Premier Borissow erzürnt, weil vertrauliche Berichte an die Öffentlichkeit gelangt waren
Sofia - Trotz der Skandale in Bulgarien um verschwundene
vertrauliche Berichte bleibt der Geheimdienst (DANS) auch weiterhin
bestehen. Regierungschef Bojko Borissow sprach dem neu eingestellten
Geheimdienst-Chef am Donnerstag am Rande einer Konferenz in Sofia
sein Vertrauen aus. Der neue konservative Regierungschef hatte erst
Ende Oktober gedroht, den Geheimdienst zu schließen, weil
vertrauliche Berichte an die Öffentlichkeit gelangt waren.
"Alle Skandale im Staat drehen sich um ehemalige Mitarbeiter der
Geheimdienste", kritisierte Borissow. Chefs ausländischer Dienste
sowie Botschafter hätten Borissow gesagt, dass sie seit einem Jahr
nicht mehr mit DANS zusammenarbeiten wollten. "DANS hat kein
zuverlässiges System zur Sicherung vertraulicher Information",
bestätigte Geheimdienst-Chef Zwetlin Jowtschew. Bulgarien ist seit
2004 Mitglied der NATO und seit 2007 der Europäischen Union.
Gegen den früheren sozialistischen Ministerpräsidenten Sergej
Stanischew wird inzwischen ermittelt: Er wird für das Verschwinden
mehrerer Berichte aus dem Geheimdienst verantwortlich gemacht. Einer
davon wurde Regierungschef Borissow im Original von einem früheren
Geheimagenten übergeben. Der für die Bekämpfung von Korruption und
organisierter Kriminalität zuständige Geheimdienst war erst Ende 2007
auf Anregung Stanischews gegründet worden. (APA)