Neuer Anlauf für Bankomat-Gebühren gestartet

06. November 2009 17:41
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    Foto: apa/fohringer

    Während Wiener Raiffeisen-Manager den Tiroler Vorstoß nicht als Pilotprojekt interpretieren wollen, sieht man es in Tirol etwas anders.

Tiroler Raiffeisen-Banken verrechnen Kunden, die bei "fremden" Bankomaten Geld abheben, erstmals Gebühren

Sollte es mit dem Versuchsballon klappen, dürften andere Banken folgen.

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Wien - In aller Stille und weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die Raiffeisen Landesbank (RLB) Tirol ein - aus Konsumentensicht - österreichisches Tabu gebrochen. Das Institut verrechnet, als erstes in Österreich, seinen Kunden eine Gebühr bei Abhebungen am Bankomaten, und zwar bereits seit Juli dieses Jahres.

Hebt ein RLB-Tirol-Kunde beim Bankomaten einer "Fremdbank" (also bei der Raiffeisen-Konkurrenz wie Bawag, Sparkassen oder Bank Austria) irgendwo in Österreich Geld ab, so kostet ihn das pro Abhebung 60 Cent. Das bestätigt der Sprecher der RLB Tirol, Wolfgang Weninger. Auch rund zehn andere Tiroler Raiffeisenbanken hätten "dieses Modell" bereits im Einsatz; alte Kunden sollen aber eine Wahlmöglichkeit haben.

"Bisher nicht an Kunden weiterverrechnet"

Das "Postenentgelt", wie die Tiroler Raiffeisen-Banker die Bankomat-Gebühr nennen, ergebe sich aus dem Faktum, dass "die Bank, die den Bankomaten zur Verfügung stellt, ein Entgelt an die kontoführende Bank verrechnet". Die anfallenden Kosten seien "bisher von der RLB Tirol AG getragen und nicht an die Kunden weiterverrechnet" worden. In anderen Ländern würden bereits "seit Jahren erhöhte Entgelte berechnet", in Deutschland zwischen drei und acht Euro je Transaktion, rechnet man in der RLB Tirol vor.

Mit der Einhebung von Bankomat-Gebühren (sie sind fast überall in Europa üblich) liebäugeln österreichische Banker schon lange. Anders als in anderen Ländern ist das Bankomatennetz hierzulande ein einheitliches, organisiert wird es von der Paylife Bank, einer Gesellschaft, die den Banken gehört. Die Anschaffungskosten eines Bankomaten (zwischen 30.000 und 70.000 Euro je Stück) und die Kosten fürs Betreiben bezahlt die Bank, die das Gerät aufstellt.

Die Kosten, die dann "bankfremde" Kunden mit ihren Abhebungen verursachen, stellen die Banken ihrer Konkurrenz bisher in Rechnung, per "Standortentgelt". Genau um diese Kosten geht es nun, Raiffeisen Tirol wälzt die nun an ihre Kunden ab.

6900 Automaten in Österreich

Insgesamt gibt es in Österreich derzeit 6900 Geldausgabe-Automaten; 4300 davon sind "Indoor"-Bankomaten in den Foyers. Und: Die meisten Bankomaten hat der Raiffeisen-Sektor, er hat schließlich auch die höchste Filialdichte im Lande.

Insofern kein Wunder, dass der Vorstoß in Sachen Abhebegebühr aus dem Giebelkreuz-Sektor kommt - allerdings hat sich Raiffeisen Ende 2002 mit derselben Idee ordentlich verbrannt. Damals war die RLB NÖ Wien vorgeprescht und hatte für 2003 Abhebungsgebühren (55 Cent bzw. 30 Cent für Foyer-Automaten) angekündigt. Nach einem Aufschrei der Konsumentenschützer und von den Konkurrenzbanken argumentativ im Stich gelassen, musste der damalige RLB-Chef Peter Püspök seine Idee zur "betriebswirtschaftlich mehr als gerechtfertigen Preisgestaltung" zurücknehmen.

Während Wiener Raiffeisen-Manager den Tiroler Vorstoß nicht als Pilotprojekt interpretieren wollen, sieht man es in Tirol etwas anders. "Auch andere Sektoren werden dieses Entgelt einführen, da die Quersubventionierung auf Dauer nicht möglich ist", heißt es dort.

