Kritik an Entwurf zu Vorratsdatenspeicherung

6. November 2009, 16:23

Die Opposition hat sich am Freitag erneut gegen die geplante Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen.

Die Opposition hat sich am Freitag erneut gegen die geplante Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen. Auch die nun von der SPÖ vorgeschlagene "Minimalvariante" sei abzulehnen, erklärte der freiheitliche Technologie- und Konsumentensprecher Gerhard Deimek. BZÖ-Justizsprecher Stadler sprach von einem "Anschlag auf die Freiheits- und Bürgerrechte". Die Grünen äußerten grundsätzliche Bedenken.

"Totale Kontrolle nicht wünschenswert"

Für Deimek ist die Überwachung des Systems Vorratsdatenspeicherung nicht gewährleistet, weiters sei die "totale Kontrolle der Menschen durch staatliche Organisationen nicht wünschenswert". Die entstehenden Kosten müssten außerdem letztendlich von den Kunden der Telefon- und Internetprovider bezahlt werden, kritisierte der Abgeordnete.

Für Stadler ist es "inakzeptabel, wenn die über acht Millionen Österreicher generell zu potenziellen Terroristen erklärt werden". Den Staat gehe es nichts an, "wer mit wem was telefoniert", denn das sei "schlicht und einfach Privatsache".

Mit Privatsphäre nicht vereinbar

Die systematische Speicherung von Anrufdaten und IP-Adressen der Bevölkerung sei mit der Privatsphäre und dem Schutz vor unberechtigter Verfolgung nicht zu vereinbaren, meinte der Grüne Sicherheitssprecher Pilz. Die Regierung müsse sich um die Wahrung der Menschenrechte "zumindest bemühen", die SPÖ dürfe sich dabei von der ÖVP nicht "über den Tisch ziehen" lassen.

Datenspeicherung ab 2010

Laut Begutachtungsentwurf sollen ab 2010 auch in Österreich die Telekom- und Internet-Anbieter sämtliche Verbindungsdaten ihrer Kunden automatisch speichern und den Behörden bei Bedarf zur Verfügung stellen (der WebStandard berichtete). Das betrifft etwa Angaben darüber, von wo aus, wie lange und mit wem der Besitzer eines Handys telefoniert, welche Internet-Seiten die Kunden besuchen und an welche Adressen sie Emails schreiben. Nicht gespeichert werden die Inhalte von Telefongesprächen, SMS und Emails. (APA)

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