foto: ap/rps, dr. martin mainberger
Stuttgart - Ein vor über 600 Jahren gesunkenes Schiffswrack haben
Archäologen im Bodensee vor der Insel Reichenau entdeckt. Vermutlich handle es
sich um ein Fischerboot aus dem 14. Jahrhundert, teilte das Regierungspräsidium
in Stuttgart am Donnerstag mit. Zwar sei der Bodensee schon von den Römern und
wahrscheinlich auch von den steinzeitlichen Pfahlbau-Bewohnern mit Schiffen
beziehungsweise Einbäumen befahren worden; ältere Wracks als dieses habe man
bisher aber noch nie gefunden. Die Überreste würden zurzeit geborgen.
Das Wrack liegt den Angaben zufolge in einer seichten Bucht. Ein Anrainer
hatte es im Winter 2006 beim Schlittschuhlaufen durch das Eis hindurch gesehen
und dann die Experten informiert. Deren Angaben zufolge handelt sich um einen
mittelalterlichen Schiffstyp, auffällig seien die aus dem Seeboden
herausragenden Spanten des neun Meter langen Schiffsskeletts.
Der schlanke, kastenförmige Rumpf mit einem flachem Boden, weit aufragendem
Bug und breitem Heck sei bezeichnend für die mittelalterliche Schiffsbautechnik.
Alle noch vorhandenen konstruktiven Verbindungen zwischen den Holzbauteilen
seien aus Holz und ohne Zuhilfenahme von Eisen hergestellt. Allerdings seien
exponierte Bauteile abgerissen.