Antibiotika-Tag

Europaweit immer mehr Antibiotika-Resistenzen

06. November 2009 14:57
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    Foto: derstandard.at/marietta türk

    In Österreich gehören Antibiotika zur Gruppe der rezeptpflichtigen Arzneimittel.

In vielen Ländern werden Antibiotika häufig zu Unrecht verschrieben - In Österreich Resistenzen kein großes Problem

Stockholm - Zunehmende Antibiotika-Resistenzen bei Krankheitserregern sorgen in Europa immer häufiger für Probleme. Dabei wird eine hohe Prozentzahl laut Dominique Monnet vom Europäischen Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) völlig sinnlos, beispielsweise bei Virusinfektionen, verschrieben. Gegen diese sind Antibiotika aber nicht wirksam. Für mehr Bewusstsein soll der 2008 ins Leben gerufene Europäische Antibiotika-Tag am 18. November sorgen.

Im Jahr 2007 mussten in Europa laut einer Untersuchung wegen Multi-Resistenzen 400.000 Infektionen im Krankenhaus behandelt werde, 25.000 Betroffene starben. Bei insgesamt 2,5 Millionen Personen gab es laut ECDC einen verlängerten Spitalsaufenthalt. Die Folge dieser negativen Entwicklung: höhere Spitalkosten in der Größenordnung von zusätzlichen 900 Millionen Euro pro Jahr.

Sinnvoller Einsatz

Griechenland schneidet gefolgt von Zypern und Frankreich betreffend dem Auftreten von Antibiotika-Resistenzen besonders schlecht ab. Je mehr die Medikamente eingesetzt werden, desto schlimmer sind die feststellbaren Konsequenzen, so Monnet. Wichtig sei es daher, den bewussten und richtigen Einsatz zu fördern, und zwar für die Fälle bei denen er notwendig sei - zum Beispiel bei Organ-Transplantationen oder in der Intensivmedizin.

Ein Problem stellt laut Monnet auch der Einsatz von Antibiotika in Tierzucht und Landwirtschaft dar. Resistente Keime würden dadurch am Speiseplan der Bevölkerung landen und so ebenfalls für die Wirkungslosigkeit einzelner Medikamente sorgen. Genaue Daten bezüglicher dieser Auswirkungen würden allerdings noch nicht vorliegen.

Wenig Probleme in Österreich

Österreich liegt bezüglich Antibiotika-Resistenzen am viertbesten Platz. Die geringsten Probleme mit Wirkungslosigkeit wurde in einer ECDC-Studie 2006 in den Niederlanden festgestellt. "Österreich hat eine relativ niedrige Pro-Kopf-Quote", meinte auch Hubert Hrabcik, Generaldirektor für öffentliche Gesundheit, über die Situation in der Alpenrepublik. "Es gibt drei bis vier Antibiotika, wo wir sagen, aufgrund eines wahrscheinlich übermäßigen Einsatzes machen uns Resistenzen Probleme. Das ist kein sehr hoher Anteil."

Die heimischen Ärzte würden offenbar über ein gutes Wissen bezüglich sinnvollen Verschreibungen verfügen und seien sich auch des Problems zunehmender Resistenzen bewusst, meinte Hrabcik. Die Arzneimittel seien in Österreich zudem verschreibungspflichtig. In manchen Ländern sind sie ohne Rezept erhältlich.

Präventivmaßnahmen

Ein Beispiel für den sinnvollen Einsatz von Antibiotika zeigt auch die Schweinegrippe: Gegen die Infektion selbst sind die Medikamente wirkungslos, für die Behandlung von möglichen bakteriellen Begleiterkrankungen, die derzeit häufig für Komplikationen sorgen, allerdings notwendig, erklärte Monnet. Neben der richtigen Verwendung erachtete die ECDC das Eindämmen von Infektionen als wichtige Strategie gegen das Fortschreiten von Resistenzen. Maßnahmen seien hier Hygiene und die Isolation von Kranken. (APA)

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11 Postings
sixela
07.11.2009 22:02
Die Warnung vor dem hirnlosen Einsatz von Antibiotika

...gibt es schon seit 25 Jahren. Und die Mediziner lernen offenbar nichts draus. Es muss erst der Supercrash kommen, nach dem sich Infektionen wieder nach Lust und Laune ausbreiten können.

