörigkeit und gleichzeitig ein klares Signal an die Außenstehenden: Ihr habt ja keine Ahnung, was hier läuft. Die Kluft der Generationen war in mancherlei Hinsicht noch nie so tief wie heute. - Man möchte gern drunterschreiben: "Jessas, das Internet ist hier."

Mit solchen Insider-Witzen verdeckt die Bewegung aber zugleich, dass man selber auch recht wenig Ahnung hat, was hier "eigentlich" läuft. Nur in einem mühsamen und vergleichsweise langsamen Prozess hat man zu gemeinsamen Forderungen gefunden, die sich offenkundig auch noch fast täglich ändern; ein konzertiertes Auftreten scheint nicht nur schwierig, sondern nahezu unmöglich zu ein. - Man mag das auf mangelnde Kompatibilität zwischen "neuen" und "alten" Ausdrucks- und Verhandlungsformen zurückführen, im Endeffekt bleibt der dominierende Eindruck einer alles durchdringenden Heterogenität. Diese Uneinheitlichkeit aber hat durchaus ihren eigenen Reiz - und entfaltet so viel Energie, dass man es schafft, Zigtausende auf die Straße zu bringen, ohne sich in der Folge an den "gemeinsamen Unterschieden" zu reiben.

Man könnte fast meinen, dass wir hier der jungen Generation beim Ausprobieren neuer Formen der Organisation von Mitsprache und Mitbestimmung zuschauen dürfen. Nachdem die "repräsentative" Demokratie in ihrer momentanen Form bei vielen jegliches Vertrauen verspielt hat, ist so was auch hoch an der Zeit, selbst wenn das, was hier alles passiert, vermutlich weder übertragbar noch verallgemeinerbar sein wird.

Ich werde hier auch sicher nicht prognostizieren (können), wo diese Protestbewegung hingeht. Ihre Motive und Ziele sind sehr komplex, nur schwer in wenige Worte zu fassen. Was wir alle wissen, ist nur: dass Ausbildung und Forschung an den österreichischen Universitäten seit Jahren krass unterfinanziert sind und die Studierenden nach Jahren des (mehr oder weniger) schweigsamen Duldens den Mut aufbringen, sich gegen diese fortdauernden Bildungs-Skorbut aufzulehnen. Es mag ihnen an politischer Erfahrung mangeln - viel wesentlicher aber ist die Erfahrung, die sie im Zuge dieser Bewegung mit neuen Optionen ungelenkter Kommunikation und Entscheidungsfindung machen können. Insofern ist den Studierenden viel Ausdauer und Erfolg zu wünschen. Ich für meinen Teil lasse mich überraschen - und bleibe neugierig. (Peter Purgathofer/DER STANDARD-Printausgabe, 7./8. November 2009)

Zur Person:

Peter Purgathofer war als Student Aktivist im (erfolgreichen) Protest gegen die Unterfinanzierung der Informatik im Jahr 1985, später Studienrichtungsvertreter und ist jetzt Forscher an der Fakultät für Informatik der TU Wien; er befasst sich u. a. mit den Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlicher und technologischer Entwicklung.

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lumbricus
10
9.11.2009, 12:05
Sehr enttäuschend.

peterpur hat bei uns TU-BesetzerInnen schon den Titel "Rockstar" bekommen - um so enttäuschender dieser Artikel. Nein, diese Bewegung findet nicht im Interet statt, sind findet in den bestetzten Hörsälen und auf der Straße statt. Ja, das hätts (hat es!) auch schon vor 10 Jahren geben können ohne Internet (1985?). Ich bin schon auch fasziniert: es war noch nie so einfach eigene Medien zu haben, die sagen was wir wollen und es war noch nie alles so schnell (Echtzeit!). Aber all das lebt von der Bewegung nicht umgekehrt.

