"Novembernebel über dem Zentralfriedhof"

KopfHörer, 06. November 2009 14:26
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    Foto: der standard

Ich kann mich noch gut an das Frühwerk von Aber das Leben lebt erinnern. Ebenso an das Debüt von B. Fleischmann. Damals deutete eher nichts darauf hin, dass diese beiden Acts irgendwann einmal sinnvoll miteinander musizieren könnten.

Die einen zierten sich spröde und übten sich in todessehnsüchtigen, schwer verdaulichen Brocken: „Zweifel als Lebenssaft. Die Niederlage als Herzschlag. Eine Band wie der feuchte Novembernebel über dem Zentralfriedhof“, hab ich damals einmal über ADLL geschrieben - während Fleischmann und seine Poploops zwar ebenfalls eine melancholische Breitseite hatten, aber vergleichsweise das blühende Leben vertonten.

Nun ist seit damals einiges Eiswasser in der Donau wieder aufgetaut und abgeflossen, und beide haben sich verändert. ADLL haben sich langsam wie widerwillig doch ihrem eigentlich unabwendbaren Ziel angenähert und schreiben längst richtig schöne Songs. Und sie haben dabei gelernt, oder besser, es sich erlaubt, in ihrer Stimmungslage zu grooven.

Fleischmann ist ja sowieso ein kleiner Star geworden, und der Groove kam im ja schon mittels Verwendung seiner Groove Box ins Werk. Man näherte sich also an und – ohne zu wissen, wie sich die Jungs jetzt kennen gelernt haben – teilte sich schon öfter Bühne und schon länger das Publikum. Ich erinnere mich an eine Show letztes Jahr im Ragnarhof (oder war’s heuer?), bei der sich die Logik dieses Zusammenwachsens in einer der schönster Musik entfaltete, die aus diesem Land kommt.

Am Montag kann man im Wiener WuK anschauen und anhören, was ich meine. Da spielen ADLL, da spielt B. Fleischmann, das spielt die Laokoongruppe als weiterer logischer Trabant in diesem Kraftfeld, und da treten Gäste auf wie Marilies Jagsch und der ebenfalls aus der ADLL-Großfamilie stammende Sweet William Van Ghost auf.

Und wie zufällig ist es November, feucht, kalt und nebelig. Es herrschen also jene Umstände, in denen diese Musik sich so wohl fühlt, wie der Fisch im Wasser – bevor der See zufriert. Wer sich für diese seltsame wie wunderbare Musik interessiert, hat eh schon Karten, allen anderen diene das hier als wärmste Empfehlung für kalte Tage.

Live am Montag: 9. November, der Tag, an dem vor 20 Jahren die Mauer fiel. Ab 20.00 im Wiener WuK.

(6.11.2009, derStandard.at, Karl Fluch)

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Der Unbekannte
09.11.2009 00:09

Wenn ich nur singen könnt - die Stimme durch den Fleischwolf gezogen.

michael grasberger
08.11.2009 22:42

das wort groove scheint mir in zusammenhang mit der schlappen wiener dilettantenmusikszene aber ziemlich unpassend.

Poster 2.0
08.11.2009 10:49
ROME

ist auch ein schöner Novembersoundtrack und immer wieder gut Der Scheitel und auch Neigungsgruppe Gewalt, Sex und gute Laune und ja der frühe Ambros

herr nischta
07.11.2009 13:39
Markus Koavo
07.11.2009 09:22

Heute findet der Filmverstärker #6 im Gartenbaukino mit dem Film "The Phantom Carriage" von Cictor Sjoström, musikalisch begleitet von KTL (Peter Rehberg & Stephen O’Malley!!!) statt. Im Anschluss Elektrophiliale - kuratiert von Bernhard Fleischmann.

tru thoughts
07.11.2009 18:35

klingt gut.

leider gibts solche sachen nur seeeehr vereinzelt im südlichen bundesland

Dyne
06.11.2009 20:16

November ?

Da kann ich nur "Deine Lakaien" empfehlen !

"Dark Star"

Da kommt Stimmung auf^^

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