Neue Version der Linux-Distribution sorgt für Ärger bei manchen NutzerInnen - Alte und neue Probleme statt Fokus auf Qualität?
Die ersten Reaktionen auf Ubuntu 9.10 "Karmic Koala" fielen äußerst positiv aus: Eine deutliche Verbesserung für die Linux-Distribution, die auch so manches altbekannte Problem löse, so der Tenor des Gros der Meinungen. Doch einige Wochen nach der Release scheint diese Stimmung nun zumindest zum Teil zu kippen.
Kritik
So hat nun etwa das US-amerikanische Linux Magazine einen Kommentar veröffentlicht, der scharfe Kritik an der beliebten Linux-Ausgabe übt. Die Qualität des gelieferten sei alles andere als berauschend, als Beleg dafür verweist man auf die Ubuntu-Foren, in denen sich Berichte über verschiedenste Probleme mit der neuen Release sammeln.
Probleme
Da wird etwa von nicht mehr aufgefundenen Partitionen nach einem Upgrade berichtet, andere haben wieder einmal Probleme mit der Grafikausgabe oder dem Sound. Auch die Auto-Konfigurationen des Boot-Loaders soll nicht in allen Fällen korrekt funktionieren, bei manchen stürzt der Installer gleich ganz ab.
Überblick
Selbst die Liste der bekannten Probleme bei den Release Notes hat schon einige schwerwiegende Fehler zu "bieten": Da wird etwa von einer möglichen Beschädigung des Dateisystem bei der Verwendung von Dateien mit mehr als 512 MByte Größe berichtet. Auch funktioniert Suspend-to-Disk (Hibernation) mit der automatischen Partitionierung nicht, da hier die Swap-Partition nicht groß genug gewählt wird.
Anspruch
Beim Magazin sieht man eines der Probleme darin, dass Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth selbst die Erwartungen so hoch geschraubt hat: Ein "Windows-7-Killer" sollte der Karmic Koala werden. Statt dessen habe man ein Distribution geliefert, die für viele NutzerInnen schlechter als die Vorgängerversion sei.
Proprietär
Vielleicht sei aber gerade der Erfolg von Ubuntu dessen Hauptproblem, philosophiert der Autor des Kommentars: Immerhin sei gerade die einfache Einbindung von proprietären Treibern eines der Erfolgsrezepte der Distribution, gerade diese Bestandteile seien es aber, die besonders oft zu problematischen Situationen führen.
Hinweis
Angemerkt sei abschließend allerdings noch, dass die beschriebenen schwerwiegenden Probleme auf keinem der Testsysteme des Webstandard aufgetreten sind. (red, derStandard.at, 06.11.09)