Trotzdem find ichs toll sie uns schon 2 Mal besucht haben im besetzten FH HS 1 (an dieser Stelle lade ich auch _alle_ anderen Solidarischen ein vorbei zu kommen!) und auch hier im Standard schreiben.

lumbricus
10
9.11.2009, 19:56

Kanns nicht lassen noch einen 3. dran zu hängen: Ich war noch nie in den AGs Entradikalisierung und Ideologiefreiheit (bin mehr auf der TU), aber ich find weder dass wir frei von Ideologien sein sollten noch dass uns Radikalität schaden würde. Zum Beispiel Ideologien die uns über die jetzigen gemeinsamen Forderungen hinaus auch sagen, wo das Geld in Zeiten der Krise herkommen soll (von den immer noch Reichen!) find ich gut in der Bewegung und das können auf viele sich widersprechende sein. Genauso Radikalität - ein anderes Bildungs- oder Gesellschaftssystem zu fordern ist nicht unangebrecht angesichts der Zustände meiner Meinung nach. Aber auch 1985 Räume besetzen, die noch immer uns gehören ist radikal!

lumbricus
00
9.11.2009, 12:14

PS: Und genau das ist der wesentliche Unterschied zu Bewegungen wie die Vorwahl-Bewegung oder diverse Datenvorratsproteste: die haben im Internet angefangen und sind großteils dort geblieben. Aber auch nicht einmal ansatzsweise so erfolgreich gewesen (leider!).

Die Bewegung jetzt kann würd ich nicht einmal auf die Jugend reduzieren: die Audimaxbesetzung am 22.10. hat den Überrasschungsmoment wirklich gut genützt. In den letzten 10 Jahren haben sich viele die Füße wund demonstriert ohne wirkilch viel Erfolg, plötzlich war was neues da und das Eis seit Streiks 2003 war gebrochen. Andere Krisen- oder Regierungsopfer (MettallerInnen, DruckerInnen, KindergärtnerInnen, ...) haben sofort geschaut oder sogar gleich mitgemacht.

cannery row
00
8.11.2009, 16:43
..

verstehe nicht, warum social networking & co. in verbindung mit den protesten als die quasi bahnbrechenden, ultimativ neuesten tools gepriesen werden, denen der grossteil der übrigen bevölkerung quasi mit offenem mund gegenübersteht.
ganz ehrlich: das ist doch ein alter hut.. und mittlerweile so selbstverständlich wie der klogang.

Kelborn
01
8.11.2009, 12:27

wie wärs mit mitmachen?

tempa
92
8.11.2009, 10:20
Tja, die Revolution "2.0" ist also angebrochen.Woran man das erkennt?An der technischen Kompetenz wohl eher nicht.Der letzte TU-Absolvent,mit dem ich es zu tun hatte,hatte enorme Schwierigkeiten ein simples Joomla Template anzupassen.

Dann am erstaunlich kreativen Umgang mit neuen Medien?Zumindestens im 3d-Bereich gibt es trotz Massen an (ill)legaler Software/Tutorials(Blender3d,Gnomon...)wenig Aufregendes vön ö. "Kreativen".Und warum man den meisterlichen Umgang mit sozialen Netzwerken daran erkennen soll, das manch Bewerber seine Besäufnis-Bilder aus Studentenzeiten leicht einsehbar präsentiert,ist nicht nur mir ein Rätsel.Bleibt also der simple Umgang mit neuen Medien.Das verbindet die Revolution 2.0 mit meiner Mutter.Die tratscht nicht mehr über den Gartenzaun sondern benutzt skype.Erinnert sich eigentlich noch jemand an die letzte Internetblase(samt "Neusprech" wie "Buzzword") an der Börse?Da war wenig Substanz dahinter.Obiger Artikel bescherte mir ein Déjà-vu.

vandermonde
00
25.10.2010, 12:42
Man soll nicht von...

...Einzelfällen auf alle anderen schließen. Oder anders gesagt (aus einer TU Vorlesung ;-)): "Die Statistik ist auf den Einzelfall nicht anwendbar"

Ich bin TU Absolvent der Studienrichtung Informatik und beherrsche CSS. Das ist jetzt zwar wieder ein Einzelfall ;-) allerdings kenne ich genug Studienkollegen, die mit CSS ebenfalls sehr viel anfangen können...

