Geheimdienst wird nach Skandalserie doch nicht geschlossen

05. November 2009 17:11

Premier Borissow erzürnt, weil vertrauliche Berichte an die Öffentlichkeit gelangt waren

Sofia - Trotz der Skandale in Bulgarien um verschwundene vertrauliche Berichte bleibt der Geheimdienst (DANS) auch weiterhin bestehen. Regierungschef Bojko Borissow sprach dem neu eingestellten Geheimdienst-Chef am Donnerstag am Rande einer Konferenz in Sofia sein Vertrauen aus. Der neue konservative Regierungschef hatte erst Ende Oktober gedroht, den Geheimdienst zu schließen, weil vertrauliche Berichte an die Öffentlichkeit gelangt waren.

"Alle Skandale im Staat drehen sich um ehemalige Mitarbeiter der Geheimdienste", kritisierte Borissow. Chefs ausländischer Dienste sowie Botschafter hätten Borissow gesagt, dass sie seit einem Jahr nicht mehr mit DANS zusammenarbeiten wollten. "DANS hat kein zuverlässiges System zur Sicherung vertraulicher Information", bestätigte Geheimdienst-Chef Zwetlin Jowtschew. Bulgarien ist seit 2004 Mitglied der NATO und seit 2007 der Europäischen Union.

Gegen den früheren sozialistischen Ministerpräsidenten Sergej Stanischew wird inzwischen ermittelt: Er wird für das Verschwinden mehrerer Berichte aus dem Geheimdienst verantwortlich gemacht. Einer davon wurde Regierungschef Borissow im Original von einem früheren Geheimagenten übergeben. Der für die Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität zuständige Geheimdienst war erst Ende 2007 auf Anregung Stanischews gegründet worden. (APA)

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