PUYL - Die Lichtpumpe

  • Aufpumpen, ...
    foto: kai malte röver

    Aufpumpen, ...

  • ... festmachen, ...
    foto: kai malte röver

    ... festmachen, ...

  • ... leuchten.
    foto: kai malte röver

    ... leuchten.

  • Fesch. Kann man nix sagen.
    foto: kai malte röver

    Fesch. Kann man nix sagen.

Mit einer Pumpe, die sich selbst den Strom für das integrierte LED-Birndl erzeugt, gewann Kai Malte Röver einen Eurobike Award 2009

Kai Malte heißt Röver und schloss 2006 sein Industrie- und Produktdesign-Studium in Dresden ab, studierte in Finnland, absolvierte heuer das Royal College of Art in London und arbeitet jetzt für das denso design center in Nagoya in Japan. Davor zählte er Villeroy & Boch, Nokia und Bentley zu seinen Auftraggebern.

Was das jetzt mit Radln zu tun hat, fragen Sie ungeduldig, und wie der Kai jetzt zu dem Bild links neben der Geschichte passt? Das ist schnell erklärt. Der Kai hat die Funzel nämlich erfunden, die da so patschert auf den Rahmen montiert ausschaut. Aber das passt schon so. Die Taschenlampe ist nämlich keine Taschenlampe, sondern ein Designerstück. Und als solches hat es sogar einen eigenen Namen: PUYL

Eurobike Award 2009
Mit PUYL gewann Kai einen der Eurobike Awards 2009, weil PUYL nicht nur eine Lampe, sondern auch eine Pumpe ist. PUYL funktioniert - was das Pumpen betrifft - eigentlich wie jede andere Fahrrad-Pumpe auch. Ans Ventil andocken, pumpen und fluchen. Dabei passiert aber Zweierlei: Nicht nur der Reifen füllt sich, auch ein in die Pumpe integrierter Akku tut das. Während man Luft in den Reifen pumpt, rutscht man mit einem Magneten zwischen zwei Kupferspulen auf und ab, was - wie wir seit Faraday wissen - Funken kitzelt. Diese Funken speichert der Akku und gibt sie dann bei Bedarf an die LED ab.

Wer jetzt glaubt, dass er sich erst heimlich einen Patschen stechen muss, bevor er sich im Finsteren auf den Heimweg macht, irrt. Pumpen ohne angeschlossenen Reifen erzeugt ebenfalls Strom, und das notorische Fluchen setzt ob der geringeren Anstrengung auch erst viel später ein.

Den Eurobike Award gewann Kai mit seiner Lichtpumpe, weil sie ökologisch ist. Die Stromerzeugung ist umweltfreundlich und leicht zu erlernen, wie jeder Pubertierende beweisen kann. Zudem fallen keine Abfallprodukte wie leere Batterien an. Der zweite Grund für die Verleihung des Award ist natürlich das Design. Die LED-Pumpe ist schlicht und trotzdem auffällig. Fesch. Kann man nix sagen. Zu guter Letzt war für den Preis auch ausschlaggebend, dass PUYL extrem praktisch ist, weil es die Anzahl der Trümmer reduziert, die man mitnehmen muss.

Luft und Licht
Denken Sie nur: Wie oft merkten Sie, dass es einem Reifen Ihres Rades an Luft mangelt, und wie gerne hätten Sie sich dann gewünscht, dass Sie mit ihrem Licht den Schaden wieder beheben könnten? Ach nie? Na dann anders: Wie oft wurde es am Weg heim schon finster und Sie hätten Kubikmeter um Kubikmeter Luft dafür gegeben, jetzt ein Funzerl zu haben, das Sie nach Hause leuchtet? Auch nie? Dann können Sie sich jetzt beruhigt Wichtigerem zuwenden, denn für den PUYL ist zwar inzwischen ein Patent angemeldet, allerdings ist er noch ein Prototyp. Von einer Serienfertigung drang noch nichts an die Öffentlichkeit. Nachdem selbige den PUYL aber recht freudig aufnimmt, dürfte sich da bald wer finden, der ihn baut.

Wenn Sie jetzt schon hart auf den PUYL warten, weil Sie gerne einmal Pumpe oder Licht daheim vergessen, werden Sie sich an dem Gefühl also noch ein wenig ergötzen dürfen. Aber seien Sie froh, weil wenn Sie als PUYL-Besitzer die Pumpe daheim vergessen, haben Sie Licht auch keines dabei. (Guido Gluschitsch/Fotos: Kai Malte Röver)

 

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zu vergessen

ist diese lampe. nix für ungut, aber für sowas einen european award - lohnt sich wirklich nicht.