Abgesehen davon, ist die Frage, ob die Anpassung von Joomla Templates überhaupt eine Aufgabe für TU Informatikabsolventen sein sollte?

Steverino
00
8.11.2009, 16:39

Sie haben zum Teil natürlich recht, dass es auch Informatikstudenten gibt, die nicht die Basics ihres Studiums beherrschen. Andererseits können Sie aber nicht leugnen, dass diese Bewegung sich erst über den virtuellen Raum und Webtechnologien, wie Livestreams verbreitet hat und wir alle erst einmal baff waren, wie sie sich dadurch ausgebreitet hat. Die CMS-Templates der Besetzer-Sites dürften ausserdem recht gut funktionieren. Wegen fehlender, innovativer 3D Sachen, wenden Sie sich bitte an verschiedene Studenten der Angewandten, der FHS St. Pölten, sowie an diverse Medieninformatiker.

tempa
00
8.11.2009, 20:59
Ich will nicht leugnen, das die Studenten manch Solides auf die Beine gestellt haben.Es ist nur nichts Aussergewöhnliches(und für den Rest der Gesellschaft unverständliches),so wie obiger Artikel es weissmachen will.Ich bin nun schon lange dabei.Ich

erinnere mich an die Zeiten als zB feministische Gruppen in Deutschland sich mittels eines Mailbox-Systems vernetzte(Damals musste man sich mittels normalen Telefon/akustikkoppler noch einwählen).Ich erinnere mich an die ersten Chatforen, an Foren usw... Heutzutage hat doch schon beinahe jeder Dorfverein seine eigene cms-gestützte Website und organisiert sich auch darüber.Und was mich eingermassen irritiert ist die fast schon naive Darstellung des Web 2.0(wobei mir dieser Begriff nicht gefällt).Die Schattenseite dieser Sache ist wohl der (unbewusste) Verlust von Intimsphere, nicht umsonst rücken social networks und deren Daten ins Blickfeld der Werbebrache. http://www.online-marketing-experts.de/index.cfm... &inxmail=1

Steverino
00
9.11.2009, 15:46

Das hier das Rad nicht neu erfunden wird, ist vollkommen klar. Andererseits dürften hier einige österreichische Politiker und Medien in ihrer Ahnungslosigkeit, über den Gebrauch des Internets, kalt erwischt worden sein.

hans wurst
 
00
8.11.2009, 16:23
Ihre Bewertung eines TU-Absolventen

ergötzt sich darin eine minderwertige Software benutzen zu können?

Wie armselig.

tempa
00
8.11.2009, 20:23

Tja, eigentlich lag das Problem bei seinen sehr mangelhaften css-Kenntnissen.
Er wird mit keinem
System der Welt Erfolg haben, wenns bei css mangelt.
Aber natürlich ist es einfacher, Joomla als "minderwertig" zu bezeichnen.Kann ja nur am System liegen und nicht am eigenen Wissen. Ach, diese "minderwertigen" Open-Source Systeme...

hans wurst
 
01
8.11.2009, 21:04

oje, noch so einer der glaubt, Informatikstudium ist ein Programmierkurs. Bitte, gehen's doch mal studieren und dann red'ma weiter. Danke.

tempa
00
9.11.2009, 10:58

Tja, ihr Studium befähigt sie anscheinend nur zu Kommentaren wie Joomla sei eine "minderwertige Software", was eine absolut lächerliche Aussage ist.
Wenn das alles war, hat sich das Studieren ja richtig gelohnt.

Na immerhin ist ihr Nick passend gewählt.


hans wurst
 
00
9.11.2009, 15:27

sie haben sich ja wirklich als Kapazunder auf dem Gebiet geäußert. Dementsprechend ernst sind ihre Aussagen zu nehmen.

hättiwari1
017
8.11.2009, 10:49
bin auch TU - absolvent ...

