Söldnerführer könnte mit Aussage gegen Thatcher Millionen machen

06. November 2009 15:22

Britische Medien bieten hohe Summen für Exklusivrechte - Auch südafrikanischer Söldner belastet Sohn der Ex-Premierministerin

Bis zu zwei Millionen Pfund  (2,2 Millionen Euro) könnte der ehemalige SAS-Soldat und Söldnerführer Simon Mann mit seinem Bericht über den gescheiterten Putsch in Äquatorialguinea verdienen, schätzt Starpublizist Mark Clifford. "Wenn er belegen kann, das Mark Thatcher (der Sohn der ehemaligen Premierministerin, Anm.) im Zentrum stand, ist das ein paar Millionen wert", sagte er zum "Guardian".

Der Unternehmer und Autorennfahrer Thatcher und der britisch-libanesische Ölhändler Ely Calil, die Mann in seinen Gefängnisnotizen als "Scratcher" und "Smelly" bezeichnet,  bestreiten die Vorwürfe.

Auch südafrikanischer Söldner belastet Thatcher

Der südafrikanische Söldner Niek du Toit, der zusammen mit Mann aus äquatorialguineischer Haft entlassen worden war, bezeichnete Thatcher  im Gespräch mit der Zeitung "The Star" als "Big Player" und berichtet, sich bei den Vorbereitungen zu dem gescheiterten Staatstreich mit ihm getroffen zu haben. Damals habe ihm Thatcher erzählt, er benötige für Geschäfte im Sudan einen Hubschrauber. "Erst als wir in Äquatorialguinea ankamen, begriff ich welche 'Geschäfte' er meinte", sagte der Südafrikaner.

Scotland Yard ermittelt seit 2004, ob im Rahmen des gescheiterten Staatstreichs Straftaten auf britischem Boden begangen wurden. Für die Nachforschungen, die unter dem Nasmen "Operation Antara" laufen, reisten Mitarbeiter der Antiterror-Einheit SO15 mehrmals nach Afrika, um dort Zeugen zu befragen.

Teodoro Obiang, der Präsident Äquatorialguineas, und seine Justiz bemühen sich um eine Auslieferung Thatchers. Obiang selbst hat mit Umstürzen Erfahrung. Er kam 1979 an die Macht, als er gegen seinen Onkel Marcias Nguema putschte und ihn erschießen ließ.

Die ehemalige spanische Kolonie Äquatorialguinea gilt als einer der zehn korruptesten Staaten der Welt. Menschenrechtsorganisationen klagen, das die Verletzung von Menschenrechten zu den schlimmsten in Afrika gehören. Doch mit seinen reichen Ölvorkommen lockt der Zwergstaat potenzielle Wirtschaftspartner, derunter die US-Konzerne ExxonMobil, Amerada Hess and Marathon Oil, die laut "Financial Times" dort täglich 380,000 Barrel fördern. (bed/derStandard.at, 6.11.2009)

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11 Postings
Bill Sheppard
17.11.2009 01:00
und da dachte ich mir

dass die 'milk snatcher' endlich vorm Gericht wegen ihrer Verbrechen gegen die Menschheit erscheinen musste.

naja, darf man doch träumen...

Alpenrambo
07.11.2009 17:46
Zu Bild 1:

Das hässliche Gesicht des Kapitalismus im wörtlichen Sinn.

slobodan nikolic1
 
07.11.2009 15:24
kann sein das söldner bezahlten mörder sind?

unterwegs in Österreich
07.11.2009 12:47
Die Briten könnten ja

den Thatcher nach Äquatorialguinea ausliefern - Erfahrung habens ja damit. Wir werden sehen, ob bei den Briten auch manche gleicher sind.

der_kleine_pariser
 
14.11.2009 00:02

ich glaube kaum, adss irgend ein zivilisiertes land an aequatorialguinea ausliefert (wie gross das verbrechen auch immer ist) weil die einhaltung der menschenrechte immer voraussetzung für eine auslieferung ist.

anders gesagt : selbst wenn der thatcher da einen putsch plante, ihn an aequatorialguinea ausliefern halte ich für mehr als problematisch.

a klana indiana
07.11.2009 11:32

der apfel fällt nicht weit vom stamm....

der typ dürfte offenbar der gleich skrupellose, brutale machtmensch wie seine mutter sein....

Nathan Drake
07.11.2009 09:14
Kurzzeitgedaechnis?

Wo ist da jetzt die Sensation?

Als vor einem Jahr im Standard berichtet wurde, dass Simon Mann (nochmal) hinter Gitter muss haben alle gejubelt: "Weg mit dem Soeldnerpack!"
Jetzt ist er wieder frei und alle freuen sich, dass es Thatcher an den Kragen geht.
Mal sehen, was der durchschnittliche Windfahnenposter in einem Jahr schreit. (Damit meine ich noch nicht die beiden Poster unter mir, nicht falsch verstehen...)

Wer den "Wonga Coup" gelesen hat, der wusste schon laengst von den Anschuldigungen. Die Doku wird naechstes Fruehjahr veroeffentlicht...

http://www.youtube.com/watch?v=Hq5fJlm4PDI

Forsyth war ja auch beteiligt, das kommt wahrscheinlich auch demnaechst als "Topnews" ans Tageslicht.
Was fuer ein alter Hut...

Nick Tameer
08.11.2009 10:28

Dass die Anschuldigungen neu sind, sagt auch kein Mensch. Neu ist bloß, dass sie sich jetzt vielleicht auch in einem Gerichtsverfahren beweisen lassen. Und warum man, wenn man gegen das Söldnertum ist, dies nicht als eine eher gute Nachricht betrachten soll, ist mir auch nicht klar.

J. R.
07.11.2009 08:39

Spannende Geschichte. Der Hr. Thatcher scheint auch Eric Ambler Romane gelesen zu haben?

Andreas Hofer
06.11.2009 17:57
Es waere begruessenswert,

wenn Herr Thatcher zur Rechenschaft gezogen wuerde. Man liest hier, dass Aequatorialguinea zu den korruptesten Regimen der Welt zaehlt. Auf diese Liste gehoert auch das Establishment in London. Hat doch ein vollkommen unerfahrener Mark Thatcher in der Zeit , wo seine Mutter PM war, bei offiziellen (!!)britischen Waffenlieferungen in den Nahen Osten und nach Asien Millionen und Millionen verdient. How so?

Nick Tameer
08.11.2009 10:32

In der Welt der Thatchers steht das moralisch Gute stets auf der Seite des Profits. Böse ist, wer dagegen ist.

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