Wieder mal ein Artikel fuer Radler denen es nicht ums radfahren, sondern um ein Gespraechsthema geht.

Abgesehen davon dass es sicher nur kurze Zeit lustig ist, alle 500m stehen zu bleiben und nachzupumpen, ist auch die gezeigte Befestigung am Rahmen untauglich - der Lichtstrahl macht keine Lenkbewegungen mit.

Können wir dann vielleicht mal wieder die Bobo-Artikel sein lassen?
Man ist ja überhaupt schon dankbar, wenn hier mal jemand über das Thema "Rad" schreibt, aber in Pedale integrierte Radständer und Lichtpumpen sind doch derartig wurscht...

Danke fuer den Satz:

"Die Stromerzeugung ist umweltfreundlich und leicht zu erlernen, wie jeder Pubertierende beweisen kann."

Man lernt das aber schon viel frueher mit den Ketchupflaschen. 8-)

Da ist mir ein ordentlicher Nabendynamo lieber

Pumpe braucht man in der Stadt auch kaum, wenn man ordentliche Ventile (oder einen Adapter) hat und sich an der Tankstelle Luft zapft.
Ansonsten ist dieses PUYL ein hübsches Designerstück.

funktioniert nur bei herrenrädern :((

was nicht passt wird passend gemacht.

Nie und nimmer würde sich ein Besitzer eines solchen Rades eine Pumpe draufschrauben.

*zustimm*

Die Bremsen

hat der Designer offensichtlich nocht nicht neu erfunden, und deshalb gleich weggelassen....
(aber wer braucht schon noch eine Bremse, wenn er so eine tolle Pumpe hat)

schonmal was von fixie gehört ?

Wer mit sowas im Strassenverkehr rumfährt

der braucht nicht nur keine Bremsen, der braucht auch kein Licht...

verzögern geht aber auch ohne (herkömmliche) bremsen.

Wenn man viel Platz hat schon, ja.
Im Notfall verzögert dich aber das Objekt, auf das du auftriffst.

... und im normalfall verzögert einen das objekt auf das man trifft nicht ?

knie, kinn, hände, schuhsohle oder luftwiderstand .. da gibts viele möglichkeiten.

mit starrer nabe sollts (mit ein bisschen übung) kein problem sein.

was ? sich mit dem voraussichtlichen aufprall abfinden und
den frieden mit sich selbst schliessen ?
das einzig positive dran ist, dass man mit ein bisschen übung jedes risiko von vorherein ausschliessen lernt indem man langsam und vorsichtig fährt.

von vornherein ausschliesen? denken wir nur an die autotüren - wie langsam wollen wir fahren? schritttempo?

nachtrag

so nebenbei gibts noch viele andere situationen die einfach (zumindest das erste mal) unvorhersehbar sind (etwa rollerskater die ansatzlos einen "mond" machen, ausleihbare "rikschas" mit extremeinschlag - so ein ding blokiert inerhalb kürzester zeit ganze fahrbahnen, oder wie mir heuer passiert: eine eisentraverse (I_TRÄGER) die einem baukran auskam und zwischen auto und parkstreifen auf den beton krachte - also richtig höhere gewalt.
wobei ich mich mit fixies nicht auskenn - vielleicht verzögern die eh genauso gut wie ein radl mit bremsen.

gegen kontakt mit aufgehenden autotüren schützt man sich nicht durch gute bremsen sondern durch ausreichenden sicherheitsabstand.

vorbildlich!

sie sind also der eine radler der mich am rechts vorbeischlängeln hindert weil sie brav neben der autokolonne stehen bleiben - vorbildlich!

ps.: wollen sie die goldenen kniescheibe verliehen bekommen? :-)

na, fahr immer links vorbei, da gehn so gut wie nie autotüren auf und ich bin schon vorn wärend du noch vorbeischlängelst. ;)

ja eh, aber immer geht das halt nicht - und wie sie sagen "fast nie" - besonders auf die "hacklerbusse" aufpassen aus denen abends arbeiter rausspringen.

Bei Wipkipedia steht zum Thema "Brakeless"

Some fixed-gear riders think brakes are not strictly necessary, and brakeless fixed riding has an almost cult status in some places (...)
Other riders dismiss riding on roads without brakes as an unnecessary affectation, based on image rather than what is practical when riding a bicycle.
Und weiter: Braking by resisting the turning cranks greatly increases stress on the knees which can lead to injury
Fazit: Gefährlich und gesundheitsschädlich (gxe10xe wird jetzt sicher posten, dass er 10,000km pro Jahr unfallfrei ohne Bremsen fährt - aber mein Opa hat auch 40 Zigaretten am Tag geraucht und ist fast 100 Jahre alt geworden)

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