... und habe keine ahnung wie ich ein simples joomla template anpassen soll.

dafür weiß ich aber wie die quantisierung des elektrischen feldes funktioniert. wissen sie das?

ihr problem ist anscheinend, dass sie von anderen gleiches wissen wie sie es haben erwarten. ähnlich läuft es in der wirtschaft: "die wirtschaft" bestimmt welches wissen sie braucht und die absolventen haben es zu können. konsequenz: alle wandern wie die schafe in eine bestimmte richtung. meiner meinung nach keine gute voraussetzung für innovation und weiterentwicklung ...

Hubert Ungeist
 
00
8.11.2009, 14:17
ALso ich weiss weder was ein Joomla Template ist,

noch wie die quantisierung des elektirschen Feldes funktoniert. Bin aber dennoch TU Absolvent - vielleicht ist es auch schon zu lange her *fg

tempa
60
8.11.2009, 12:22
Ich weiss ja, so mancher Student hat so seine Probleme mit der ach so bösen Ökonomie. Warum sich allerdings jemand für eine Fachrichtung entscheidet und dann innerhalb von 4 Wochen ohne Druck es nicht schafft,simples css/php Wissen sich anzueignen

um ein einfaches Template zu erstellen, ist mir allerdings ein Rätsel.
Tja, sie mögen über die "quantisierung des elektrischen feldes" Bescheid wissen.Falls ich in ihrer Sparte arbeiten würde müsse ich das wohl wissen.TU-Absolventen, die in meiner Sparte arbeiten, sollten allerdings solch einfache Dinge wie oben beschrieben beherrschen.Schliesslich erzählt uns obiger Artikel, wie ausgezeichnet Studenten mit "Web 2.0" umgehen können.Oder bezieht sich das auf die blosse Benutzung von Facebook und nicht auf die zugrunde liegende Technologie?Wundern würde mich das nicht.
Ach und übrigens warte ich noch immer kreative Meisterleistungen im 3d-Bereich.Schlieslich ist da ja Wissen und Software frei verfügbar.

Lost In Contemplation
01
8.11.2009, 13:24
Also Ihnen fehlt scheinbar absolutes Basiswissen.

Auf der TU gibt es nicht nur die Studienrichtung Informatik, sondern auch (in etwa vollständig, in etwa alphabetisch) Architektur, Bauingenieurwesen, Chemie, Elektrotechnik, diverse Lehrämter, Maschinenbau, Raumplanung, Technische Mathematik, technische Physik, Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau. Und ich schätz dass 98 % dieser Studierenden Ihr Anforderungsprofil an TU Studierende links und rechts am Allerwertesten vorbeigeht. Wenn Ihnen das Verständnis dafür fehlt dass Technik nicht nur Informatik ist und web 2.0 nicht blabla Templates Programmieren können ist, dann sollten Sie dringen irgendwas studieren gehen und versuchen Ihren Horizont zu erweitern. Egal wie.

tempa
10
8.11.2009, 14:48
Obiger Artikel bezieht sich ja auf "Die Protestbewegung im Licht der Informatik". Und ausschweifend wird behauptet, das die Studenten ja ausgezeichnet mit "web 2.0" umgehen können und der Rest der Gesellschaft ja mit dem Internet anscheinend nichts

anfangen könne.Dann sollten ja gerade Informatikabsolventen ausgezeichnet mit "Web 2.0" Basistechnologien wie css oder ajax umgehen können.Es sollte zahlreiche höchst innovative Seiten oder eigene social networks auf Basis zb elgg geben.Vielleicht koennen sie mir ja diese innovativen Seiten zeigen?Und wenn diese Seiten weder in entsprechender Quantität/Qualität vorhanden sind, sondern nur Vorhandenes genutzt wird und Neues nicht erschaffen wird, sollte man wohl etwas weniger grossspurig auftreten.Denn was unterscheidet dann den Facebook benutzenden Studenten von skype nutzenden Pensionisten? Beide benutzen Angebote und verstehen die dahinterliegenden Technologien nicht.Nicht weiter schlimm.Aber dann ist die "Revolution 2.0" heisse Luft.