Und nein, es ist NICHT alles besser in Österreich, das ist reine Propaganda des BMG.

Martha B.
10.11.2009 15:38
Arzt: Sie husten? - Sie brauchen ein Antibiotikum.

Dass die meisten Erstinfekte viral sind, scheint keiner ernst zu nehmen ....

Aracni Santini
07.11.2009 08:27
Da sollten sie mal mit den Klimaanlagen anfangen

ohne Filter, Umluft, kaum Filterwechsel. Wie ich in einem Konzern gearbeitet haben vor meinen Kindern habe ich am Rande mal gefragt, ob die Filter denn schon mal gewechselt worden sind, da kommt soviel Schmutz raus.... Antwort nein. Seit wir in das Büro eingezogen sind nicht.... nach einigen Wochen kam einer um die Anlage zu warten. Der hat den Deckel abgenommen und das, was darunter war, war echt schlimm. Da hingen zentimeterlange Schmutztraufen runter.... richtig eklig und das atmen wir ein.... Zudem sollten Klimaanlagen die Leute nicht direkt anblasen. In gewissen Ländern werden Klimaanlagen stark genutz. Steht das mit den Resistenzen in Verbindung?

Zarathustra
08.11.2009 14:57
Eine gewisse Ironie ist das bei den Trockenblas-Geräten auf den WCs...

...da wäscht man sich brav die Hände nach dem WC-Gang um sich im Anschluss dann alle Häusl-Keime in der Luft mit Vollgas auf die Hände blasen zu lassen ;)

h 90
08.11.2009 04:50

ja die sind oft bazillenschleudern.
Aber Resistenzen? Denke die verteilen die Bakterien nur schoen gleichmaessig aber Resistenzen werdens keine foerdern.

par in parem
 
08.11.2009 11:16

Und deshalb brauchen wir mehr Geld für Bildung!!!!
*sarcasmoff*

Also: wenn mehr Bakterien/Viren durch die Gegend geschleudert werden, werden mehr Leute krank -> mehr Leute werden Antibiotika nehmen (müssen)-> es kommt zu Resistenzen.

Lectrice
10.11.2009 16:39

Und Sie glauben ohne Klimaanlagen bei offenem Fenster zB verteilen sich die Bakterien weniger gut?

Ich finde Klimaanlagen aus anderem Grund unangenehm zB, wegen der permanent kühlen Zugluft.

par in parem
 
07.11.2009 15:28

ja die meisten klimaanlagen sind aufgrund schlechter wartung /mangelhafter technik ein echtes übel.

peak oil
07.11.2009 01:00
zusätzlich zu den resistenzen

verursachen antibiotika oft eine ausbildung von pilzerkrankungen wie candida u.ä., welche dann äußerst schwer wieder wegzubekommen sind.
daher sollten antibiotika wirklich nur im notfall verwendet werden.

Zarathustra
08.11.2009 14:55
Weiß nicht was ich von diesem Candida-Hype halten soll....

...es gibt dazu einfach keine seriöse wissenschaftliche Grundlage, die für derartige Infektionen spricht. Pilzinfektion in Darm/Blut/etc. treten in der Regel nur bei stark immunschwachen Personen (HIV) auf. Der ganze Hype wird eher von der Esoterik-Industrie angeheizt, die dem Candida für quasi jede Zivilisationskrankheit die Schuld geben. Ich selbst bin als Neurodermitiker auf dieses Thema gestoßen und kann hier nur sagen: Ich habe noch nie von jemanden gelesen, der durch Antimykotika seine Neurodermitis los geworden wäre (incl. mir selbst), obwohl es bereits viele hunderte Bücher von Gurus gibt, die genau hier die Ursache sehen.

Martha B.
10.11.2009 15:37
Den Candida Hype gibt es alle 10 Jahre.

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