In der Branche dürfte man die Reaktionen der Kunden und Konsumentenschützer sehr interessiert beobachten - dass die Tiroler einen Versuchsballon steigen lassen, bezweifelt da niemand. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7./8.11.2009)

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Wilfried P.
29.01.2010 09:03
Aus gegebenem Anlass

Wurde gestern von meiner Raiffeisen-Bank (in Tirol) darüber informiert, dass mein Konto automatisch in ein "Comfort-Konto" umgewandelt wird, das wie folgt gebührenmäßig aussieht:

Bareinzahlung: 0,50
Barauszahlung: 0,75
Bankomatbehebung: 0,19
Überweisung (klassisch mit Beleg): 0,57
Elektronische Umsätze (Online-Banking Gut-/Lastschriften etc): 0,19
Kontoauszug SB-Gerät: 0,19
Maestro-Bankomatkarte: 20,27/pa
Kreditkarte: 18,17/pa
Kreditkarte + Versicherung: 54,50/pa
Kontoführung: 1,80/pm

Ohne mich. Es ist ja schon ne Frechheit für Karte und Kontoführung Geld zu verlangen, wenn dann eh wirklich ALLES nochmal extra verrechnet wird. Aber dass sogar das Geldbeheben am filialeigenen Bankomaten etwas kosten soll, ist einfach nur verarsche...

skip it
29.01.2010 15:16
erkundigen und bank wechseln...

Le'Mac
28.01.2010 14:43

vertreiben die da gerade ihre kunden?

mondaen
17.11.2009 06:44

da ich vor kurzem mit meinem onkel. zufällig chef einer tiroler raika, über das thema geredet habe, muss ich dazu folgendes sagen.

das mit den 60 cent bei nicht-raiffeisen-banken stimmt sehr wohl, allerdings ist das ein neues betriebsmodell bei dem 20 euro, die man für die karte bezahlt, wegfallen.

also müsste man in dem zeitraum über 30 mal bei fremden banken geld abheben, um wirklich höhere kosten zu haben.

da bestandskunden, die dachten, dass sie diesen spielraum ausreizen, beim alten produkt bleiben konnten, verstehe ich die aufregung nicht und man kann die ganze diskussion eigentlich als klickgenerator diverser medien abtun.

Gefühlte Deflation
11.11.2009 11:14

klass und bitte auch gleich eine Bankbetretungsgebühr einführen!

oachkatzlschwoaf
10.11.2009 15:56
Modernes Raubrittertum?

Ich kann die Gedankengänge nachvollziehen, auch wenn sie nicht populär erscheinen. Ein Unternehmer schafft ein Gerät an und wartet es, damit seine Kunden rund um die Uhr eine Servicedienstleistung in Anspruch nehmen können. Jetzt kommt ein Mitbewerber, der die exakt gleiche Servicedienstleistung (z. B. Girokonto) gebührenfrei anbietet, aber sich der fremden Infrastruktur bedient. Gerecht oder nicht gerecht?

OttotheBusdriver
10.11.2009 09:39
Hoffentlich probiert die Bank Austria das auch!

mit fehlt nur mehr der eine Tropfen, der das Faß zum überlaufen bringt - und ich bin weg von diesem Laden.

Couchsurfer
09.11.2009 20:02
Ich empfehle


www.bankenrechner.at

Ich bin soeben zu www.easybank.at umgestiegen und spare mindestens 100 Euro im Jahr.

Tiger10
09.11.2009 13:56
Verdächtig...

Das kommt aber verdächtig knapp nach den Überweisungsänderungen, die seit 01.11.2009 in Kraft sind. Vorige Woche wurde noch davor gewarnt, dass die Banken sich bald alternative Einnahmequellen suchen werden. Wie wahr...

Hoi S.
 
09.11.2009 13:56
Modernes Raubrittertum

ist das, nur mit dem Unterschied, dass du den Raubritter noch extra bezahlen musst dafür, dass er dich ausraubt!

Vorname Nachname
09.11.2009 12:48
"betriebswirtschaftlich mehr als gerechtfertigen Preisgestaltung"

unsinn

den gebuehren die "fremde" abheber an den eigenen bankomaten lassen kommen ja auch nicht den kontoinhabern tu gute sondern gehen ins boersel der bank.

warum sollten dann die gebuehren die das abheben an "fremden" bankomaten erzeugen zu lasten der kontoinhaber gehen?

ein typischer fall bei der einnahmen kommerzialisiert und kosten sozialisiert werden

das ganze geht ja noch weiter: WENN die behebung an fremdbankomaten kostenpflichtig ist dann erst darf auch die behebung im ausland am bankomat was kosten

es geht in summe also um einen erheblichen kostenfaktor fuer den kontoinhaber

PFUI raiffeisen kann man da nur sagen, und den kudnen raten darauf die richtige antwort zu geben: naehmlich kontowechsel, zb zu einer internetbank

AlliGator
09.11.2009 00:25
@Super-Zyniker

Du hast keine Ahnung - deswegen wird Dein Posting wohl auch nicht freigeschalten. Also:

Geldautomaten werden in Österreich von PayLife und von Firstdata aufgestellt. Siehe dazu auch
http://www.firstdata.at/suchservice.html oder
http://www.bankomatkarte.at

Bezahlterminals machen auch card complete, hobex, firstdata, B+S, uvm. Alle Terminals in Österreich (und auch alle anderen weltweit) fragen bei Maestro-Behebungen erstmal Dein Bankkonto, ob Du auch darfst.