Ich B. Sisyphos
 
01
8.11.2009, 20:17

Sie haben da ja wirklich reihenweise Qualitätspostings hingelegt.

Um ihre Frage zu beantworten: Ja, es geht um die Benutzung, um das Einsetzen dieser Technologien für seine Ziele. Wissens, diese Ziele sind nämlich politischer Natur. Die alte Politik verwendet diese Technologien nämlich nicht. Geht auch schlecht, weil sie hierarchischer strukturiert und autoritärer ist. Verständlich?

Es ist ja auch gar nicht so, dass die Audimax-Leute stolz überall rausposaunen, dass sie jetzt "Web 2.0" verwenden, vielmehr hat dieser Informatiker aus der neutralen Beobachterperspektive heraus darüber gesprochen.

Fragens mal den TU-Absolventen ob er das beim Lesen des Artikels auf Anhieb checkt.

tempa
20
8.11.2009, 21:26
"Ja, es geht um die Benutzung, um das Einsetzen dieser Technologien für seine Ziele. Wissens, diese Ziele sind nämlich politischer Natur. Die alte Politik verwendet diese Technologien nämlich nicht." Das Verwenden neuer Technologien für seine

(politischen) Zwecke gabs ja noch nie in der Geschichte! Sensationell! Naja,zwar wurde der damals neue Buchdruck zum Druck von Büchern u. Flugblättern von politischen Bewegungen genutzt um breitere Bewölkerungsschichten zu erreichen. Und Hitler benutzte das damals recht neue Flugzeug(und neue Medien wie Radio/Film) für eine Fülle von Wahlauftritten 1932(was ihm einen grossen Vorteil sicherte)
Aber wissen sie, was wirklich witzig ist? Das unser ÖVP-Dorfbürgermeister "Web 2.0"(neben nervigen sms-Botschaften) benutzt, um den Kontakt zu seinen potenziellen Wählern zu halten.
Und so nebenbei ist das alles schon lange Zeit im Blickfeld der Werbebranche:http://www.online-marketing-experts.de/index.cfm... &inxmail=1

Ich B. Sisyphos
 
00
9.11.2009, 07:53

Doch, doch, neue Technologien für die Politik einzusetzen gabs schon. Aber nicht mit dieser speziellen Technologie, verstehen sie?

Was früher der Hitler mit seinen Flugzeugen war, ist heute der Audimax-Besetzer mit Wiki, Youtube, Flickr und Twitter.
Sie sind also durchaus vergleichbar, aber doch nicht gleich. :-D

Und dass der ÖVP-Bürgermeister von St. SoUndSo Kollaborationssoftware für einen basisdemokratischen Wahlkampf eingesetzt hat, dass glauben sie ja wohl selbst nicht.

Die Piratenpartei machts allerdings auch.

tempa
00
9.11.2009, 11:31
Ach kommen Sie! Da werden leicht zugänglich, recht simple Technologien von Studenten benutzt. Und das wollen sie ernsthaft hochstilisieren?Und der Bürgermeister von St. WerWeisWo benutzt natürlich Web 2.0. Ob das ihren Vorstellungen von

Basisdemokratischen Wahlkampf entspricht ist bedeutungslos.Und oben erwähnte Portale wie youtube, social networks ?Facebook und Co überlegen zur Zeit angestrengt, wie ein passendes Geschäftsmodell aussehen könnte. Deren laufende Kosten sind nähmlich horrend und irgendwann wollen Investoren schlicht Erträge sehen:
http://www.karimsaad.com/blog/?p=104
Und natürlich ist Twitter und Co schon lange im Blickfeld der Werbeindustrie(samt entsprechenden Online-Training):
http://www.lynda.com/home/Disp... lpk2=47759
Immerhin ist das ein Zweig der Werbung, der auch in Krisenzeiten gewachsen ist.Und es gibt gigantische Mengen an auswertbaren Userdaten.Und es sind die Werbeagenturen,die die Politik bei Wahlkämpfen berät.

AmazingSpace
06
8.11.2009, 09:41

Chuck Norris war vor Henne UND Ei!

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