Geldautomaten befüllt nicht die Bank, sondern eine Nationalbanktochter namens GSA. Und die Banken oder PayLife stellen selbst keine Bankomaten auf, sondern lassen aufstellen.

Falls Du noch ein paar kleine Hinweise brauchst weißt Du ja jetzt, an wen Du Dich wenden mußt.

Newton81
08.11.2009 23:06
reine Internetbanken

Bin gespannt, wie reine Internetbanken, a la easybank reagieren? Vielleicht nur mehr bei der BAWAG gratis abheben?

Karli Valentino
09.11.2009 07:46
BAWAG PSK ....

..... also auch bei Postämtern und daher ziemlich flächendeckend ..... was die Bank Austria (besser Unicredit) ja nicht zusammenbringt ....

Spanky Ham
08.11.2009 18:22

"kosten auf die kunden abwälzen" is gut. als ob eine bank die kosten bisher nicht mit kundengebühren bezahlt. aber eine extragebühr bringt halt noch ein extra körberlgeld - damit der staat die bank beim nächsten crash erst einen tag später zu retten braucht ;)

Hugo Stiglitz
08.11.2009 15:35

Eine Form des modernen Wegegeldes. Es gibt jetzt schon eine eigene Facebook-Gruppe dagegen: http://www.facebook.com/group.php... 194&ref=mf

auf der straße nach san fernando
08.11.2009 14:25
noch ein Grund mehr für Barzahlung.

.

sixela
08.11.2009 23:45

Warum? Das Bargeld muss ja irgendwo herkommen. Vom Bankomat oder vom Bankschalter (= wohl noch mehr Spesen).

Ansich wäre ich durchaus dafür, (unabhängig von der geplanten Bankomat-Abzocke) den gesamten Zahlungsverkehr auf "bargeldlos" umzustellen. Bargeld ist lästig.

poerney
08.11.2009 09:00
Wundert mich genau gar nicht.

Ich muss bei der RaiBa ja sogar 1EUR im Monat zahlen, wenn ich mehr als die letzten 20 Einträge im Online-Banking sehen will. Soviel ich weiß, macht das auch keine andere Bank, oder?
Eigentlich nur pure Faulheit, dass ich die noch nicht stehen lassen hab'. Wenn das jetzt noch dazu kommt, werd' ich meine Faulheit mit Leichtigkeit überwinden.

Alexander Kurz
08.11.2009 01:55
Sollte meine Bank (Bank Austria) eine solche Gebühr einführen,

bin ich mit allen Konten weg - mit Ausnahme des Hypothekarkredits wg. der hohen Einmalkosten (der Rest kann auch von anderen Banken recht gut abgedeckt werden).

zensur passiert
08.11.2009 04:24
Irrtum, bei Umschuldung auf ein anderes Institut fallen

die Eintragungskosten nicht nochmals an, damit ist die Umschuldung gar nicht teuer

clearlake
08.11.2009 19:29
wer zahlt dann

damit im grundbuch statt bankaustria raiffeisen steht??

Diego: Das alte Lager
 
07.11.2009 23:51
"Alte Kunden sollen Wahlmöglichkeit haben"

"Wollen Sie 60c pro Abhebung bezahlen oder soll es weiterhin gratis für Sie sein?"

"Hmmmm....also ich weiss nicht...könnte ich einen Joker einsetzen?"

:P

Conny Bärlus
08.11.2009 00:46
Die Wahl sieht ca. so aus:

Am Kontoauszug steht:

"Um unseren Service weiterhin in Ihrem Interesse aufrecht erhalten zu können, haben wir gemäß AGB § 31 unter Einhaltung des § 28 BWG im Sinne des § 1322 AGBG unsere Konditionen unter Punkt 7.4.8.1 der Gebührenvereinbarung angepasst. Die genauen Bedingungen finden Sie im Aushang am WC in Ihrer Filiale. Sollten Sie dem nicht zustimmen, erwarten wir ihren schriftlichen, notariell beglaubten, Widerspruch innerhalb von 1,87 Werktagen ab Absendung dieses Kontoauszuges bei unserer Anwaltskanzlei auf den Cayman Islands einlangend."

mit großer Sorge
 
07.11.2009 20:20
Abzocke !

Denn im Grunde ist es ein Nullsummenspiel: man zahlt für die Abhebungen bei den fremden Banken, man kassiert für die Abhebungen von fremden Konten bei den eigenen Bankomaten.
Auf lange Sicht wird sich auch ohne Abhebesteuer jeder Bankomat rechnen.

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